Beiträge von Saphira

    Dem kleineren war es nicht bewusst, dem größeren Kind ist es in den letzten Monaten schon aufgefallen, hat aber nichts gesagt.

    Ja, manchmal haben sie auch Streits mitbekommen. Leider.

    Mit den Marmelade, Nudeln und Reis meinte ich, dass es doch nicht normal ist, Lebensmittel zu verstecken (mit Ausnahme von Schokolade :S). Niemand mit einem gesunden Umgang mit Alkohol wird Flaschen zwischen den Kleidern, im Schuhschrank, Werkzeugschrank oder sonstwo verstecken. Man hätte einfach einen Platz in der Wohnung - unerreichbar für Kinder und fertig.

    Lotta

    Unsere Kinder waren knapp 6 und knapp 10 - die Trennung war vor 5 Monaten. Sie war sehr unschön.

    Wir haben anfangs noch sehr gehofft, dass ihn das nun aufweckt und er einsichtig wird. Ich habe den Kindern erklärt, dass es so, wie es war, nicht mehr weitergehen konnte. Es war zum Schluss wirklich kaum noch auszuhalten. Es liegen extrem harte 5 Monate hinter uns. Da will ich nichts beschönigen. Aber wenn ich mir vorstelle, wir wären noch immer zusammen und jedem Tag dem Zustand von vor der Trennung ausgesetzt, nein - danke! Das klingt vielleicht hart, so bin ich aber überhaupt nicht. Ich bin noch immer sehr traurig darüber, aber das war ich auch schon lange, als wir noch zusammen waren.

    Deine Verunsicherung, ob du übertreibst oder etwas falsch einschätzt, das kenne ich auch. Ich habe hier in der SHG eine wichtige Sache gelernt: es spielt keine Rolle, wie die Diagnose lautet, sondern wie ICH mich mit seinem Konsum fühle! Es spielt eine Rolle, ob es MICH stört, MICH besorgt macht, ob ICH damit (glücklich) leben kann.

    Vorallem weil er auch heimlich trinkt.

    Habe diverse Verstecke aufgedeckt.

    Versteckt ihr auch Marmelade, Nudeln, Reis, Orangensaft, Milch...?

    Das werden dir hier viele Mitglieder bestätigen, dass auch sie oder ihre nassen Angehörigen das gemacht haben. War bei uns auch so. Das ist kein gesundes Verhalten!

    Wenn du seine Verstecke nun aufgedeckt hast, wird er sich halt neue, bessere suchen.

    Ich glaube wenn ich alleine wäre würde ich den Absprung besser schaffen.

    Genau dasselbe habe ich auch immer gedacht. Ich habe mir so sehr den Kopf zerbrochen, was es mit unseren Kindern macht, wenn sie Scheidungskinder werden, was ich ihnen antue, wenn ich gehe, weil unsere Beziehung kaputt ist - sie lieben ihren Papa doch so sehr.

    Doch weißt du, was ich lange völlig übersehen habe: was es mit ihnen macht, wenn wir bleiben - wenn sie andauernd mit einem Papa konfrontiert sind, der keine Nerven hat, der depressiv ist, der eine Fahne hat, der sie als Belastung empfindet, der zu ihrer Mama überhaupt nicht mehr lieb ist, wenn sie andauernd wie auf rohen Eiern laufen um nur ja den Papa nicht aufzuregen, wenn er abends verspricht in einer halben Stunde zu kommen und er dann Stunden später noch immer nicht da ist, wenn sie ihre Mama völlig ausgelaugt und unglücklich erleben, wenn sie merken, dass andere Familien ihre Wochenende gemeinsam verbringen und wir nicht, weil der Papa immer etwas anderes zu tun hat.....

    Hallo Lotti,

    ich kann mich sehr gut in deine Lage hineinversetzen, weil ich das selbst alles so erlebt habe, mit dem Unterschied, dass ich 2 Kinder habe.

    Ich habe sehr sehr lange gehofft und mich immer wieder von besseren Phasen ablenken lassen.


    Leider verschärft der Alkohol Depressionen. Er betäubt zwar kurzfristig, aber langfristig hält er deinen Mann in der Depression. Er müsste erst den Alkohol in den Griff kriegen und sich danach um die Depression kümmern. Ich habe das unzählige Male erlebt - immer wenn mein Mann wieder vermehrt getrunken hat, sind seine Launen in den Keller gegangen, er konnte nicht schlafen, hat viel ungesünder gegessen, hatte Stimmungsschwankungen, war empfindlich ohne Ende, alles war ihm zu viel. Früher hat sogar ein Gespräch darüber gereicht und er hat den Konsum eingestellt. Schnell wurde dann auch seine Stimmung besser und wir hatten wieder für einige Wochen oder Monate ein normales, gutes Leben. Doch dann trank er wieder das nächste erste Glas und ein neuer Trinkzyklus begann. Bald darauf ging auch seine Stimmung wieder in den Keller und er wurde unfassbar anstrengend. Irgendwann haben auch Trinkpausen nichts mehr an seiner Stimmung geändert. Es ging nur noch bergab. Erst war er wie dein Mann ohne Alkohol ein toller Mensch, später nicht mehr.

    Auch er hat mich oft - eigentlich genau mit diesen Trinkpausen - zu beruhigen versucht, dass er das mit dem Alkohol im Griff hätte. Anfangs habe ich es auch geglaubt, später nicht mehr. Er konnte entweder gar nichts trinken oder eben trinken. Aber nur ein bisschen - nein, das hat nicht geklappt. Das wirst du hier von so ziemlich allen bestätigt bekommen. Ich habe ihn auch jahrelang nie betrunken erlebt, das begann erst in den letzten 2 Jahren. Der Weg ging stetig bergab.

    Ich kenne diese nicht enden wollende Hoffnung sehr gut. Doch sie macht dich abhängig von ihm. Sie "zwingt" dich quasi darauf zu warten, dass ER etwas ändert. Darauf kannst du aber nicht pokern. Leider ändern manche nie etwas, egal, wie oft sie es versprechen und auch egal, wie tief sie fallen.

    Ändern kannst nur du etwas - für dich und deine Tochter. Ihn wirst du leider nicht bewegen können. Das kann er nur selbst, sofern er es überhaupt will. Viele wollen leider nur trinken, weil sie müssen.

    Ich konnte (und kann eigentlich bis heute) nicht verstehen, dass mein Mann nicht einmal für unsere Kinder bereit war sich Hilfe zu holen, damit ihre (unsere) Familie nicht zerbricht. Ich glaube, das ist für uns Cos ja auch kaum nachvollziehbar, weil ja wir alles für unsere Lieben tun würden (und uns selbst nur zu gern vergessen). Er und sehr viele andere Alkoholiker auch nehmen das aber alles in Kauf. Wir sind nun auf dem Weg zur Scheidung.

    Ich bin hier in der SHG angekommen, weil ich auf der Suche nach Erfolgsgeschichten war. Leider sind diese Geschichten sehr sehr selten, auch wenn sie hier gehäufter auftauchen als im real life.

    Lass dir Zeit, lies dich durchs Forum! Hier ist immer jemand da, der dich versteht. Fühle dich herzlich willkommen!

    LG, Saphira

    Hallo Annelui,

    ich weiß nicht, die Geschichte mit der Therapeutin glaub ich nicht. Klar - wissen kann man es nie, aber wer weiß, vielleicht versucht er nur dich damit wieder "brav" zu machen.

    Ich kann dir deinen Schmerz sehr gut nachempfinden. 12 Jahre sind eine lange Zeit - wie bei mir. Es wird wohl noch eine Weile dauern.

    Ich drück dich aus der Ferne!

    LG, Saphira

    Biffi, die Sorge wegen der Wohnung hatte ich auch. Ich habe mir lange vor der Trennung viele Gedanken und auch Druck deswegen gemacht. Im Endeffekt war es so, dass ich in der Wohnung geblieben bin (mit den Kindern) und mir jetzt in Ruhe eine suche. Irgendwann in den nächsten Monaten wird schon etwas Passendes auftauchen.

    Biffi, es war provokativ, was ich dich gefragt habe. Ich habe mir doch auch verschiedene Sorgen um meinen Mann gemacht. Ich habe ihm ebenso sehr vieles abgenommen. Ich habe es ihm nicht einmal mehr zugemutet, dass er nach der Arbeit eine Packung Milch mitbringt.

    Ohne Alkoholproblematik würde man sich doch um einen erwachsenen Mann niemals sorgen, dass er zu Hause stürzen könnte.

    Wenn man so nahe dran ist, werden viele Dinge, die man übernimmt, irgendwann normal, obwohl sie alles andere als normal sind. Ich glaube, wir Cos müssen auch lernen nüchterner zu denken - ein anderes nüchtern, aber dennoch...

    Ich denke, wenn er fällt und sich den Kopf stößt und niemand da ist.

    Ich frage jetzt mal ganz direkt und frech: Wie alt ist er, dass du dir solche Gedanken machst, wenn du das Haus verlässt? 4 oder 40?

    Falls er wirklich gefallen ist, wenn du heimkommst, könntest du einfach die Rettung rufen. Dann hast du ihm geholfen, aber du verdeckst nicht mehr die Folgen seiner Sauferei.

    Hallo Vanessa,

    vieles, was du beschreibst, kommt mir sehr bekannt vor. Auch mein Mann hat sich in den letzten beiden Jahren sehr in seiner Art verändert. Ich weiß, was es heißt, wenn man sich so sehr wünscht, er möge wieder so werden, wie ich ihn kannte und liebte. Doch leider lassen sich die Zeit nicht zurückdrehen und Verletzungen nicht ungeschehen machen.

    Du kannst ziemlich sicher nichts dazu beitragen, dass sich dein Mann ändert. Das hat nur er in der Hand.

    Es ist auch fraglich, wie man mit einem Menschen weitermachen kann, der einen mit einer anderen Frau betrogen hat.

    Du kannst nur auf dich schauen und dich um deine Zukunft kümmern. Es wäre gelogen, wenn ich sage, dass das einfach ist. Mein Mann und ich sind nun seit einigen Monaten getrennt, wir haben noch junge Kinder und waren beruflich verbunden. Es ist hart, aber es geht, es wird irgendwann wieder gut sein. Ich weiß aber, wenn wir weitergemacht hätten - und ich habe wirklich sehr dafür gekämpft, gäbe es keine Hoffnung auf Besserung, denn es ist immer nur weiter bergab gegangen.

    Komm hier einmal in Ruhe an - du wirst viele Menschen treffen, die Ähnliches wie du erlebt haben.

    LG, Saphira

    Liebe Zitronenfalter,

    ich kann deinen Schmerz sehr gut nachempfinden. Vor ein paar Monaten war ich in einer ähnlichen Situation wie du. Was du gerade durchmachst, ist sehr sehr schwer. Ich möchte dir deine Fragen beantworten bzw. auf einiges eingehen, das du geschrieben hast.

    Er ist optisch mein absoluter Traummann... dazu ist er zwischen diesen Phasen ebenfalls absolut mein Mann... ich frage mich wie ich Ihn dazu bringen kann das er Einsicht hat und Hilfe holt.

    Auch mein Mann (wir sind seit 4,5 Monaten getrennt, 2 Kinder) war (und ist) mein Traummann - optisch und so wie er in den guten Zeiten war. Ich habe mir mein Hirn zermartert, wie ich ihn zur Einsicht bringen kann, dass er sich endlich Hilfe holt. Während sich meine Gedanken - rückblickend jahrelang - im Kreis gedreht haben und ich unzählige Male dachte, dass ich JETZT endlich das überzeugende Argument gefunden habe, wurden nur unsere Ehe und seine psychische Verfassung immer schlechter, aber zur Einsicht hat nichts davon geführt. Die Antwort ist leider: Du kannst und wirst ihn nicht zur Einsicht bringen! Er muss selber draufkommen. Wann das geschieht, kann dir niemand sagen. Es kann dir nicht einmal jemand sagen, ob das überhaupt jemals passieren wird. Das ist sehr hart, ich weiß. Du kannst leider nichts für ihn tun! Du kannst nur für dich und deine Kinder etwas tun.

    Kann ich ihm wirklich durch meine Trennung helfen?

    Vielleicht, vielleicht auch nicht. Trenne dich nicht, um ihm zu helfen. Trenne dich, um dich und deine Kinder zu retten. Vielleicht weckt es ihn auf, vielleicht aber auch nicht.

    Ich stürze mich in ein absolutes Unglück und ihn doch auch.... ist es nicht meine Aufgabe als Ehefrau auch so etwas auszuhalten/ welche Limits sind ok...

    Ich habe so sehr um unsere Familie und Ehe gekämpft. Ich kann mit Gewissheit sagen, dass ich nichts unversucht gelassen haben, weil ich genau dieses Unglück nicht wollte. Ich wollte nicht, dass unsere Kinder Scheidungskinder werden. Ich wollte ihn nicht im Stich lassen und ich habe es auch nicht - er hat mich und die Kinder im Stich gelassen, indem er sich nicht um seine Krankheit kümmert.

    Es ist nicht deine Aufgabe deinen Mann AUSZUHALTEN. Es geht dabei nicht darum ihn nicht so sein zu lassen, wie er ist. Die Frage ist aber, wie mutet er sich dir zu? Ab wann überschreitet ER deine Grenzen? Du musst deine Grenzen nicht andauernd nach hinten verschieben, damit er sich nicht verändern muss. Sich bis zur Besinnungslosigkeit zu betrinken und dann im Suff seine Frau zu beschimpfen geht zu weit. Die Verantwortung dafür liegt nur bei ihm.

    die ganzen beleidigungen kommen nur im alkoholisierten Zustand... Ja sie verletzen mich sehr. Sehr!

    Das ist nur dann eine Entschuldigung, wenn ihm das ein- oder zweimal passiert, er den Zusammenhang erkennt und daraufhin konsequent auf Alkohol verzichtet, damit das nicht mehr passiert. Wenn du weißt, dass ihn eine bestimmte deiner Verhaltensweisen zutiefst verletzt, machst du es dann trotzdem immer wieder?

    Auf Dauer werden deine Gefühle für ihn weniger werden. Er würgt sie mit der Zeit mit seinen Beleidigungen ab.

    Ich denke sein Problem ist seine suchtkranke Mutter, welche er als kleiner Junge des öfteren stark alkoholisiert erlebte....

    Genau - es ist sein Problem. Es kann nur er lösen. Es ist wirklich traurig, was er als Kind erlebt hat. Mein Mann hat ein ähnliches Schicksal mit seinem Vater erlebt. Doch das ist keine Entschuldigung, dass nun seine Kinder dasselbe erleiden müssen wie er damals. Was deine Schwiegermutter damals ihrem Sohn zugemutet hat, war in ihrer Verantwortung, die sie nicht getragen hat oder tragen konnte. Jetzt ist dein Mann aber erwachsen und es liegt in seiner Verantwortung sich um die Heilung und Aufarbeitung seiner Kindheit zu kümmern. Du kannst da nichts machen. Zum Glück - es wäre ja schlimm, wenn ein anderer Mensch, auch wenn es der eigene Ehepartner ist, so in das Leben eines anderen eingreifen könnte.

    Es ist weder deine Aufgabe ihm zu helfen, noch wird es gelingen. Er kann sich nur selber helfen.

    Ich glaube, es verhält sich wie mit einer Geburt. Es kann dich dein Mann begleiten, es kann dich eine Hebamme unterstützen...aber bekommen musst du das Kind selbst. Das kann dir niemand abnehmen.

    Auszuhalten, dass du als Ehefrau nichts machen kannst, ist verdammt hart. Für mich ist es noch immer kaum zu fassen. Als ich heute Morgen gelesen habe, wie schrecklich es dir nachts gegangen ist, musste ich unweigerlich an meine ersten Nächte nach der Trennung denken und ich muss sagen, ich denke nicht gerne daran zurück. Ich hatte das Gefühl, es zerreißt mich. Es waren richtige körperliche Schmerzen. Grauenhaft. Ich kann dir nur Mut machen, es wird besser. Für mich war es nach einiger Zeit, als hätte ich einen Entzug hinter mir. Es tut noch immer weh, aber die Abstände zwischen den schmerzhaften Phasen werden größer und der Schmerz wird immer weniger tief. Bei meinem Mann hat sich leider nichts bewegt. Er hat keine Einsicht. Ich warte jetzt aber auch nicht mehr darauf. Trotzdem ist es eine Herausforderung seine Entscheidung anzunehmen. Ich kann es verstehen, aber nicht begreifen.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft, melde dich hier gerne - es hört immer jemand zu. Hier findest du Menschen, die erlebt haben, was du gerade durchmachst und die dich verstehen.

    LG, Saphira

    Hallo Zitrone!

    Hast du die Möglichkeit jetzt ein bisschen Sport zu machen oder nur flott spazieren zu gehen? Wenn ich so voller Anspannung bin, hilft mir das oft ganz gut...oder eben wie du das machst: reden, reden, reden bzw. schreiben.

    Ich verstehe total, dass dich so ein Anruf sehr mitnimmt.

    Gibt es eine Co-Demenz? Das ich alles vergesse, was er mir antut? Das ist ja fürchterlich...

    Möglich🤔 ich glaube eher, wir Cos rutschen da so step by step hinein. Die regelmäßigen Grenzüberschreitungen der Trinker werden irgendwann zur Gewohnheit und die Nulllinie wird immer weiter nach unten korrigiert. Wahrscheinlich sind wir viel zu empathisch und der Wunsch jemanden zu retten ist viel zu groß, warum auch immer. Ich habe mich lange gefragt, warum ich einfach nicht genug Wut bekomme um meine Grenzen zu verteidigen. Bei mir war da fast immer nur Traurigkeit.

    Ich hänge einfach in der Luft. Ich liebe diesen Mann und weiß das er krank ist. Helfen? Ich kann es nicht, solange er sich nicht helfen lassen will.

    Hallo Saphire,

    diese Erkenntnis war für mich die allerschwerste. Das wirklich anzunehmen hat gedauert. Du kannst einen Menschen nicht retten, der nicht gerettet werden will. Du kannst nur dich und eure Kinder retten.

    Bei mir war es so, dass ich sehr lange gefühlt Tag und Nacht darüber nachgedacht habe, was ich tun oder sagen könnte, um ihn zu erreichen. Es ist mir bis heute nicht gelungen, wobei ich es jetzt auch gar nicht mehr versuche.

    Wie weit du und eure Kinder noch mitgehen können und wollen, entscheidest du selbst. Ich bin sehr lange geblieben, weil ich den Kindern unbedingt die Familie erhalten wollte und habe dabei übersehen, dass wir schon länger gar keine Familie mehr waren. Durch dieses krampfhafte Zusammenhalten der Familie habe ich Raubbau an meiner Seele betrieben. Es hat alles nichts gebracht.

    Die Sorge, dass eure Zwillinge mit 4 noch zu klein sind, um zu gehen, kann ich sehr gut verstehen. Auch ich wollte das unbedingt vermeiden. Doch was hatten sie stattdessen: tägliche Stimmungsschwankungen, eine unglückliche Mutter, ein auf rohen Eiern laufen um nur ja den Vater nicht zu strapazieren, meine Angst, er könnte mit ihnen mit Alk im Blut mit dem Auto fahren usw.

    Obwohl es noch immer schwer ist, die Daueranspannung ist gewichen.

    Nimmst du deinen Mann irgendwo in seine Pflicht als Vater und Ehemann? Oder nimmst du ihm vieles ab, rettest ihn, wenn er einen Ausfall hat? Ich habe rein gar nichts mehr von meinem Mann verlangt. Rückblickend war genau das keine gute Idee.

    Ich wollte lange nicht wahrhaben, dass ich nichts tun kann. Er hat auch mir zwischendurch immer wieder mal versprochen mit dem Trinken aufzuhören. Er hat jedes Mal nach demselben Schema nach einigen Wochen wieder damit begonnen. Wirklich ernst hat er meine Sorgen nie genommen.

    Du kannst nur für dich etwas ändern. Das geht. Für mich war es total hart zu erkennen, dass mein Lebenstraum geplatzt ist und manchmal kann ich es noch immer nicht glauben. Was wir jetzt haben, wollte ich nie. Doch das Leben geht weiter.

    LG, Saphira

    Hallo Mollyfisch und Petra,

    mir geht es auch noch so wie dir, Mollyfisch, dass mir Unternehmungen alleine oder mit Kindern noch nicht den Spaß bereiten, wie ich es gerne hätte. Im Gegenteil - gerade bei Ausflügen wird mir bewusst, was passiert ist, dass die Familie und Ehe zerbrochen sind. Ich weiß nicht, für mich hat, glaub ich, verheiratet sein bedeutet, dass ich mir um etwas wie Unternehmungen alleine oder dass sich der "verheiratete Zustand" jemals ändern könnte, einfach keine Gedanken mehr mache. Das heißt jetzt nicht, dass ich es nicht aushalte alleine zu sein. Auch in der (glücklichen) Ehezeit hab ich gern mal etwas alleine unternommen. Es war aber etwas völlig anderes. Andererseits empfinde ich es aber auch als völlig normal, dass das neue Leben noch nicht unbedingt so viel Spaß macht - so lang sind unsere Trennungen ja noch nicht her. Vielleicht geht es einfach darum diese Zeit zwischen den Welten - zwischen dem alten Leben in der Ehe und dem neuen, in dem wir auch noch nicht ganz angekommen sind, in dem es uns einfach wieder gut geht - mit allen Höhen und Tiefen sowie Unsicherheiten und Ungewissheiten zu durchtauchen und die Tage so zu nehmen, wie sie nun mal sind...einmal besser und dann wieder schlechter.

    Petra, nur weil wir uns heute vielleicht nicht vorstellen können jemals alleine wieder glücklich zu werden, heißt das nicht, dass es nicht möglich ist. Ich bin ganz fest davon überzeugt, dass das nicht nur möglich ist, sondern auch irgendwann so kommen wird. Es braucht halt alles seine Zeit. Jede Zwischenstation auf dem Weg dorthin ist wichtig und hat ihre Berechtigung. Nichts ist für immer - auch das nicht, was jetzt gerade ist.

    Ich weiß das meine Entscheidung für mich und meinen Sohn die richtige war. Aber das mit ansehen zu müssen und hart zu bleiben ist echt der Horror.

    Man hat diesen Menschen ja irgendwann mal geliebt.

    Es ist unfassbar schwer einen einmal so geliebten Menschen loszulassen und zuzusehen, wie er einfach NICHTS ändert, wie er einfach weitermacht und in sein Unglück rennt. Liebe Mollyfisch - es war nicht nur deine Entscheidung. Es ist auch seine. Denn auch er könnte jeden Tag eine andere Wahl treffen, aufstehen und etwas ändern.

    LG, Saphira

    Liebe Biffi,

    ich würde mal sagen, dass hast du super gemacht! Es ist jetzt nur wichtig, dass du das auch durchziehst und ihn verschlafen lässt, sollte er sich nicht um einen Wecker kümmern. Nur so hat er die Möglichkeit dich ernstnehmen zu müssen.

    Du bist für den offenen Bereich ja bereits freigeschaltet und kannst somit auch in den Themen der anderen User etwas schreiben und dich austauschen.

    LG, Saphira