Beiträge von Lanananana

    Vielen Dank für Deine Reaktion und die sehr treffenden Bilder! Blume52 . Das hilft mir: Erstmal weiter über den Rummel streifen und schauen, was es sonst noch so gibt und nicht wieder dizzy aus dem Karussell taumeln und mich wundern, warum mir schon wieder schlecht ist. Damit kann ich beim nächsten Notfall arbeiten. Und ich hoffe, mein Streifzug vorbei anbandelten Buden erhöht auch seine Chancen aufzuwachen und ebenfalls wieder festen Boden unter den Füßen zu gewinnen.

    Ich brauche nochmal Unterstützung. Zwei Tage war jetzt Ruhe. Ich bin so erleichtert gewesen. Hab mir jeden Gedanken an gestern und morgen verboten und einfach nur genossen, mich um mich selbst zu kümmern und zur Ruhe zu kommen. In der Nacht hat er mir nun wieder eine Reihe Nachrichten geschickt. Nachrichten, die mich so unglaublich traurig machen.

    Er klagt, dass es ihm so unglaublich schlecht geht, weil er nun ganz alleine durch den Entzug muss und ob ich nun nicht mal mehr auf ihn reagiere. Letzteres macht mir echt schwer zu schaffen. Einerseits weiß ich, dass es nichts bringt, jetzt wieder in Kontakt zu treten, weil es die Situation schon so oft gab: Er versucht aufzuhören, ich schöpfe neue Hoffnung, er lässt sich wieder hängen und stürzt ab, er wird bockig und sagt, er sei eben noch nicht soweit und nach einer Weile fleht er mich dann wieder an, ihn nicht allein zu lassen, ihm zu helfen … Andererseits trifft er mit „Du lässt mich alleine/im Stich, redest du nun gar nicht mehr mit mir, warum reagierst du nicht“ mitten in mein Herz.

    Vielleicht findet ihr das unverständlich aber ich kann das wirklich kaum aushalten. Obwohl ich so oft die Erfahrung gemacht habe, dass mit einer Reaktion meinerseits - und sei sie noch so vorsichtig und zurückhaltend - früher oder später mit großer Sicherheit alles wieder von vorne beginnt. Warum sollte es diesmal anders sein.

    Mein Verstand sagt: „Da muss er jetzt alleine durch … und du auch - denk endlich zuerst an dich“. Gefühlsmäßig stresst und triggert mich sein Klagen und Flehen aber so unbeschreiblich. Ich will niemanden im Stich lassen!!! Und tatsächlich ist er ist doch krank. Wie schlimm, wenn ich mich dann umdrehe und sage: „nicht mein Problem“ … Ich würde mich freuen, wenn ihr mir nochmal helft, mit anderen/euren Augen auf die Situation zu schauen. Ich will es diesmal unbedingt besser machen als alleine anderen Male. Ich will keine neue Runde im Abhängigen-Karussell - aber ich will auch nicht unmenschlich, kalt und gemein werden.

    Dante Er hat das schon verstanden. Deshalb dreht er betrunken ja auch so durch.

    Aber du triffst einen wunden Punkt in mir: Es tut mir unglaublich weh, dass er sich sein Leben mit dem Scheiss-Alk so versaut und dass ich ihm nicht helfen konnte. Und natürlich hab ich das Gefühl ich lasse ihn im Stich. Es ist ja nicht so, dass sich Gefühle ausknipsen lassen. Ich zumindest kann das nicht. Trotzdem ist mir vollkommen klar, dass wir da so nicht rauskommen, weil er noch nicht soweit ist und tiefer drin steckt als ich mir das je hätte vorstellen können. Ich weiß nicht, was ihn so blockiert und ob er es jemals wirklich schaffen will und wird aber ich weiß, dass ich dieses Auf und Ab nicht länger ertrage und dass es am Ende auch ihm nicht hilft. Das haben wir jetzt wirklich oft genug versucht. Ich wünschte nur, er könnte sich beruhigen ohne dass ich nochmal Hilfe rufen muss. Das war wirklich schrecklich. Ich fühl mich so hilflos, wenn er durchdreht.

    achelias Danke für deine Antwort. Ja, das hab ich inzwischen auch verstanden, dass ich mich selbst retten muss und mich viel zu tief in seine Suchtmuster hab mit reinziehen lassen. Ich hab auch verstanden, dass ich mich in der Vergangenheit co-abhängig verhalten habe - ohne das zu wollen. Das macht es vermutlich umso schwerer gerade. Es tut gut, nochmal aus der anderen Perspektive/der des trockenen Alkohlikers gespiegelt zu bekommen, dass ich keine Chance habe, dass der Alkohol ihm den Kopf so vernebelt, dass er nicht mehr er selbst ist und dass es ok ist, mich zu verabschieden -dass ich ihn nicht hängenlasse. Danke! Ich hoffe, er schafft es - er versteht mich irgendwann und hört vor allem auf, mich so zu belagern und zu terrorisieren. :cry:

    Danke Marie für deine Antwort und Entschuldigung, dass ich offenbar (noch) nicht verstehe, wie hier das Antworten auf Nachrichten geht.

    In der Vergangenheit habe ich bereits einmal die Polizei gerufen, weil er so randaliert und sich mit meinem Nachbarn fast geprügelt hat und ich solche Angst hatte.

    Das rächt sich jetzt: „Ruf doch wieder die Polizei“hat er gestern Abend gesagt. Es erschreckt ihn nicht. Und ich fand es ganz ganz furchtbar. Peinlich und so traurig für uns beide. Ich tu mich so schwer, diesen Schritt nochmal zu gehen. Ich verstehe nicht, wie man so unglaublich die Kontrolle verlieren kann.

    Ja, die Vorwürfe - so irre sie auch sind - tun unglaublich weh … vermutlich gerade deshalb. Aber ich weiß tatsächlich nicht was ich tun soll, damit der tägliche Terror aufhört, damit er akzeptiert, dass alles gesagt ist. Ich hatte ganz klar kommuniziert, dass es so nicht für mich weitergeht und dass ich bei aller Liebe aus der Beziehung aussteigen werde, wenn er sich nicht darum bemüht, sein Leben zu sortieren und sich ernsthaft mit seiner Sucht auseinanderzusetzen. Und ich weiß auch, dass es so nicht weitergehen kann. Aber er respektiert das nicht. Zumindest nicht, wenn er alkoholisiert ist. Nüchtern schon. Aber das ist er aktuell eigentlich nie. Leider wohnen wir sehr nah beieinander. Deshalb belagert er mich regelrecht. Und stark alkoholisiert ist er wie von Sinnen und kaum wiederzuerkennen und hat Null Respekt, wenn ich sage, dass er mich bitte endlich in Ruhe lassen soll. Vermutlich hat er totale Panik und das tut mir leid aber ich kann ihm offenbar leider nicht helfen. Was mache ich nur, damit er die Trennung akzeptiert?

    Mein alkoholkranker Freund akzeptiert nicht, dass ich die Beziehung so nicht weiterführen möchte. Ich bin total erschöpft, gestresst und unfassbar traurig.  


    Wenn er halbwegs nüchtern ist, versteht er, dass er ein dickes Problem hat. Aber das ändert sich, sobald sein Pegel steigt: Wenn er nicht so arg betrunken ist, bettelt und fleht er, dass er es alleine nicht schafft - wenn er sehr betrunken ist, wird er unbeschreiblich fies, unterstellt mir Affären und Lügen, ruft ununterbrochen an, klingelt, tritt gegen die Haustüre, schreibt unzählige gemeine Nachrichten, stellt sich vor mein Küchenfenster und stalked in die Wohnung … Es ist als wäre er drei: ein wundervoller Mann (nüchtern), ein Kleinkind, das um Hilfe schreit (wenig betrunken), ein durchgedrehter Agressor, der mir Angst macht ( sehr betrunken) … 


    Seit über einem Jahr verspricht er, dass er eine Therapie macht. Dass er einsieht, dass es so nicht weitergeht. Dass er alles tun will, um zurück in die innere Mitte zu kommen. Anfangs hab ich wirklich geglaubt, er meint das ernst und ich kann ihn unterstützen … zwischendurch bewegt er sich auch, geht zum Arzt, zum Blauen Kreuz, in eine Selbsthilfegruppe, trinkt ein paar Tage nicht … ich bin dann voller Hoffnung - aber er zieht nicht durch … Er zieht nichts von allem durch … Nie. Er sei einfach noch nicht so weit, hat er zuletzt gesagt und da habe ich gemerkt, dass mein Akku leer ist und das vermutlich für immer so weiter geht, wenn nicht endlich aussteige. Ich kann einfach nicht mehr. Jeder Absturz von ihm ist auch ein Absturz für mich. Und es geht immer mehr an die Substanz. Ich hab ihm versucht, das zu erklären. Zuerst hat er toll reagiert. Ein paar Stunden und Promille später hat dann der Terror wieder eingesetzt. Ich hab Angst, ich komm da nicht raus. Er will nicht loslassen und ich hab ganz offensichtlich Probleme, mich konsequent und überzeugend abzugrenzen. Vielleicht habt ihr einen Rat?