Beiträge von achelias

    Das klingt so einfach, aber das ist es ja nicht. Sonst hätte ich ja schon vorher nicht gesoffen. Bis vor 4 Wochen musste ich noch saufen. Aber vielleicht hatte ich die Entscheidung noch nicht richtig getroffen. Aber was ist, wenn ich sie immer noch nicht richtig getroffen habe? Die Entscheidung ging ja nur in meinen Kopf, weil ich sie gerade mit allen Mitteln hineingeprügelt habe. Die lies sich nicht einfach mal so und locker, flockig treffen. Ging ja zuvor auch nicht.

    Es bedarf Zeit, du kannst nicht von dir verlangen, daß jetzt plötzlich (nach 4 Wochen) jahrelang angewöhnte, antrainierte Verhaltensmuster, Denkweisen sich plötzlich in Luft auflösen.

    Alkohol schütte über Jahre diverse Botenstoffe ans Gehirn aus, die Fehlen nun. Nun kannst du versuchen, diese zu ersetzen(??) oder dem Körper Zeit geben, sich selbst zu regenerieren. Vielleicht hilft es dir, wenn du herausbekommst, wie Synapsen und Rezeptoren funktionieren können/könnten mit und/oder ohne psychoaktive Substanzen. Das Hirn ist eben eine sehr komplexe Struktur und kein simpler Ottomotor.

    Aber vielleicht räume ich dem Suchthirn auch nur die möglichkeit ein, das alte Zeug rauszukramen, eben weil ich mir solche Sorgen darum mache. Vielleicht sollte ich mich tatsächlich auf den Suff konzentrieren.Ich weiß es nicht.

    Dem Suchthirn … das klingt immer so, als wäre es kein Teil von mir.

    Das Sucthhirn bin ich, es ist ein Teil von mir, ähnlich wie Gier, Appetit, Lust oder Angst und das kann ich sehr wohl beeinflussen, ich bin doch kein Volltrottel und bestehe nur aus Reflexen.

    Ich muß nicht saufen, ich muß mir auch nicht irgend ein anderes Zeug reinziehen, das ist doch meine freie Entscheidung und das ist mir bewußt, deshalb habe ich auch keine Furcht.

    ... ich weiß es nur mit fällt die Umsetzung unendlich schwer.

    Wenn ich nur daran denke , ...

    Angst...

    So traurig es ist, wenn dein Mann weiter trinkt, wird es nicht besser werden. Ich nehme mal an, über die Jahre, Jahrzehnte wurde es immer mehr, mit dem Alkoholkonsum, bis an deine Belastungsgrenze und alles reden half nichts.

    Das wird so weiter gehen, wenn dein Mann keinen harten Schnitt macht. Versprechungen werden da schnell null und nichtig, glatt weg vergessen, versoffen.

    Nun kannst du dich fügen oder etwas für dich tun.

    Erkundige dich bitte bei einem Anwalt, wie du vorgehen kannst, wenn es zum Bruch, zur Trennung kommt (rechtliche Handhabe, Trennungsjahr, Zugewinngemeinschaft u.s.w.).

    Mache es nur für dich, du mußt ihm nichts darüber sagen, das macht nur böses Blut und schafft noch mehr Ärger.

    Dann kannst du immer noch entscheiden, doch, bitte eigne dir erst Wissen an, das vertreibt nicht nur die Angst.

    Vermeide jegliche Konfrontation, wenn du weißt, daß es sowieso nichts bringt, Veränderungen erreicht man nicht mit Gefühlen oder Gefühlsausbrüchen.

    Wenn dein Mann sich für den Alkohol entschieden hat, ist seine Entscheidung klar. Nun „mußt“ du entscheiden, was du willst.

    Hallo Rezi,

    da wirst du wohl ohne anwaltliche Beratung nicht weiter kommen. Informiere dich bitte bei einem Anwalt, dann wirst du wissen, was auf dich zu kommt, kommen kann.

    Das gibt dir Sicherheit und hilf herauszubekommen, was du willst.

    Du kannst nicht davon ausgehen, daß er einfach so geht, nur weil du es so willst.

    Hallo Erna,

    im Grunde ist es egal, wie du dich nennst. Denn es ist, wie es nun Mal ist.

    Wichtig bleibt, das du nicht mehr trinken möchtest und dieses festigst, mit allen Mitteln.

    Ich mag dieses Wort Alkoholiker auch nicht, doch das bleibt allein meine Sache.

    Hallo Erna,

    eigentlich ist es doch ganz einfach, wenn du dir trauen kannst, gehe hin, wenn nicht bleibe fern!

    Es geht hier nur, um dich, nicht was andere tun würden. Du kennst dich am besten.

    Bei mir hat es mehrere Wochen gedauert bis ich halbwegs gefestigt war und auch noch nach über einem Jahr, bin ich mir nie 100%ig sicher.

    ... dass hier unterbewusst ablaufende Systeme, dein bewusstes Denken kapern können, stellt sich doch die Frage: Wie komme ich in Richtung dieser Erkenntniss, solange ich noch trinke? Nasse Alkoholiker beschreiben ihren Zustand hin und wieder als wären sie "in einer anderen Welt", also völlig entkoppelt von jeglichen Normalität. Soll heißen, um zu verstehen, dass "ich das Problem bin" brauche ich vorher einen Moment der Selbstfindung, indem ich "mich" überhaupt mal wieder als eigenständiges Wesen wahrnehme. Vielleich ist das der berühmte Tiefpunkt?

    Ich glaube, das Schwierigste daran ist, sich selbst einzugestehen, daß man versagt hat, daß man nun auch ein Säufer geworden ist, daß wahr ist, was nicht sein darf.

    Das war mein Tiefpunkt.

    Ich frage mich auch immer, wie bekomme ich einen Alkoholiker dazu, daß es nicht mehr trinken will – das bleibt wohl Wunschdenken.

    Ich kenne/ kannte viele, die wollen gar nicht aufhören.

    Auch als ich noch trank, tat ich es freiwillig, ich wollte weiter trinken! Ich habe nie ernsthaft versucht aufzuhören, Mal weniger trinken, ja, doch mehr auch nicht.

    Ich war schwach/ labil, überheblich, übermütig.

    Erst am Tag X, sagte ich mir jetzt ist Schluß.

    ... warum Wasser trinken und Essen so enorm hilfreich bei Suchtdruck sein können: ...

    Das finde ich auch eine gute Idee, werden bei der Nahrungsaufnahme ähnliche Prozesse im Körper ausgelöst.

    Ich vertraue da weniger auf wissentliche Erkenntnisse, viel mehr auf meine persönlichen Beobachtungen, meinen Erfahrungen - geht es mir gut, besser oder nicht.

    Auch ich hatte am Anfang Angst, Angst vor mir, ich könne mir wieder Alkohol kaufen, drum tat ich das, was wohl alle taten, ich hielt mich fern von allem!

    Ich begriff, nicht der Alkohol ist das Problem, ich bin es, ich kann damit nicht umgehen.

    Erst als ich das begriff, wich die Angst (und die Angst vor der Angst).

    Und ab da liegt eben die Gefahr wieder glauben zu können normal zu trinken. „Man“ hat es ja im Griff. Nach den Erfahrungen von Rückfälligen ist jedoch alles, was in den Jahren zuvor „umgeschrieben worden ist“, mit dem Anfangen des Saufens wieder weg und die Sucht beginnt von Neuen.

    Was ja auch niemand bestreitet!

    Ich will nicht mehr trinken und bin mir dessen bewußt. Wenn ich keine (oder immer weniger) positiven Reize mehr mit den Suchtstoff verbinde, warum sollte ich dann wieder zum Suchtstoff greifen, ich habe vielleicht die Angst verloren, aber nicht den Respekt.

    Hallo Lust for Life,

    auch ich belas mich über die Abläufe im Gehirn, alles sehr interessant und auch für mich nicht alles 100%ig nachvollziehbar, wenn auch erstmal schlüssig, trotz der vielen Variablen.

    Diese Annahmen, werden durch Tierversuche belegt.

    Nun sind die Voraussetzungen für eine Sucht klar, eine Substanz wird häufiger eingenommen, der Körper gewöhnt sich daran, erzeugt positive Reize und verlangt nach mehr oder immer wieder danach. Setzt man den Suchtstoff ab, gerät das System aus dem Gleichgewicht, der Körper versucht dieses wieder auszugleichen, in dem er uns „suggeriert“ nur der Suchtstoff verschafft Linderung.

    Das einmal angewöhnte Verhalten wieder los zu werden, verlangt uns viel ab.

    Einigen gelingt das einfacher, vielen sehr schwer oder gar nicht.

    Wir müssen wieder (neu) lernen, ohne diese Stoffe zu leben.

    Auch das scheint über besagte Neurotransmitter zu erfolgen. Jeder reagiert anders. Wäre es so einfach, neurobiologisch erklärbar, müsste man die Ausschüttung besagte Botenstoffe beeinflussen. Alle erfolgreich Trockenen bestätigen, das benötigt Zeit, die Schlüsselreize lassen nach, das Gehirn verbindet immer weniger positive Reize, Stimulationen mit dem Suchtstoff.

    Kann man das willentlich beeinflussen? Sich es quasi suggerieren?

    Wenn ich immer an Alkohol denke, wie schön es jetzt wäre … halte ich die Erinnerung (das Positive) wach. Tue ich das Gegenteil, müsste es doch auch funktionieren.

    Manche behaupten, das kann man nicht beeinflussen, das hat nichts mit Willen zu tun. Es ist die Sucht und gleichzeitig wird von Krankheitseinsicht gesprochen.

    Wenn ich etwas einsehe, dann will ich doch, das mache ich doch bewußt, freiwillig.

    Ich lenke mich bewußt ab, halte mich von Triggern fern und „gefährlichen Situationen“ und so nach und nach gewöhne ich mich daran.

    Erst als ich wollte (kein liebloses Lippenbekenntnis), gelang es mir, mich vom Alkohol zu lösen.

    Hallo Faxi,

    das braucht dir nicht leid zu tun, du kannst ja nichts dafür. ... stimmt, ich wurde relativ unempfindlich, was Mitleid angeht, vielleicht eine Nebenwirkung.

    Das mit den Notizen in einem Buch oder auf Zetteln, kenne ich von meiner Mama (die trank keinen Alkohol) auch. Sie war einsam, sie hatte niemanden zum täglichen smal talk, wem sollte sie sich sonst anvertrauen?

    Darf ich fragen wie es mit deinem Papa weiterging/ weitergeht?

    Ganz „klassisch“ , traurig. Er soff immer mehr, verwahrloste völlig.

    Alle (!) hatten sich bereits abgewandt, sie konnten das Elend, die Beschimpfungen im Suff nicht mehr ertragen. Nachdem ich mich zurückzog, ging das Drama noch gute 13 Jahre bis er starb, verschuldet, einsam mit 74.

    Der Vater verursachte völlig betrunken auch einen Brand (erheblicher Sachschaden, er selbst mind. 3 Wochen im künstlichen Koma, div. Hautverpflanzungen, dann wieder zu Haus, soff er weiter).

    Ich verzichte absichtlich auf gefühlsbetonte Schilderungen, Wertungen.

    Die Gedankengänge deines Mannes kann ich sehr gut verstehen, meine waren bestimmt ähnlich.

    Meine Erfahrung: Ich konnte mich nur gefühlsmäßig Abschotten, Verdrängen, meiner Hilflosigkeit bewußt. Mir war klar, eine Besserung war nicht in Sicht.

    Dein Mann kann eigentlich nur versuchen, sein (?) Haus zu sichern.

    Hallo Susi,

    ich habe mir immer wieder mantraartig gesagt: ich brauche keinen Alkohol, ich brauche ihn nicht zum Leben, er verändert absolut nichts (zum Positiven), es war eine Gewohnheit (jeden Tag Bier oder sonst was zu trinken), das braucht Zeit, diese Gedanken wieder loszuwerden, ich muß am Anfang nur durchhalten, widerstehen.

    Ich schaffe das, die Gedanken wieder aus meinem Kopf zu bekommen, es sind nur Gedanken. Ich glaube daran, ich habe schon andere Dinge geschafft, es ist nur Alkohol.

    So ähnlich schoß es mir durch den Kopf. Und ich glaubte daran und tu` es immer noch.

    Ich hielt mich am Anfang von allem fern, was irgendwie mit Alk zu tun hatte, es wurde zunehmend leichter.

    Dann mußte ich mich nicht mehr zwingen, es wurde zur Normalität, ich war schon ein paar Wochen trocken, ich wagte mich wieder in die Alkregale im Supermarkt, mit einem mulmigen Gefühl, doch ich traute mich. Ich war nicht übermütig, doch ich wußte, ich kann nicht ständig vor dem Alkohol davonrennen, ihn ignorieren, Angst davor haben. Ich mußte meine Angst überwinden!

    Alkohol begegnet mir jeden Tag, ob ich will oder nicht, ich muß lernen, damit umgehen zu können, langsam.

    Die Selbstsicherheit kam allmählich zurück, ich begriff, nicht der Alkohol ist die Gefahr, sondern ich, mein Wankelmut.

    Heute, nach über einem Jahr, muß ich über mich selbst schmunzeln, wie unsicher ich war, wie sehr ich an mir zweifelte.

    Ja…. Letztendlich komme ich immer wieder am selben Punkt an.

    So ging es mir auch, mit meinem Vater, zum Glück wohnten wir getrennt.

    Auch ich kam immer (!) wieder an den gleichen Punkt, der Machtlosigkeit, der Hilflosigkeit.

    Mein Vater soff immer weiter, reden, heulen, fluchen nichts half, es eskalierte immer mehr.

    Ich konnte mich nur fern halten.

    Gern würde ich dir einen Tip geben, doch ich kann es nicht. Wenn deine Schwiegermutter nichts ändert, wird es wohl immer schlimmer werden.

    Da kann man nur sich selbst schützen, mit allen Mitteln.

    Also zur Erkennung von Alkoholikern ist Vorsicht geboten.

    Drum ist es ja auch wie das Fischen im Trüben.

    Ich kann es an seinem Konsum festmachen, nicht an Äußerlichkeiten.

    Ich muß auch nicht mir beweisen, daß ein Anderer Alkoholiker ist.

    Ich kann nur mit Mitteln der Vernunft, versuchen etwas zu verändern, es nützt mir nichts, den übermäßig Trinkenden mit Mutmaßungen oder der Wahrheit (meiner) zu konfrontieren, wenn ich nur Zorn, Ablehnung und Trotz erreiche.

    Mein „Wissen“ ist für Andere nutzlos, wenn ich nicht in der Lage bin, es zu vermitteln.

    Schratte, ich kann dich sehr gut verstehen!

    So wie es ist, ist es nicht gerade erträglich und du hast Angst, daß es unerträglich wird, nachdem du etwas sagtest, gleichzeitig fürchtest du dich, daß es mit der Trinkerei immer schlimmer wird.

    Wenn du deiner Frau von deiner Angst, Hilflosigkeit, Sorge berichtest, wäre das eine Möglichkeit?

    In der Regel wissen die Betroffenen was mit ihnen oder ihren Partnern los ist und allen ist klar, es gibt nur zwei Wege, entweder mit Alkohol oder ohne.

    Der Alkoholiker muß sich vom Alkohol trennen und der Co. sich vom Alkoholiker oder noch ein paar Runden drehen im Kreis der ewigen Wiederholungen.

    Alle suchen Hilfe, die Co`s wissen nicht was sie mit ihren Alkoholikern tun sollen, sind verzweifelt, ihr gesamtes Leben bzw, ihre Vorstellung davon, droht gänzlich einzubrechen, wenn nicht schon geschehen. Sie suchen verzweifelt einen Weg, wie sie ihren Partner erfolgreich dauernüchtern bekommen, der Alkoholiker versucht seine frische Nüchternheit zu festigen, zu erhalten, zu stärken.

    Viele wollen sich austauschen, mitteilen, wie es ihnen geht und erfahren, wie andere mit dem Problem umgehen, sich ggf. ein paar Tipps, Erfahrungen abgucken.

    Ich wage zu bezweifeln, daß jemand Mühe hat, Alkoholismus oder beginnenden Alkoholismus zu erkennen.