Beiträge von PetraPetra

    Hallo mollyfisch,

    Die letzten Tage hatte ich das Gefühl das er nicht getrunken hat, aber wer weiß. Gestern hat er mich gefragt ob er mich mal in den Arm nehmen kann. Ich habe das abgelehnt aber wie auf Kommando kamen die Tränen. (Am liebsten hätte ich ihn natürlich in den Arm genommen) Ich habe oft Momente da kommen mir sofort die Tränen, meistens nur kurz. Es ist ein Auf und Ab der Gefühle.

    Wie gut ich diese Situation kenne, ich fühle gerade mit dir und spüre wie das Gefühl in mir hochkriecht als ich in der Situation war. Es ist so schwer standhaft zu bleiben. Wir leiden! Irgendwie ist diese Situation so Surreal!

    Der Verstand weiß ganz genau dass man nicht schwach werden darf, das Herz sagt genau das Gegenteil. Ein innerlicher Kampf beginnt und der ist sehr ungesund für unseren Körper und unserer Seele.

    ich hatte ein schönes WE. Habe das Wetter genutzt, war spazieren und Rad fahren. Es ist blöd allein,

    Auch hier fühle ich soooooooo mit dir. Saublöd (sorry) genauso empfinde ich das.

    Mein größtes Problem ist tatsächlich die Wohnsituation. Man begegnet sich jeden Tag und bekommt doch alles mit. Wenn ich ihn nicht sehen würde käme ich besser klar.

    Da gebe ich dir Recht, aus dem Auge aus dem Sinn. Es fällt dann einem viel leichter. Doof das es bei dir im Moment nicht anders zu lösen ist.

    Da ist dann Unverständnis vorhanden oder man ist dann sogar böse auf denjenigen weil er ja den Alkoholiker "fallen lässt". Wie schwer den meisten diese Entscheidung fällt wird gar nicht wahrgenommen.

    Das finde ich sehr traurig, dass war zum Glück bei mir anders. Lass dich davon bitte nicht runterziehen. Du bist wichtig und das zählt. Aber was rede ich, du bleibst ja auf deinem Weg.

    Da das Thema im Forum immer wieder diskutiert wird und ich mir dazu wirklich sehr viele Gedanken gemacht habe, möchte ich hier im offen Bereich einen Teil aus meinem Tagebuch vom geschlossenen Bereich mitteilen.

    Hallo Tagebuch,

    ich war eine ganze Weile schon nicht mehr hier. Es hatte mehrere Gründe, ich musste all die gelesenen Dinge hier, meine Empfindungen, meine Wahrnehmung und meine Situation von allen Seiten genau beleuchten und durchleben. Es war sehr schmerzlich und das war auch gut so.

    Mein Leben mit einem trinkenden Partner war gewiss nicht immer leicht. Es gab viel schöne Momente aber es gab auch sehr schwere Momente. Da will ich sicherlich nichts beschönigen oder es mir schön reden!!!!

    Ein ganz wichtiges Thema für mich, was mich hier beim Lesen emotional sehr betroffen hat, war das Thema Kinder.

    Mir war es wichtig, erstmal mir selbst klar zu werden, ob ich meinen Kindern evtl. zu viel zugemutet habe. Ob sie vielleicht doch mehr mitbekommen haben als ich ahne? Ob ich mir alles nur schön rede?

    Darum war die Reflexion mit mir selbst nötig, um als nächsten Schritt ein sehr intensives und vor allem ein sehr ehrliches und aufrichtiges Gespräch mit meinen Kindern zu führen. Dazu benötigte ich den richtigen Zeitpunkt und die nötige Zeit von beiden Seiten. Erstmal mit jedem Kind einzeln und wenn nötig nochmals gemeinsam ein Gespräch zu führen. Mir war es ein großes Anliegen, herauszufinden wie sie die Dinge/die Vergangenheit empfunden und wahrgenommen haben. (Ich muss dazu sagen, dass wir schon immer eine sehr ehrliche und offene Mutter-Kind-Beziehung führen und ich am Gesprächsanfang erklärte, es sei mir sehr wichtig, ohne Schonung die Wahrheit zu hören) Ergebnis der Gespräche, ich lag bei meiner Vermutung richtig, dass unsere Kinder den trinkenden Vater nicht als süchtig trinkenden Vater wahrgenommen haben. Sie haben ihn ab und an auf einer Feier und/oder ab und an zu Hause trinken sehen. Jedoch hatten sie nicht das Gefühl, das es krankhaft war. Leider wurde bei den Familienfeiern in den jüngeren Jahren viel getrunken. Aber sie erklärten mir, dass ich immer schon eher Anti gegen Alkohol eingestellt war, mich kaum was trinken sahen und ihnen dadurch schon früh bewusst gemacht wurde, dass das Trinken in der Gesellschaft sensibel zu betrachten sei.

    Aber natürlich haben sie wahrgenommen, dass ihr Vater Launen hatte (die ich, aber nicht sie, zurückführe, dass seine Wesensveränderung am Alkoholkonsums lag).

    Jetzt kann man sich darüber streiten, ob manche Situationen eventuell anders verlaufen wären wenn ihr Vater keinen Alkohol getrunken hätte. Jedoch wissen wir alle, dass wir der Spiegel unserer Kinder sind. Aber wir sind auch Menschen mit Ecken, Kanten und Fehler und prägen dadurch unsere Kinder. Das heißt, wenn ich Sorgen finanzieller Art habe, wenn ich Sorgen gesundheitliche Art habe, wenn ich berufliche Sorgen habe, also egal welche Sorgen die wir als Eltern haben, spüren unsere Kinder dieses Ungleichgewicht. Wir können die Kinder nicht vor all unseren Sorgen und Emotionen schützen. Wichtig ist, dass es immer in einem gesunden Maß ist. Also in unserem Fall, hat es unseren Kindern anscheinend nicht geschadet. Ich sage ganz bewusst, in unserer Familienkonstellation. Für mich selbst war wichtig zu verstehen, ob das Leben ohne meinen Mann/ihren Vater für sie leichter oder gar besser verlaufen wäre als mit ihm. Und ich/wir bin/sind zu der Erkenntnis gelangt, dass ich (aber auch mein Mann), was das betrifft, vieles richtig gemacht habe. Und ich, durch mein Nichthandeln (also keine Trennung) unseren Kindern nicht erheblichen Schaden zugefügt habe. Also (in unserer Situation, ich betone UNSERER !!!) im Sinne der Kindererziehung und für das Wohl der Kinder habe ich richtig gehandelt ober besser gesagt nicht falsch gehandelt.

    ABER!!!!! und das ist mir sehr wichtig hier an dieser Stelle mitzuteilen: jede Mutter oder jeder Vater sollte bei dieser Frage sehr ehrlich mit sich ins Gericht gehen. Schadet der Umgang mit dem trinkendem Elternteil meinem Kind!!!! Ohne es sich schönzureden, ohne es zu beschönigen. Dazu muss man sich die Situationen vor Augen halten und das erlebte noch einmal durchleben, um genau in sich hineinzuhorchen. Es muss von allen Seiten betrachten werden. Ja, das ist schmerzhaft und beansprucht Zeit. Aber nur so findet man genau heraus, ob es noch im gesunden oder schon im krankhafte Bereich für unsere Kinder stattfindet. Schadet es meinem Kind, leidet mein Kind, nimmt mein Kind eine Co- Abhängige Seite an, dann muss schnellstens was ver/geändert werden.

    Weiter steht in meinem Tagebuch:

    Aber für mein Wohl sieht das etwas anders aus und das möchte ich ganz klar differenzieren!!!!!

    Dank Hilfe hier im Forum, konnte ich erkennen, dass nicht nur der Alkohol unser Problem ist. Ob es ohne Alkohol jetzt weniger Probleme gäbe??? Auch das kann ich rückwirkend nicht mehr analysieren oder beantworten aber ich kann den Ist-Zustand analysieren.

    Mir ging es mir zwischenzeitlich sehr schlecht als ich viel im Forum unterwegs war und mich mit dem Thema Alkoholismus und Co-Abhängige beschäftigt habe, was auch gut so war.

    Ich habe für mich herausgefunden, dass meine momentane Situation, nicht nur mit dem Alkoholkonsum meines Mannes zusammenhängt.

    Aber für mich viel wichtiger

    , ich glaube, ich bin nicht mehr Co- Abhängig auch wenn ich viele Jahrzehnte sicherlich Co- Abhängig war.

    Mein Mann trinkt seit unserer räumlichen Trennung und erneutem Zusammenzug, weniger denn je. Hätte er nicht diese Vergangenheit, könnte man meinen, sein Trinkverhalten sei normal.....was auch immer normal bedeutet. ABER da er definitiv das Trinken immer als Ventil benutzte, ist auch ein bisschen trinken nicht normal für Ihn.

    Das ist mir, aber noch viel wichtiger, ihm bewusst.

    Das Beste aber ist, dass ich nichts mehr erwarte und dass ich weiß, dass ich nichts verändern kann und werde. Ich zähle oder suche keine Bierflaschen mehr. Ich hinterfrage nicht mehr, ob er getrunken hat, denn ich weiß ganz genau, wann mein Mann getrunken hat. Das alles hat null mit mir zu tun, egal wie ich zu ihm bin oder wie ich mich ihm gegenüber verhalte!

    Ich weiß auch, dass nur er was daran verändern kann. Ich habe meine alten Verhaltensmuster abgelegt und verändert und das gefällt mir und es tut mir gut. Und das, dank diesem Forum hier und den vielen User die sich die Zeit und Mühe machen ihre Erfahrungen mit uns zu teilen!!

    Meine Veränderung hat im Moment bewirkt, dass auch mein Mann sehr viel hinterfragt. Wohin es führt????? Steht in den Sternen. ABER das wichtigste für mich ist, meine Veränderungen haben das geringste damit zu tun, dass ich hoffe, wenn ich dies oder das mache, oder wenn ich es so oder so mache, dann hört er vielleicht auf zu trinken. Meine Veränderung hat nur mit mir zu tun. Ich möchte nicht mehr Co- Abhängig sein.

    Nur ich bin für mein Glück selbst verantwortlich. Ich kann nur mich verändern. Es liegt in meiner Hand ob ich den Schritt wage oder ob ich in der unglücklichen Position verharre. Bin gespannt wo mich/uns das hinführt.

    Hallo bobbele,

    wie ist es wenn ihr im Urlaub seid, trinkt er da auch?

    Ich konnte solche Tage immer gut nutzen um solche Gespräche zu führen da mein Mann da meist nichts trinkt.

    Ein Wochenende für euch, um zu reden, wäre das möglich?

    Dr. Jekyll & Mr Hyde -----> schon witzig, den Begriff nehme ich auch in Zusammenhang mit meinem Mann her. Dachte das mache nur ich! Aber genau das beschreibt es Exakt ohne viele Worte!

    Liebe Pamela,

    leider habe ich gerade kaum Zeit ausführlich hier zu schreiben. Jedoch glaube ich, wäre es im Moment besser, wenn sich die Gemüter jetzt erst einmal beruhigen.

    Beim Schreiben und Lesen hier, fehlt die Mimik und Gestik um einordnen zu können, wie der andere es gemeint hat.

    Lea sieht die Dinge aus ihrer Sicht.

    sunshins Sicht und Erfahrung resultieren wiederum auf der anderen Seite.

    Ich glaube. keiner meint es böse mit dir. Sie wollen uns wachrütteln, auf ihre Art. Wir Menschen sind alle sehr unterschiedlich. Die einen brauchen einen Aschtritt, die anderen einen sanfteren Umgang.

    Wenn ich mich früher ungerecht behandelt fühlte, schlug ich auch mit Worten um mich, wie du im Moment. Oft sieht man dann in der Wut nicht die gutgemeinten Ratschläge. Bitte denke darüber nach.

    Ich habe mich am Anfang, auch einmal hier geärgert. Ich habe mich dann zurückgezogen und habe in den Tagebücher der anderen hier gelesen und bemerkt, dass mir das sehr viel weitergeholfen hat. Ich bemerkte, dass ich wütend war, weil ich mir einige Dinge nicht eingestehen konnte. Also es lag an mir!

    Vieleicht versucht du es auch einmal, (Tagebücher lesen) so lernt man die anderen hier ein wenig besser kennen und kann ihre Aussagen besser einschätzen.

    Oft hilft es auch, erst eine Nacht darüber zu schlafen wenn man sich ärgert. Dann kann man reflektierter und besonnener antworten.

    Liebe Pamela, ich glaube, alles wollen dir nur helfen.

    Hallo Monica,

    herzlich Willkommen.

    Ich bin seit 33 Jahren mit meinen Mann verheiratet. Er ist/war Quartaltrinker. Ich versuche gerade herauszufinden ob unsere Probleme nur am Trinken liegen. Auch ich habe mich hier angemeldet um Unterstützung zu erhalten. Wir hier haben alle so einige Höhen und Tiefen hinter uns. Ich hoffe, nein ich bin mir sicher, dass du hier die nötige Unterstützung findest.

    Hallo und willkommen Minchen,

    das ist eine schwere Frage und ich glaube die wird dir keiner beantworten können. Es kostet viel Arbeit, Zeit und Tränen die Geschehnisse zu verarbeiten. Nur die Zeit wird es zeigen ob es dir möglich ist, diese Beziehung weiterzuführen. Vergessen glaube ich, wird man es nicht. Aber es kann heilen. Wie gesagt, aber das dauert und es müsste immer ein Schritt weiter nach vorn gehen. Jeder Rückschritt macht es dann zusätzlich schwierig/er!

    Wichtig ist, dass du dir klar machst ob du dir vorstellen könntest, diesen Weg zu gehen. Ein Versuch ist es nur dann wert, wenn du dahinterstehst. Und jeden Versuch, kann/darf man auch abbrechen wenn man nicht mehr kann oder will.

    viele Angehörige schreiben ja hier, dass es wohl nach außen den Anschein machen würde, alles wäre normal und sie froh wären, jemand von außen würde mal was sagen...

    kaffetante, ich glaube das diese auf die Persönlichkeit ankommt, also wie weit begreife ich selbst (Angehörige des Trinkenden) das es nicht mehr NORMAL ist. Und dann kommt es höchstwahrscheinlich auch noch darauf an, wer einem das sagt und wie?!

    Ich habe mir immer gewünscht, dass es Freunde, Bekannte, Kollegen oder Familienmittglieder IHM ganz klar gesagt hätten, dass mit dem Konsum was nicht mehr stimmt. Ich dachte immer, dass er evtl., dann aufgewacht wäre. Aber wie ich hier ja lernen durfte, wäre das wohl auch nicht so gewesen.

    Hallo Eldamadu,

    da kann ich mollyfisch nur zustimmen. Sie mussten ihn nicht tagtäglich an ihrer Seite erleben. Es wird immer gesagt, so viel trinkt er doch nicht und auf Feiern ist das doch üblich....bla bla bla. Darum gehts ja nicht. Wer weiß denn schon was hinter der Haustüre sich abgespielt hat. NUR DU!!!!!!!! Ich glaube auch dass sie irgendwann mitbekommen das er doch mehr trinkt als normal sei, was immer normal ist????? Sieht ja jeder etwas anders. Bitte mach dir nicht so viel Vorwürfe. Mir ging es in der schlimmsten Phase auch wie euch, ich war hart, abweisend und abstoßend. Aber weil er trank!!!

    Und nicht er trinkt weil ich abweisend war.

    …andauernd spukt mir im Kopf herum, was er zu mir nach der Trennung gesagt hat

    …froh, dass ich endlich den Absprung geschafft habe

    …hätte mich schon vor Jahren trennen sollen

    … ohne dich geht es mir jetzt so viel besser, ich schlafe auch endlich wieder gut!

    …der ganze Druck ist weg!

    Tja.... das entspricht seinen Gedanken und in Hinsicht des Alkohols stimmt es auch, der Druck, dein Druck ist weg! Er hat nun keinen mehr der ihm in diese Richtung Druck macht. Die Tatsache dass er sich null um die kleinen bemüht, zeigt mir, dass er seine Gefühle und Gedanken mit Alkohol betäubt.

    Bitte nimm dir diese Worte nicht zu Herzen. Sie sind kalt, so kalt wie der Alkohol den er bestimmt gern gekühlt trinkt.

    Du bist stark, das hast du schon bewiesen. Toll, dass deine Großen neben dir stehen und derselben Meinung sind.

    Leider weiß ich aber auch, dass dir keiner helfen kann. Diese Gefühle, diese Trauer, die musst du zum größten Teil alleine durchleben. So ist das mit allem im Leben, Leider! Deine Gefühlslage kann dir keiner heilen außer du selbst. So funktioniert das Leben. Auch wenn man sich wünscht, dass mit einem Schnips alle wieder gut wird. Aber wem sag ich das, wir sind in einem Alter wo wir diese Erkenntnisse ja bereits alle selbst erlangt haben.

    Jedoch hilft das schreiben hier um sich zu sortieren. Reden hilft auch, vielleicht denkst du wirklich mal über therapeutische Hilfe nach?

    Herzlich Willkommen Bombay,

    du bist ja schon um einiges länger hier als ich es bin.....

    aber wenn der Partner und Vater tagelang 1,5 Promille hat ist das für mich quasi Notwehr wenn ich ihm einfach mal seinen Hausschlüssel oder seinen Geldbeutel entwende.

    Kennt das jemand?

    So in etwa! Da war ich jedoch noch sehr jung und ohne Kind. Da habe ich ihn zu vor gewarnt , sollte er Betrunken heimkommen lass ich ihn nicht rein. Dann kann er gleich bei seiner Stammfamilie übernachten wo er getrunken hat. Gesagt getan. Tür wurde von innen verschlossen und er übernachtete am Dachboden.......Tja, vielleicht hätte ich da schon hellhörig werden sollen????

    Ohne Anwalt verlässt er unser gemeinsames Haus nämlich nicht.

    Hast du schon mal eine Information eingeholt? Vielleicht kann dir das bei deiner endgültigen Entscheidung helfen!

    Bist du bereit die nächsten Schritte zu gehen?

    Hallo Eldamalu,

    bevor ich nun auf deine letzten Beiträge antworten konnte, musste ich mir erst nochmals deine Beiträge vom Anfang durchlesen. Dir wurde geraten dies auch nochmals zu machen. Als erstes gehe ich auf die neuen Texte ein, weil die was in mir hervorgerufen haben....meine Erinnerungen

    Ich war auch einfach oft so unfreundlich zu meinem Mann. Ich war eigentlich die mit den Launen, bzw. der schlechten Laune. Ich hab ihn abgewiesen…ich war auch keine gute Gesellschaft mehr :( ich habe mich in so eine schlechte Version meiner selbst verwandelt und mir einfach 0 Mühe mehr gegeben.

    Auch ich hatte so eine Zeit. Und es war die Folge davon, dass er trank, wie bei dir.

    …wäre ich liebevoller gewesen

    …hätte ich besser kommuniziert

    …hätte ich ihn wieder an meiner Seite schlafen lassen (wir hatte lange getrennte Zimmer worunter er sehr gelitten hat)

    …hätte ich mich nicht so verschlossen

    Hätte….Hätte…

    Auch ich hatte diese Gedanken.....hätte ich dies oder hätte ich das....ABER heute weiß ich ganz genau, egal, es wäre sowieso alles so gekommen wie alles kam. Denn mein Verhalten ihm gegenüber war dem geschuldet, dass er trank und ich damit nicht mehr klar kam. So wie es auch bei dir war/ist!

    Ein ganz gutes Beispiel, auf Feiern trank mein Mann, nicht wenig aber auch nicht so viel dass man behaupten könnte er wäre besinnungslos besoffen. Er war lustig, alle um ihn herum hatten mit ihm Spaß. Ich saß da und wurde immer ruhiger. Mir gefiel es von Bier zu Bier immer weniger. Ich war dann immer die, die nur meckert und keinen Spaß versteht. Aber ich war ja auch die die wusste dass die Fahrt nach Hause, der Tag danach eben nicht mehr lustig wird. Ich war ja die, die alles auffangen und ertragen musste. Meine fast Schwiegertochter (hat mir mein Sohn erst erzählt als sie getrennt waren, deren Vater oder besser gesagt deren ganzen Familie auch gern mal trinkt) mochte meinen Mann lieber als mich obwohl ich für sie mehr da war und ich mit ihr mehr zu tun hatte als mein Mann. ABER mit ihm war es halt lustiger. So empfanden mehrere Menschen um uns herum. Bis zu dem Tag als ich darüber redete was bei uns zu Hause so los ist und ich ihn nicht mehr schütze oder ihm den Rücken frei hielt.

    Ich weiß aber genau wie du denkst und du fühlst. Es könnte ja alles noch viel schlimmer sein. Warum kann ich nicht einfach akzeptieren das er (also in meinem Fall, in deinem ist es ja täglich, wenn ich das richtig gelesene habe) ab und an trinkt. Aber ich konnte es nicht, da sich vieles durch das trinken verschoben hat, so wie anscheinend bei euch. Und genau das ist das Auschlaggebende. Dazu kommt bei dir, dass deine Kinder schon den eine oder anderen Vorfall mitbekommen haben. Und das ist leider nicht gut für sie.

    Darf ich dich Fragen wie das deine beiden großen so wahrgenommen haben, redest du mit ihnen darüber?

    Hallo Mel, was erwartest du dir von diesem Gespräch?

    Ich würde , wie schon gesagt, mich rar machen. Soll er sich doch bei dir melden wenn er mal bereit ist zu reden. Und solltest du aber dann an diesem Tag kein Zeit haben würde ich ihm das genau so sagen. Lauf ihn bitte nicht mehr nach.

    und versteht den Sinn nicht zu reden, er würde mich eh nie verstehen,

    Das sagt er zu dir! Dann ist doch im Grunde alles gesagt, oder?

    Ich weiß nicht weiter... Wie falsch kann die Wahrnehmung eigentlich sein? Ja, er habe auch viel falsch gemacht, aber das ich ihn so verletze ... Bla bla

    Sehr falsch......!

    Lass ihn jetzt einfach links liegen, meinst du das du das könntest?

    Man weiß halt nicht wie es heute ohne Alkohol wäre.

    Da ist dann immer das.....was wäre denn!!!!

    Aber solange das wäre wenn nicht eintritt bleibt es eine Fiktion.

    Leider ist es bei mir auch so das er sich um nicht kümmern kann

    Das ist bei uns eine ganz andere Situation. Mein Mann kümmert sich um viele Dinge, schon immer und diese auch recht zuverlässig und korrekt.

    Aber was ihm manchmal fehlt ist Empathie.

    Wir haben uns die letzten Jahre unterschiedlich weiter entwickelt.

    Das trifft auch uns dann auch wieder zu.

    Das Problem ist, wenn der Alkohol nicht wäre hätte ich mich wahrscheinlich nicht getrennt.

    Okay, das ist eine klare Aussage!

    Ist es noch Liebe oder nur ein man hat ihn lieb und macht sich auch Sorgen wie es mit ihm weitergeht.

    Dieses Gefühl kenne ich auch sehr gut, ich fragte mich auch oft, was genau ist es noch.

    Das schwankt bei mir im Moment von ich vermisse ihn und würde ihn am liebsten in den Arm nehmen bis zu ich möchte ihn nicht mehr haben.

    Bevor wir uns räumlich Trennten, also die paar Wochen zuvor, wo ich sicher war, ich trenne mich, was für mich Gedanklich das Ende bedeutete, empfand ich exakt das gleiche wie du. Ich habe gelitten wie ein Hund. Bin aber standhaft geblieben und nahm ihn nicht in den Arm. Oft tat er mir auch unendlich leid, denn er litt ja auch. Aber dann kam den Moment wo er dann wieder ein Bier trank und ich verspürte Wut, Es war eine grausame Zeit die ich da durchlitt. Darum fühle ich so mit dir. Ich glaube ich kann die Gefühle und dien Emotionen eins zu eins gerade nachempfinden.

    Die ständigen Enttäuschungen. Die würde ich einfach nicht mehr aushalten und das ist es letztlich was mich davor bewahrt wieder schwach zu werden.

    Und da spricht die Vernunft..... :thumbup:

    Da aufschreiben ist ein guter Druckabbau und in emotional schweren Momenten hilft es dir wieder klarer zu sehen. Finde ich richtig gut dass du das für dich gefunden hast.

    Es ist ein schwerere Weg den du gerade gehen musst, ich wünsche dir ganz viel Kraft. <3

    Genau das sind auch meine Gründe Grit.

    Ich glaube einem fällt es anscheinend dann doch leichter wenn einfach alles nur sch..... war/ist.

    Bei dir kommt aber dazu, dass du ihn nicht mehr liebst. Du siehst keine Basis mehr. Bei mir ist es im Grunde jetzt auch nicht nur mehr der Alkohol. Ich habe durch den Austausch hier bemerkt, dass er evtl. nicht mehr der richtige Mann für mich ist auch mit kaum Alkohol.

    ICH muss das jetzt erst noch herausfinden, du hast es schon.

    Ich glaube, dass was du gerade fühlst nennt man Liebeskummer. ;(

    Hallo Grit,

    ich habe mir heute nochmal deinen Faden hier durchgelesen und auch deine Antwort bei mir in meinem Bereich.

    Dass dir der Blick in die Zukunft Angst macht, das kann ich soooooo gut verstehen. Die ganzen Fragen die du dir stellst, haben auch mich die letzten Wochen sehr beschäftigt.

    Dennoch versuchst du auch wie ich, genauer hinzuschauen, sich es nicht mehr schön zu reden.

    Ich würde nun an dieser Stelle gerne tröstende Worte schreiben aber ich bin der Ansicht dass es dafür keinen Trost gibt. Es ist was zerbrochen und geht zu Ende und das hat seine Berechtigung mit all den Tränen, Sorgen und Ängsten.

    Mir bleibt nur, dir ganz viel Kraft zu senden. Ich wünsche dir das Glück, dass jeder von uns verdient hat. Wer weiß, vielleicht kommt der richtige Partner schneller um die Ecke als du dir das im Moment denkst. Wünschen würde ich es dir.

    Zum Glück hast du deinen erwachsenen Sohn an deiner Seite, das ist schon sehr viel Wert. Auch wenn er natürlich sein eigenes Leben lebt.

    Schön dass es dem Hundi wieder besser geht.

    Ich drück dich und sende dir positive Energie.

    Petra

    Nur sich selbst schützen während der andere einfach so weiter macht wird wohl auf Dauer nur schwer funktionieren für die meisten.

    mollyfisch, da hast du völlig recht! Bei uns ist durch die kurze räumliche Trennung schon einiges verändert worden, von beiden Seiten. Aber es ist noch nicht genug. Ob wir an den gewünschten Punkt kommen, wird die Zeit zeigen. Aber wie schon oft hier erwähnt, funktioniert dies nur, wenn beide an sich arbeiten und sich in die richtige Richtung bewegen. Ich bin noch bereit Kompromisse zu machen, jedoch nicht nur auf meine Kosten. Vielleicht ist es bei uns noch nicht zu spät, so wie leider bei dir. Wir werden es in dem nächsten Jahr sehen. Ich werde berichten.