Beiträge von Lara J.

    Hallo Zusammen,


    Ich muss einfach gerade loswerden, welche unglaubliche Wut ich in mir habe.

    Mein Vater hat vor paar Tagen bei meiner Oma angerufen und dort gemeint er wäre im Krankenhaus, ob ich ihm Kleidung bringen könnte. Da ich manchmal nicht weiß, ob er lügt oder nicht, habe ich statt bei ihm in zwei Krankenhäusern angerufen und gefragt ob er dort sei. Dort war er nicht.
    Daraufhin habe ich ihm eine Mail geschrieben, dass ich keinen Kontakt möchte solange er nicht in ein KH geht und sich helfen lässt oder er ambulante Pflege in Anspruch nimmt.
    Da er geantwortet hat, wurde meine Frage beantwortet, ob er gelogen hat. Ausrede von ihm ist, er würde es alleine nicht schaffen sich einen Platz im Krankenhaus zu organisieren.
    Und nun schreibt er er möchte ja nochmal ans Meer, aber das schafft er ja auch nicht alleine - also d.h. ich soll bezahlen, weil er ja nie Geld hat und er verlangt wirklich eine Antwort darauf, ob ich mit ihm ans Meer fahre.

    Das Ganze macht mich einfach alles unglaublich wütend. Jetzt ist Weihnachten morgen und er schreibt auch noch zusätzlich er hätte ja kein Geld und nichts zu essen.

    Es macht mich wütend, wie er sich verhält und in welches Gefühlschaos ich wieder falle. Und er versteht natürlich überhaupt nicht, wieso ich mich distanziere und so verhalte…

    Naja er hat einen Waffenschein und auch entsprechende Waffen. Ich denke er würde anderen nichts antun aber sich vielleicht? Klar kann man sich auch ohne Waffen was antun aber das hat man halt immer im Hinterkopf. Vielleicht folgt dann aber auch der dritte Absturz.

    Dein Vater gefährdet sich und seine Gesundheit und sein Leben bereits mit seinem Alkoholkonsum. Klar ist das ein langsamerer Prozess. Ich habe mich auch jahrelang damit fertig gemacht, dass mein Vater sich dann was antun könnte, da er auch immer sagt er würde sich umbringen. Ich weiß ja nicht, ob dein Vater bisher Suizidgedanken geäußert hat, aber deine Entscheidung sollte nicht davon abhängen.

    Ich wäre ja bereit über WhatsApp Kontakt zu halten, zumindest wenn es um normale banale Fragen geht zb Wie geht es dir oder mal ein Foto von den Kindern zu schicken. Aber ich weiß, dass dann wieder diese ganzen blöden Nachrichten kommen.

    Wie du bereits erwähnt hast lebt er manchmal in einer "Parallelwelt". So liefen die E-Mail Konversationen mit meinem Vater ebenfalls ab. Ich habe mit der Zeit diese Nachrichten einfach ignoriert und nur auf bestimmte Ausschnitte der Nachrichten geantwortet. Aber mein Vater betrieb auch Psychoterror. Ich hatte täglich 20 E-Mails auf welche ich Antworten sollte und wenn ich das nicht tat, wurden die Nachrichten immer aggressiver.

    Für mich klingt es so, als hättest du dich bereits entschieden, dass du deine Kinder und dich dieser Situation nicht aussetzen möchtest. Du meintest dein Vater hat bereits nachgefragt, ob er seine Enkel sehen kann. Ich glaube hier nein zu sagen, ohne dass dein Vater verletzt wird, ist nicht möglich. Du kannst ihm lediglich deine Sicht auf die Dinge schildern und ihm mitteilen, wieso deine Entscheidung so lautet. Entweder er akzeptiert dies oder nicht. Und darauf aufbauend kannst du dann entscheiden, ob der Kontakt per Whatsapp gehalten werden kann oder ob nur ein Kontaktabbruch hilft, da deine Grenzen nicht akzeptiert werden - das wäre jetzt mein Tipp. Tut mir leid, falls dir das nicht weiterhilft.

    Wie hast du den Kontakt abgebrochen, Lara J. ? Wie hat dein Vater das aufgenommen?

    Ich hatte den Kontakt per Mail abgebrochen, um mich selbst zu schützen. Ich habe ihm gesagt, dass ich keinen Kontakt mehr zu ihm möchte. Mein Vater hat mich jahrelang beleidigt und beschimpft und das obwohl ich die letzten Jahre die einzige Person war, die überhaupt Kontakt zu ihm hatte und alles gemacht habe: Einkaufen, Medikamente besorgen, Arzttermine, Wäsche gewaschen etc. Und im September dieses Jahr gab es ein paar Mails, die das Fass einfach zum Überlaufen gebracht haben - es gab eine Art Klickmoment in meinem Kopf. Er hat auch mittlerweile einen gesetzlichen Betreuer, der sich um alles kümmert. Mein Vater hat sich aber auch durch den Alkohol bereits die komplette Gesundheit zerstört und hat Pflegegrad 3. Lässt sich aber nicht helfen.

    Ich habe mir selbst die Frage gestellt "Warum tue ich mir das selbst an? Es ändert sich nichts. Ich bleibe in diesem Kreislauf gefangen. Meine Beziehung zu meinem Freund ist dadurch gefährdet, mir geht es einfach nur psychisch schlecht und ich habe keine Energie mehr für mein eigenes Leben." Ich habe Tage da gehts es mir mal besser und mal schlechter mit meiner Entscheidung. Jetzt um die Weihnachtszeit fällt es mir ehrlich gesagt auch schwerer.

    Mein Vater hat das bis heute nicht akzeptiert. Ich habe seine Nummer und seine Mails blockiert. Manchmal ertappe ich mich wie ich in den Spamordner reinschaue und da sehe ich, dass die Mails bis heute nicht aufgehört haben. Aber an den ersten paar Worten die ich im Spamordner sehe, erkenne ich, dass sich nichts geändert hat. Die Worte sind die gleichen wie vorher auch. Ich merke aber, dass es mir besser geht, wenn ich keinen Kontakt habe.

    Dir auch schöne Weihnachten 🎄

    Vielen Dank!:)

    Hallo Lavendel2024,

    Seine Reaktion war dann so ne Art emotionale Erpressung.

    Er würde jetzt gerne sein Enkelkind sehen aber wie sage ich nein ohne dass ggfs was "schlimmes " passiert?

    Als ich meinem alkoholkranken Vater versucht habe meine eigenen Grenzen aufzuzeigen und zu sagen bis hier hin und nicht weiter, wurde ich auch jedes Mal emotional erpresst und teilweise folgten auch Drohungen.
    Ich habe jedes Mal nachgegeben und meine eigenen Grenzen nicht respektiert - bis es irgendwann auch für mich zu viel war, weil diese emotionale Achterbahnfahrt nicht nur mich psychisch extrem belastet hat sondern auch meine Beziehung.

    Die Frage ist, was glaubst du könnte „schlimmes“ passieren? Die Frage ist, wenn du den Kontakt nicht einschlafen lässt, wie du dir diese Beziehung vorstellst.
    Sollte dein Vater nicht mit dem Trinken aufhören und sich weiterhin so verhalten wie er es zurzeit tut, möchtest du dann, dass deine Kinder Kontakt zu ihrem Opa haben? Möchtest du dann weiterhin den Kontakt aufrecherhalten und wie sollen solche Besuche aussehen?
    Du hast es momentan in der Hand sowohl zu sagen, nein ich möchte keinen Kontakt mit ihm, wenn er betrunken ist oder ich möchte Kontakt, aber diesen auf ein Minimum beschränken und zeige ihm auch meine Grenzen auf. Und das offen mit ihm kommunizieren - du selbst bestimmst deine Grenzen, mit was du dich selbst wohlfühlst und was du für deine Kinder möchtest.

    Ich weiß das ist überhaupt nicht einfach. Aber in diese Spirale immer wieder reinzurutschen ohne dir selbst treu zu sein und deine eigenen Grenzen zu setzen und Bedürfnisse zu berücksichtigen führt nur dazu, dass es dir unglaublich die Energie raubt und dich belastet.

    Noch Glückwunsch zum Baby 👶

    Ich wünsche dir eine schöne und vor allem friedliche Weihnachtszeit.

    LG Lara

    Hallo sansl,

    vielen Dank für deine aufbauenden Worte. ich habe mir gerade einmal deinen eigenen Beitrag angeschaut und habe mich v. a. in folgendem Satz wiedergefunden:

    Sicher können sich fast alle Kinder von Alkoholikern mit dem Gefühlschaos identifizieren: Ein Durcheinander von Hass, Trauer, Selbstmitleid, sich wünschen dass es endlich vorbei ist und sich dann fragen ob es noch eine Chance gibt und wie schön dann alles sein könnte etc.

    Das ist 100 % mein aktueller Dauerzustand - all diese Gefühle in einem ständigen Wechsel.

    Ich finde es sehr erstaunlich, dass du nach 4 Jahren Kontaktabbruch zu deinem Vater nun den Kontakt wieder aufgenommen hast. Ich hoffe für dich, dass es auch langfristig die richtige Entscheidung für dich ist und du deine aktuell vorhandene Energie nicht zu schnell verlierst. Hauptsache es geht dir gut mit deiner Entscheidung.

    Und vergiss auch du folgendes nicht in deiner aktuellen Lage:

    Vergiss nicht, dass auch Du nur ein Leben hast! Dein Vater entscheidet sich jeden Tag, sein Leben auf diese Art und Weise zu gestalten, nicht Du!

    Ja das 6-Minuten Tagebuch wurde mir in der Therapie empfohlen. Ich hoffe ich kann diese positive Routine beibehalten und noch viel für mich selbst daraus ziehen. Schritt für Schritt in die richtige Richtung...

    LG

    Hallo Rennschnecke,

    danke für deine Nachricht.

    Kann es sein, Lara, dass der Kontaktabbruch noch nicht konsequent genug ist?

    Könntest Du Dir nicht eine neue E-Mail-Adresse zulegen? Und anonyme Anrufe gar nicht erst zulassen?

    Mir fällt es irgendwie allgemein schwer - dieses "aus den Augen aus dem Sinn", hat bisher nicht so gut für mich funktioniert. Mache mir trotzdem Gedanken. Natürlich könnte ich meine E-Mail Adresse ändern, bisher hat mir hierzu ehrlich gesagt der Antrieb gefehlt, da ja sehr viel dann abgeändert werden muss. Bei den anonymen Anrufen ist das Problem, dass diese auf meinem Handy trotzdem in der Anrufliste angezeigt werden. Ich gehe da sowieso nicht ran, allerdings hinterlassen diese immer einen Anflug von leichter Panik.

    Was machst Du außer Psychotherapie noch, um für Dich zu sorgen? Vielleicht würde es Dir guttun, Dich hier öfter auszutauschen oder zumindest hier zu lesen? Kennst du den Notfallkoffer für Cos?

    Auch wenn ich immer wieder sporadisch Beiträge poste, bin ich zum Großteil im Forum nur stille Mitleserin. Bisher habe ich vor allem die Beiträge der anderen mitverfolgt, von dem Notfallkoffer wusste ich bisher nichts. Ich werde mir diesen mal anschauen. Danke für den Tipp!

    Zurzeit habe ich wieder mit Bücher lesen angefangen, etwas was ich schon Jahre nicht mehr gemacht habe. Außerdem führe ich seit ein paar Wochen ein 6 Minuten Tagebuch, in dem es um Achtsamkeit, Dankbarkeit etc. geht. Ich versuche nach und nach Dinge für mich neu zu entdecken und auf diese Weise zu mir zu finden. Aber ich denke das ist noch ein langer Weg.

    LG

    Was sollst Du da noch unterstützen oder helfen? Ihm ist nicht zu helfen, wenn er das nicht wirklich will.

    Hallo Elly, hallo Linde,

    unterstützen im Sinne von Einkaufen und putzen, Medikamente besorgen etc. Aber das sind dann wieder regelmäßige Aufgaben, die ich übernehme und dabei bleibt es meistens nicht. Es wird meist viel mehr verlangt. Du hast Recht, er könnte Hilfe bekommen, wenn er möchte.

    Er könnte jederzeit professionelle Hilfe annehmen, aber dafür geht es ihm wohl noch nicht schlecht genug.

    Ich finde das so erschreckend, wie es ihm in seiner Situation immer noch nicht schlecht genug gehen kann, um Hilfe anzunehmen.

    Vielen Dank für eure Worte. Ich hoffe, dass ich irgendwie den richtigen Umgang mit der Situation finden werde - ohne erneut den Kontakt wieder aufleben zu lassen.

    LG Lara

    Hallo,

    Diese Woche geht es mir überhaupt nicht gut.

    Habe fast die ganze Nacht nicht geschlafen, weil ich Kopfkino hatte.

    Da mein Vater einen Kontaktabbruch nie akzeptiert hat, bekomme ich täglich Mails und auch manchmal einen Anruf (anonym). Manchmal dringen Mails trotz Blockade zu mir durch. Er klagt sein Leid, ich fühle mich sehr schlecht und elend und habe ein schlechtes Gewissen und Mitleid.

    Die Gedanken lassen mich einfach nicht los, dass er einsam in seiner extrem verdreckten Wohnung sitzt. Keine saubere Kleidung hat und teilweise hungert, weil er sein Geld für Alkohol ausgibt. Mittlerweile geht es mir in seiner Situation schon gar nicht mehr darum, dass er mit dem Trinken aufhört, sondern nur darum, dass er Hilfe in Form einer ambulanten Pflege o. ä. annimmt. Es geht darum, dass die Möglichkeit besteht in Würde die letzte Lebenszeit zu verbringen. Mit seinen Erkankungen dürfte nicht mehr viel Zeit vorhanden sein.

    Sollte ich ihn wirklich ausgerechnet jetzt hängen lassen? Hat meine Gefühlslage einfach nur etwas mit Menschlichkeit zu tun oder stecke ich so tief in der ganzen Sache drin, dass es Co-Abhängigkeit ist? Vielleicht auch eine Mischung aus beidem?

    Zurzeit stelle ich in Frage, ob mein jetzt drei monatiger Kontaktabbruch bestehen bleiben kann. Komme ich damit klar, dass er wohl in diesem Zustand womöglich in seiner Wohnung verstirbt? Oder komme ich besser damit klar, wenn ich noch helfe wo es geht?

    Ich sitze halt auch zwischen den Stühlen, weil mein Partner meinte er würde das ganze nicht mehr weiter mitmachen, wenn weiterhin Kontakt bestehe. Das alles hat sich natürlich auch auf die Beziehung ausgewirkt.

    Fragen über Fragen ....

    Ich glaube nicht, dass ich meine Kraft bereits für mich gewonnen habe. Trotz Kontaktabbruch ist mein Vater weiterhin zentraler Bestandteil meines Alltags. Kann es wirklich sein, dass hier erst ein aufatmen nach seinem Tod möglich ist? - ein ganz schlimmer Gedanke!

    Ich grüße euch aus meinem Gedankenchaos.

    Nun kam heute Post vom Amtsgericht, dass diese mich nun als gesetzliche Betreuerin bestellen für meine Mutter. Ohne dies irgendwie mit mir zu besprechen oder mich zu kontaktieren. Ich weiß nicht ob ich dies annehmen soll??

    Ich würde dir dringend davon abraten. Als gesetzlicher Betreuer bist du verpflichtet entsprechend Dinge für deine Mutter zu erledigen und dir bleibt keine Möglichkeit Distanz herzustellen.
    Das Gericht kann dich auf keinen Fall dazu zwingen. Es können nur Berufsbetreuer gezwungen werden für jemanden die Betreuung zu übernehmen. Aber es ist gut, dass deine Mutter eine Betreuung bekommen soll!

    Hallo Landliebe,


    Zunächst einmal mein Beileid zum Verlust deines Vaters.

    Ich kann gut verstehen, dass du dir selbst die Frage stellst, ob du egoistisch bist. Auch ich sitze zurzeit in dieser Zwickmühle.
    Mein Vater hat Leberzirrhose und Krebs und lässt sich durch ambulante Pflege und den Betreuer nicht helfen, er lehnt jegliche Hilfe ab - verlangt aber dann, dass ich mich um alles kümmere. Habe den Kontakt mittlerweile aus zahlreichen Gründen abgebrochen und stelle mir tagtäglich die selbe Frage.

    Aber wenn ich eines aus diesem Forum bisher mitnehmen konnte, dann, dass es völlig in Ordnung ist sich zu distanzieren. Du hast eine eigene Familie, um die du dich kümmern musst. Und du hast wie du erwähnst, zusätzlich auch mit Trauer zu kämpfen. Daher musst du auch auf dich selbst und deine Gesundheit achten - erst dann kannst du auch 100% für deine Kinder alles geben. Wenn deine Mutter am 30.10 nicht den Entzug antritt, kannst du daran leider nichts ändern. Genauso ist es die Entscheidung deiner Mutter sich nicht helfen zu lassen und alleine zu leben.

    Es ist schwer sich zu distanzieren, aber es macht einen noch kaputter dabei zuzusehen, wie sich jemand derart selbst zerstört und keinerlei Hilfe annimmt. Du solltest dich selbst schützen, das ganze geht sehr stark an die eigene Psyche.

    Ich sende dir liebe Grüße und viel Kraft!

    Hallo Zusammen,

    ich habe mich jetzt einige Monate nicht mehr gemeldet. Es war für mich alles sehr stressig. Nun möchte ich ein Update zu meiner Situation geben.

    Im Mai habe ich den kompletten Umzug meines Vaters fast alleine gestemmt, da er weiter getrunken hat. Ich habe alles organisiert, die gesamte alte Wohnung ausgeräumt/ ausgemistet und ihm das nötigste in der neuen Wohnung eingerichtet. Habe auch zwischendurch die Wäsche gemacht, war für ihn einkaufen etc. Die üblichen Dinge eben.

    Er hat jetzt auch einen rechtlichen Betreuer vor die Nase gesetzt bekommen, welcher gerichtlich angeordnet wurde. Er möchte gerne in Vollzeitpflege, was in seinem Zustand nicht leicht ist, da die meisten Heime ablehnen - um alles kümmert sich der Betreuer.

    Ich selbst habe vor einem Monat den Kontakt zu meinem Vater vollständig abgebrochen. Die Beleidigungen und Beschimpfungen waren für mich nicht mehr tragbar, zumal es mir damit so schlecht ging, dass auch meine Beziehung extrem darunter gelitten hat. Es gibt Momente in denen bekomme ich ein super schlechtes Gewissen, da mein Vater Krebskrank ist und er alleine ist. Allerdings lässt er sich von niemandem helfen, er geht in keine Klinik, lässt sich nicht behandeln und lässt den Betreuerkeine ambulante Pflege besorgen, da eine Vollzeitpflege so schwierig ist. Dadurch blieb halt weiterhin alles an mir hängen. Ich habe ihm in den letzten Monaten bereits mehrfach gesagt, dass mich das alles überfordert und ich Unterstützung brauche, aber das hat er natürlich vollständig ignoriert. Gleichzeitig spüre ich durch den Kontaktabbruch eine erhebliche Erleichterung, als würde mir eine riesige Last von den Schultern fallen.

    Was mir durch diesen Kontaktabbruch in den letzten Wochen auch bewusst wurde ist, dass ich das Gefühl habe mich selbst nicht zu kennen. Ich bin 30 Jahre alt und habe eine Art Existenzkrise - ich habe keine Ahnung wer ich bin und ich weiß nicht, was ich im Leben möchte. Möchte ich heiraten, möchte ich Kinder? Was genau möchte ich beruflich in meinem Leben erreichen? Es kommt mir so vor als hätte ich keine Luft zum Atmen gehabt und mich auch nie richtig mit mir selbst beschäftigt. Ich habe auch erneut eine Psychotherapie angefangen. Ich bin zurzeit sehr sensibel und sehr nah am Wasser gebaut.

    Meine Gefühlswelt ist das pure Chaos....

    Hallo Zusammen,

    ich habe gerade meinem Vater ein Stück seiner Verantwortung zurückgegeben.

    Er wusste seit letzter Woche, dass er heute Schlüsselübergabe für die neue Wohnung hat und ist immer noch am trinken, sodass er es dort nicht hin schafft. Gestern hatte ich ihm bereits mitgeteilt, dass er den Termin heute verschieben soll.
    Seine Antwort: „ So weit in die Zukunft plane ich nicht mehr.“

    Jetzt wollte er mir heute diese Verantwortung zuschieben. Ich solle doch bitte zur Wohnungsübergabe fahren, weil er es nicht schafft.

    Ich habe ihm geantwortet, dass ich das nicht tun werde. Er soll selbst schauen, was er seinen Vermietern jetzt mitteilt, wieso er heute nicht kann. Es ist seine Verantwortung.

    Fühle mich gerade gut mit meiner Entscheidung.

    Kleine Schritte!

    Wünsche euch einen schönen sonnigen Tag.

    LG

    Hallo,

    wie sich herausstellt haben die Ärzte in der Klinik trotz Absage meines Vaters über seinen Fall gesprochen.

    Er soll morgen spontan zum OP-Gespräch vorbeikommen, zu welchem mein Vater nun gehen möchte. Ich muss ihn fahren, weil es weiter weg ist.

    Ich verstehe es nicht, Montag geht er nicht zu seinem Termin. Heute sagt er dann er will morgen aber zu dem Termin.

    Ich frage mich was das alles bringen soll bzw. wo das alles noch hinführt. Immerhin habe ich so die Chance mit einem der Ärzte zu reden.

    Hallo Siri,

    es ist wirklich traurig, dass auch deine Mutter sich nicht helfen lässt. Aber es ist super, dass du Wege gefunden hast, besser mit der Situation umgehen zu können.

    Danke für deine Tipps und das Teilen deiner persönlichen Erfahrungen mit deiner Mutter.

    Sich wirklich bewusst zu machen, dass ich selbst nicht für das Schicksal meines Vaters verantwortlich bin, wird mit Sicherheit noch ein langer weg für mich sein und auch mich selbst in den Mittelpunkt meiner Fürsorge zu stellen. Aber ich gehe es Schritt für Schritt an.

    LG Lara

    Hallo Zusammen,

    vielen Dank für euere persönlichen Einblicke und Erfahrungen.

    vermutlich fährt da gerade ein riesen Karren voller Mist auf dich zu

    Das trifft es ziemlich - ich hänge mit allem in der Luft. Ich weiß nicht wie es weiter geht und wie ich mich darauf vorbereiten soll, wenn mein Vater ein Pflegefall wird. Ich kann ohne ihn ja nicht wirklich etwas klären. Ich habe mal seinen Arzt kontaktiert, ob dieser mir vielleicht wenigsten im Allgemeinen erklären könnte, auf was ich mich krankheitstechnisch einstellen muss. Den Arztbericht habe ich gesehen. Klar könnte ich mir im Internet alles möglich durchlesen, aber speziell hier würde mir eine fachliche Meinung helfen.

    Die Verhaltenstherapie oder wie du es nennst Entlastungsgespräche wären wohl in meiner jetzigen Situation nicht verkehrt. Natürlich Bedarf die Aufarbeitung von allem viel mehr Zeit. An eine Körpertherapie hatte ich bislang nicht gedacht. Dies werde ich auf jeden Fall im Hinterkopf behalten. Ich habe allgemein eine sehr extreme Grundspannung im Körper (dies sagt mir auch immer mein Physiotherapeut).

    Meine tiefenpsychologische Therapie hatte mir in der Vergangenheit auf jeden Fall dabei geholfen einige Muster und Strukturen in der Beziehung mit meinem Vater aufzudecken und besser zu verstehen. Aber ich muss dies wahrscheinlich irgendwann nochmal aufgreifen um alles verarbeiten zu können.

    Zum Thema Psychoanalyse werde ich mich ebenfalls schlau machen.

    Ich hoffe ich finde irgendwo schnell einen Platz. Das ist leider ja nicht so leicht. Monatelange Wartezeiten ...

    LG Lara

    Guten Morgen Zusammen,

    mein Vater nimmt seinen Termin zur Untersuchung heute nicht wahr. Soviel zu diesem Thema.

    Aufgrund der aktuellen Situation habe ich überlegt, ob ich nicht nochmal zur Psychotherapie gehen sollte. Ich hatte bereits in der Vergangenheit schonmal tiefenpsychologische Psychotherapie gemacht.
    Hat jemand von euch bereits Psychotherapie gemacht? Eventuell Verhaltenstherapie oder sogar Hypnotherapie? Ich überlege nämlich, welche Therapieform wohl die für mich aktuell sinnvollste sein könnte.
    Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Erfahrungen mit mir teilen würdet.

    Ich wünsche euch eine schöne Woche.

    LG Lara

    Hallo Lea,

    zurzeit spielen meine Gefühle Achterbahn. Daher habe ich mich gestern nicht gemeldet.

    , in dieses kranke Spiel von Schuldgefühlen, Vorwürfen, Anspruchshaltung und Beschimpfungen.

    Ja dieses Spiel wird zurzeit fast täglich gespielt und zehrt an meinen Kräften.
    Aber ich weiß ich kann mich zurzeit nicht so viel abwenden, wie ich es gerne würde. Schuldgefühle und der Gedanke, dass mein Vater niemanden hat, machen es sehr schwierig. Und was alles noch auf ihn aufgrund dieser Krankheit zukommt…aber wie bereits erwähnt, ihn zu pflegen kommt für mich nicht in Frage. Hierfür werde ich die notwendigen Vorkehrungen treffen, damit die Pflege durch eine außenstehende und geschulte Person durchgeführt wird.

    Ich selbst habe schon Familienmitglieder durch schwere Krankheit und bis zum Tod begleitet.

    Die Pflege von Angehörigen stelle ich mir so schon nicht einfach, wenn ein gutes Verhältnis zur Person besteht. Ich bewundere jeden, der dies für seine Angehörigen tut.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und einen klaren Blick auf dich, deine Möglichkeiten und deine Grenzen.

    Vielen Dank 🙏