Beiträge von Lanananana

    Die größte Hilfe für deinen Partner und für Dich ist, wenn Du Dich um Dich selbst kümmerst. Ihm kannst Du nicht helfen. Er muss sich da ganz alleine rausholen - wenn er will. Aber Du kannst versuchen herauszufinden, warum du in einer für Dich nicht befriedigenden Beziehung ausharrst und warum, er Dir so schwer fällt loszulassen. Es gibt kein „im Idealfall reagieren“. Aber jeder hat seine eigenen Gründe zu handeln. Es ist gut sich damit auseinanderzusetzen und zu versuchen, sich besser zu verstehen. Und sich zu fragen, lebe ich das Leben, das ich mir für mich gewünscht habe …

    Weil ich die schwierige Situation mit der Mutter sehr gut aus meinem eigenen Leben kenne und selbst schon wirklich lange und intensiv daran arbeite, möchte ich dich noch auf Innere-Kind-Arbeit und Traumasensible Ansätze aufmersam machen. Das hat mir sehr geholfen. Liebe Grüße.

    Sie kann noch nicht reflektieren, wie sehr sie die Situation belastet - und das tut sie - auch wenn du denkst, für sie ist noch alles ok. Sage ich als Tochter eines Alkoholikers, deren Mutter immer sagt, ich wollte dir das zu Hause nicht wegnehmen. Wenn du wegen ihr bleibst: das hilft ihr das aus meiner Sicht nicht.

    Wir waren schonmal im November getrennt. Und da hat er sich tatsächlich nochmal in eine Entgiftung begeben und für einen Therapieplatz gekämpft. (Er hatte schon mehrere Anläufe bevor ich ihn kennengelernt habe.) Ich hab geglaubt, dass das das Zeichen ist, dass er nicht nur verstanden hat, dass er ein Problem hat, sondern dass er es auch endlich lösen will. Ich habe ihm gesagt, dass ich endgültig gehe, wenn er wieder anfängt zu trinken. Rückblickend bin ich mir ehrlich gesagt nicht mehr sicher, ob er mich (und die Therapeuten) nicht schon während der Therapie belogen hat. Als ich erkannt habe, dass er wieder trinkt, ist eine Welt für mich zusammengebrochen. Aber mir war klar, dass ich mit untergehe, wenn ich bleibe.

    Mein Vater hat sich totgesoffen und unsere ganze Familie hat so sehr gelitten.

    Wie viel Energie ich während der Beziehung zu meinem trinkenden Ex verloren habe und wie sehr ich mich selbst verloren hatte, merke ich erst jetzt in vollem Umfang.

    Ich weine und fühle mich sehr verloren und auch dumm.

    Aber du bist stark und hast dich gerettet. Ich finde auch, du kannst stolz auf dich sein!

    Es wird besser. Vertrau darauf. Es ist ok traurig zu sein, nicht zu verstehen, warum sich jemand kaputt säuft, zu erkennen, dass Liebe doch nicht alle Hindernisse überwinden kann …

    Ich bin seit Ostern getrennt - ebenfalls nach einem unendlich kräftezehrenden Hin und Her. Und ich bin inzwischen so froh aus diesem nassen Karussell raus zu sein!

    Dein Therapeut hat es ganz gut auf den Punkt gebracht, wie ich finde: "co-abhängig bis in den Tod." Du wirst von ihr keinen Zuspruch/keine Hilfe erwarten können - sie hat die ganze Zeit seinen Konsum runtergespielt. Und das Theater ausgehalten bis zum Ende. Nun ist er tot. Wenn sie jetzt ihre "Sichtweise" ändern würde, wird für sie ja alles nur noch schlimmer. Schlimm finde ich, dass sie dir die Schuld gibt. Aber du weisst ja, dass das Quatsch ist. Vielleicht rückt die Zeit das gerade und ihr sprecht irgendwann nicht mehr darüber. Den Kontakt zu minimieren halte ich in jedem Fall für eine gute Idee.

    Meine Mutter hat übrigens - obwohl mein Vater nachweislich am Alkohol verstorben ist - allen Freunden und Verwandten erzählt, dass er einen Herzinfarkt hatte. Sie war der Meinung, die Wahrheit geht niemanden was an. Die würde nur ihr und seinem Ansehen schaden. Ich weiss nicht, ob Dir das hilft. Aber ich fühle mit Dir!

    Warum möchtest du nach Hause, wenn es dort so belastend ist? Was macht dich so sicher, dass du wirklich für Dich selbst nach Hause willst? Und aus welchem Grund? Ich frag so konkret nach, weil ich das Gefühl, das du beschreibst von mir gut kenne. Also das Gefühl schon vorher total fertig zu sein, mich fast schon krank zu fühlen, wenn ich meine Mutter besuchen fahre. Aber ich habe irgendwann rausgefunden, dass ich mich echt besser fühle, wenn ich nicht hinfahre. Und das ich vor allem hinfahre, um nicht von ihr oder Familie und Freunden verurteilt zu werden. Natürlich habe ich auch lange gedacht, ich fahre auch hin, weil ich will - aber eigentlich hat mich nur die Hoffnung angetrieben, dass es irgendwann endlich so wird, wie ich es mir gewünscht habe (völlig aussichtslos). Das muss nicht so sein bei Dir - versteh mich nicht falsch. Du hast da vermutlich ausführlich mit deinen Betreuern drüber gesprochen. Es interessiert mich nur zu erfahren, warum du trotz allem gern hin möchtest und woran du das erkennst.

    Liebe Grüße!

    Ein nasser Alkoholiker ist keine „intakte Familie“ für ein Kind. Hier schreiben so viele, ihre Kinder würden ihren Vater nicht besoffen sehen und deshalb würden sie das Problem ja auch nicht so mitbekommen aber der Einfluß auf die Kinderpsyche ist viel subtiler. Ich verstehe, deine Sorge vor einem Neubeginn aber wenn dein Mann nicht aufhören will zu trinken, ist das aus meiner Sicht das Beste für dich und dein Kind.

    War gerade selbst überrascht, wie viel Zeit vergangen ist seit meinem letzten Eintrag. Es ist ruhiger gewesen in den vergangenen Monaten und das hat mir so unglaublich gut getan. Ja, ich war sehr viel alleine. Aber ich hatte es in der Hand, das beste aus meiner Zeit zu machen. Und das ist mir echt oft gelungen.

    Vor einer Woche kam sie dann - die große Prüfung: Mein Ex hat mir geschrieben, ob wir einen Kaffee trinken gehen können - er würde sich darüber sehr freuen. Und kurz war ich echt aufgewühlt, beinahe weich und hab mich gefragt, wie ich "richtig" reagiere. Ja, im ersten Moment habe ich tatsächlich genau darüber nachgedacht.

    Altes Denken - ich will ja grundsätzlich niemanden verletzen. Ihn auf jeden Fall unterstützen. Fair sein. Helfen. Ein guter Mensch etcpp. Unterschwellig war da sicher auch die Hoffnung, dass er die vergangenen Monate genutzt hat, um an sich bzw. seiner Sucht zu arbeiten. Aber schnell hat sich "das neue Denken" gemeldet: kein falsches Mitleiden! Keine falsche Hoffnung! Bei mir bleiben!! Was wäre denn eigentlich jetzt gut für mich?

    Und tatsächlich ist mir so die für mich wichtigste Frage eingefallen und die habe ich gestellt: "Trinkst Du noch?" Und leider ... bzw. zum Glück hat sich dann die Aufregung in mir schnell wieder gelegt. Sein "ja" hat mir deutlich den Weg gewiesen. Wir haben uns nicht getroffen und ich hab mich auch nicht weiter auf einen Dialog eingelassen.

    Es ist traurig und wirklich nicht zu verstehen, dass er sich selbst zerstört, dass der Alkohol ihn so dominiert, obwohl er schon seit Jahren sagt, dass er aufhören will ... aber er ist immer noch nicht so weit und ich kann das nicht stoppen!

    Es ist mir gelungen bei mir zu bleiben und darüber bin ich wirklich unglaublich froh!

    Ich mag mich wirklich gerne und dachte auch ich hab genug Selbstwertgefühl

    Das habe ich von mir auch lange gedacht - aber ehrlich gesagt ist das vermutlich nicht wirklich so, wenn man sich so in eine süchtige Partnerschaft verstrickt, dass man sich mehr oder minder selbst verliert. Irgendwo ist eine tiefe Verletzung, die nicht richtig geheilt ist. In meinem Fall eine mit Wurzeln bis in die Kindheit - von der ich geglaubt habe, dass ich sie lange überwunden habe.

    Wenn es so wäre bzw. ist, wie ihr sagt Twizzler und Zitrone , reicht es aus meiner Sicht für den Co nicht, sich in Aktivitäten zu stürzen und zu glauben irgendwann ist dann alles wieder gut.

    Ich muss jeden jeden Tag ohne schaffen und die Leere füllen mit Sport oder Freundinnen und und und. Irgendwann braucht man die Droge nicht mehr.

    Stattdessen müsste bzw. muss der Co ebenso wie der Trinker - mit ggfs. professioneller Hilfe - versuchen herauszufinden, warum er da reingeraten ist , warum er sich leer fühlt und warum es so schwer scheint, wieder rauszukommen.

    Ich frag mich, tut er das, damit ich Ruhe halte? Er trinkt danach ja immer weiter. Gestern hab ich all seine Sachen aus meiner Wohnung. Leider hat er eine Wohnung unter meiner. Ich will jetzt konsequent bleiben. Ein Leben mit der Sucht geht für mich nicht. Nur geht es mir einfach nur schlecht, weil ich es nicht verstehe.

    Liebe Annett, das habe ich mich in Bezug auf meinen Ex-Freund auch lange gefragt. Er hat in seinem Leben ebenfalls mehrere Therapien gemacht und immer wieder angefangen zu trinken. Ich hab auch versucht ihn zu verstehen. Sein Verhalten. Sein Problem. All meine Gedanken haben sich - ohne dass ich das selbst gemerkt habe - immer darum gedreht, was ich (für ihn) tun kann, damit am Ende doch alles gut wird. Für ihn. Für mich. Für uns. Und daran bin ich wirklich fast zerbrochen. Obwohl auch ich vom Kopf her klar hatte, dass ich auf keinen Fall eine Beziehung mit einem nassen Alkoholiker will. Mein Vater hat sich nämlich ins Grab getrunken und das möchte ich nicht nochmal mitansehen.

    Was hat mir also geholfen? Ich habe angefangen andere Fragen zu stellen und den Fokus auf mich zu setzen. Warum versuche ich diesen Mann zu retten, als wäre es der einzige, mit dem ich glücklich werden kann, wenn ich nur hart genug kämpfe. Warum behandel ich mich selbst so schlecht … warum komme ich für mich nie an erster Stelle. Welches Wertesystem steckt hinter meinem Verhalten - und wo habe ich das her? Warum tue ICH das alles … und vor allem immer wieder … und irgendwie hat mir dieser Perspektivenwechsel geholfen, mich endlich mit voller Energie um meine ureigenen Baustellen zu kümmern.

    Vielleicht ist dieser Perspektiv und Fragenwechsel für Dich auch hilfreich. Ansonsten lasse ich zumindest einen Gruß da. Ich weiß, es ist nicht leicht. Mein Ex ist auch mein Nachbar.

    Er hat keine Wohnung und seit 1 Woche hat er mich überall blockiert und es gibt keine Kommunikation mehr. Ein Satz er möchte nichts mehr mit mir zutun haben.

    Ich verstehe den Schreck im ersten Moment aber ich finde Barthell hat es gut auf den Punkt gebracht.

    du solltest nicht das Gefühl haben ihn verloren zu haben sondern eher "dich selbst gewonnen zu haben"

    Und ich finde auch Barthells Sorge berechtigt, dass er irgendwann wieder vor deiner Türe stehen wird. Hüte dich davor dann wieder aufzumachen!

    Viel Kraft und alles Liebe für einen neuen hoffentlich glücklicheren Lebensabschnitt.