Beiträge von achelias

    Hallo Lea,

    stimmt, ganz schön verzwickt.

    "wie ich hier immer mal wieder schreibe, sich aber eigentlich NICHTS ändert..." das wird auch so bleiben, wenn sich nichts ändert.

    Vielleicht ist es (noch) nicht sooooo schlimm und du kommst auch klar damit, dann ist es gut, so wie es ist.

    Wir/ ich können hier nur von unseren eigenen, teils recht dramatischen Erfahrungen berichten. Und alle kommen zu dem Punkt und wissen es, ein Alkoholproblem wird mit Alkohol niemals gelöst werden können. Mehr kann ich dazu nicht sagen, genau so wie, die Wahrheit immer die Wahrheit bleiben wird, egal wie ich sie nenne.

    Gute Besserung ;o) & eine entspannte Zeit wünschend

    Hallo Twizzler,

    ich kann deine Schilderung sehr gut nachvollziehen. Kann man diese (Auto-)Suggestion nicht auch selbst beeinflussen, willentlich? Was in die eine Richtung funktioniert, müsste doch auch in die andere funktionieren. Bitte nicht in den falsch verstehen, ich rufe nicht auf zum Alkoholexperiment, aber zum Gedankenexperiment.

    Prost Eistee

    Hallo ,

    es schmerzt immer wieder dererlei Geschichten zu hören. Viele von uns erlebten ähnliches, sei es als Partner oder als Kind. Mich betraf es als Kind (ich bin mittlerweile im Großvateralter) und es hat heftige Spuren hinter lassen. Meine Mama versuchte immer ihr Möglichstes, … versuchte es im Rahmen ihrer schmalen Möglichkeiten, wir Kinder haben diesen „Streß“ zwar nicht begriffen, doch geprägt hat er uns sehr. Selbst heute noch, ein halbes Jahrhundert später.

    Ein Alkoholiker ist wie Gift, für den Partner sowieso, der kann es vielleicht (?) kompensieren, doch Kinder sind dem schutzlos ausgeliefert. Ich kann mich noch gut daran erinnern, zu erst war die Mama Ziel seiner „Ausfälle/ Angriffe“, zwar alles „nur“ verbal, doch umso verletzlicher. Es wurde beleidigt, heruntergespielt, die Tatsachen verdreht, alle Anderen waren Schuld, alle waren Idioten, haben nie etwas auf die Reihe bekommen. Nur der selbstherrliche, allwissende Alkoholiker-Vater wusste Bescheid, hatte alles im Griff.. Später waren auch wir Kinder dran (wenn ich daran denke, treibt es mir die Tränen in die Augen).

    Klar es gab auch schöne Momente, sehr wenige. Alle hofften, es würde sich etwas ändern, der Vater trank weiter, es änderte sich nichts, die Wunden wurden tiefer über die Jahre.

    Vielleicht mag ich deshalb den Satz „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ nicht.

    Viele Grüße

    Hallo MI,

    prima, es geht voran. Du bist auf dem Weg der "Besserung" Zitat:" Und dann hoffen, dass der Kopf über das Herz siegt." Das ist auch so eine Abhängigkeit, zwar nicht mit dem Alkohol vergleichbar, aber ... doch ein wenig, es braucht Zeit, um sich zu lösen (gedanklich, emotional). Gib` dir ein bisschen Zeit.

    Ich tickte aus (zwar anders, aber doch - Realitätsverschiebung), wenn ich betrunken war - jetzt im Nachhinein betrachtet, waren es schon ganz heftige Aussetzer. Da hätte mir auch kein Psychologe helfen können, dann mit zunehmender Abstinenz verschwanden diese "Aussetzer" , wie durch Zauberhand (An alle Mitlesenden: Vorsicht Ironie).

    Es ist schön zu lesen, daß dir langsam die Augen aufgehen und du bemerkst, daß du permanent oder zumindest zu oft veräppelt wirst/ wurdest.

    Mal unter uns gesagt: Ich hätte mich auch verlassen, wäre ich mit mir, dem Alkoholiker zusammen gewesen!

    Einen zauberhaften Tag wünschend

    hättest du dich nicht in deiner nassen Zeit mit solchen Ansagen wie "mindestens 1 Jahr trocken" unter Druck gesetzt gefühlt? Ich meine einen Druck, der dann nichts bewirkt bzw. das Gegenteil?

    Ich komme immer mehr zu dem Schluss, dass ich da bei ihm nicht eingreifen kann. Er macht es ja sowieso wie er kann/will ... ich kann nur beobachten, in mich hinein fühlen und immer wieder überprüfen ob ich das, was da grad ist, mittragen will. Und dann bleiben oder gehen.

    Irgendwelche Ultimaten oder andere Einflussnahmen haben bisher nix genützt. Und wie soll ich ein Jahr Trockenheit überprüfen?

    Hallo Lea,

    ja, ich hätte mich unter Druck gesetzt gefühlt. Jetzt im Nachhinein, wünschte ich mir, es hätte jemand getan, zumindest versucht. Was das bewirkt hätte? ... darüber kann ich nur spekulieren. Zu viele "hätte" (Konjunktive).

    Ein Versuch wäre es wert gewesen! Ich bin der festen Überzeugung jeder Alkoholiker will eigentlich (!) aufhören zu saufen, doch er ist zu schwach, es "so einfach" zu tun, die Versuchung sich das Leben, die Situation schön zu saufen ist zu groß und zu einfach.

    Ich "versoff" erst Freundin, dann Fahrerlaubnis, dann folgte: Job weg und Totalabsturz, tägliches Saufen bis zum Anschlag bzw. zum Einschlafen, das ging fast zwei Jahre so, es ähnelte einer Psychose - ich, unfehlbar, der immer Recht hatte und in Wirklichkeit nur Mist baute bzw. erzählte. Ich der sonst immer so vernünftig, vorausschauend, gar vorsichtig war, mutierte ins Gegenteil.

    Vielleicht braucht man so ein einschneidendes Erlebnis, um sich dessen bewußt zu werden. Ein kluger Freund sagte ein Mal: Der Mensch lernt am besten durch Schmerzen. Vielleicht hat er damit Recht.

    Deiner Erkenntnis "dass ich da bei ihm nicht eingreifen kann" stimme ich voll zu. Du kannst ihm ein (!!!) Ultimatum setzen, dabei mußt du weder diskutieren, noch überprüfen. Du wirst es sowieso bemerken, wenn er lügt &/ oder weiter trinkt - dann ziehst DU die Konsequenz = fertig.

    Tu`s für dich, mit gut zureden etc.pp. hast du es sicherlich schön öfter probiert.

    Nun stell` ihn vor die Wahl: Du oder der Alkohol. Eigentlich ganz einfach, wenn auch sehr schmerzlich. Willst Du mit ihm "untergehen"? Oder dein Leben leben - ein dazwischen (mit Alk) gibt es nicht. Vielleicht solltest du dir nochmal die div. Berichte/ Dramen der vielen Co-Abhängigen durchlesen - ... willst du das?

    Wenn ich jetzt etwas zu direkt war, bitte ich nicht, um Entschuldigung.

    Tu` was! Jammern hilft nicht, verzögert aber wunderbar.

    In diesem Sinne, einen schönen Abend

    Obwohl es komischer Weise in meinem Kopf immer ankommt, ich kann es nur emotional irgendwie nicht verankern. Typisch Co abhängig denke ich mal. immer mir der Hoffnung leben, mit dem potenzial, dass im anderen steckt...

    Emotional ... genau das ist das Problem, verzeih` meine Offenheit, doch es geht hier um Alkoholismus, nicht um eine vorübergehende kleine Krise. Co-Abhängige beschönigen, verharmlosen, hoffen usw. sind soooooo emotional. Müssen sie den wirklich erst ganz böse auf die Schnau.. fallen? Bevor sie wach werden oder selbst an Alk zerbrechen, ob wohl sie gar nicht trinken?

    ... Oder eben viel trinken ... aber das habe dann nichts mit dem Alkohol als Stoff zutun, sondern mit seinem Hang, eben alle immer im Übermaß zu machen - egal ob gut oder schlecht, gesund oder ungesund. ...

    Hallo Lea,

    das sind typische Ausreden, ich war auch Mal so. Es hat immer mit allem anderen zu tun, nur NIE mit Alkohol.

    Ich wage zu behaupten, im Grunde deines Herzens bzw. Verstandes kennst du bereits die Antwort, was du machen sollst. Ich weiß ja nicht wie deine (auch finanziellen) Möglichkeiten sind ... alle Zelte abbrechen ... wenn`s schief geht, nach bereits 10 Jahren up and down?

    Wenn ich jetzt mal böse denken würde, würde ich denken: oh` schon wieder ein neuer Vorschlag, um den Nichttrinkenden zu bezirzen und meinen Konsum zu vertuschen. Ich, böse denkender Mensch, würde eine klare Ansage machen: keinen Alk mehr, mindestens 1 Jahr (für den Anfang) und dann weitersehen. Wenn er nach Thailand oder sonst wohin geht, nimmt er sein Problem mit. Was verändert ein Ortswechsel???

    Ich war auch längere Zeit in Thailand, Spanien, Griechenland als Tauchlehrer, natürlich in oder nahe touristischer "Einrichtungen" und ich brauche dir ja nicht zu erzählen, wie locker da mit Alk umgegangen wird.

    Vertraue deinem Verstand und lasse mal (auch wenn`s schwer fällt) das Gefühl weg und denke ganz in Ruhe nach.

    Viele Grüße

    P.S. Ich bin seit erst >1 Jahr trocken, nach 25 Jahren up and down.

    Hallo zusammen, so viel passiert, auf und ab. Wie geht es euch?

    Was meint ihr? Wenn er sagt: an dem Tag wollte ich einfach trinken. Auch wenn ich verstehen kann, dass es an dem Tag besonders schwierig war. Ist er sich dann bewusst, schon vorher, was er bezweckt und plant? Oder sagt er nur im Nachhinein, dass er gar nicht unbewusst schwach war sondern ....

    Ich sage ja, ein Alkoholiker weiß sehr genau was er sagt.

    Er versucht sich/ seine Sucht mit allen Mitteln zu schützen, notfalls wird gelogen, betrogen.

    Ich vergleiche es mit einer Psychose, es ist eine Art Realitätsverschiebung.

    So hart es klingt, so hart ist es auch: wenn der Alkoholiker nicht von sich aus (!!!), freiwillig mit dem Saufen aufhört, haben Dritte keine Chance. Absolut keine!

    Sie können Schönreden, Verzögern, es leugnen, doch verändern wird sich nichts. Manche scheinen sich im Leid zu gefallen und hoffen, das wird auch schon irgendwie anders gelingen. Doch das tut es nicht, nach einigen (kurzen) trockenen Momenten blüht die Hoffnung auf bis zum nächsten Absturz, die Abwärtsspirale des Co-Abhängigen beginnt.

    Vielleicht hingt der Vergleich mit dem offenen Feuer im eigenen Haus … doch entweder lösche ich das Feuer, bringe es aus dem Haus oder Verlasse das Haus, um mich zu schützen.

    Gefühle, Emotionen etc. hin oder her, das Problem bleibt.

    Frohe Weihnachten, ein Ex-Säufer

    Hallo Hartmut,

    es stimmt, daß man allein mit Ironie nicht weiterkommt, doch kann sie ein guter "Augenöffner" sein, provoziert im günstigsten Fall einen A-ha-Effekt, Zweifel des eigenen Vorhabens, schließlich sind wir alle schon fast erwachsen.

    Einige erfahrene Abstinenzler erheben (auch hier) sehr gern den Zeigefinger, dem Absolutismus gleichkommend, das verstört und setzt gerade den "Neu-Abstinenten" unter erhöhten Druck. Und genau Druck will man doch vermeiden, Einsicht, Erkenntnis ist doch das Ziel.

    Drum verbot ich mir auch nie Alkohol zu trinken, ich gestattete es mir ... sogar mit Stolz (keinen zu trinken). (Auto)suggestion ist ein nicht zu unterschätzendes Mittel und funktioniert sogar, wenn man es nur will und es auch begreift. Ähnlich wie beim Umgang mit Kindern ...

    oder beim Weihnachtsstreß ...

    Grüße ;o)

    Hallo Veru,

    das klingt nach einem sehr interessanten Experiment in Sachen Konsumvermeidung, Respekt, daß du dir das nach ca. 4 Wochen zutraust.

    Ich bin etwas gespannt, wie dieses ausgehen wird.

    Was passierte mit den "paar gekühlten Bierchen" mit denen dich deine Frau überraschte?

    Gutes Gelingen & viele Grüße

    Hallo Veru,

    ja, das kenne ich sehr gut!!! Gerade im Supermarkt wird man regelrecht von Alkohol umzingelt und es fällt schwer, sehr schwer ...

    Auch im Fernsehen wird recht viel konsumiert. Auch ich hatte Anfangs so meine (argen) Probleme, da zu widerstehen. Es war fast wie ein Spießrutenlauf, doch Woche für Woche ließ es allmählich nach. Bei mir dauerte es mindestens 4 ... 8 Wochen bis es erträglicher wurde. Selbst heute (nach einem Jahr) ertappe ich mich noch hin und wieder, daß mir die Gedanken entgleiten wollen.

    Doch eines weiß ich, ich muß nichts trinken, ich könnte - will aber nicht, ich will nicht so enden, wie die "Penner" vor`m Supermarkt/ Kiosk ... das gibt mir Kraft.

    Schreibe wenn und so oft Du willst, lass es raus. dafür ist so ein Forum da/ Gedankenaustausch.

    Viele Grüße

    Ich habe noch eine Frage zur Sucht. Und zwar kenne ich einge Leute die regelmäßig Alkohol trinken, z.B zum Abendessen immer 1 Flasche Wein oder Leute die von Freitag bis Sonntag sehr viel trinken und unter Woche täglich ein Bier. Diese Leute legen dann z.B.zur Fastenzeit immer eine Trinkpause ein und trinken 4 Wochen keinen Tropfen. Die bekommen aber keine Entzugserscheinungen. Liegt das dann an der Psyche oder wieso werden manchen abhängig und manche nicht?

    Diese Frage wird dir wohl keiner beantworten können, spekulieren bleibt jedem selbst überlassen.

    Ich trank in den letzten 2 Jahren meines Alkoholismus täglich sehr viel (+/- mindesten 1/2 Flasche Schnaps und/ oder mehrere Liter Bier, meist bis nichts mehr ging oder ich einfach einschlief). Als ich dann aufhörte ( kalter Entzug - bitte NICHT NACHMACHEN !!!) , hatte ich keine nennenswerten körperlichen Entzugserscheinungen, vielleicht zittrige Hände (?). Bis ich den Wunsch Alkohol trinken zu wollen (!) loswurde, vergingen schon einige Wochen. Das "Verlangen" wurde immer schwächer. Sicherlich half, das ich mir einredete: Die Sucht ist (nur) im Kopf. Ich kann nur von mir berichten. Wille soll bekanntlich Berge versetzen. ähnlich auch Glaube, doch da sind wir wieder im Reich der Spekulationen...

    Es wäre sicherlich interessant, wie es anderen, nun Trocken erging.

    Viele Grüße

    Was ist das? Du meinst wohl, dass jeder, der es wagt, Deinen Weg zu kritisieren, ein was auch für immer Besserwisser ist? Mit so einer Einstellung wird es schwer für Dich. Schau doch lieber mal, was die langjährig Abstinenten denn gemacht haben, damit sie so lange abstinent geblieben sind. Da wirst Du hier im Forumn reichlich fündig.

    Ist üble und höhnische Nazi-Sprache. Steht am Eingangstor des KZs Buchenwald. Ich verwende so eine Floskel nicht.

    Tach` Carl Friedrich,

    ist das nicht eine sehr eigene Interpretation, die mit dem Geschriebenen von Welsh überhaupt nichts zu tun haben?

    Tag 165

    ich habe gedacht „ die sind ja Päbstlicher als der Pabst „ ( also Ihr)

    Ich bin schließlich noch am Leben und will weiterhin am Leben teilnehmen.

    Ich habe keinen Suchtdruck.

    Hallo Welsh-Dragon,

    Du scheinst zu den Glücklichen zugehören, die weder Suchtdruck noch dieses "triggern" verspüren. Mir geht es ähnlich, nach den ersten alkfreien Wochen "triggerte" mich auch nichts mehr, Saufdruck kenne ich auch nicht.

    Doch ich erlebe viele Menschen, die diese "Eigenschaften" eben nicht haben, die Weihnachten, Urlaub ... Entspannung etc. eben immer noch mit Alkohol verbinden und das "Hirn" ihnen vorgaukelt, es gehöre dazu, ohne dem ginge es nicht.

    Ist es Schwäche (falls ja, woraus resultiert diese?) oder ist die über Jahre lang antrainierte und durch die Gesellschaft vorgelebte "Normalität" , daß es einfach dazugehöre Alkohol zu konsumieren, in gewisser Weise dem pawlowschen Effekt geschuldet?

    Hat es was mit Vernunft zu tun oder gar mit Gefühl/ Angst?

    Einen fröhlichen 4. Advent wünschend!

    Hallo Tina,

    dein Mann/ Partner ist Alkoholiker. Und Alkoholiker beschönigen immer, leugnen, spielen herunter. Ein Alkoholiker ist nie an seinem Verhalten schuld, es sind immer die Anderen.

    Wenn ein Süchtiger es selbst nicht will, hast du keine Chance!!!

    Um Hilfe anzunehmen, bedarf es (meist) eines sehr gravierendes Erlebnisses. Nur gut zureden hilft nicht! Das muß dir klar werden, du kannst es öfter probieren, doch wie oft willst du es noch probieren?

    Dich demütigen lassen, ihm den Dreck hinterherräumen?

    Verzeih` meine Offenheit/ Direktheit, doch ich weiß sehr genau, wovon ich rede. Ich schaffte die Kurve, kurz bevor es zu spät war, doch nur weil ich es wollte.

    Du weißt am besten, wie schlimm es ist. Sich selbst zu belügen, hilft auch nicht. Sage ihm klipp und klar, was du willst und handle danach, sonst macht auch du dich fertig.

    Trau Dich.

    Viele Grüße, ein trockener Alkoholiker

    Meine Tochter wünscht sich natürlich dass wir alle beisammen sind aber wenn sie sich entscheiden müsste dann sind Oma, Opa und Tante wichtiger für sie weil sie natürlich weiss dass es mit Papa oft im Streit wegen Alkohol endet. Die Beziehung zwischen Tochter und Vater ist übrigens bei weitem nicht so innig wie zu mir oder zu ihren Großeltern . Aber ich weiss dass sie trotzdem traurig wäre wenn er alleine zu Hause ist. Vielleicht reisst er sich ihr zuleibe zusammen

    P.S. Ich war selbst Kind eines Alkoholikers, ich hätte genau so entschieden! Meine Eltern (Vater-Alkoholiker) trennten sich erst nach 24 Jahren, so lange ertrug und leidete die Mama. Die Kinder ( ich & meine Schwester, beide nun 50+) haben einen ordentlichen Knacks mitbekommen.

    Hallo JuSe,

    ich kann deinen Mann sehr gut verstehen. Ich gehe mal davon aus, er will weg vom Alkohol … wenn er dann zur Party geht und will oder darf nicht trinken, wäre es für ihn eine Torture/ Folter. Lässt man ihn allein zu Haus wäre es eine andere Qual – allein, wenn alle feiern, ausgeschlossen. Vorausgesetzt, er entschied sich (wirklich) für den trockenen Weg, wäre es doch eine große Hilfe (für ihn, sofern du das willst), wenn Du bei ihm bliebest in dieser schwierigen Situation. Feiern hin oder her, Was willst Du? Deinen Mann unterstützen, ihn behalten oder feiern gehen?

    Ja klar, sicher kannst du dir nie sein, versuchen kannst du es aber. Kurzum, das kann nur jeder für sich selbst entscheiden … wenn er dann weiter trinkt (nach Silvester), hast du es wenigstens probiert … ist es das wert?

    Versuche doch erst ein Mal herauszubekommen, ob es bei ihm wirklich „klick“ machte und er wirklich keinen (!) Alkohol mehr trink, ob es ihm erst ist, wirklich erst.

    Viele Co-Abhängige neigen dazu, es am Anfang zu verharmlosen, dann, wenn der Alkoholismus (das Weitersaufen) nicht mehr zu leugnen ist und es immer schlimmer wird (dafür gibt es auch hier genügend sehr traurige Beispiele) und die Familie nicht mehr zu retten ist bzw. die Einsicht aufhören zu wollen, sich im Alkoholnebel verflüchtigte, ist das Geschrei groß und die Hilflosigkeit ebenso. Dann hilft in der Regel nur eine Trennung – gerade zum Schutz der Kinder (!!!) und zu Selbstschutz,

    Alkoholsucht ist eben keine vorübergehende Krankheit, wie Grippe.

    Ich hoffe ich war nicht zu unfreundlich-direkt.