Beiträge von Panama

    Das tut mir sehr leid für dich.

    Ich hoffe sehr, dass ihr die Trauerfeier gut über die Bühne bekommt. Das ist ja nunmal eine Ausnahmesituation für alle Beteiligten.

    Vielleicht könnt ihr euch schon vorher überlegen, wie ihr im Fall der Fälle reagiert? Ist noch ein Kaffeetrinken oder so geplant?

    Mein Mann hatte bei der Beerdigung meines Schwiegervaters ne kleine Weinflasche in der Tasche. Er hatte am Abend vorher getrunken und morgens dann weiter. Auf der Raue wurde es offensichtlicher, dass er immer betrunkener wurde, er ging regelmäßig zur Toilette und hat da wahrscheinlich nach gekippt. Niemand sonst hat auf der Raue Alkohol getrunken.
    Ich wollte dann früh mit den Kindern fahren (mein Mann hat zu der Zeit schon im Hotel gewohnt), er kam uns nach draußen nach und fragte, warum wir schon gehen. Ich sagte ihm, dass ich mir dass ich mir das nicht weiter angucken will, dass er trinkt und da stritt er das auch noch ab.

    Im Auto meinte dann mein damals 8 jähriger zur mir, er habe das gerochen, dass der Papa Wein getrunken hat. So schlimm, wirklich.

    kam dann mit aller Wucht heraus, dass er sich bloßgestellt fühlen würde, wenn Kollegen mitbekäme, dass er eine single-Wohnung suche.

    Ach, aber dass er seine Ex samt Sohn ne neue Wohnung suchen lässt, stellt ihn nicht bloß?! Das zeigt doch vollkommen, wie mies er sich euch gegenüber benimmt. Vielleicht solltest du das seinen Kollegen mal stecken...

    Das ist ja schon mal super, dass du nicht zurückgehen willst!

    dass er bisher nur verspricht aber erst Taten sprechen lassen will wenn wir wieder zu ihm zurück kommen (ja klar) ist es auch einfach hart zu bleiben.

    Das spricht ja auch wirklich Bände. Er sieht ja absolut gar nichts ein. Selbst wenn er was täte, wenn ihr zurückkommt, wäre es ja auch der falsche Ansatz. Hier sagen ja eigentlich alle Alkoholiker, dass die Einsicht da sein muss und dass man für sich selbst was ändern will, nicht für andere. Sonst funktioniert es eh nicht.

    Und er könnte dich dann ja auch beliebig unter Druck setzen und erpressen. Wenn du das und das machst, dann unternehme ich was etc. Und es wäre eh nie genug.

    Vielleicht kannst du dich auch doch nochmal an die Suchtberatung oder eine Familienberatung wenden, die dich und die Kinder unterstützen können. Die vielleicht den Kindern auch nochmal von außen vermitteln können, dass es eine Familienkrankheit ist und niemand Schuld hat, und du schon mal gar nicht. Ich stelle mir das wirklich verdammt hart vor für dich, dass die Kinder dir solche Vorwürfe machen ;(.

    Hey Franzi, du hast doch schon sehr viel geschafft.

    Das ist bestimmt unfassbar schwer, wenn du dir sowas von den Kindern anhören musst. Dass die Kinder ihr Zuhause verlieren, liegt ja wohl einzig am Papa. Er könnte ja gehen und euch das Haus überlassen. Du solltest dagegen halten. Der Papa ist krank und will sich leider nicht helfen lassen. Die Krankheit sorgt dafür, dass er oft sehr gemein zu dir war und dass das gar nicht geht und niemand das aushalten muss. Bitte lies dafür nochmal zurück, was du hier geschrieben hast. Wie aggressiv er zu dir, wie er dich beschimpft hat etc.

    Momentan liest du dich ein wenig passiv, du bleibst in der Wohnsituation, obwohl es euch da nicht wirklich gut geht. Wie läuft das denn finanziell? Dir steht ja Trennungsunterhalt etc. zu.

    Ich denke, du solltest wieder aktiv werden und losgehen. Eine Beratungsstelle, Anwalt etc.

    Es kann ja nicht sein, dass er alleine in dem Haus sitzt und du musst bei Verwandten unterkommen. Wenn er nichts einsieht, dann musst du den harten Weg gehen und zusehen, dass du bekommst, was dir zusteht.

    Wie alt sind die Kinder eigentlich, sind sie schon betreut im Kiga oder noch zuhause?

    Du kannst ja erstmal mit kleinen Schritten anfangen. Zum Beispiel Abstand halten, wenn er trinkt. Es bringt ja nichts, mit ihm zu streiten oder zu versuchen, dass er weniger trinkt. Er will trinken, also lass ihn. Aber angucken musst du dir das ja nicht.

    Hast du Familie oder Freunde, die du treffen kannst?

    Also dann hört es sich bei euch nicht realistisch an, dass er in absehbarer Zeit auszieht. Den Stress und Aufwand mit Rausschmiss, Klagen etc., das willst du doch nicht wirklich? Klar solltest du für dich und deinen Sohn das Beste rausholen, aber das kannst du auch mit einem Neuanfang. So kannst du nämlich viel schneller durchstartet und dich auf euch beide konzentrieren, statt einen womöglich monatelange Kampf auf deine Kosten zu kämpfen.

    Dann solltest du den Schritt gehen, auch wenn das mit Kind deutlich schwieriger ist, noch dazu, wo dein Sohn besondere Bedürfnisse hat. Ich finde es auch immer richtig fies von den Vätern, wenn sie lieber selbst in der Bude hocken bleiben und die Kinder dazu zwingen, auszuziehen. Wahrscheinlich machen es auch einige, weil sie tatsächlich nicht glauben, dass die (Ex/) Partnerin wirklich auszieht.

    Andererseits ist es für dich auch ein Neuanfang, wenn du selbst ausziehst. Dann bist du aktiv und du entscheidest. Ohne den Ballast, ohne die alten Erinnerungen. Es hört sich auch so an, als wäre das Haus mit sehr viel Arbeit verbunden. Wenn du jetzt in eine neue Wohnung ziehst, hast du da bestimmt auch weniger Arbeit ohne Garten und alles sonst ums Haus rum. Dann hast du mehr Zeit für dich und deine Bedürfnisse.

    … weil es Deine Familie ist und und man Dinge spürt, die vielleicht nicht ausgesprochen werden. Und wenn man nicht weiß, was los ist, kann man ja nachfragen.

    Das sehe ich anders.

    Mein Spruch dazu ist immer "nur sprechenden Menschen kann geholfen werden".

    Ich finde es wichtig, dass man lernt, über eigene Wünsche, Bedürfnisse und Grenzen zu sprechen. Man kann anderen immer nur vor den Kopf gucken und ich finde es zuviel erwartet, dass mein Gegenüber erahnen soll, wie es mir geht oder welche Bedürfnisse ich habe.

    Bei mir war es ähnlich, mein Mann ist auch ins Hotel gezogen, als ich es nicht mehr ausgehalten habe. Er war einsichtig, dass er ein großes Problem hat und war auch einige Wochen vorher für drei Wochen in einer Klinik. Er konnte aber noch nicht akzeptieren, dass er nie wieder trinken kann.

    Mir hat es sehr geholfen, hier zu lesen und ich war auch bei einer Suchtberatungsstelle. Sich da alles von der Seele reden zu können, hat mir auch sehr gut getan.
    Ich hatte auch oft den Gedanken, dass es so schlimm ja doch nicht ist, dass ich es vielleicht doch aushalten kann usw.

    ich hatte dann eine Liste mit den schlimmsten Erlebnissen, Abstürzen und Aussetzern, da habe ich immer wieder dran gedacht und mir war klar, dass ich so nicht mehr mit ihm zusammen leben will und dass ich das auch den Kindern nicht zumuten darf.

    Als ich ihm dann klargemacht hatte, dass ich mich wirklich trenne, wenn er nicht aufhört, war er geschockt und es hat aber gewirkt. Zu dem Zeitpunkt hatte er seine Arbeit auch schon sehr vernachlässigt, was ihm selbst auch klar war. Er hat dann tatsächlich aufgehört, nicht nur für uns, sondern ganz klar auch für sich, aber der Anstoß war, dass ich mich sonst getrennt hätte. Wir sind wieder zusammen und mittlerweile trinkt er seit über zwei Jahren nicht mehr.

    Das tut mir so leid für euch! Aber gut, dass du die Polizei gerufen hast.

    Du bist nicht alleine! Hier gibt es wirklich viele, die schlimmes mit ihren Partnern/ Ex-Partnern erlebt haben.

    Und das Wichtigste ist - du kannst da gar nichts für! Es ist weder deine Schuld, dass er trinkt, noch dass er krank geworden ist, völlig gleich, was er dir erzählen will.

    Was für ein Glück im Unglück, dass du alleinige Mieterin bist. Lass dich nicht erweichen, am besten blockierst du ihn überall, du musst dir keinen Telefonterror gefallen lassen. Du bist ihm gar nichts schuldig. Er ist erwachsen und für sich selbst verantwortlich. Er kann sich an vielen Stellen Hilfe holen, da musst du dich überhaupt nicht drum kümmern.

    Du bist verantwortlich für dich und deine Tochter, sie sollte die Chance haben, in einer gesunden und sicheren Umgebung aufzuwachsen. Hat sie das gestern Nacht mitbekommen?

    Hast du Familie oder Freunde, die zu dir in die Wohnung kommen können?

    Und bitte denk dran, ein vernünftiges Gespräch mit ihm ist gar nicht möglich, so lange er nicht nüchtern ist.

    Wie oft habe ich ihm versucht zu erklären, dass ich das nicht für unsere Kinder möchte ( sein Vater war starker Alkoholiker und ist daran verstorben).

    Viele Alkoholiker haben/ hatten Eltern, die selbst Alkoholiker waren, da gibt es auch Statistiken zu. Es ist eine Familienkrankheit. Kinder lernen von ihren Eltern. Auch von schlechten Vorbildern.

    Was willst du für deine Kinder?

    Du musst ja eine mögliche Trennung nicht sofort aussprechen. Hast du dich mal beraten lassen? Du kannst ja erstmal mit kleinen Schritten anfangen. Unterlagen kopieren, Finanzen klären usw. Und du könntest dir erstmal für dich überlegen, wie du dir das vorstellst. Würdest du mit den Kindern ausziehen oder würde er gehen?

    Kannst du ihm irgendwie aus dem Weg gehen, wenn er getrunken hat? Vernünftige Gespräche sind doch dann eh nicht möglich .

    Zu Hause war er dann erst 5 Stunden später und total betrunken. Mir hat er dann erzählt, dass er für Freitag einen Arzttermin vereinbart hat und außerdem mit jemanden, der ihm schon einmal einen Job angeboten hatte. Danach haben wir viel geredet und ich war schon fast überzeugt, dass er es ernst meint. Heute Morgen wach ich dann auf und mir fällt ein, dass gestern Nachmittag der Arzt geschlossen hatte und er gar keinen Termin gemacht haben kann. Panikattacke und das Lügengerüst wird weiter gebaut.

    Hier muss ich auch mal nachfragen.

    Du schreibst, er kam total betrunken nach Hause. Und ihr hättet später viel geredet.

    Auf Nachfrage von jemand anderem meintest du, ihre redet nur, wenn er nüchtern ist.

    Er kann ja gestern gar nicht nüchtern gewesen sein. Wenn er betrunken war, dauert das eher 2-3 Tage ohne einen Schluck, bis derjenige wieder richtig nüchtern und nicht mehr verkatert ist.

    Gespräche in dem Zustand konnte ich mit meinem Mann total vergessen. Wenn er betrunken war, hat er teils geleugnet und abgestritten, getrunken zu haben, obwohl das jeder sehen konnte. In Katerstimmung hat er alles eingesehen und Besserung versprochen. Viel versprochen und nichts gehalten. Bis ihm auch selbst klar geworden war, dass er nicht mehr kontrolliert trinken kann. Das einzusehen, dass er wirklich NIE wieder trinken kann, das war schwer für ihn und hat auch gedauert.

    Ich denke, dein Mann hat jetzt ziemlich klare Ansagen von dir und seiner Arbeit bekommen, jetzt muss er selbst sehen, wie er klar kommt und was er draus macht.

    Du könntest allenfalls noch die Telefonnummern von Suchtberatung und einer Klinik hinlegen, den Rest muss er dann selbst machen. Du kannst ihm wenn überhaupt, nur durch Nichthilfe helfen.

    Für dich wäre es bestimmt gut, etwas auf Abstand zu gehen. Gespräche kannst du dir eigentlich sparen. Sieh zu, dass er Taten sprechen lässt.

    Hi Sonnenschein, ich kann deine Gedanken gut nachvollziehen. Mir haben diese Ratschläge. Was kannst du heute für dich tun, damit es dir besser geht, anfangs auch überhaupt nicht geholfen. Ich glaube tatsächlich, dass das niemandem am Anfang hilft, weil man einfach noch viel zu sehr drin steckt, fassungslos ist und nicht so richtig begreift, was da um einen rum passiert.


    Was mir erstmal geholfen hat, zu verstehen, dass der Alkoholiker nur sich selbst helfen kann. Allenfalls kann man helfen durch Nichthilfe, in dem man ihn alles alleine regeln lässt und ihm die Verantwortung zurück gibt. Er ist schließlich erwachsen.

    Dann hat mir die Erkenntnis geholfen, dass ein Alkoholiker nicht kontrolliert trinken kann. Und sich nicht zusammenreißen reißen kann. Er ist krank und hat nichts unter Kontrolle.

    Und am meisten hat mir schließlich geholfen, mir eine Liste mit den schlimmsten Abstürzen und Erlebnissen der letzten Monate anzulegen. Und da immer wieder dran zu denken. Und dann weiter zu denken. Will ich so weiter leben? Mit dem Bewusstsein, dass es immer schlimmer wird? Und dann wurde mir klar, dass ich so nicht weiterleben will und kann. Und dass ich das den Kindern auf gar keinen Fall zumuten kann.
    Und immer wenn es dann ein paar bessere Tage gab und ich dachte, ach doch, ich kann das irgendwie aushalten und ertragen - dann hab ich wieder an diese Liste gedacht.

    Und die Konsequenzen gezogen. Ich habe ihm gesagt, dass ich mich trenne, wenn er nicht aufhört zu trinken. Und das habe ich auch so gemeint. Zu dem Zeitpunkt wohnte er im Hotel und hat gehofft, dass ich ihm in dem Gespräch sage, dass er wieder nach Hause kommen kann.

    Du kannst dir ja zu besonderen Anlässen ne teure Bio Linonade, Rhabarber-Schorle oder sowas gönnen. Es gibt hier auch einen Thema mit besonderen alkoholfreien Getränken.
    Ich verstehe das gut, dass man da nicht immer „nur“ Wasser trinken will. Ich trinke zuhause immer Wasser, bei uns gibt’s keine Softdrinks oder Schorlen im Alltag, das sind immer Ausnahmen. Den Zucker spare ich mir.
    Auswärts trinke ich aber gerne was anderes, weil ich auch einfach kein eiskaltes Wasser mag.