habe ich mir vor dem Start in die Abstinenz sehr genau überlegt, wem gegenüber ich die Alki-Schublade öffne
Ich habe die so richtig aufgerissen. Bzw. sie wurde auch durch meinen Jüngsten aufgerissen. Der erzählte, dass der Papa zu den AAs geht. In der Schule, im Verein.
Ich habe meinen früheren "Freunden" erzählt, dass ich nur etwas mit ihnen unternehmen, wenn Alkohol nicht im Mittelpunkt steht. Sie wollten sich dann melden. Leider sind sie eben auch alle starke Trinker. Will ja keine Diagnose (Alkoholiker) stellen.
Habe das dumpfe Gefühl, da meldet sich keiner mehr. Ist nämlich jetzt 4 1/2 Jahre her. 
Aber ich vermisse nichts. Mir ist aufgefallen, dass wir gar keine richtige Freundschaft hatten. Wir sind alle nur trinken gegangen. Wenn ich zufällig einen treffe, wissen wir nichts zu reden. Bzw. sie wollen auch gar nichts von mir wissen. Es ist ihnen unangenehm. Halte ich ihnen doch, ob ich will oder nicht den Spiegel vor.
Dafür habe ich gleich zu beginn unheimlich viel neue Menschen kennen gelernt. Hier und in meiner realen SHG. Bin eigentlich nicht so der Kennen-Lerner. Aber es war mir wichtig Menschen zu finden, die mich verstehen. Und das habe ich.
Eigentlich heißt es, am Anfang langsam machen.
Aber mein Hirn hat nicht langsam gemacht. Es war "von der Leine gelassen".
Nachts ging es rund beim Einschlafen. Probleme wollten gelöst werden. Wegsaufen ging ja nicht mehr.
Gegengesteuert habe ich übrigens auch z. B. mit Meditation. Habe ich schon vor 30 Jahren angefangen. Nur meditiert es sich mit Promille nicht sehr gut. Jetzt geht es immer und zu jeder Zeit.
Also, ich bremse jetzt mal und gebe Dir den Rat, den ich auch bekommen habe.
Die drei G Regel. Geduld, Geduld, Geduld.
Ganz viel ergibt sich von selbst. Alles rutscht wie von selbst irgendwann an seinen Platz.
Bald kommt die Normalität zurück. Aber eine bessere Normalität.
Gefühle zulassen, aber nicht festhalten. Das Hirn muss halt machen.