Tja, da spricht dann wohl immer noch meine Abhängigkeit von ihm.
Du darfst schon noch ein bisschen Geduld mit dir haben. Aus der Co-Abhängigkeit herauszukommen ist ein Prozess und nichts, was von heute auf morgen geschieht.
Tja, da spricht dann wohl immer noch meine Abhängigkeit von ihm.
Du darfst schon noch ein bisschen Geduld mit dir haben. Aus der Co-Abhängigkeit herauszukommen ist ein Prozess und nichts, was von heute auf morgen geschieht.
Es war so oft die Hölle und ich ruf mir das auch permanent ins Gedächtnis. Aber es gab auch richtig schöne Tage mit ihm.
Hallo Nova, genau das macht es dir gerade so schwer. In den richtig schönen Tagen schüttet dein Gehirn viel Dopamin aus, an den Horrortagen kommt es zum Entzug davon. Durch das Hin und Her zwischen den schönen und miesen Tagen wird dein Hirn quasi süchtig gemacht. Das bindet ganz stark an so einen Partner. Es hat aber leider wenig mit Liebe zu tun.
Wenn der Liebeskummer gerade sehr stark ist, weiß dein Gehirn, dass dagegen nur die schönen Zeiten helfen und hungert und dürstet ganz stark danach. Nur leider gibt es die schönen Zeiten nicht ohne die schlechten.
Du bist auf Entzug.
Es ist noch nicht so lange her, da ist es mir ähnlich wie dir gegangen. Mir hat geholfen mich viel mit den Horrorzeiten zu beschäftigen, sprich mir immer wieder vor Augen zu führen, dass eben nicht nur alles schön war. Im ärgsten Liebeskummer sind mir immer nur die allerschönsten Begebenheiten eingefallen. Geholfen haben mir auch sehr die Erfahrungen hier im Forum und meine Gefühle auszuleben...sprich den Kummer zulassen und nicht verdrängen.
Schreibe/Rede dir alles von der Seele - hier ist so ziemlich immer jemand da.
Nova, er ist dein Gläschen Wein, Prosecco, Bier, Gin...whatever, von dem du gerade loszukommen dabei bist.
Egal, wen du anrufst, wenn du ihn anrufen willst, Hauptsache du telefonierst mit jemand anderem. Du schaffst das - es wird besser!
LG, Saphira
Hi Nova,
du kannst der Katze auch eine riesige Schüssel Trockenfutter hinstellen. An der kann sie dann tagelang fressen. Gehört die Katze dir? Denn dann würde ich sie mitnehmen.
LG, Saphira
weil er mich so leiden lässt und weiterhin Bier säuft
Er trinkt das Bier nicht wegen dir, sondern wegen sich. Sein Konsum hat mit dir nichts zu tun. Er trinkt nicht um dich zu ärgern. Seine Handlungen sind nicht GEGEN dich, sondern FÜR ihn. Blöderweise schadet er sich selbst damit.
Habt ihr Tipps, wie ich mir heute doch etwas gutes tun kann?
Ich würde das tun, was ich in dem Moment am meisten brauche. In so einem Fall bin ich kein Freund von Ablenkung und so tun, als wäre das Leben so toll.
Wenn Schmerz andauernd verdrängt oder durch Ablenkung auf später verschoben wird, kann er nur schwer nachhaltig gehen. Außerdem kämpft man dann quasi an 2 Fronten...mit dem Schmerz selbst und der Ablenkung/Verdrängung, was wahnsinnig anstrengend ist. Gefühle sind dazu da um gefühlt und nicht um verdrängt zu werden. Sonst hießen sie ja Gedränge🤔
Bisher war erst eine Wohnung im Umkreis interessant. Ich brauch mir also auch nicht vormachen, dass ich schnell hier rauskomme und muss nun eine Strategie entwickeln, mich mit unserer Situation so lange zu arrangieren, ohne weiter zu leiden wie ein Hund.
Da die Situation, solange du noch bei deinem Freund wohnst, ohnehin nicht einfach ist, wäre es doch jetzt DIE Gelegenheit zu leiden wie ein Hund, damit du dann, wenn du ausziehst, schneller frei für ein schönes neues Leben bist.
Hallo NurBier67,
ich stimme dir voll und ganz zu. Die Ruhe ist so angenehm. Ich freue mich sehr für dich, dass du es dir im neuen Zuhause so gemütlich und ganz nach deinen Vorstellungen gerichtet hast.
Du hast Mut und konsequentes Handeln bewiesen und das wird nun belohnt.
Ich bin auch sehr froh darüber nicht mehr dort zu sein, wo ich vor einigen Monaten noch war. Ich habe echt gelitten wie ein Hund, aber jetzt ist es gut. Mir fehlt nichts. Ich fühle mich nicht mehr alleine wie noch während der letzten Beziehungsjahre. Mir wird erst jetzt bewusst, wie alleine ich (mit den Kindern) war, als ich noch dachte, wir wären eine Familie. Es ist "nur" eine riesige Belastung weggefallen, an die ich mich schon so gewöhnt hatte, dass sie mir zeitweise gar nicht mehr aufgefallen ist und die ich als Familie empfand. Die schönen Zeiten waren schon länger vorbei. Dafür können jetzt neue und andere schöne Zeiten zu uns kommen. Ich wünsche dir das von 💖en!
Wir brauchen Mutmacher im Forum, damit die anderen lesen können, dass es
Licht hinten im Tunnel gibt!
Es gibt Licht am Ende des Tunnels!
Nach anfänglichem Wehren und Nichtwahrhabenwollen hat mich das Annehmen und Ausleben des Schmerzes ohne Ablenkungen davon und viel Information über das Thema am schnellsten vorwärts gebracht.
Auch wenn noch einiges nicht geregelt ist, ist es jetzt schon um so vieles besser als noch während der "Familienzeit".
LG, Saphira
Liebe Tardis,
du hast in deinem Eingangspost geschrieben, dass du selbst in einem Alkoholiker-Haushalt aufgewachsen bist und das für deine Kinder nicht möchtest und du hoffst, dass alles wieder gut wird. Warte nicht darauf, dass ES VON SELBST wieder gut wird, sondern mach es selbst gut...für dich und deine 3 Kinder. So hart es ist - die Wahrscheinlichkeit, dass dein Mann dazu beitragen wird, ist verschwindend gering.
Ich kenne diese nicht enden wollende Hoffnung. Bei mir hat nur geholfen die Entscheidung zu treffen, dass ich meine Hoffnung aktiv aufgebe und ihr keinen Raum mehr lasse. Es hat eine Weile gedauert, bis das wirklich gegriffen hat. Aber es hat! Gott sei Dank!
Ich glaube nicht, dass es Liebe ist, die dich noch bei deinem Mann hält. Es fühlt sich wahrscheinlich im Angesicht des Verlustes so an. Vielleicht ist es eher die Angst vor dem Trennungsschmerz, die Angst vor dem Alleinsein und der Unwille euren Kindern zuzumuten, dass eure Familie gescheitert ist. Ich habe mit all meiner Kraft versucht uns als Familie zusammenzuhalten, weil ich unbedingt wollte, dass unsere Kinder keine Scheidungskinder werden. Ich habe dabei völlig übersehen, was es für sie bedeutet weiterhin in einem Umfeld zu bleiben, indem sie andauernd abchecken, wie gerade der psychische Zustand und die Laune des Vaters sind und in dem sie spüren, dass ihre Mutter täglich weit über ihre Grenzen geht, dauerangespannt und zutiefst unglücklich ist. Heute bin ich wieder ziemlich ausgeglichen, schlafe gut, kann meinen Kindern ohne Überbelastung eine verlässliche und sichere Mama sein. Ich bin wieder viel stärker und sie können bei mir so sein, wie sie sind. Dabei ist unsere Trennung erst ein halbes Jahr her. Bei ihrem Vater können sie das nach wie vor nicht. Denn er hat nichts verändert. Wird er wahrscheinlich auf lange Sicht auch nicht.
Du wirst deinen Mann zu keiner Einsicht bewegen können, wenn er das nicht will. Er hat - wie es scheint - auch keine Motivation dafür, denn er sieht eure Ehe nicht mehr erfüllend, sondern nur noch als Zweckgemeinschaft. Manchmal verlieren sich Paare über die Jahre einfach - egal ob mit oder ohne Alkohol. Der Alkohol hat in eurem Fall bestimmt dazu beigetragen, aber vermutlich nicht nur.
Schon seit 6 Jahren sagt er jetzt, dass er mich gar nicht mehr will, ich ihm als Frau egal bin, unsere Ehe nur noch eine Zweckgemeinschaft sei..usw..
aber wenn dem so wäre, warum ist er dann noch da?
6 Jahre sind eine lange Zeit, in der du dir von deinem Mann sagen lässt, dass du ihm egal bist. Warum er noch da ist? Vielleicht fällt es ihm genauso schwer wie dir einen Schlussstrich zu ziehen. Vielleicht hätte er im Außen sein Ansehen zu verlieren, wenn er seine Familie verlässt, vielleicht ist es bequem den Haushalt geführt zu bekommen, vielleicht wäre eine Trennung für ihn eine finanzielle Herausforderung, die er nicht stemmen will oder kann....es gibt viele Gründe zu bleiben und keiner der Gründe muss Liebe sein. Leider. Leider ziehen viele Menschen eine vertraute besch... Situation einer ungewissen Veränderung vor.
Ich bin seit Monaten auf der Warteliste für eine Psychotherapie. Ich leide seit Jahren unter Depressionen und immer stärker werdenden Ängsten.
Manchmal denke ich, vieles davon (nein, nicht alles) habe ich auch der Ehe mit diesem Mann zu verdanken.
Das halte ich für sehr realistisch. Auch ich wurde am Ende noch mit einer netten Depression belohnt - bzw. was heißt am Ende - Anzeichen hatte ich schon länger, ich habe sie nur einfach ignoriert, weil ich dachte, ich müsse funktionieren und weiterhin alles zusammenhalten. Ich war wie im Hamsterrad gefangen. Wie willst du in einem kranken Umfeld gesund werden, wenn die Belastung nicht verschwindet. Wenn du nur darauf pokerst und hoffst, dass dein Mann die große Veränderung herbeiführt, indem er einsichtig und trocken wird, bleibst du ewig von ihm abhängig.
Aber wahrscheinlich habe ich mir das ganz unbewußt so ausgesucht, wenn ich an die Ehe meiner Eltern zurück denke.
Das ist leicht möglich. Aber nun ist es nicht mehr unbewusst. Es ist dir bewusst geworden. Was dir bewusst ist, kannst du beeinflussen und verändern. Vielleicht bist du Mama einer Tochter. Du kannst ihr nun vorleben, dass du einen Kreislauf durchbrichst, wenn du aus dieser unglücklichen Ehe aussteigst. Du kannst ihr vorleben, dass du das Recht hast wieder glücklich zu sein und dass du alles dafür tust, um es wieder zu werden. Vielleicht bist du Mama eines Sohnes und lebst ihm vor, dass Männer Frauen nicht so respektlos behandeln dürfen - die Schwiegertochter wird es dir eines Tages danken. Als dreifache Mama ist dir vielleicht schon einmal das Zitat "Wir brauchen unsere Kinder nicht erziehen. Sie machen uns ohnehin alles nach." untergekommen. Du kannst vieles bewirken und du kannst dem, was du aus der Ehe deiner Eltern bisher unbewusst wiederholt hast, eine Wendung geben. Für dich. Für deine Kinder und deren Kinder.
Du bist so viel mehr wert, als dass du in einer dauerhaft unglücklichen und krankmachenden Situation verharrst! Warte nicht darauf, dass sich dein Mann verändert. Verändere, was du für dich und deine Kinder verändern kannst. Vielleicht ist der erste Schritt sich einfach einmal rechtlich beraten zu lassen.
Konzentriere deine Hoffnung auf dich und nicht mehr auf ihn!
LG, Saphira
Hallo Mimi,
willkommen im Forum. Hier wirst du jede Menge Menschen treffen, die Ähnliches bereits durchgemacht haben, was du gerade erlebst. Vielleicht fühlst du dich dann ein bisschen weniger alleine.
Es ist gut, dass du deine Grenzen gegenüber deinem Freund nun klar abgesteckt hast...auch wenn es dir noch ziemlich schwer fällt das durchzuziehen. Das wird wahrscheinlich noch eine Weile so schwer sein. Aber es wird mit der Zeit besser. Wenn ihr keine Kinder habt, dann stelle den Kontakt komplett ein - zumindest mal für einige Wochen. Wenn er sich, wie du beschreibst, nicht daran hält, dann blockiere ihn zur Not. Du tust dir selbst einen Gefallen, wenn du durch seine Anrufe und Nachrichten nicht andauernd tief in deine Wunden bohren lässt. Jetzt stehst du für dich an erster Stelle und es ist wichtig nun nur auf dich zu schauen und alles zu tun, damit es dir bald wieder besser geht. Ob er nun trinkt oder nicht, ist ganz allein seine Sache und seine Verantwortung. Du wirst ihn nicht davon abbringen oder gesund lieben können. Nur er kann an seiner Sucht etwas ändern und die meisten wollen leider gar nichts ändern.
Nimm deine Zweifel als Hinweis auf deine Co-Abhängigkeit. Immer wenn sie kommen und du dich mit der Frage quälst, ob du ihn alleine lassen kannst, ob du ihm zumuten kannst dich von ihm zu trennen, dann sind das rote Lampen, die dich auffordern bei dir zu bleiben. Er ist erwachsen und für sich selbst verantwortlich und wenn überhaupt kann er ein trockenes Leben nur aus diesem Standpunkt heraus schaffen. Wann immer du denkst, du müsstest ihm helfen, bleibt er klein und schwach und nichts wird sich ändern. Wann immer du zweifelst, nimm es als Hinweis dich in dem Moment ganz besonders gut um dich selbst zu kümmern.
LG, Saphira
Oh ja Saphira, ich weiß das vom Kopf her ja. Wirklich. Ich muss jetzt einfach mit diesem Liebeskummer fertig werden. Ich bin in einer Tour am heulen. Alles tut weh, der Kopf, der Bauch, das Herz. Ich kann nicht schlafen, nicht essen.
Ich weiß, liebe Nici!
Ich habe das gerade alles hinter mir...du kannst es dir vielleicht jetzt gerade nicht vorstellen, dass es dir wieder besser gehen wird. Mir ging es zu Beginn so, dass ich dachte, dieser Schmerz würde nie mehr enden. Doch! Er wird leichter und endet irgendwann.
Zögere nicht dir im real life auch Hilfe zu holen - Freunde/Familie, Beratungsstelle, Hausarzt, Psychologin....
Hallo Nici,
deine Liebe hat nicht versagt. Sie kann einfach nichts gegen diese Krankheit ausrichten - egal wie stark sie ist. Deine Liebe würde auch keine andere Krankheit - meinetwegen Krebs - deines Freundes heilen.
Ich akzeptiere, dass ich aufgebe um mich vor weiterem Schaden zu bewahren.
Du hast auch das Recht glücklich zu sein und gesund zu leben. Vielleicht ist dir schon irgendwo die Aussage "Keine Hilfe ist die beste Hilfe" untergekommen. Je mehr du deinem Freund abnimmst, je mehr Verständnis du für ihn und seine Sucht hast, umso eher bleibt er darin hängen. Du hilfst ihm am meisten, wenn du die Verantwortung für seine Lage zu 100% bei ihm lässt. Nur so kann er, wenn überhaupt, in seine Kraft kommen und sich gegen seine Krankheit auf die Füße stellen. Ob er will oder nicht, kannst du leider nur geringfügig beeinflussen. Vielleicht will er ja, wenn du deine Grenzen ganz klar absteckst.
LG, Saphira
Hallo Nici,
herzlich willkommen!
Als ich dieses Forum gefunden habe, habe ich ein paar Wochen gebraucht um mich zu registrieren...so viel Überwindung hat es mich gekostet mir quasi öffentlich einzugestehen, in was für einer Lage ich bin. Zum Glück habe ich mich dann doch angemeldet und ausgepackt, denn der Austausch hat mir sehr geholfen. Ich habe mich durch die vielen ähnlichen Geschichten nicht mehr so alleine mit meiner gefühlt.
Helfen wirst du deinem Freund leider nicht können. Das kann er nur selbst (mit professioneller Unterstützung). Aber du kannst für dich selbst da sein und dafür sorgen, dass dein Leben wieder angenehm wird.
LG, Saphira
Hi Twizzler,
dass so ein Stubentiger eine kuschelige Spardose sein kann, kenne ich auch. Aber es ist schließlich für einen guten Zweck und die tierischen Mitbewohner sind meist auch recht dankbar dafür, auch wenn sie zunächst die Tierarztbesuche eher hassen. Aber am Ende erkennen sie schon, dass man ihnen geholfen hat - so meine Erfahrung.
Herzlichen Glückwunsch zu den 850 Tagen!
Es spielt keine Rolle, ob Lotta für oder gegen ihren Mann arbeitet. Er kann jeden Tag wählen, was er in Zukunft macht - weiter wie bisher oder Entzug und Therapie...und Lotta, du kannst auch wählen. Du kannst aber nur für dich und deine Tochter wählen. Es spielt keine Rolle, ob du zu ihm lieb oder böse bist. Du kannst nichts bei ihm ausrichten. Nichts, niente, nada! Das kann nur er. Du kannst aber viel für dich und deine Tochter ausrichten, wenn du das willst.
Er ‚hält mich halt bei Laune‘
Du entscheidest, wie lange noch. Er kann dich nur bei Laune halten, wenn du dich bei Laune halten LÄSST!
Ok,der arme Kerl weiß gar nicht wohin und überhaupt…jetzt kann ich nicht noch eins oben draufsetzen.
Weißt wie ich meine?
Ich verstehe das sehr gut. Dieses Ding mit dem Mitleid habe auch ich nach einigen Monaten Getrenntsein noch nicht ganz überwunden. Ich sage mir dann immer, der Mann hätte so viele Exit-Möglichkeiten gehabt. Ich hätte ihn voll und ganz unterstützt. Er wollte aber lieber weitersaufen und unsere Familie zerbrechen lassen. Er hat sich somit auch die unangenehmen Konsequenzen ausgesucht. Obwohl er mir (inzwischen zum Glück nicht mehr so oft wie noch vor ein paar Wochen) leid für die unangenehmen Umstände und Konsequenzen tut, wählt er trotzdem weiterhin seinen Weg. Er wählt auch das Unangenehme. Er muss mir nicht leid tun. Er hatte 1000e Chancen seine Richtung zu ändern. Aber er will das nicht und dein Mann, wie es aussieht, auch nicht.
Liebe Lotta,
du schreibst, dass du unentspannt und unglücklich in der Partnerschaft bist. Das spürt doch deine Tochter auch. Für Kinder ist nichts so entspannend, wie ausgeglichene, glückliche Eltern. Denn dann "müssen" sie sich nicht um die Eltern sorgen und können sich sicher fühlen.
Du nimmst ihr nicht den Vater...er nimmt sich ihr selbst, weil sein Fokus auf dem Alkohol liegt anstatt auf euch. Du kannst ihr nichts nehmen, was ohnehin nicht ganz da ist.
LG, Saphira
Hallo Anna,
Er wird planmäßig im Januar einen neuen Job antreten, wenn er jetzt aber sämtliche Termine im Vorfeld versäumt, dann wird das wohl nichts. Wer zahlt dann die Kreditraten vom Haus ab? Ich, und zwar alleine.
Wer füttert ihn dann durch, bis er wieder auf die Füße kommt?
Hat er überhaupt vor, jemals wieder in unser Leben zurückzukehren?
Was ist mit all unseren Plänen, was ist mit den Einladungen zu Verwandten und Freunden in der Vorweihnachtszeit, zu denen wir bereits zugesagt hatten?
All diese Fragen kann ich ja frühestens mit ihm besprechen, wenn er überhaupt wieder ansprechbar ist, und so lange muss ich mit ihnen leben. Also wäre mir schon sehr geholfen, wenn er möglichst schnell in einen Entzug kommen würde, sodass es wenigstens eine Perspektive gibt. Aber dafür müsste vermutlich schon wieder ich diejenige sein, die aktiv wird, denn bei ihm kann das noch dauern und dann ist zumindest der neue Job vermutlich futsch.
du stehst gerade vor lauter Ungewissheiten und der Frage: rette ich ihn weiterhin, damit auch mein Leben gut weitergeht oder riskiere ich das alles, lasse ihn weiter fallen - mit ungewissem Ausgang?
Mein Mann und ich haben es nicht geschafft. Ich habe sehr lange alles, was ich nur irgendwie konnte, ausgeglichen. Heute frage ich mich, was geschehen wäre, wenn ich zu einem viel früheren Zeitpunkt ganz konsequent und hart gehandelt hätte. Ähnliche Fragen wie deine haben mich dazu gebracht still zu halten und kein Risiko einzugehen. Gebracht hat es mir, dass nun unsere Familie zerbrochen ist. Ich weiß natürlich nicht, was passiert wäre, wenn ich zu einem früheren Zeitpunkt alle Konsequenzen bei ihm gelassen hätte. Wäre er rechtzeitig aufgewacht, noch bevor unsere Ehe so gewaltigen Schaden genommen hat? Keine Ahnung. Viele Alkoholiker schaffen es ja leider nie, egal wie tief sie fallen.
Könntest du irgendetwas für dich tun, damit du im Falle des Falles halbwegs unbeschadet aus dieser Situation herauskommst?
Ich rege mich gerade etwas über diesen Therapeuten auf. Kann der nicht mal was für sein Geld tun, Deinen Mann im Hotel besuchen und ihn zu einer Entgiftung schleppen?
Würde dann nicht auch der Therapeut ziemlich coabhängig handeln? Sollte nicht der Mann selbst seine Entgiftung unbedingt wollen, damit die Chancen höher sind, dass er es diesmal schafft?
Ich weiß nicht was ich machen kann und hab noch immer Schuldgefühle meinen Partner und Kindern gegenüber wenn ich gehe.
Ich kenne diese Schuldgefühle sehr gut - vor allem den Kindern gegenüber. Bei mir hat es eine Weile gedauert, bis ich erkennen konnte, was es für die Kinder bedeutet hätte weiterhin in einem Umfeld zu bleiben, in dem Stimmungsschwankungen, erhöhte Reizbarkeit, Alkohol und ein täglicher Eierlauf an der Tagesordnung gestanden hätten.
Kranksein mit Baby und Kleinkind ist immer hart. Meine Kinder waren noch vor Corona so klein, es war trotzdem hart.
Dann bleibt eben ein Großteil des Haushaltes liegen und in der Not finden sich fast immer Helfer (Freunde, Nachbarn, Familie - falls in der Nähe). Ich kann dir versichern, auch wenn es für dich noch ein bisschen dauert, dass Kranksein in ein paar Jahren wieder viel "einfacher" ist.
Natürlich darfst du wütend sein. Gefühle kommen und gehen. Deine Wut zeigt doch nur, dass deine Grenzen längst massiv überschritten sind. Wut ist eine gesunde Reaktion. Vielleicht kannst du deine Wut als gute Kraft nützen, damit du dich aus dieser Situation lösen kannst.
Hallo Vanessa,
das mit dem an allem schuld sein, das bekam ich auch nicht nur einmal zu hören. Es kommt auch hier im Forum in vielen anderen Geschichten genau so vor.
Ich glaube, das machen sehr viele, damit sie keine Verantwortung übernehmen müssen. Denn würden sie das tun, hätten sie ziemlich viel wieder gut zu machen.
Für mich klingt das, was du von ihm schreibst, eher nach gekränkter Eitelkeit. Das ist aber sein Thema. Du sollst weiterhin der Sündenbock bleiben, damit bindet er dich an sich und lenkt wunderbar von allem ab, was er getan hat. Versuche dich auf dich zu konzentrieren, auf deinen zukünftigen Weg und dein neues Leben.
LG, Saphira
Ich sehe das wie du. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal Alkohol getrunken habe. Erwähnenswert? Nein, find ich nicht. Du könntest ihn fragen, was er dir damit sagen will.