Beiträge von Hera

    Hi MM,

    Du beginnst und beendest deinen Schrieb mit "ich liebe dich (so) sehr...",

    Dadurch lässt du sie sich in absoluter Sicherheit wiegen, daß sie dich sowieso in der Hand hat. So wie ihr Glas Wein.

    Das mit dem Blockieren ist in meinen Augen auch das Richtige.

    Ich bin von der anderen Seite und weiß, daß einen solche Aussagen nicht im Geringsten kratzen, wenn man saufen will, glaub mir.

    Traurig, aber ist so.

    Zieh's durch, ich wünsch dir viel Kraft :thumbup:

    Hera

    Kommt ja auch drauf an, bei wieviel Promille der Alki voll ist. Manche können täglich "kontrolliert " bis zum Vollrausch saufen.

    Es geht ja darum, es ganz zu lassen. Man kann da keinen Maßstab ansetzen und ich glaub auch nicht, daß man aus ner wa herauslesen kann, wie hoch der tatsächliche Pegel ist.

    Liebes Tagebuch,

    heute hatte ich ein krasses Erlebnis. Ich versuch, mich kurz zu fassen:

    War heute im Dorf, etwas erledigen und da lag ein blutender Mann auf dem Gehweg, hab natürlich angehalten, zwei andere Passanten auch, Krankenwagen gerufen etc..

    Als er versorgt war, bin ich weiter und ein flüchtiger Bekannter, der zufällig dort vorbeikam, sprach mich an und sagte wortwörtlich "Dieser Teufel säuft jeden Tag".

    Ich wusste auch, daß der Verletzte Alkoholiker ist, kenn ihn persönlich nicht,

    Aber ich bin schier implodiert, wegen dieser dummen Aussage. Meine Tochter war aber bei mir und deshalb hab ich nur gefragt "und deswegen sollte man ihm nicht helfen oder wie???"

    Das hat mich erschüttert und bewegt und geht mir nicht mehr aus dem Kopf.

    Ich konnte ja mit ihm mitfühlen...

    So, danke für's Lesen, musste das niederschreiben. Hoffe, er kommt wieder auf die Beine.

    Ich glaube euch doch, das hab ich nie verneint. Ihr seid ja quasi meine Vorbilder!

    Ich war auch isolierter, als ich trank, jahrelang. Und nun finde ich so langsam wieder zu meinem alten Ich und hab endlich wieder Spaß am Leben.

    Und ich bin ja hier, weil ich Hilfe möchte und mir das Forum gut tut und mich unterstützt.

    Aber man darf doch seine Sichtweise darlegen? Das bedeutet doch "Austausch"?

    Ihr macht das schon viele Jahre und habt das Thema schon 100e Male gehabt, ich bin dennoch neu.

    Wie oben geschrieben, liegt es mir fern, jemanden anzugreifen oder seine persönlichen Erfahrungen in Frage zu stellen.

    Auch ich hatte sehr schlimme, die ich vielleicht mal teilen werde. Kostet mich einiges an Überwindung.

    So etwas bremst mich dann halt aus.

    Hallo Hartmut,

    ich weiß, du "lauerst" 😉 darauf, gleich zu antworten, daß das der falsche Weg ist etc...

    Die Erkenntnis hab ich durch aufmerksames Lesen deiner Aussagen/Antworten gewonnen.

    Aber Spaß beiseite, das Thema ist zu ernst.

    Um es gleich vorweg zu nehmen:

    Ich kann, aufgrund meiner noch relativ jungen Kinder, keinesfalls ein Jahr lang, sämtliche Anlässe meiden, bei denen es eventuell Alkohol gibt.

    Selbst gestern im Freibad, wurde neben mir Bier getrunken.

    Mich triggert das null.

    Sie haben schon viel zu lang, bei vielen Aktivitäten, auf ihre Mutter verzichten müssen. Weil sie betrunken war oder zu platt war.

    Ich weiß nicht, ob du das nachvollziehen kannst. (Du hast, glaub ich, auch Kinder?)

    Die Psychologin konnte es jedenfalls verstehen.

    Und ich muss auch nicht bei jedem Menschen sofort mein "Problem" auspacken, sondern es dann machen, wenn ich es für richtig halte.

    Seit ich nicht mehr trinke, mir ist bewusst, daß das noch keine Zeit ist und der Weg noch lange ist, hatte ich kein einziges Mal mehr Verlangen nach Alkohol. Mein Prozess hat schon lang vorher in meinem Kopf begonnen und ich denk

    ich bin auf einem guten Weg.

    Das soll weder überheblich klingen, noch stelle ich deine persönlichen Erfahrungen in Frage, noch möchte ich provozieren oder die Krankheit verharmlosen!!!

    Nicht, daß das falsch ankommt.

    Vielleicht kennen andere in der gleichen Situation, dieses Problem? Ich denke, da könnten mir manche beipflichten.

    Wir haben nun mal eine echt große Familie und doch einige Freunde und Bekannte. Da bin ich auch froh darüber.

    Und momentan halte ich mich zu 99% an die, die keinen oder kaum Alkohol trinken.

    Das klappt sehr gut.

    Lieber Gruß,

    Hera

    Hi zusammen!

    Mein Gespräch mit der Psychologin der TK war gut. Sie hat mir alle Behandlungsmöglichkeiten aufgezeigt, die ich machen könnte und ich gehe vorerst 1/Woche zur Suchtberatungsstelle, damit ich einen Anker und eine Regelmäßigkeit habe.

    Falls ich anfangen sollte, zu Wackeln, kann ich binnen 2 Wochen einen Platz in der Tk bekommen. Sie hat mir ihre direkte Durchwahl aufgeschrieben. Das ist gut zu wissen.

    Im Wartezimmer waren einige Menschen, die wirklich schlimm aussahen und ich hab die Ausdünstungen von Alkohol, trotz FFP2 gerochen, mir wurde beinahe schlecht.

    Sie hat mich gewarnt, nicht in eine Koffeinsucht abzurutschen, als ich erzählt hab, daß ich viel Tee trinke (des Teeins wegen) und ab und an Red Bull und Espresso. Da musste ich leicht schmunzeln, aber ich nehm mir auch das zu Herzen.

    Das, mit der alkoholfreien Umgebung und wie schwer es für mich umzusetzen ist und daß ich noch mit niemandem groß über meine Krankheit gesprochen habe, haben wir auch thematisiert.

    Ich hab geredet wie ein Wasserfall 😀

    Unterm Strich war es mal wieder ein positives Gespräch.

    Es ist toll, daß es diese Menschen gibt.

    So, nachher geh ich das erste Mal seit Jahren mit meiner Tochter ins Freibad.

    Einen sonnigen Sonntag euch,

    Hera

    Rike76

    Toll, wie du das deinen Kindern vermittelst! Sehr einfühlsam, trotz der Schwere der Situation.

    Und noch einen Daumen hoch, daß du klar siehst/sagst, daß sie für die Krankheit nichts kann. Du schleppst eine riesen Last mit dir herum und differenzierst dennoch.

    Mir als Alki tun solche Worte gut und spornen an.

    Danke dafür,

    Hera*

    Das war stark von dir Mond!

    Insgeheim wussten wir zur nassen Zeit genau, daß wir uns morgen psychisch und physisch scheiße fühlen und auch so aussehen werden.

    Und zwar den ganzen Tag und dann tranken wir deswegen weiter...ich halt mir das immer wieder vor Augen.

    Weiterhin viel Durchhaltevermögen,

    Hera*

    Hi Egghart,

    Ich, 42, jahrelange Hardcore-Alkoholikerin, trinke seit dem 10. Mai nicht mehr und

    meine Leberwerte haben sich nach 4 Wochen deutlich verbessert. Heute war ich wieder bei der Blutabnahme (inzwischen hab ich gar keine Angst mehr, was bei rauskommt).

    Zusätzlich hab ich ne Leberaufbaukur gemacht, pflanzliches Präparat, diverse Entgiftungs-Tees usw..

    Dann war ich noch bei der Diakonie zur Suchtberatung und Donnerstag hab ich einen Termin bei einer Psychologin in einer Tagesklinik. Vor ein paar Woche hätte ich nie gedacht, daß ich dazu mal bereit wäre, eher, daß ich das nicht brauche und hab mir sogar eingeredet, daß ich das gar nicht will, weil mir mein Suff-Leben so wie es ist gefällt.

    Ich war soo blind.

    Drück dir die Daumen,

    <3liche Grüße,

    Hera

    Vielen Dank Thalia, das hat mir geholfen.

    Ich bin auch generell pro-Therapie, das hat mir vor ein paar Jahren (mittelschwere Depression und Panikattacken) auch viel gebracht.

    Bin gespannt auf das Gespräch, ob die mich überhaupt nehmen?

    Da gibt es bestimmt Voraussetzungen.

    Lass mich jetzt mal überraschen*

    Hallo ihr Lieben,

    am Donnerstag hab ich mein Bewerbungsgespräch in der Tk, war jemand von euch da schon einmal?

    Wie läuft so ein Tag dort ab?

    Ausser Einzel- und Gruppengesprächen?

    Bin etwas aufgeregt :-|