Guten Morgen liebes Forum,
seit Samstag bin ich innerlich tatsächlich sehr ruhig. Komisch....vielleicht weil ich im Kopf mit dieser Selbstgeißelungsphase abgeschlossen habe. Vielleicht auch, weil ich die Selbstzweifel mal ausgesprochen habe. Vielleicht auch nur, weil ich nun auch wieder andere Dinge im Kopf haben muss als die Abhängigkeit. Aber ist ja auch irgendwo egal. Es geht mir gut. Das ist wichtig.
Gestern war mein erster Tag im wirklich normalen Alltag seit meiner Nüchternheit, die inzwischen schon (erst) 37 Tage andauert. Und es war gut. Ich bin ein klein wenig anders. Selbstbewusster, kann mich leichter und ungezwungener an Gesprächen beteiligen. Heute muss ich eine kleine Präsentation halten. Bin gespannt....
Am Nachmittag sagten dann aber doch noch ein paar alte Bekannte aus meinem Kopf Hallo. Auf dem Heimweg.....jetzt gleich zu Hause ein Weinchen....das Gefühl geht einmal kurz bis in den Bauch und ist dann aber genauso schnell wie es kam, wieder verschwunden. Und auch noch mal wieder......wenn alles so leicht geht, kannst du doch kein Alki sein....dann war es doch gar nicht so schlimm. Dann denke ich an meine Absturzliste.
Ich neige dazu, mich immer mit anderen zu vergleichen. Auch bei der Alkoholabhängigkeit. Bin ich besser oder schlechter? Werte andere innerlich ab und fühle mich dann selbst toller. Das ist nicht richtig, ich weiß.
Ich bin, wie ich bin und das sollte für mich gut sein. Aber da ist mein mangelhafter Selbstwert. Wenn ich mich mal ganz ok finde, denke ich gleich, ich leide an Größenwahn.
Immerhin habe ich da etwas, wo ich ansetzen kann auf dem Weg zu meiner inneren Zufriedenheit und damit auch auf dem Weg zu einer zufriedenen Abstinenz.
Ich wünsche euch allen einen entspannten Tag
LG von der innerlich ruhigen und zuversichtlichen Erna