Beiträge von Hera

    Das ist soooo übergriffig und ich wär sooooo sauer....

    Hallo erstmal und schön, dass du dabei und schon so lange abstinent bist.

    Bei mir kam da beim Lesen ein altes Gefühl hoch. Mein Mann ist (als ich noch getrunken habe) in seiner Verzweiflung zu einem meiner Familienmitglieder gegangen, um sich auszusprechen und hat mich da geoutet. Seitdem hab ich zu dieser, mir früher wichtigen Person, ein gestörtes Verhältnis.

    Es ist nicht fair gewesen. Er hätte einfach mit jemandem aus seinem Kreis reden können.

    Wollt ich hierlassen,

    Grüße, Hera

    Auf das Jobding wollt ich nicht eingehen. (Ich hab nach einem Jahr und drei Monaten eine neue Ausbildung gemacht, die nicht ohne war. Da war ich einfach soweit. Das aber nur am Rande.) Nach 4 Wochen Nüchternheit, wäre ich halt noch nicht auf ein Konzert gegangen, weil ich nicht gewußt habe, was das in mir vielleicht auslöst.

    Hab jetzt mal gegoogelt. Abstinent sein bedeutet, sich freiwillig und bewusst zu enthalten. Hauptsächlich in Bezug auf Rauschmittel. Ergo ist man dann trocken, wenn ?? sich keine Suchtstimme mehr meldet ? man mit diesem Zustand dauerhaft zufrieden ist? Und dann braucht man eh keine Pille mehr.

    Meine kurze Auszeit hier hatte wirklich was gutes, ich hab über mich nachgedacht und bin darauf gekommen das ich mich zu sehr mit anderen Fäden beschäftige bzw. meinen Senf dazugebe, meinen aber komplett vernachlässigt habe.

    Ich hab fast nichts über mich erzählt, über meine Entwicklung und was mir so durch den Kopf geht.

    Genau, du bist für dich hier.

    Wenn du mal weg bist, kräht irgendwann nämlich kein Hahn mehr nach dir. So würde es auch bei mir sein. Ich lese fast alle Beiträge, antworte aber nur dann, wenn ich was sinnvolles aus meinem Erlebten beitragen kann oder wenn es mich persönlich weiterbringt. Bei sich bleiben ist ne ganz wichtige Erkenntnis. Man muss auch nicht immer auf jeden Misthaufen sch.... hat mein Opa immer gesagt. (Entschuldige die Ausdrucksweise.)

    Sich nur mit anderen und deren Problematik zu beschäftigen, aber von sich nichts preisgeben oder nie in seinem Faden schreiben, wäre für mich keine Selbsthilfe. Auch alle Mods kümmern sich trotz ihrer vielen Arbeit weiterhin um sich.

    Ich wünsch dir viel Erfolg für dich,

    Hera

    Also ich hab mich hier vor über 3 Jahren angemeldet, weil ich Alkoholikerin bin. Das ist Fakt. Ich schäme mich nicht für meine Krankheit, für Dinge, die ich im Rausch veranstaltet habe, schon. Wenn ich Hilfe will, weil es um mein Leben geht, ist es mir mal sowas von egal, wie ich mich nennen soll. Du hast in deinem Faden nicht ein einziges Mal das Wort Alkoholiker benutzt, also hast DU wohl ein Problem mit dieser Bezeichnung, könnte das sein? Die meisten hier haben das nicht. Und die, die gehen, weil sie es (vor sich) nicht zugeben können, drehen eben noch ein paar Runden. Manche schlagen später wieder auf. Und andere sind vielleicht wirklich keine und brauchen das Forum doch nicht. Hierher kommen Menschen, die Hilfe brauchen und wenn das an einem Begriff scheitert, dann versteh ich das nicht. Mir hat es sogar gut getan, das endlich auszusprechen.

    Grüße, Hera

    Hi Elara.

    Ich lese von Anfang an bei beiden Seiten, schreibe aber kaum bei den Angehörigen. Weil ich deren Verhalten oft nicht nachvollziehen kann, so wie manche Cos eben die Alkoholikerin in mir nicht verstehen. Deinen Appell finde ich nicht total fehl am Platz und jemand der frisch abstinent ist, wird vielleicht zusätzlich motiviert. Aber vielleicht bringen dich gezielte Fragen auf deinem persönlichen Weg weiter. Nur ein Gedanke.

    LG, Hera

    Einsperren klingt schlimm, im Grunde schützt du doch deine neue Abstinenz und die ist manchmal anfangs noch ziemlich zerbrechlich. Auf Verzicht folgt sonst Trotz und Rebellion und das wären doofe Konsequenzen. Ich hab zu Beginn auch auf fast alles verzichtet, was mir gefährlich werden konnte und das war dummerweise alles und überall. Ich hab überall getrunken, am meisten zuhause und umziehen konnte ich beim besten Willen nicht. Nach dem ersten Jahr, nachdem ich mit allen Festivitäten usw. einmal durch war, war ich immer noch nicht vor allem gefeit, weil ich manche Situationen gar nicht einplanen konnte. Auch manche Gefühle nicht, die überraschend hochkamen. Da kam dann mein Mindset zum Tragen. Das sich aber eben erst entwickeln und festigen musste. Jahrelang hab ich durch meine Sauferei so viel wichtiges verpasst. Mich gab es gar nicht mehr wirklich. Da war dieses "Verzichten" zu Beginn meiner Abstinenz ein Witz dagegen. Also, nicht "durchhalten", sondern froh darüber sein, war meine Devise. Vielleicht hilft's.

    Lieber Gruß,

    Hera

    Ich wusste, ich will trocken werden. Ich bin entgiftet hier aufgeschlagen. Aber wie das mit dem TrockenBLEIBEN geht, diese Gebrauchsanweisung, hab ich hier erhalten und mich auch daran gehalten. Warum hätte ich mich gegen etwas wehren sollen, das mir mein Leben rettet? Mir wurden Gefahren aufgezeigt, ich konnte Fragen stellen und meine Ängste loswerden. Dafür bin ich jeden Tag dankbar.

    Alles, was ich willentlich gestartet habe, ist bei mir in einer Trinkpause geendet.

    Bei mir nicht.

    Ich hab vor meiner Abstinenz nie wirklich aufhören wollen. Deshalb der Titel meines Fadens. Das ist immer noch mein erster Versuch, für immer trocken zu bleiben. Ich mag auch Worte wie Demut oder Kapitulation nicht, da beuge ich mich und betrachte etwas als immer stärker als mich selbst. Aber wir sind mindestens gleichstark die sch.... Sucht und ich. Sonst hätte ich es nicht bis hierher geschafft.

    Wo ein Wille, da ein Weg.

    Ich sag, diese Wortklauberei ist völlig irrelevant oder wie es der einzelne benennt. Hauptsache es funktioniert. Im Co-Bereich wird immer wieder gepredigt, dass der Süchtige es selbst WOLLEN muss. Wille, Kapitulation, Verstehen... soll doch jeder für sich entscheiden, solange die Krankheit zum Stillstand gebracht wurde.

    Aber die Situation wurde einfach unerträglich für meine Kinder und auch für mich.


    Aber die Kinder fühlen sich freier. Sie müssen nicht mehr ständig auf Eierschalen laufen und Angst haben etwas falsch zu machen. Hier ist niemand der gleich meckert, wenn mal der Schulranzen noch ein paar Minuten länger in der Küche steht oder die Jacke noch am Stuhl hängt und alles erst später weggeräumt wird. Sie haben diesen Druck einfach nicht mehr. Das merke ich immer mehr.

    Lies das doch nochmal durch hopeless.

    Hi Co-Pilot, sinnbildlich oder? Dass die Maschine nicht mit allen abstürzt?

    Du wirkst durch dein Geschriebenes einfach ziemlich kalt und abgeklärt, vermutlich, weil du so am Besten mit eurer Situation zurecht kommst. Irgendwann kann man nimmer. Mein Mann war durch meine Sauferei am Ende, er konnte eines Tages nicht mehr aufstehen, er war psychisch und körperlich am Tiefpunkt. (Er hat uns wegen unseren Kindern nicht aufgegeben.) Du bist nicht typisch Co, da fallen trotz schlimmster Umstände oft doch noch nette Worte über den Ex-Partner, du bist wohl schon einen Schritt weiter.

    Ich wünsche dir, dass du irgendwann deinen Frieden mit all dem findest.

    Mir tut deine Situation einfach nur leid. Als Alkoholikerin kann ich dir sagen, dass mir die Unterstützung meines Mannes damals geholfen hat und ich heute immer noch dankbar bin, dass er bei mir geblieben ist und um unsere Familie gekämpft hat. Ich weiß nicht, ob ich umgekehr gebliebe wäre. Er ist daran aber beinahe selbst zerbrochen und da ist immer noch ein schreckliches Gefühl in mir, wenn ich daran denke. Ich ahne, dass es dir ähnlich gehen muss, wie es ihm damals ging. Jahrelang. Ich kann ihm diese Zeit nicht mehr zurückgeben. Ich wünsche dir, dass du heil aus dieser deiner eurer Geschichte herausfindest.