Beiträge von Alex_aufdemweg

    Super. Am Anfang habe ich mich auch gefragt, warum hier alle so einen Aufstand machen. Das Bier im Schrank hat ja meiner Frau gehört. Und ich dachte, da gehe ich ja nicht ran. Aber ständig zu wissen, dass es da ist, strengt irgendwann an. Und ich glaube nicht, dass ich so weit gekommen wäre, wie ich heute bin, wenn das so geblieben wäre. Wohne inzwischen nicht mehr dort. Hier in der Wohnung ist nichts. Natürlich auch nicht im Keller. Das ist ein gutes Gefühl.

    Es macht für mich auch keinen Sinn, eine potenzielle Gefahr, sinnlos im Haus zu haben.

    Ich merke nach nun bald 6 Monaten, das ich Es hasse, Alkoholiker zu sein. Aber das wird mit der Zeit hoffentlich noch anders.

    Guten Morgen Maeron,

    wollte Dir am liebsten gestern noch antworten. Musste aber irgendwann mal ins Bett. :)

    Jetzt aber gleich heute Morgen.

    Mir ist gleich der Gelassenheits-Spruch eingefallen.

    1. ...die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann...

    2. ...den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann...

    Bei Punkt zwei hast Du ja schon voll zugeschlagen. Vor sechs Monaten hast Du damit angefangen. Es hat sich sicher schon vieles geändert.

    Bei Punkt eins liegt die nächste Hürde. Leider gibt es Dinge, die ich nicht ändern kann. Fängt gerade schon beim Wetter an. Nicht mit Dingen hadern, die so sind, wie sie sind. Nicht so einfach, aber wichtig. Ich habe dann (weil ich nicht gleich geschrieben habe) mir im Bett ein paar Vorteile Alkoholiker überlegt.

    • Wie Du schon geschrieben hast, musste ich lernen, mich selbst zu reflektieren. (weil ich muss) Man erreicht eine Tiefe, die vielen "Normalos" verborgen bleibt.
    • Ich habe so viele Menschen kennengelernt
    • und mit ihnen tiefere Gespräche geführt, als jemals mit anderen Menschen zuvor
    • Ich bin jeden Tag dankbar, dass es mir so gut geht. Oder zumindest viel besser.
    • Sonderfall. Ich habe die echte Liebe gefunden.
    • Ich weiß das Leben jetzt mehr zu schätzen
    • Ich lebe bewusster

    Und noch einiges mehr.

    VG

    Alex

    Glückwunsch zu 7 Wochen.

    Habe mich in dem, was Du geschrieben hast, voll wiedergefunden.

    habe plötzlich erinnerung an ganz früher, mir fallen viele vergessene sachen und situationen ein, da sind auch sehr unschöne dabei.

    Ich habe viel schlecht und heftige Dinge erlebt. Besonders als Kind. Und ich dachte, ich bin damit durch. Hatte auch bereits Therapie. Danach dachte ich, es ist vorbei. Hat mir auch wirklich viel geholfen.

    Dann, nach ca. 7 Tagen Nüchternheit, ging es los. Was ich in der Therapie gelernt habe, hat mir da sehr geholfen.

    Es ist so. Besonders heftige, unangenehme, peinliche, schmerzhafte, usw. Situationen konnte ich als Kind nicht verarbeiten. Ich habe es "abgespeichert". Und zwar jede Einzelheit. Ungefiltert, mit allen Details.

    Jetzt hatte ich die Möglichkeit als Erwachsener, das aufkommende Erlebte nachzuerleben und mit meinem erwachsenen Verstand zu verarbeiten.

    Bei vielen Dingen wurde mir erst die Tragweite bewusst. War unangenehm, aber wichtig. Außerdem ging es nicht anders. Denn es kam hoch.

    Ich glaube, wenn ich die Therapie nicht schon gehabt hätte, dann hätte ich sie vielleicht jetzt gebraucht. Würde sagen, nach grob zwei Monaten, war wohl so ziemlich alles durch. Eine gewisser, innerer Druck ist von mir gefallen. Endlich.

    Also würde ich raten. Schaue es Dir in Ruhe an. Bilde Dir Dein Urteil und versuche damit abzuschließen. Ggfs. Hilfe suchen. Jemand, mit dem Du darüber reden kannst.

    Auf alle Fälle ist es mega super, wenn das wirklich durch ist. Ich weiß ja auch nicht, was bei Dir war. Und wie viel da "gespeichert" ist.

    Vielen Dank für Deinen Beitrag. Ich hatte das schon wieder ganz vergessen. Jedenfalls ist es absolut normal, dass das hochkommt. Vorher wäre es nicht gegangen. Eigentlich ist es also positiv zu sehen. Und es endet dann auch wieder. Wenn es seine Aufmerksamkeit bekommen hat.

    VG

    Alex

    Ich hatte früher, also damals als ich noch trank, einen Kasten Bier im Keller vergessen

    Weil Du genug Alternativen hattest. Wenn sonst nichts mehr da gewesen wäre, hättest Du Dich über kurz oder lang dort unten wiedergefunden.

    Da hätte ich auch eine Gute Geschichte von mir. Möchte die aber im Öffentlichen jetzt nicht auspacken.

    Nur kurz zusammen gefasst. Ich habe durchaus auch Zeug getrunken, dass mir nicht geschmeckt hat, wenn andere Optionen fehlten. UND es sogar geschafft mir dabei immer noch vorzumachen, dass ich kein Problem habe.

    Die liegen jetzt immer noch im Keller rum, dem Verlies der Alkohol Geschenke

    Ui, hi Rina. Damit musste ich natürlich gleich mal bei Dir vorbeikommen. Sie liegen da und noch andere Alkohol Geschenke. Und Du weißt das. Auf langes Sicht gesehen, besteht die Gefahr, dass Du irgendwann in diesem Verlies wieder zu Dir kommst. Oder zumindest Dich dort wieder findest.

    Jeder Tag ist anders. Und es kann alles Mögliche passieren. Im Keller ist man schnell.

    Kenne mich da super aus. Als ich reduzieren wollte, habe ich mal mein Bier in den Keller gestellt. Du glaubst ja gar nicht, wie flott man fünfmal am Abend in den Keller wetzen kann. War so schlau, gleich im Keller eins auf ex zu ziehen, bevor ich das nächste mit hoch habe. Sonst hätte ich noch öfter rennen müssen.

    OK, das war nur ein kleiner Ausflug in meine "Welt des Reduzieren-Wollens".

    Also in Kürze. Solange das Verlies existiert, ist es eine große Gefahr. Ach ja. Alleine runterrennen, um das ggfs. entsorgen zu wollen, übrigens auch.

    Kannte einen, dem beim Flaschen ausleeren plötzlich eine am Hals hing.

    Ja, so war es bei mir auch. Irgendwann den halben Tag nur gelitten und die andere Hälfte war mir dann oft schwindlig. Dann fing es an, dass sich Äderchen im Gesicht gezeigt haben. Ich wusste, dass das mehr werden wird. Und, dass es dann auch jeder sieht.

    Da kam dann ganz langsam die Erleuchtung, dass es tatsächlich am Bier liegen könnte. Wollte zum ersten Mal eine Pause machen. Nach ca. ein, zwei Wochen bin ich "aufgewacht". Am Tag 21 habe ich mich hier angemeldet. Weil ich Kontakt mit anderen Menschen wollte, die mich verstehen. Denn das habe ich sehr schnell gemerkt. Das ich nicht verstanden worden bin. "Komm halt mit und trink einfach was Alkoholfreies". Oder "ich trinke dann auch nur sechs Bier, wenn ich dir gegenübersitze und nicht 10".

    Dann bin ich durchgestartet. Forum und AAs. Jetzt fast nur noch Forum. Verdammt wichtige Inhalte vermittelt bekommen. Heute Tag, Moment, schaue mal. Oh, 678. Eine Zahlenfolge :)

    Die Geschichten ähneln sich oft. Aber Deine passt wirklich gut.

    Ich weiß zwar nicht mehr, wie herum der Wechsel war

    Am Anfang war der Weg steinig. Jetzt ist er asphaltiert.

    Die Bilder wechseln nicht zufällig. Aber ich habe zufällig den Asphaltweg mit dem Sonnenuntergang als Namensbild und in meinem Profil den Sonnenaufgang. Aus den beiden Bildern mixt es sich dann.