Liebe Andrea,
herzlich willkommen im Forum, schön, dass du her gefunden hast. Ich kann mich sehr gut in deine Situation einfühlen. Mein Ex hat auch sehr unregelmäßig aber dafür unkontrolliert sehr viel getrunken. Bis er vom Stuhl gefallen ist. Er kam manchmal gar nicht heim, weil er zum Glück vom Fahren abgehalten wurde und auswärts übernachtet hat. Dieses wach liegen und hören wann er kommt und in welchem Zustand. Grauenvoll! Klar war es nicht jeden Abend, aber irgendwann ging es wieder los. Die ganze Anspannung und Ungewissheit hat mich so viel Kraft gekostet.
Zuerst habe ich ihn ausquartiert und er durfte nicht mehr im Bett schlafen, wenn er Alkohol getrunken hat. Dann habe ich ihn dauerhaft aus dem Schlafzimmer verbannt, einfach weil ich viel mehr Ruhe hatte und nicht abends gewartet habe ob er kommt oder nicht. Wir haben Kinder und dann hat er eine Grenze überschritten (mit Kind betrunken Auto gefahren) seitdem ging es in der Beziehung schnell bergab, obwohl er "gezwungenermaßen" aufgehört hat zu trinken. Ziemlich schnell hat er die Suchtberatungstermine vergessen, hatte einen "Rückfall" aber prinzipiell nichts an der Gesamtsituation geändert. Er habe ein Problem...aber Alkoholiker, so sieht er sich nicht.
Ich habe dann das Forum gefunden, bin zur Suchtberatung für Angehörige und habe begonnen auf mich zu schauen. Meine Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu stellen. Es kam auch der Vorschlag einer getrennten Wohnung. Daran hatte ich wegen der Kinder und den Kosten gar nicht gedacht. Habe dann trotzdem gesucht und schnell was passendes gefunden. Ich fühle mich so frei und unbeschwert in der Wohnung, das Gefühl hatte ich schon fast verloren. Ich spüre meine Grenzen wieder und übe nun konsequent mich an erster Stelle zu setzen. Du kannst an ihm nichts verändern (außer er ist aus freien Stücken dazu bereit), aber du für dich, darfst dein Leben so gestalten, wie es für dich passt.
Ich habe mich gegen den Alkohol entschieden er dafür. Also blieben nur getrennte Wege.
LG,
Anni