Beiträge von orangeblau

    Dir geht’s wahrscheinlich schlechter als du denkst. Pass gut auf dich auf, dass du nicht in der völligen Erschöpfung endest….

    Du brauchst dringend Abstand.
    Ich weiß, wie schwierig es ist so einen Typen loszuwerden.

    Willst du dich denn trennen? Falls ja und er trotzdem nicht geht, Polizei einschalten. Manchmal hilft nur das….

    Wahrscheinlich warst du auch schuld, dass du geschlagen wurdest.


    Genau, es gehören ja immer 2 dazu (Ironie off)


    Ne, mein Ex hatte das ziemlich gut drauf sich als Opfer hinzustellen.

    Nach Außen hat es denke ich so gewirkt als wäre ich die dominante und böse Frau. Hat er auch oft Witze über mich gerissen und mich als Blöde hingestellt vor anderen. Konnte ja keiner sehen was hinter den eigenen 4 Wändem abgeht.

    Ich könnte auch nicht sagen, dass ich dauernd dem Mantra folgte "Ich will/muss helfen!". Aber ihn als Person wollte ich viele Jahre nicht aufgeben. Ich bin da so ner Art luftschloss hinterher gejagt. Aber klar, kann auch pure Co-Abhängigkeit gewesen sein. Die ist ja gerade deshalb so tückisch, weil sie eng mit Gefühlen für die Person verwoben ist.

    Jetzt hab ich mich damit abgefunden, dass er nix dauerhaft ändern konnte.


    Bei mir ist es auch nicht so, dass ich dem Mantra „Ich muss helfen/retten“ gefolgt bin.

    Bei meinem Exmann ist mir nach 8 Jahren Beziehung bewusst geworden, dass er Alloholiker ist. Ich habe damals eine Kiste Bierflaschen gefunden, alle mit Wasser gefüllt. Es fiel mir wie Schuppen vor die Augen, werde diesen Tag nie vergessen.

    Im Nachhinein war er schon vor unserer Beziehung abhängig bzw zumindest hochgradig problematischer Konsum.

    Ich habe all die Jahre KEINEN EINZIGEN Gedanken an Alkoholsucht verschwendet vor diesem Erlebnis. Danach ging das retten/helfen/bekehren wollen natürlich schon los…die Beziehung hat sich nach dieser Entdeckung meinerseits total toxisch entwickelt. Habe mich dann getrennt, als ich gemerkt habe, dass es nichts bringt. Das war 2,5 Jahre nach meiner Entdeckung.

    Beim 2. Mann ging ich natürlich bewusster an die Sache ran aufgrund der Erlebnisse mit dem Ex. Klar war es mir aber auch nicht von Anfang an, dass er ein Problem hat. Und ja, ich wolle keine Beziehung eingehen oder ihn so meinen Kindern vorstellen. Beendet hat trotzdem er es vor mir.

    Beide Male ging es mir scho um den Menschen. Mit meinem Ex wollte ich alt werden.
    Der zweite ist ebenfalls genau mein Typ Mensch gewesen, charakterlich, Art alles…

    Ich habe einen großen Garten und beschäftige mich gerne mit Gartenarbeit. Auch lange vernachlässigt dieses Jahr will ich damit wieder richtig durchstarten.

    Habe Blumen, Gemüse, viele Beeren, alles. Mache gerne Marmelade, Sirup.

    Ich koche und backe sehr gerne. Dieses Wochenende seit langem wieder mal ein leckeres Brot gebacken.

    Abends habe ich wieder angefangen zu Stricken. Auch lange vernachlässigt. Puzzeln, gestern mir mal ein Malbuch für erwachsen gekauft. Lesen habe ich früher auch gern gemacht.

    Frisör, Fußpflege, Bad nehmen, bisschen Beauty-Programm, wobei ich es in der Badewanne (noch) nicht lange aushalte. „nichts tun“, entspannen fällt mir schwer.


    Gehe gerne spazieren, Rad fahren. natürlich Freunde treffen wobei ich momentan das starke Bedürfnis habe allein zu sein. Ich habe genug davon mich in Bars oder auf Festen rumzutreiben. Ist bei mir genauso, habe schon als Jugendliche einen Feier- und trinkfreudigen Freundeskreis gehabt (eig. Immer noch), selbst auch viel Feiern gewesen und natürlich auch gerne gesoffen. Logisch, kommt man dann mit solchen Männern verstärkt in Kontakt.


    Ich habe lange Zeit Selbstfürsorge und Interessen vernachlässigt. Immer mit den beiden Männern beschäftigt, kleine Kindwr gehabt, viel gearbeitet, Haushalt usw. Versuche mich da gerade wieder heranzutasten meine Zeit für mich alleine zu genießen. Klappt noch nicht immer, aber ich bleibe dran.

    … als ich mich im jugendlichen Alter von meiner „großen Liebe“ getrennt habe, bekam ich von meiner Mutter schluchzend den Rat, nicht so bald den Nächsten unglücklich zu machen…🙈🙈🙈


    bei mir ähnlich.

    Das Mitgefühl bekommt vorzugsweise der Ex, sie ist ja sooo traurig, sie vermisst ihn, er hatte ja auch viel Gutes und es gab schöne Zeiten, sie hatte ihn ja scho sehr gern, und er hat ist ja auch nur ein Mensch mit seiner Geschichte. Trotzdem hat er mich geschlagen, ihre Tochter. Sehr verletzend.

    Ich habe sicher auch auf eine gewisse Art und Weise die Mutterrolle übernommen damals, ihr gegenüber, meinen Geschwistern gegenüber, auch als sie schon trocken war.


    „Ich muss ganz toll und brav sein und mich sehr bemühen, dass Mama keinen Stress hat, trocken bleibt und nicht mehr krank wird‘.“


    Man versteht als Kind ja nicht, dass man keine Schuld hat, nicht verantwortlich ist und keine Einfluss hat.

    UND Kinder können nicht einfach gehen, sich abgrenzen, auf sich schauen, wie ein Partner, Kinder sind abhängig von den Eltern.


    Oh Gott, ich bin so froh, dass ich mich von meinem Exmann getrennt habe. Muss schauen, dass meiner Tochter nicht das gleiche Schicksal blüht.


    Ich merke gerade, dass ich wirklich mein Kindheitsmuster in meinen Beziehungen wiederhole….

    Aber ich bin erwachsen, kein Kind mehr. mein Überleben ist nicht mehr abhängig von den Launen eines Alkoholikers, Selbstschutz heißt nicht mehr den Alkoholiker zu stabilisieren. Ich brauche ihn nicht wie ich ihn als Kind gebraucht habe.

    Als erwachsene Frau ist Abgrenzung und Selbstfürsorge gesundes Überleben und Selbstschutz.

    Und Du musst ja hier nur bei den neuankommenden Alkoholikern lesen, die Allermeisten sind dann erst mal so mit sich selbst beschäftigt, dass sie ihre Sucht überwinden, da hättest Du möglicherweise längere Zeit erst recht keinen Platz drin. Genau diese Probleme hatte meine Frau auch, dass ja deswegen noch lange nicht sie die Hauptperson war, denn erst mal musste ich mich ja selbst nüchtern auszuhalten lernen. Der Partner mit seinen Bedürfnissen ist da anfangs ja eher eine Belastung als eine Hilfe. Alleine wärs oft einfacher.

    Erst wenn die stabile und zufriedene Trockenheit erreicht ist, wo sehr viele ja gar nie hinkommen, könnte es ja erst werden, wie Deine Bedürfnisse sind.


    Das ist es.

    Ich habe immer gedacht, dass mich die Suchterkrankung meiner Mutter nicht geprägt hat.

    Sie hat ja aufgehört als ich noch klein war und ist schon sehr lange trocken.
    Die Realität ist, dass sie noch Jahre stark mit sich selbst beschäftigt war um überhaupt stabil zu bleiben.

    Da kamen nun mal eben meine Bedürfnisse zu kurz.

    Der Entzug ist ja nicht die Lösung aller Probleme (wie viele Co‘s) denken, sondern erstmal nur der Anfang.

    Böse bin ich ihr nicht, war ja keine Absicht und ich bin stolz auf sie, dass sie es geschafft hat. Aber gemacht hat es etwas mit mir, das wird mir momentan richtig bewusst.


    Persönlichkeitsstörung denke ich jetzt nicht.

    Ich habe keine Schwierigkeiten im Leben, kann gut auf andere zugehen, habe einen stabilen und großen Freundeskreis.

    Es ist nur mein Muster bei der Partnerwahl, welches mich stark belastet.

    Wenn Du in Deinen Zweiten noch verliebt bist, spielt da eventuell auch Eifersucht mit rein bei der Vorstellung?

    Die Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft...


    Eifersüchtig bin ich tatsächlich nicht. Würde dazu passen, aber das bin ich nicht.

    Es schmerzt eher, dass ich es ihm nicht wert war, dass er aufhört zu trinken.


    Das war ja bei meinem Exmann schon so. Jetzt mach und tue ich so viel, wir haben ein perfektes Leben könnten so glücklich sein und er zieht den Alkohol denn ganzen vor….das schmerzt sehr.

    Könnte sein, dass ich unbewusst denke, dass alle gut ist, wenn ich es endlich mal schaffe, dass ich wertvoller bin als als der Alkohol. Völliger Quatsch, aber ich glaube, ich probiere mit diesen Männern meine Kindheitswunden zu heilen.

    orangeblau Es gibt auch Menschen, die nicht alleine sein können und deshalb auch in ungesunden Beziehungen bleiben. Deshalb hatte ich gefragt 🙂

    Auf jeden Fall scheinst du dir Partner zu suchen, die nicht verfügbar sind. Vielleicht wäre es hilfreich mit deinem Psychologen nach dem Grund zu schauen. Das Thema beschäftigt dich ja sehr (zu recht natürlich).

    Wünsche es dir, einen Partner zu finden, der zu dir passt. Ich finde, jeder hat es verdient irgendwann im sicheren Hafen anzukommen.

    Drücke dir auf jeden Fall die Daumen für deinen weiteren Weg!


    Danke dir!


    Da kann man jetzt sehr in die Tiefe gehen. Es gibt ja auch diese Bindungsstile. Ich bin mir relativ sicher, dass ich einen unsicher-ängstlichen Bindungsstil habe. klammere gerne, ständig Angst verlassen zu werden, ganz sensible Antennen für abweichendes Verhalten, reagiere emotional über, wenn etwas nicht nach Plan läuft etc...

    Selbstwertgefühl ist sehr instabil und abhängig von Außen. Eigentlich völlig grundlos, ich habe ne Menge Gründe einen starken Selbstwert zu haben, erreiche ja viel in meinem Leben. Trotzdem habe ich dass Gefühl, dass es nie reicht, ich nie genug bin, ich immer noch mehr machen muss, mich noch mehr anstrengen muss, mich noch mehr kümmern muss…

    Selbstwert muss von innen kommen lese ich immer wieder, nicht von außen. Ich habe keine Ahnung wie das geht.


    Habe wirklich ne Menge Persönlichkeitsarbeit vor mir…

    Kann es sein, dass dein Wunsch groß ist, nicht allein sein zu müssen, jemanden an deiner Seite zu haben bzw. Alleinsein sich nicht gut anfühlt?


    Ich bin es gewohnt allein zu sein, war auch in meiner langjährigen Beziehung allein.

    Ich hatte noch nie einen Partner, der wirklich für mich da sein konnte. (Logisch wenn man sich immer Alkoholiker aussucht).
    Dabei ist es grundsätzlich kein Problem für mich Männer kennenzulernen, ich fühle mich nun mal eben unbewusst (in Zukunft versuche ich bewusster zu sein) immer zu denen hingezogen die besagtes Problem haben.
    Natürlich wünsche ich es mir sehr eines Tages einen Partner zu wählen mit dem ich eine Beziehung auf Augenhöhe zu führen kann, der emotional verfügbar ist, auch für mich da sein kann, wer denn nicht?

    Mir wurde von meinem Psychiater erklärt, dass jeder in einem Familiensystem aufwächst, dass ein gewisses Bindungsmuster hat.

    Oft spürt man, dass man sich bei jemandem erstmal besonders wohl fühlt. Oft, weil es einem vertraut ist, wie der andere sich verhält. Da kann man direkt hellhörig werden und dann schauen, ob es das ist, was man von zu Hause kennt.

    Jeder hat in seinem Zuhause seine "Rolle" gehabt (der, der immer nachgibt und schlichtet oder der, der eher den Ton angibt etc.). Was war deine Rolle und gerätst du in Beziehungen da auch hinein?-> würde ich mich hinterfragen.

    Aber das ist auch eher ein Thema in Richtung Therapie, denke ich.


    Habe ich auch schon alles hinterfragt.

    Bei mir überschlagen sich im Moment die Aha-Erlebnisse.
    Theraphie habe ich nächste Woche wieder. Könnte momentan täglich mit meiner Therapeutin sprechen so viel kommt mir in den Sinn.

    Das spannende ist, dass ich grundsätzlich eine sehr unabhängige, selbstständige Frau bin. Gut gebildet, Sehr guter Job, gute finanzielle Situation, toll Wohnsituation, toller Freundeskreis, viele Interessen. Ich bekomme ne Menge Anerkennung und Bewunderung. Habe alles, außer mit Paar-Beziehungen klappt es nicht.

    sehr verantwortungsbewusst, Hang zur Perfektion, sehr leistungsstark…

    Doch in Paar-Beziehungen verhalte ich mich abhängig und unterwürfig, obwohl ich grundsätzlich oft „die Stärkere“ bin.


    als Kind war ich definitiv die Problemlöserin und Macherin, das Vorbild für meine Geschwister, die, die immer den Durchblick hat, die Starke eben.

    Naja, ich bleibe dran und halte euch auf dem Laufenden. Bin aktuell glaube ich an einem wichtigen Punkt in meinem Leben angekommen.

    Ja, plötzlich hatte ich Zeit für mich, die ich zuerst nicht füllen konnte.

    Mein erster Versuch war, nach dem Dienst nicht gleich nach Hause zu gehen, und mich gemütlich in ein Café zu setzen. Ich habe es keine 30 Minuten ausgehalten. Ich wurde so unruhig und musste nach Hause, weil tief in mir drin immer noch der Gedanke war dass ich seine Sauferei beeinflussen könnte.

    Es waren viele kleine Schritte. Hab Geduld mit dir, auch wenn es mal einen Schritt zurück geht.

    Kündige ihm gegenüber nur dass an, was du wirklich umsetzen kannst, sonst nimmt er dich nicht mehr ernst.


    Genau. Habe endlich Zeit für mich. Kinder weg übers Wochenende, beide Männer weg. Habe zum neuen Typen gar keine Kontakt mehr und zum Ex nur das nötigste.

    Ich lenke mich scho ab mit Gartenarbeit, Freundinnen, gerade miste ich aus….wahrscheinlich ist es ein Prozess. Will einfach dran bleiben und erstmal mit mir selbst glücklich werden.

    Vor 3-4 Jahren zum ersten Mal hier über Co-Abhängigkeit gelesen. Das Konzept überhaupt nicht verstanden und einordnen können, nicht gewusst ob ich es bin oder nicht, aber jetzt….ein „Aha“-Erlebnis nach dem anderen seit ein paar Tagen…mein ganzen Leben, Denken, Handeln, alle meine Probleme kommen mir so logisch vor.

    Ich will unbedingt lernen mehr bei mir zu bleiben.

    Du hast ja die Fähigkeit, das kranke Muster zu erkennen. Das kannst du künftig für dich nutzen. Es ist wie ein eingebautes Alarmsystem: Achtung, Abstand halten!


    Genau.
    Vielleicht habe ich es ein zweites Mal gebraucht um meinen eigenen Anteil zu erkennen….Sehr schmerzhafte Erkenntnis, schäme mich auch sehr….


    Erstmal sowieso Fokus nur auf mich und grundsätzlich Abstand zu allen. Habe mittlerweile selbst Angst vor meinem Muster und dass es mir wieder passieren könnte, deswegen erstmal nur volle Konzentration auf mich und gar keine Männer.

    Du hast dich auf eine besondere Art verstanden und verbunden gefühlt, oder? Verbunden mit dem suchtkranken System, aus dem du gekommen bist.

    Loyalität zur Familie ist tief verankert und hat ja ihre Berechtigung. Verstörend ist es aber, wenn Kinder in einem kranken Umfeld aufwachsen und als Erwachsene Loyalität zu einem Suchtkranken aufrechterhalten, selbst wenn sie darunter kaputt gehen.


    Genauso ist es, leider.

    Ich gehe ja nicht raus und suche mir gezielt einen Alkoholiker. Das passiert unbewusst. Ich fühle mich hingezogen, eine Verbindung, ein Verständnis zu diesen Menschen, bevor ich überhaupt von den Problemen weiß.
    Als würde das Unterbewusstsein es schon vor meinem Bewusstsein wissen. Sei es Aussehen, Blick, Art ich weiß nicht was es ist.

    Wenn es mir dann bewusst geworden ist beide Male ein riesen Schock.