Hallo!
Meine Mutter ist trockene Alkoholikerin seit ich 6 Jahre alt bin.
Ich hatte eigentlich eine relativ normale und schöne Kindheit.
Ich habe zwar bewusste Erinnerungen an ihre nassen Zeiten (Alkoholverstecke, kotzend über der Kloschüssel, wie sie am Tag auf dem Sofa liegt usw), aber diese sind relativ beschaulich und für mich war das als Kind normal. Ich verknüpfe damit nicht unbedingt etwas schlechtes.
Aber unbewusst scheint es mich doch sehr geprägt zu haben. Das ist mir vor allem durch meine Partnerwahl bewusst geworden.
Ich bin seit ein paar Wochen auch in Therapie um meine Geschichte aufzuarbeiten.
Ich bin eine sehr perfektionistische, verantwortungsbewusste Person in allen Bereichen meines Lebens.
Kann schlecht Nein sagen und nicht gut Grenzen aufzeigen/erkennen.
Ich merke auch nicht, wenn jemand meine Grenzen überschreitet, oft erst mit Verzögerung ein paar Stunden/Tage später.
Bin eher angepasst, aufopfernd, lege viel Wert auf die Meinung anderer. Helfer-Syndrom kann auch sein, bin gerne für andere da, werde von anderen oft als sehr empathisch beschrieben, sehe immer „das Gute“ in anderen.
Habe auch oft starke Verlustangst und sonstige Ängste.
Genau, innere Warnlampen habe ich kaum. Ich bin quasi blind, gerade wenn es um Alkohol geht. Ich merke, wenn jemand viel trinkt, es fällt mir allerdings schwer zu erkennen, ob der Konsum problematisch ist, selbst wenn es für andere offensichtlich ist das ein Problem besteht. Habe viel mit Freundinnen schon darüber gesprochen.