Beiträge von Alex_aufdemweg

    den Teufel 3 jahre besiegt

    Ich sehe das genauso wie Carl Friedrich . Mir ist das auch sofort aufgefallen.

    Das liest sich für mich definitiv nach Kampf. Du personifizierst Alkohol und bekämpfst ihn.

    Sollte ich den Satz falsch lesen, bitte berichtigen. Eine SHG ist auch dazu da um auf Dinge hinzuweisen.

    Wenn Du kapitulierst gibt es keinen Teufel zu bekämpfen. Es geht ja darum in Zufriedenheit zu leben. Was Alkohol angeht entspannt. Gibt noch genug andere Schwierigkeiten im Leben die Energie fordern.

    Meinen Glückwunsch zum dritten Jahr. 🍀

    habe ich mir vor dem Start in die Abstinenz sehr genau überlegt, wem gegenüber ich die Alki-Schublade öffne

    Ich habe die so richtig aufgerissen. Bzw. sie wurde auch durch meinen Jüngsten aufgerissen. Der erzählte, dass der Papa zu den AAs geht. In der Schule, im Verein.

    Ich habe meinen früheren "Freunden" erzählt, dass ich nur etwas mit ihnen unternehmen, wenn Alkohol nicht im Mittelpunkt steht. Sie wollten sich dann melden. Leider sind sie eben auch alle starke Trinker. Will ja keine Diagnose (Alkoholiker) stellen.

    Habe das dumpfe Gefühl, da meldet sich keiner mehr. Ist nämlich jetzt 4 1/2 Jahre her. ^^

    Aber ich vermisse nichts. Mir ist aufgefallen, dass wir gar keine richtige Freundschaft hatten. Wir sind alle nur trinken gegangen. Wenn ich zufällig einen treffe, wissen wir nichts zu reden. Bzw. sie wollen auch gar nichts von mir wissen. Es ist ihnen unangenehm. Halte ich ihnen doch, ob ich will oder nicht den Spiegel vor.

    Dafür habe ich gleich zu beginn unheimlich viel neue Menschen kennen gelernt. Hier und in meiner realen SHG. Bin eigentlich nicht so der Kennen-Lerner. Aber es war mir wichtig Menschen zu finden, die mich verstehen. Und das habe ich.

    Eigentlich heißt es, am Anfang langsam machen.

    Aber mein Hirn hat nicht langsam gemacht. Es war "von der Leine gelassen".

    Nachts ging es rund beim Einschlafen. Probleme wollten gelöst werden. Wegsaufen ging ja nicht mehr.

    Gegengesteuert habe ich übrigens auch z. B. mit Meditation. Habe ich schon vor 30 Jahren angefangen. Nur meditiert es sich mit Promille nicht sehr gut. Jetzt geht es immer und zu jeder Zeit.

    Also, ich bremse jetzt mal und gebe Dir den Rat, den ich auch bekommen habe.

    Die drei G Regel. Geduld, Geduld, Geduld.

    Ganz viel ergibt sich von selbst. Alles rutscht wie von selbst irgendwann an seinen Platz.

    Bald kommt die Normalität zurück. Aber eine bessere Normalität.

    Gefühle zulassen, aber nicht festhalten. Das Hirn muss halt machen.

    Dafür könnte ich Wasser schlucken wie verrückt

    Dann mach das. Am Anfang habe ich abends 4 Liter Wasser getrunken.

    Das war eigentlich genau die Menge, die es sonst an Bier gewesen wäre. Mein Suchthirn meldete eben "Durst".

    Nach zwei, drei Wochen hat das nachgelassen. Ich denke das Suchthirn hat kapiert, dass die Trinkerei nichts bringt und den Durst langsam eingestellt.

    Hm, jetzt ist es bald 22 Uhr und ich habe die letzten drei Stunden nix getrunken. Weil ich keinen Durst habe. Denn das ist irgendwann der einzige Grund um Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

    wie lange ich bisher durchgehalten habe.

    Klingt noch sehr nach Kampf. Diskutierst Du noch?

    Die Suchtstimme wird leiser werden. Es dauert eine Weile. Die Zeit arbeitet für Dich.
    Bis dahin versuche nicht zu diskutieren. Sie wird nie sagen "ok, du hast recht".
    Also, verbiete ihr (innerlich) den Mund. Immer wieder. Dabei darfst du auch gerne unfreundlich sein.

    Ich habe mir automatisch neue kleine Rituale angeschafft. Z. B. Wasserkocher an, wenn ich heim gekommen bin. Für Tee. Diesen dann aufgegossen.
    Vorher war immer. Kühlschrank auf und erst mal n Bier.

    Bald ging das ganz von selbst.

    Hast Du schon irgendwelche Hobbys?

    Mit der Zeit änderte sich meine Sicht auf Alkohol selbst.

    Es ist ein Zellgift, dass Bestandteile aller lebenden Zellen zerstört. Faules Obst gärt, damit es sich besser zersetzt.

    Und ob ich das "gemäßigt" oder "gesellig" in meinen Körper schütten würde, ändert nichts daran.

    Wenn ich jetzt nicht mehr abhängig wäre, würde ich ihn dennoch nicht trinken.

    Verzichtgedanken kommen da nicht mehr auf. ;)

    Ich bin dankbar, dass ich so denke und auf fühle. Das macht es recht Stressfrei.

    Die Woche ist mir was (im Nachhinein) interessantes passiert. Das möchte ich mal hier im Öffi teilen.

    Ich bin mit meinem Einkaufwagen beim Discounter rein. Wollte links abbiegen. Zum Süßigkeitenregal, ich gebs zu. Gegenüber haben die aber auch Gemüse. Echt. :saint:

    Jedenfalls steckt auf einmal mein Wagen fest. Eine Palette wurde zu dicht an das Regal im Gang geschoben und ich hin zwischen der Ladung auf der Palette und dem Regal fest. Ich habe gedrückt und geschoben. Leise vor mich hin geflucht. "Wer stellt den diesen Sch... genau in den Weg... grummel, motz"

    Dann - plopp - war ich durch.

    Während ich feststellte, dass keine Schokolade im Angebot ist, habe ich mich nochmal umgedreht und eine erstaunliche Feststellung gemacht.

    Die Palette war bis oben hin voll Bier. Genau dem Billigbier, dass ich immer gekauft habe. Für mich war sie einfach nur im Weg gewesen. Ich habe sie schon gesehen. Hing ja dazwischen fest. Aber es hat sich absolut nichts geregt. Hätte auch ein Stapel mit Windeln sein können. Nichts für mich und deswegen uninteressant.

    Ich wollte das hier niederschreiben, weil es ein gutes Beispiel für die sich lösenden Verknüpfungen im Hirn ist. Im ersten Jahr wäre ich außen herum gegangen und das wäre auch gut so gewesen. Wenn es triggert, Abstand halten.

    Schöne Woche noch.

    Anfangs sind die unzähligen Trinkgründe, wie z. B. Herbst = Federweisser, noch sehr stark im Hirn verknüpft.

    Wichtig ist (und das machst du ja schon) diese zu erkennen und als Gedanken des Suchthirns abzutun. Was sie ja auch sind.

    Der Zeitfaktor ist hier entscheidend. Diese Verknüpfungen lösen sich nicht von heute auf morgen. ABER sie tun es. Definitiv.

    Aus dem Grund wird immer vom ersten Jahr gesprochen. Bei manchen Verknüpfungen hat es aber auch zwei oder drei Jahre gebraucht. Jetzt ist doch ziemlich Ruhe. Nur nicht leichtsinnig werden ist jetzt die Devise.

    Ich hab Jahrzehnte lang täglich getrunken, fast immer nur am Abend.

    Ja, so war das bei mir auch.

    Gegen Ende (das aber immer noch zwei, drei Jahre dauerte) hing ich dann zwischen 10 und 11 Uhr morgens (pünktlich) über der Kloschüssel im Geschäft und habe trocken gewürgt. Bis die Äderchen in den Augen geplatzt sind.

    Ca. ein halbes Jahr nachdem die ersten Äderchen im Gesicht entstanden habe ich aufgehört. Das es praktisch anfing, dass es jeder sieht war schon auch ausschlaggebend.

    Kamen auch noch andere Dinge dazu.

    Jedenfalls habe ich da gerade noch die Kurve bekommen und sie gingen wieder zurück.

    Heute, gut 4 1/2 Jahre später kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, wie ich das nur ausgehalten habe. So lange Zeit.

    3 Rückfälle zwischen Mai und Juli

    Das sind keine Rückfälle, das ist Quartalstrinken.
    Kann es sein, dass du Quartalstrinkerin bist?

    Das stell ich mir als Pegeltrinker besonders schwierig vor. Da es ja Tage ohne gegeben hat. Ich musste ja jeden Tag trinken. Viele Jahre. Dafür hatte ich keine Abstürze.


    Als Pegeltrinker wusste ich sehr schnell, dass ich jetzt abstinent lebe. Als Quartalstrinker weiß ich ja erstmal gar nicht, ob es sich nur um eine Trinkpause handelt.

    Oder doch?

    auf keinen Fall eine Dauerlösung,

    Ohne Alkohol kam erstmal alles bei mir hoch. Damit meine ich auch psychisch. Das hat mich schlecht schlafen lassen.

    Hängt vielleicht jahrelang unverarbeitetes Zeug im Kopf.

    Wie stehst Du dazu? Ggfs. über eine begleitende Therapie nachdenken. Oder bist Du schon dabei?

    Ggfs. verarbeitet sich das ganze aber von selbst und braucht nur die Zeit dazu. Dann wird es von selbst bald besser. So war das dann bei mir.

    Distanziert ihr euch? Zeigt ihr Verständnis?


    Mein damals bester Freund ist Alkoholiker. Logisch. Wir haben ja bald 30 Jahre zusammen gesoffen. Er meint er hat kein Alkoholproblem.

    Habe ihn Jahre nicht mehr gesehen.

    Das Bindeglied Alkohol ist weg gefallen und ich schaue ihm sicher nicht beim Trinken zu. Und ich will seinen Verfall nicht sehen. Außerdem, wer will schon saufen und das Gegenüber trinkt nichts? Also kam von ihm auch nichts mehr.

    Habe nur gehört, dass es ihm nicht so gut geht. Überraschung :/

    positives Ereignis und Saufdruck - dass war mal ganz was Neues

    Tatsächlich waren das bei mir die häufigsten Trigger. Tag gut gelaufen, "Jetzt erst mal ein Weizen".

    Aufgehört habe ich am Ende, weil es körperlich nicht mehr ging. Die Trigger waren aber erstaunlicherweise meistens die positiven Belohnung-verdient-Momente.

    "Situation verlassen" und bin die knapp 5 Kilometer zu Fuß gelaufen.

    Eine 1 mit * :thumbup:

    Das hat mir im ersten Monat auch mal den A. gerettet. Meine Ex hat damals vor meiner Nase ein Bier aufgemacht, als wir gerade im Streit waren.
    Da bin ich aufgesprungen und zur Tür raus. Wusste gar nicht wohin. Nach ca. 20 Minuten war es wieder gut.

    War damals intuitiv. Ich war noch gar nicht hier angemeldet und recht planlos unterwegs.

    Hatte in letzter Zeit wieder oft den Drang was zu trinken, waren viele Volksfeste, tolles Wetter, die Nachbarn grillten es kam Besuch und wir waren ein paar Tage im Urlaub.

    Hallo. Und hast Du etwas hieraus gelernt? Oder möchtest Du das weiter so praktizieren? Ich würde dir die Grundbausteine hier ans Herz legen.

    Gut das du es dir zu Herzen genommen hast und die ganze feierei erst mal hinter deiner Gesundheit anstellst.

    Denn das hier war wohl eher nicht so erfolgreich.

    Oder lese ich das falsch und Du warst da überall nicht zu gegen?

    VG
    Alex

    und dann hört man nichts mehr von den Usern. Wie frustierend muss das für euch sein.

    Gar nicht.

    Als ich das gemacht habe, habe ich auch neue begrüßt. Dann fragte ich die Dinge ab, auf die es, für die Teilnahme, hier im Forum ankommt.
    Wenn die Punkte erfüllt sind, wird der Freigabelink geschickt. Ggfs. noch etwas einschätzen, ob es auch vom Benehmen her passt. Es gibt auch Trolle oder welche die besser wissen wie dieses Forum zu funktionieren hat.

    Darauf lag erstmal das Hauptaugenmerk. Persönliche Emotionen kommen dann ggfs. später.

    Es sind ja so viele wieder weg. Ich sag mal so. Wenn ich im Schwimmbad einen Spritzer Wasser abbekomme, rege ich mich ja auch nicht auf.

    Ich möchte aber gerne den Rat mitgeben, sich (besonders am Anfang) nicht zu sehr mit einem anderen Neuen zu solidarisieren. Da kommt schnell das Gefühl auf "Das schaffen wir gemeinsam". Und dann fällt dieser Jemand weg. Hatte ich selbst erlebt.

    Hier habe ich den Spruch gelernt "Zwei nasse Lappen machen sich nicht trocken".

    Also eher an den etwas längeren Trockenen orientieren.

    Von 20mg i

    Boa, das muss ja im Hals gekratzt haben.

    Ich hatte bis 3mg runter reduziert. Das hat aber der "Sucht" nicht gereicht und ich bin wieder auf 6mg hoch. Sonst hätte ich dauerhaft den Staubsauger machen können. Bis alles verbraucht war. Den letzten Verdampfer mit einen kräftigen Zug "verbrannt" und dann alles ab in den Müll.

    Es waren knackige zwei Wochen danach. Trigger bald im 5 Minuten Takt. Von daher Glückwunsch von mir. :thumbup:

    Dann war es durch und jetzt denke ich eigentlich schon lange gar nicht mehr daran.