Beiträge von Hera

    Hi

    Bin ja von der anderen Seite. Meine Gedanken dazu:

    Die Co-Abhängigkeit endet nicht an dem Tag, an dem der Andere aufhört zu trinken. Dann wird es ja erst nochmal richtig kräftezehrend.

    Man kümmert sich mit - um Entgiftung, Entzug, Arztbesuche, SHG finden, evtl. Lzt, und und und.. oder würdest du es ihn alleine machen lassen? Kann ja auch sein.

    Die ständige Angst, daß es wieder los geht wird präsent und geht bestimmt mit vermehrter Kontrolle usw. einher?

    Hättest du die Kraft, diesen Weg auch mitzugehen?

    Verändert sich der Partner, wenn er nicht mehr trinkt, überhaupt zum Positiven und kannst du das noch beeinflussen?

    Es gibt keine Garantie für ein Happy end, die Welt wird an diesem Tag nicht rosa.

    Irgendwann wird es vielleicht besser, vielleicht ist er dir auch unendlich dankbar, vielleicht schreibt er nen Song für dich?

    Aber vielleicht auch nicht.

    Das jetzt so auszuhalten, ist schlimm genug, aber bedeutet immerhin ne gewisse Beständigkeit.

    Die allerdings zum Kotzen ist, nicht?

    Glaub mir, wir zerstören uns wissentlich und in dem Moment auch andere. Aber das ist uns egal. Wir können nicht anders.

    Das kann Jahre dauern, bei manchen kommt der Punkt nie.

    Ich hatte auch immer ein schlechtes Gewissen, vor Allem meinen Kids gegenüber, aber hab trotzdem lang nichts geändert. Tiefpunkte hatte ich genug.

    Am Ende hab ICH angeboten, die Familie zu verlassen.

    Mein Mann meinte, nicht, ohne daß wir es versucht haben. Wär auch feige gewesen.

    Mein Mann hat nie gejammert, still gelitten, bis er körperlich nicht mehr konnte. Zack, burnout. Das tut mir immer noch unendlich leid, ich hatte ihn krank gemacht.

    Die Arbeit im Kopf wird nie aufhören.

    Aber das ist unsere Bürde.

    Viel Kraft für deinen Weg!

    Hera

    Hi,

    glücklicherweise hab ich bisher nicht ein einziges Mal Suchtdruck gehabt.

    Bei keinem Regal im Supermarkt mit Wein oder wenn jemand anders getrunken hat.

    Schon mehrmals superangespannt gewesen und hab auch dann kein Verlangen gespürt wie früher.

    Heute hat ein Mitglied geschrieben, daß sei seines Erachtens die Ausnahme der Regel. Ich denke sehr wenig an Alkohol, ruf mir meine Krankheit trotzdem täglich in's Gedächtnis, indem ich hier viel lese usw.

    Ich persönlich würde mir ernsthaft Sorgen machen, wenn der Gedanke an's Trinken zu oft in meinem Kopf wäre. Das ist doch dann schon Suchtdruck?

    LG

    Hi Schratte, es ist deine Ehe, deine Frau, es sind deine Probleme und somit gibst DU dein Tempo vor.

    Vom Erkennen bis zur Konfrontation und/oder Auseinandersetzung sind alle Wege unterschiedlich lang. Du erinnerst mich an meinen Mann.

    Unsere Geschichte ging gut aus.

    Lass dich nicht drängen.

    LG,

    Hera

    Ja, so in etwa...

    Ich dachte, ich schaff es in diesem Leben nicht mehr, dieses ohne Alkohol bestreiten zu können, so abhängig war ich..körperlich und psychisch. Ich konnte mir ein Leben ohne Alkohol überhaupt nicht vorstellen..er drehte sich ja ALLES um ihn. Ich trank schon morgens, nach dem Aufstehen, bevor ich den Kindern das Schulbrot gemacht habe..

    und ich hatte panische Angst, den Entzug nicht zu überleben.

    Hi,

    mir selbst war schon länger klar, daß ich damit aufhören muss, mir ging es ja auch körperlich immer schlechter. Ich hab jede Nacht gebrochen... Die Gespräche/Streits mit meinem Mann und danach mit meinem Arzt (mein Mann kam mit), haben mir beim Schluss machen aber letztendlich geholfen.

    Im Prinzip war ich mir meiner Krankheit bewusst, aber genauso überzeugt war ich, daß ich es niemals schaffen werde, aufzuhören.

    Ich bin ihm immer noch unendlich dankbar. Den Kampf kämpfte ich allein, aber ihn im Rücken zu haben, war wichtig.

    Das ist meine Erfahrung.

    LG

    Hi Erna,

    Morgen fliegen wir auch in den Urlaub. Pizza, Pasta von der Nonna, Rotwein und Limoncello dort an der Tagesordnung.

    Ich hab keinen Bammel davor.

    Den Mietwagen hab ich auf mich angemeldet, werde also immer fahren. Das wollte ich.

    Erstens, weil ich besser Autofahren kann als mein Mann 😉

    Zweitens, weil ich sowieso nichts trinken werde.

    Ich hab keine Sekunde gezögert.

    Belohn dich mit einem guten Essen?

    Du bist auf nem guten Weg.

    Wünsch dir auch einen schönen Urlaub!

    Hi,

    es kommt darauf an, wem.

    Ich war verbal oft sehr gemein zu meinem Mann. Ich hab ihn immer wieder auf seine Fehler hingewiesen und ihn kleingemacht.

    Das ist etwas, das ich mir ganz schwer verzeihen kann. Er ist nämlich ein herzensguter Mensch. An seiner Stelle, wäre ich gegangen und hätte die Kinder mitgenommen.

    Ich hab mich immer entschuldigt, direkt danach. Damit ich in "Frieden" weitersaufen konnte.

    Seit ich ohne Alkohol lebe, hatten wir einige schöne, ruhige, positiv emotionale Gespräche. Diese Entschuldigungen hat er dann annehmen können, einfach, weil ich nüchtern war. Weil ich ich war. Die, die er lieben gelernt hat.

    Es gab aber auch Streitthemen, die ich nüchtern noch immer genau gleich sehe.

    Keine Mensch ist fehlerfrei.

    Zu meinen Kids war ich nie wirklich böse, aber oft genervt, hab sie wegen Kleinigkeiten angemotzt. Ich hatte immer weniger Geduld. Das war in der Homeschooling-Zeit echt grenzwertig. Wollte immer nur, daß es Abend wird und ich sie ins Bett schicken kann.

    Sie sind so gelöst, seit ich nicht mehr trinke und kuscheln gern mit mir, sagen mir oft wie lieb sie mich haben und auch das versetzt mir Stiche. Ich hoffe, sie verzeihen mir irgendwann. Wenn Sie älter sind, werde ich Ihnen alles erklären.

    Jetzt bin ich nicht die übertriebenste Helikopter-Mutter und lese Ihnen jeden Wunsch von den Augen ab, sondern bin einfach nur nett, geduldig (ich zähle echt bis 10 ;) ) und insgesamt liebevoller.

    Zu Freunden und Bekannten war ich oftmals fies, wenn sie, in meinen Augen, schlecht zu mir waren. Manchmal waren sie es tatsächlich. Man ist ja nicht immer an Allem schuld.

    Aber dann war ich wirklich bösartig, herablassend, ich kann mit Worten richtig schlimm verletzen, auch wenn ich keine Ausdrücke benutze. Eine Bekannte hab ich mal zum Weinen gebracht, als sie mich fragte, wie es mir geht.

    Auch bei Ihnen hab ich mich entschuldigt.

    Also bei denen, die mir wichtig sind.

    Puuuhhh...wenn ich das so runterschreibe, werd ich auch wieder traurig, aber das gehört zur "Inventur" dazu.

    Ich war nie gewalttätig, hab randaliert oder jemanden in Gefahr gebracht.

    Aber Kälte, Ignoranz und Schweigen schmerzen auch ganz schön.

    Fang bei den dir wichtigsten Menschen an.

    Auch wenn es eine scheiß Krankheit ist, darf man sich darauf nicht ausruhen.

    Lieber Gruß,

    Hera