Beiträge von achelias

    Es ist tatsächlich Irrsinn, etwas zu tun, von dem man eigentlich weiß ...

    Hallo.

    Das lässt ja den Rückschluss zu, so lange ich noch von der Sucht gefangen bin, mein Hirn noch im nebligen, alkoholischen Zustand verharrt, kann einem das gar nicht bewusst werden oder falls doch bewusst, dann ist bei den meisten der Drang zu trinken wiederum so groß, daß er dem nicht widerstehen kann.?

    Sind die, die am Anfang durchhalten, nicht trinken und dabei bleiben, weil sie merken sooo schlimm ist das ja gar nicht (ständig nüchtern), nun besonders stark oder besonders klug und die anderen nicht?

    Was ist es? Es wird immer von Einsicht geredet, dem berühmten A-ha-Effekt.

    Klar ist mir, wenn sowieso alles „doof“ ist, ist der einfachste Weg, sich erstmal zu betäuben. Als ich aufhörte, war vieles immer noch „doof“, nur ich weniger, weil nüchtern. Kommen viele nicht mit sich selbst und ihrer Umwelt klar und verfallen deshalb immer wieder dem Rausch?

    Was machen wir Nüchternen nun anders? Das uns die Einsicht ereilte?

    Mein Vater soff, er war einsichtig, er wusste, was der Suff mit ihm anstellte, er wollte nie ernsthaft aufhören, immer wenn das (seelische) Leid, der Zweifel, die Einsamkeit an ihm nagte, griff er zur Flasche – Leid war weg, an nächsten Tag wieder da … ein ewiger Kreislauf bis zum Tod.

    Negative Gefühle (Zweifel) verleiten, wie bekommt man diese weg? Durch Training, Erlernen, Weisheiten, Yoga oder Atemübungen?

    Jaaa, er wollte heute nicht reden, da er Basketball gucken möchte. Wir reden dann morgen 😒

    Bei allem Verständnis, doch diese Begründung ist der Hammer.

    Wie viele "Liebesbekundungen" benötigt du noch?

    Mache dich mal eine Weile rar, melde dich nicht, höre auf ihm hinterher zu laufen.

    Vielleicht bemerkst du dann, ob du überhaupt Bedeutung für ihn hast.

    Hallo LoA,

    Tag 10, die erste Etappe ist geschafft.

    So empfand ich es vor einem Jahr, zehn Tage ohne Alkohol, das war für mich eine Hausnummer … wer zehn Tage schafft, schafft auch mehr, ich musste nur durchhalten, das waren meine Gedanken.

    Mein Körper/ Kopf war ganz schön durcheinander, durch das plötzliche Absetzen des Alkohols. Ich wußte mein Körper braucht keinen Alk. , meine Gedanken gaukelten mir das Gegenteil vor, auch ich lenkte mich ab, so gut es ging.

    Den Gedanken an kontrolliertes Trinken verwarf ich sofort, ich wußte, das funktioniert nicht. Nie wieder trinken, daran mußte ich mich erst gewöhnen. Auch die Wiedererlangung des Führerscheins stand bei mir an oberster Stelle, lange Weile kam selten auf.

    Hallo Erna,

    in den ersten Wochen kamen mir auch immer wieder Zweifel an meinem Tun, die Versuchung war hin und wieder groß. Die Gedankenspiele, die Erinnerung war noch hell wach: jetzt etwas trinken und alle Zweifel, wären weg.

    Immer wieder führte ich mir vor Augen, was ich in meiner Trinkerzeit tat, genau dieses - meine Unsicherheit einfach wegspülen, irgendwann tat ich das täglich, was dazu führte, daß ich noch unzufriedener wurde.

    Völlig verrückt war dieses Verhalten, wissend, etwas falsches tun, mur weil es der scheinbar einfachste Weg ist. Ein einfacher Weg, der schlussendlich alles viel schwieriger machte, mir eben nicht half, sondern alles verschlimmerte.

    Ich war schön schräg drauf!

    Ich vertraute den Erfahrungen der Anderen, die mir versicherten dieses (zeitweise) Gedankenwirrwarr hört mit der Zeit auf, wird immer weniger.

    Sie hatten recht.

    Hallo Pamela 71,

    was ich immer nicht verstehe, man wird erniedrigt, veräppelt, belogen, beleidigt und was weiß ich noch nicht alles.

    Entweder ist der Mensch ein Arsch oder ein kranker (alkoholischer) Arsch. Man sucht allerlei Gründen, Erklärungen, warum das so ist.

    Der Mensch hat sich verändert, je mehr du kritisierst, desto extremer wird es. Wenn einer von beiden nichts ändert, wird es nicht besser, es wird sogar schlimmer. Man steigert sich immer mehr hinein.

    Will man diesen Zustand nicht länger ertragen, muß man handeln, etwas verändern.

    Wer, wie, was ist immer sehr individuell und situationsabhängig.

    Wenn einer säuft, wäre es vernünftig mit der Trinkerei aufzuhören, vernebelt man sein Gehirn mit Marihuana, wäre es auch eine gut Idee damit aufzuhören.

    Tut der Süchtige dieses nicht, wäre es besser mit dem Süchtigen aufzuhören.

    So weit die Logik & die Theorie.

    Doch wie macht man`s in der Praxis? Nach 20 ...30 Ehejahren, oder wenn noch unmündige Kinder im Spiel sind, wenn man ein gemeinsames Geschäft, Haus, eine Firma hat?

    Die Grundfrage bleibt, will ich so weitermachen wie bisher, mit der Gefahr (Wahrscheinlichkeit?) daß es immer schlimmer wird oder will ich etwas ändern, etwas für mich, mein Wohlbefinden tun?

    Man hat scheinbar die Wahl zwischen zwei Übeln und man weiß noch nicht, welches das kleinere Übel ist. Was passiert wenn?

    Unsicherheit, Selbstzweifel machen sich breit.

    Zitat

    ich würde meinem Mann so gerne helfen und auch versuchen es mit ihm durch zustehen……? aber hier im Forum wird mir täglich bewusst das bei uns schon viel zu viel kaputt ist……in meinem inneren möchte ich ihn garnicht mehr…….und ich glaube auch das wenn er es sich eingestehen würde……würde ich das mit Ihm nicht mehr wollen…….obwohl ich nicht mehr weiß wie er ist wenn er mal ein paar Tage nichts trinken würde……?

    Er tut mir einfach nur noch leid……weil jetzt noch soviele Sachen die er anpackt in die Hose gehen…….er ständig alles vergisst und liegen lässt……..ich hoffe hier kommt noch nicht so eine kleine Demenz zum Vorschein ?

    Ich versuche derzeit nur mich selber irgendwie hier raus zuziehen und nicht soviel von dem was ich mir aufgebaut habe zu verlieren ?

    Leider zeigt die Erfahrung, daß du absolut chancenlos bist, wenn dein Mann weiter trinkt. Wie lange willst du das noch aushalten? Ein ½ Jahr, ein Jahr?

    Die Vergesslichkeit wird zunehmen, mit zunehmendem Alkoholkonsum, auch körperliche Beschwerden.

    Nicht alles braucht einen „wissenschaftlichen“ Beweis, es genügt, was du täglich erlebst und beobachtest. Glaubst du wirklich, es bessert sich? Er hört auf zu trinken, zeigt Einsicht, Vernunft?

    Falls ja, gib die Hoffnung nicht auf.

    Der Alkoholpegel, alle Rezeptoren haben ihre durch Alk. ausgeschütteten Botenstoffe erhalten. Den Suchtdruck befriedigt.

    Bei Stress ist so ziemlich alles egal, da gilt es nur einen gewissen Zustand (wieder) zu erreichen. Wären andere da sooo wichtig, könnte man ja einfach mal eine Pause machen, das geht aber nicht in diesem "Ausnahmezustand" .

    Man(n) will es auch nicht.

    ... jetzt meine Frage an euch alle die das hier lesen……ich habe meinem Mann gesagt das ich mit ihm nicht mehr leben möchte vor ein paar Tagen…….er ist stinke sauer aus dem Haus ohne Kommentar 😞 und komm betrunken spät Abends nachhause……jetzt verhält er sich so als ob das nie gesagt wurde und möchte mit mir auf Feste gehen und gemeinsam was trinken gehen…….😡 hat er das vergessen ?

    Ja.

    Alkoholiker sind Meister im Vergessen und Verdrängen! ... und sehr gut, in sich Sachen schön zu reden. Sie bemerken gewisse Dinge einfach nicht.

    Eine Selbstreflexion ist praktisch ausgeschlossen. Wenn du so willst eine Psychose.

    …….er lenkt sich ständig ab……muss immer unterwegs sein…….alles ist wichtiger……….und auf irgendwas konzentrieren geht fast garnicht mehr…….😞 er lässt sich bzw. macht es ja selber in jeder Lebenslage beschallen…..im läuft bei Ihm Fernseher Musik oder er hat das Handy in der Hand…….bloß keine 5 Minuten Ruhe nur für sich selbst……..einschlafen kann er nur wenn er betrunken ist………es lässt gerade die Toleranzgrenz sehr nach er trinkt 5 Bier und 2 Wein und ist schon betrunken 🙈

    Genau, das ist doch „die Sucht“ , die Abhängigkeit, sobald ein gewisser Alkoholpegel unterschritten wird, lefzen förmlich die Rezeptoren im Hirn nach Befriedigung, es wird ein Mangel angezeigt, man wird unruhig, unkonzentriert, gereizt, Stress kommt auf, wenn nicht gar Panik.

    Suchtdruck aller erster Güte.

    Ist dann der Pegel wieder erreicht, die Balance hergestellt, wird man ruhiger, ausgeglichener. Ähnliches kenne ich von mir auch.

    Hallo Julchen,

    ich weiß ja nicht wie alt deine Mutter ist, ob sie noch arbeiten geht oder … .

    Ich kenne es nur von meiner Mutter, mit 65 wurde sie verrentet, ihr Arbeit war ihr größtes Hobby. Auch sie wurde mit den Jahren immer verbitterter, allein lebend, in ihrer Wohnung, mit einer kleinen, akzeptablen Rente. Plötzlich hatte sie keine Aufgabe mehr, anfänglich vertrieb sie sich die Zeit mit diversen Busreisen und reise quer durch Europa, auch das ließ irgendwann nach, ihre ähnlich alten Bekannten wurden immer träger, sie zog sich langsam zurück, alle waren doof und ihre beiden Kinder lebten ihr eigenes Leben. Sie war allein und hatte keine wirklichen Aufgaben mehr, sieht man mal von der täglichen Hausarbeit ab. Das können sich jüngere, aktive Menschen schwer vorstellen, mir ging es auch so.

    Nun trinkt deine Mutter auch noch gern. Warum sollte sie aufhören? Was würde das ändern? Dann wäre auch noch „die letzte Freude“ / Ablenkung weg? Natürlich sagt sie, sie wolle aufhören, doch dann, allein zu Haus, sich ihren Einsamkeit bewußt, ist die Versuchung sich zu betäuben, einfach zu groß, wenn sie dann noch über 15 Jahre trinkt, Alkoholikerin ist, wird das mit der Einsicht sehr schwer werden.

    Der Alkoholkonsum wird den Erfahrungen nach immer größer, alkoholbedingte Ausfälle ebenso.

    Wie du hier schon oft gelesen hast, wenn deine Mutter nicht will, kannst du absolut nichts tun.

    Du kannst nur dich selbst schützen, deine Psyche.

    Du kannst versuchen sie zu verstehen, ändern kannst du sie nicht.

    Im übrigen Zweifel ich an, dass das Verstehen der Prozesse besonders viel hilft. Als Morphiumsucht noch "ein Ding" war, waren die Abhängigen großteils Ärzte, die ganz genau wussten, worauf sie sich da einlassen, nur, das hat ihnen halt auch nicht geholfen...

    Na dann hoffe ich, daß dir diese Erkenntnis/ Weiheit dich bei der Bewältigung deiner Sucht weiterhilft.

    Viel Erfolg!

    Wenn ich von einen Rückfall höre, frage ich mich immer, was passiert da in dem Kopf, was für Gedanken führen dazu, was löst das unwiderstehlich Verlangen aus, dem ich dann nachgebe?

    Was für Gedanken

    blenden völlig mein Bewußtsein, mein Wissen aus? Was erhoffe ich mir? Erlösung? Wovon? Wenn ja, durch was wurden diese Gedanken ausgelöst?

    Wenn ich über eine gewisse Zeit, Gedanken, Gefühle unterdrücke, baue ich in mir einen gewissen Druck auf, der irgendwann nicht mehr auszuhalten ist, dem ich nachgeben muss.

    Ist es das ständige Verdrängen, Unterdrücken der eigenen Gefühle?

    Superschlaue sagen jetzt sicher: Es ist die Sucht. Dagegen kann man nichts machen.

    Warum gelingt es manchen, vielen nicht?

    Nur mit Willensstärke ist, das wohl nicht zu erklären, wenn Panik aufkommt, wird jede Vernunft ausgeschaltet, das logische Denken setzt aus.

    Der Notfallkoffer funktioniert nicht in solchen Extremsituationen, bei leichten „Anfällen“ von Suchtdruck sicherlich, doch was schafft diese extreme Panik, von der ich nicht mehr runterkomme, in die ich mich langsam hineinsteigere?

    Fallenlassen - Loslassen?

    Fallenlassen oder loslassen?

    Wählt einer eines dieser Worte, entbrennt eine Diskussion über die Deutung dieser Worte.

    Hätte der Urheber die Worte gewählt: „ Alkoholiker helfen oder sich lösen (von ihm)“ sähe das sicher anders aus.

    Komischer Weise stört sich niemand an dem Worte „helfen“ .

    Helfe ich dem Alkoholiker, wenn ich mich von ihm trenne oder wenn ich bei ihm bleibe, wenn er weiter säuft?

    Als ich den Fokus auf „helfen“ lenkte: Und wenn helfen/ unterstützen, wie lange??? 1 Monat, ein Jahr, 10 Jahre?

    -Helfen oder nicht helfen?

    -Sich trennen oder weiter erdulden?

    -Wie lange den gegenwärtigen Zustand ertragen?


    Antwortete Hartmut : wieso helfen? Wir sind doch eine Selbsthilfegruppe Da muss doch der User sich selbst helfen.

    Unter Helfen, kann man auch wieder zweierlei verstehen … die Sucht unterstützen oder ihm bei der Bewältigung der Sucht helfen. Hartmut ging sogar noch einen Schritt weiter: "von einen User heraus schon spekuliert wie man helfen könnte ."

    Also, daß Dritte helfen könnten/ wollten.


    Die Erfahrungen haben es

    doch gezeigt, wenn man sich nicht von der Sucht/ dem Alkohol/ dem Alkoholiker löst, wird es nie besser. Sei es der Alkoholiker vom Alkohol, das EKA von seinem Abhängigem oder der Co. .

    Wir haben doch nur eine Wahl – mit oder ohne, ... mit allen Konsequenzen.

    Hallo Lust for Life,

    du wirst vielleicht lachen, bei mir ist dieses Thema auch nur ein Hobby und ich tausche mich auch mit Ärzten darüber aus. Wenn ich weiß, wie ich annähernd funktioniere, hilft mir das weiter und mir wiederum ist es völlig egal, ob die Sucht es interessiert.

    Mein Körper ist das Wichtigste, worüber ich verfügen kann - natürlich interessiert der mich!

    Liegt nun im Wein oder im Rückfall die Wahrheit?

    Ist ein trockener Alkoholiker abhängig? Braucht er seine Droge?

    Klar, wenn … , dann … - doch das war nicht die Frage.

    Ich war Säufer, das weiß ich , nun bin ich Abstinenzler. Daraus mache ich auch keinen Hehl

    und sage es jedem, der es wissen will.

    Grundsätzlich schließe ich nichts aus. Auch wage ich nicht zu behaupten, daß es nun besonders intelligent sei oder besonders dumm, wenn sich Menschen mit gewissen Dingen besonders beschäftigen.

    So fern man, den Ursprung des Satzes `in vino veritas` kennt, ist deine letzte Frage nicht gerade sehr intelligent.

    MfG