Beiträge von orangeblau

    Ja, diese Kontrollversuche sind wahrscheinlich normal.

    Mein ex war ja heimlicher Spiegeltrinker, denke ich. Der hat vermutlich täglich versucht es zu kontrollieren, weil er nicht wollte, dass ich etwas merke.

    Ist er dann doch mal weggegangen abends hat er die Chance genutzt und kam jedes Mal total blau nach Hause oder ist in der Bahn eingeschlafen und irgendwo aufgewacht. Mit 2 kleinen Kindern zuhause, peinlich.


    Der aktuelle Mann ist so, dass er nicht aufhören kann, wenn er angefangen hat. Der schüttete das Bier runter wie Wasser und hört nicht auf damit. einmal hat er so viele Schnäpse nacheinander gekippt, dass ihm die Bardame nichts mehr geben wollte…

    Wieviel er genau trinkt weiß ich nicht, aber ich denke der hat sicher 1 Mal die Woche oder öfter einen totalen Absturz.

    Mir hat er immer gesagt, wenn er arbeiten muss trinkt er nicht so viel, kauft sich nur einen Sixpack. Ich habe ihm schon gesagt dass er total übertreibt und nicht ständig so besoffen sein kann und dass ich nicht mehr immer trinken will. Seit dem Distanz. Ich glaube, Er hat mich sogar mal nach Hause geschickt weil er unbedingt saufen wollte.
    Ganz klar Alkohol Priorität.

    Ich arbeite daran es nicht persönlich zu nehmen.

    Mir ist gerade aufgefallen, dass wir es nur schön hatten solange ich mitgetrunken habe.

    Das ist schwierig und bei jedem Menschen wieder ein Prozess sich davon abzugrenzen, wenn man jemanden gern hat. Man hat auch lange Hoffnung, dass die Person zur Einsicht kommen solange man sie noch nicht losgelassen hat.

    Ich habe auf meine Ex auch 10000 Mal eingeredet, Paartherapie, alles, ich habe nichts unversucht gelassen. Es hat nichts gebracht eher schlimmer gemacht. Er hat mich behandelt wie die Staatsfeindin Nr. 1. Am Ende bin ich selbst krank geworden, nervlich total am Ende, Panikattacken, depressive Verstimmungen. Ich konnte einfach nicht mehr.
    Am Ende hat er Frau, Kinder, Haus einfach alles verloren, quasi das perfekte Leben. Da sieht man wie stark so eine Sucht ist.

    Ich denke ich muss da vorallem an meinen „Warnsystem“ arbeiten. Am Anfang besser hinschauen, wen ich vor mir habe und mich gar nicht erst drauf einlassen. Loslassen fällt mir schwer, auch bei dem aktuellen Mann.

    Ich kann nur hoffen, dass „meine“ Alkoholiker auch irgendwann an den Punkt kommen.

    Ich wünsche es sowohl meinem Ex als auch dem anderen Mann.

    Für Außenstehende ist es einfach schlimm zu sehen wie geliebte Menschen ihr Leben an die Wand fahren. Man sieht das ganze Potenzial welches in ihnen steckt, wie schön es ohne sein könnte usw., aber doch kann man nichts tun um ihnen das klar zu machen.


    Kann aber schon verstehen, dass es extrem schwierig ist. Alkohol ist gesellschaftlich sowas von immer mit dabei. Ich kenne das ja aus meinem eigenen Leben. Überall wird einem was angeboten, oft steht schon ein Sektchen vor einem auf dem Tisch bevor man überhaupt gefragt wird, ob man will. lehnt man ab, reagieren viele mit „komm ein Gläschen man gönnt sich ja sonst nichts“

    Abends auszugehen, finde ich nüchtern fuchtbar, man kommt sich fehl am Platz vor zwischen den ganzen Betrunkenen. Bleibt man dann lieber zuhause, fallen wiederum viele soziale Kontakte weg. Es ist ja nicht so, dass man nur aufhören muss zu trinken, habe das Gefühl man muss teilweise auch das komplette Umfeld wechseln.

    Eine Freundin hat zB zu mir gesagt: „selbst wenn er trocken wäre, ist er nichts. Stell dir vor, du kannst dann nie mit ihm gemütlich was trinken gehen, bei jedem Geburtstag müsste er gelangweilt daneben sitzen, im Urlaub könnte er auch nichts trinken, nie wieder richtig Spaß haben“ eigentlich traurig.

    Ich habe mittlerweile schon so eine Abneigung gegen das Zeug entwickelt. Ich glaube ich höre selbst auch komplett auf damit.

    Das brauchst Du nicht bewundern, denn es geschah aus Angst, was passiert, wenn ich nicht aufhöre. Aus Angst um mich selbst und meinen Geisteszustand, denn ich hatte Angst, dass ich den Verstand ganz verliere, wenn ich weitertrinke, und auch mein körperlicher Zustand im Suff war unerträglich.

    Es ging mir schnell so gut, dass es mir nicht schwer gefallen ist. Ich war schnell nur noch froh, dass ich ja nur aufhören musste, damit es besser wurde.
    Ja, und das ist genau der Punkt, der den Unterschied macht, schätze ich.


    Trotzdem gibt es viele die niemals an diesen Punkt kommen, die anscheinend keinen Tiefpunkt haben.

    Kenne einige die sich zu Tode gesoffen haben, eben auch aus meiner Familie….

    Die Trennung ist schon fast 2 Jahre mittlerweile. Ich habe dann auch fast 1 Jahr niemanden gedatet oder kennengelernt bis besagter Mann kam.


    Die Kinder haben die Trennung aus meiner Sicht sehr gut verkraftet. Der Vater war sowieso selten präsent, da gab es wenig zu vermissen. Unser Alltag hat sich durch die Trennung kaum verändert außer das der Stress und die negative Stimmung weg fiel.

    Den neuen Mann habe ich ihnen nicht vorgestellt.

    Sich besuchen den Vater regelmäßig, wollen sie auch. Ich unterstütze das solange ich das Gefühl habe, dass es ihnen gut tut. Er kümmert sich zu meinem Erstaunen auch sehr gut um sie, wenn sie bei ihm sind. Er ist dann auch immer nüchtern, glaube ich zumindest. Er war sowieso nie dieser Rauschtrinker, eher Spiegeltrinker.

    Mir sagt er, dass er aufgehört hat, aber ich glaube ihm das nicht. Bin aber mittlerweile innerlich komplett weg von ihm. Er soll sich in seiner Papazeit gut um die Kinder kümmern, der Rest ist seins und mir egal.

    Habe die Trennung keine Sekunde bereut, das war die beste Entscheidung meines Lebens.
    Auch für ihn denke ich, immerhin bemüht er sich jetzt wenigstens ein Vater zu sein, was er während der Beziehung wirklich gar nicht war.

    Ich glaube für mich ist der beste Weg mich komplett von Menschen fernzuhalten die Alkohol trinken.

    Ich war da eigentlich nach meiner Trennung auf einem sehr guten Weg. Habe mit Sport angefangen und meine freie Zeit so für mich genossen, viel Wert auf einen gesunden Lebensstil gelegt. War froh und erleichtert, voller Zuversicht, dass ich mich endlich nicht mehr mit dem Thema Alkohol beschäftigen muss.

    Doch dann gab es immer wieder Stimmen aus meinem Umfeld, dass ich mich doch nicht so verschließen kann und unter Menschen muss, noch jung bin, Männer kennenlernen soll, das Leben genießen soll, Spaß haben soll. Damit war gemeint: abends ausgehen, feiern.

    Und so bin auch ich wieder in „mein Muster“ gerutscht.

    Dating ist für mich irgendwie mit Alkohol stark verknüpft. Das ist zwar witzig, enthemmt ja, aber bin dann schon an den Punkt gekommen wo es mich gestört hat. Hab dann selbst gemerkt, es tut mir nicht gut und dass ich lieber öfter „ohne“ etwas machen würde. Die Grenze gezogen habe ich trotzdem nicht. Ich glaube ich hatte Angst ihn zu verlieren, was ich ja auch getan habe.
    Es gab Abende ohne Alkohol, aber meistens war er dann gereizt, müde, distanziert, angespannt, nicht gut drauf. Das habe ich dann auf mich bezogen, weil ich das Problem nicht gesehen habe/wahrhaben wollte.

    Eigentlich muss ich lernen komplett mein eigenes Ding durchzuziehen und zu meine Werten zu stehen, auch wenn ich dann in den Augen anderer „keinen Spaß“ habe und auch keinen neuen Partner finden werde.

    Es ist wie ein Rückfall in die Co-Anhängigkeit. Kann man das so nennen?

    Hallo!

    Meine Mutter ist trockene Alkoholikerin seit ich 6 Jahre alt bin.
    Ich hatte eigentlich eine relativ normale und schöne Kindheit.
    Ich habe zwar bewusste Erinnerungen an ihre nassen Zeiten (Alkoholverstecke, kotzend über der Kloschüssel, wie sie am Tag auf dem Sofa liegt usw), aber diese sind relativ beschaulich und für mich war das als Kind normal. Ich verknüpfe damit nicht unbedingt etwas schlechtes.

    Aber unbewusst scheint es mich doch sehr geprägt zu haben. Das ist mir vor allem durch meine Partnerwahl bewusst geworden.

    Ich bin seit ein paar Wochen auch in Therapie um meine Geschichte aufzuarbeiten.

    Ich bin eine sehr perfektionistische, verantwortungsbewusste Person in allen Bereichen meines Lebens.

    Kann schlecht Nein sagen und nicht gut Grenzen aufzeigen/erkennen.
    Ich merke auch nicht, wenn jemand meine Grenzen überschreitet, oft erst mit Verzögerung ein paar Stunden/Tage später.

    Bin eher angepasst, aufopfernd, lege viel Wert auf die Meinung anderer. Helfer-Syndrom kann auch sein, bin gerne für andere da, werde von anderen oft als sehr empathisch beschrieben, sehe immer „das Gute“ in anderen.

    Habe auch oft starke Verlustangst und sonstige Ängste.

    Genau, innere Warnlampen habe ich kaum. Ich bin quasi blind, gerade wenn es um Alkohol geht. Ich merke, wenn jemand viel trinkt, es fällt mir allerdings schwer zu erkennen, ob der Konsum problematisch ist, selbst wenn es für andere offensichtlich ist das ein Problem besteht. Habe viel mit Freundinnen schon darüber gesprochen.


    Danke für deine Antwort.

    So ist es, es bleibt mir sowieso nichts anderes übrig.

    Einfach bitter, schon wieder jemanden an den Alkohol verloren.
    Ich hasse diese Hilflosigkeit nichts machen zu können.

    Bei diesem Mann habe ich gemerkt, dass er versucht wegzukommen, er sich manchmal für eine Abend zusammengerissen hat, darunter leidet, es gerne anders hätte, das macht es noch schlimmer für mich. Im Nachhinein ergibt vieles Sinn…

    Außerdem ist er einsichtig, mein Ex leugnet sein Problem bis heute.

    Alle um mich herum sagen, ich spinne.

    Du spinnst mit Sicherheit nicht!!!!!

    Ich kenne das. Auch bei mir wurde das Problem im Umfeld herunter gespielt.


    Vertraue deiner Wahrnehmung!


    Leider kannst du nichts machen außer auf dich selber zu schauen. Das ist sehr bitter, aber leider ist es so.


    Es ist sehr erschütternd wie sehr sich die Geschichten hier immer wieder ähnlich sind.

    Gut, dass Du Dich hier meldest.

    Vielleicht kannst du deinen Faden noch mal komplett durchlesen und da anknüpfen, wo Du zuletzt mit Deiner Selbsthilfe aufgehört hast?

    Danke für die schnelle Antwort.


    Mein Stand der Dinge nach der Trennung war, dass ich mich ausschließlich auf mich und die Kinder konzentrieren will.

    Das ist mir auch sehr gut gelungen. Habe soweit alles super in den Griff bekommen und bin stolz auf mich.


    Dann kam unerwartet der neue Mann in mein Leben. Er ist ganz anders als mein Ex, war sehr nett, einfühlsam, offen, zuvorkommend, es gab viel Verständnis für meine Vergangenheit und Probleme (er wusste von Anfang an Bescheid über meinen Ex und die Trennungsgründe). wir hatten viel Spaß zusammen, ich habe mir der Zeit Vertrauen und starke Gefühle aufgebaut.

    Getrunken hat er von Anfang an viel, ich auch mit ihm. Ich habe/wollte lang nicht sehen und wahrhaben, dass er massiv übertreibt.

    Es gab dann immer mal wieder Andeutungen, dass er Alkoholiker ist, es gab Versuche seinerseits den Konsum zu reduzieren (ohne dass ich es verlangt habe), natürlich hat das nicht geklappt…

    Nun hat er sich zurückgezogen, weil er in seiner aktuellen Lage keine Beziehung eingehen kann. Damit hat er sicher recht. Aber ich leide, mache mir große Sorgen und kann nicht loslassen, will „helfen“, für ihn da sein, sehen ihn als guten Menschen, der immer korrekt zu mir war und merke, dass er mich auch gern hat/hatte.


    Das übliche eben….ich weiß dass ich nicht helfen kann, sondern nur mir selbst, aber so ganz kommt es nicht bei mir an.

    Genauso ist es bei mir.


    Es fühlt sich an als wäre ich dazu geboren mich um andere zu kümmern. So war es schon immer. Ich bin immer die Verantwortungs- und Pflichtbewusste, die Vernünftige, die Macherin, diejenige die über den Dingen stehen muss, und doch ist es nie genug. Wenn es mal um mich geht, werde ich schief angeschaut, fühle mich bestraft und schuldig.

    Das betrifft alle Bereiche meines Lebens.

    Ich will das nicht mehr. Es ist eine Last.

    Hallo orangeblau, ich lese hier oft bei den EKA`s mit obwohl ich keines bin aber dadurch wird mir oft klar was der Grund sein könnte für meine Coabhängikeit. Ich nehme das nicht als Ausrede sondern als Hilfestellung auf mich zusehen. Wenn im Kopf bei mir für das Gegenüber gedanken der Hilfe für denjenigen aufkommen kann ich mir schneller ein Stop zurufen und bei mir bleiben.

    Hallo!


    Danke werde ich auch mal ein bisschen reinlesen.

    Ich bin das Kind eines trockenen Elternteiles.
    Ich habe in früher Kindheit die Sucht miterlebt. Das hat mich wohl mehr geprägt als ich mir bewusst bin.

    Ist es nicht „normal“ dass man Alkoholikern helfen will?

    Ich weiß zwar mittlerweile, dass man es nicht kann, aber es sind doch auch nur Menschen, oft sogar sehr liebenswerte.

    Das Problem ist, dass ich jemanden kennengelernt habe, den ich sehr mag. Leider hat sich herausgestellt, dass auch er Alkoholprobleme hat. Theoretisch weiß ich, dass ich es sofort beenden sollte, praktisch fällt es mir schwer. Er ist anders als mein Expartner, aber hat das gleiche Problem.

    Erst einmal Glückwunsch, dass Du die Polizei gerufen hast und Dich nun befreit fühlen kannst!

    Was kannst du tun, damit das Gefühl anhält? Die Co-Abhängigkeit ist ja nicht mit dem Mann verschwunden .

    Ist co-Abhängigkeit denn ein Charakterzug?

    Ich verstehe oft nicht, was damit überhaupt genau gemeint ist.

    Aber ich erkenne eben auch ein Muster, immer wieder Menschen mit Alloholproblemen in meinem Leben….

    Hallo!


    Ich bin’s mal wieder.

    Etwas mehr als ein Jahr ist seit der Trennung vergangen.

    Soweit alles nach Plan verlaufen, bin finanziell unabhängig, den Kindern geht es gut, zu ihm besteht ein extrem distanziertes Verhältnis.

    Mir sollte es eigentlich gut gehen, trotzdem beschäftigt mich das Thema nach wie vor sehr.

    Vorallem sind es Fragen nach dem „warum“? War ist mir das passiert, warum suche ich mir so einen Mann aus…

    Auch habe ich Anget das co-Abhängigkeit ein Charakterzug von mir ist und mir das wieder passieren könnte. Kennt das jemand?

    Wünsche euch noch schöne Feiertage