Beiträge von Panama

    Mein Mann kam in der letzten Phase sturzbetrunken von Geschäftsreisen zurück. Zum Glück ging er dann ins Hotel, weil ich ihm gesagt habe, dass ich nicht will, dass die Kinder ihn so sehen.

    Nach meinem Tiefpunkt blieb er dann einige Wochen im Hotel. Erst als ich ihm dann gesagt habe, dass ich mich definitiv trenne, wenn er nicht aufhört zu trinken, ist ihm klar geworden, dass er dabei ist, alles zu verlieren (er konnte damals auch nicht mehr vernünftig arbeiten, als Selbständiger hatte er aber noch Glück als Angestellter wäre er lange seinen Job losgewesen).

    Zum Glück hat er es geschafft, er trinkt seit über 1.5 Jahren nicht mehr. Ich bin mir sicher, dass es zuhause nicht funktioniert hätte. Lief ja alles immer irgendwie für ihn, Versprechungen machen, sich entschuldigen und zack, waren wieder einige Wochen rum.

    Das ist auf jeden Fall der richtige Weg, Gespräche mit ihm abzubrechen, wenn er betrunken ist. Und du schreibst, er trinkt täglich, also ist er ja quasi täglich alkoholisiert und/ oder verkatert. Da bringen Gespräche und Diskussionen auch einfach gar nichts. Und wenn sie dich nerven, eh nicht und wenn er dich runtermacht erst Recht nicht.
    Bleib da bei dir, du bist eine tolle und starke Mama, du hast es nicht verdient, dich runterbuttern zu lassen.

    Du kannst doch dann sowas sagen wie, ich hab keine Lust mit dir zu reden, wenn du betrunken bist, oder dass will ich mir nicht anhören, wenn er dich angreift. Seine schlechte Laune hältst du dann eben aus bzw gehst ihm aus dem Weg. Schnappst dir dann die Kinder und machst was schönes mit ihnen.

    Mir hat es auch sehr geholfen, eine Liste anzulegen mit den schlimmen Erlebnissen und Ausfällen, die er hatte.

    Und sich das immer wieder vor Augen zu führen - will ich so weiterleben??

    Und dann denk auch bitte immer daran - Deine Kinder sind klein und abhängig von Dir. Sie können keine Entscheidung treffen, sie müssen mit dem leben, was Du daraus machst. Du hast die Verantwortung für Dich und Deine Kinder.

    Dein Mann ist erwachsen und für sich selbst verantwortlich. Wenn er trinken will, trinkt er. Alkohol steht an erster Stelle, NICHT die Kinder und Du.

    Da kann dir bestimmt eine Familien- oder Rechtsberatung Auskunft geben, wie weit das hilfreich für dich sein könnte.

    Aber so an sich, ich denke, Männer sind da schnell dabei mit so einem Spruch a la „ich nehm dir die Kinder weg“. Das ist ja im betrunkenen Zustand auch schnell mal gesagt, um die Partnerin unter Druck zu setzen und zu verletzen.
    Aber ganz praktisch gesehen, haben dann doch viele Männer keine Lust sich ausdauernd und viel Zeit mit den Kindern zu beschäftigen. So jemand wie Volka hier aus dem Forum ist meiner Meinung nach eine ziemliche Ausnahme.

    Bei den wenigsten funktioniert das Wechselmodell, und dass Männer sich wirklich hauptsächlich kümmern… die Prozente möchte ich gerne mal sehen.

    Ach, gerade gegoogelt. 22% Mütter, 1% Väter mit alleinigem Sorgerecht sagt der erste Treffer.

    Ich wünsche dir viel Kraft für dich und deine Tochter. Ihr steckt da echt in einer gefährlichen Situation.
    Mit Betrunkenen zu reden, bringt überhaupt nichts. Bis er nüchtern wäre, müsste er ein paar Tage gar nichts trinken.

    Was macht er denn tagsüber, ist er mal für längere Zeit aus dem Haus? Du könntest dann deine Sachen packen und mit deiner Tochter gehen. Du musst ihm das nicht ankündigen. Das ist wirklich gefährlich, wie er jetzt mit dir umgegangen ist!!

    Wichtige Unterlagen und Dokumente könntest du schon mal zusammensuchen und kopieren. Das könntest du zB machen, wenn er betrunken im Bett liegt und schläft. Auf alle Fälle so, dass er das nicht mitbekommt.

    Und mach dir bitte keine Vorwürfe. Du bist nicht Schuld, dass er trinkt! Du kannst da nichts für und du bist nicht allein. Leider geht es vielen so. Such dir jede Hilfe, die du bekommen kannst. Du bist es wert, ein ruhiges Leben in Sicherheit zu leben und deine Tochter auch!!

    Ist irgendwo was von ihm dokumentiert, hat er vielleicht seinen Führerschein mal abgeben müssen wegen Alkohol?

    Bei dir ist es ja mit 16 sogar recht spät gewesen.

    Viele fangen ja deutlich früher an, ich habe hier einige gelesen, die mit 12-14 Jahren angefangen und da auch schon teils recht viel und regelmäßig getrunken haben. Also nicht nur 1 Glas Sekt oder Bier mal zum Probieren oder so.

    Es gibt statistische Untersuchungen dazu, da ist ganz klar belegt, dass es einen Zusammenhang gibt. Je früher man angefangen hat, desto höher die Wahrscheinlichkeit, alkoholkrank zu werden.

    Und wenn man dazu noch weiß, dass die menschliche Reifung und Entwicklung des Gehirns erst mit über 20 Jahren abgeschlossen ist, kann man sich noch besser vorstellen, weshalb Alkohol und natürlich auch andere Drogen so gefährlich für Kinder und Jugendliche sind.

    Ich hatte mir eine Liste angelegt mit den schlimmsten Situationen, die es über die Jahre gegeben hatte. Wenn das Gefühl aufkam, ach, so schlimm war das doch alles nicht - dann hab ich mir diese Liste vor Augen geführt und war dann wieder schnell an dem Punkt, wo ich sicher war, dass ich so ein Leben für mich und die Kinder nicht mehr will.

    Hey Ahimsa,

    darf ich fragen, wie du es geschafft hast, an den Bypass zu kommen? Das ist ja eigentlich ein langwieriger Prozess und man wird doch da auch psychologisch untersucht. Wenn man schon vorher ein massives "Problem" mit Alkohol hatte oder schon Alkoholiker ist, bekommt man die Op eigentlich nicht. Mein Mann hat einen Omega Loop bekommen, er hatte vorher einen missbräuchlichen Umgang, was uns aber nicht wirklich bewusst war. Nach der Op ist er relativ schnell durch Suchtverlagerung zum Alkoholiker geworden.

    Hey Chile, das klingt wirklich richtig schlimm bei euch.

    Naja, wenn er nicht wenigstens mal drei Tage nichts getrunken hat, war er ja auch nicht wirklich nüchtern. Denk dran, dass die Gespräche dann eh nicht viel bringen.

    Versuch einfach, auf dich zu achten und für die Kinder da zu sein. Und such dir und auch den Kindern alle Unterstützung die du bekommen kannst, die Suchtberatung bietet zB auch Hilfe für Angehörige an.

    Franzi, das hört sich schlimm an, aber wie gut, dass du jetzt endlich ins Handeln kommst!!! Kleine Schritte, alles nacheinander! Und dann wirst du bald schöne Feiertage haben, die du so gestalten kannst, wie du möchtest, ohne dass es Stress gibt!


    Meine Kinder sind 12 und 10. Da er alles schön heimlich macht, merken sie nicht viel davon, auch weil ich ihn natürlich decke und für ihn immer einspringe, wenn er nicht in der Lage ist. Aber natürlich merken sie, dass es zwischen uns kracht, dass ich wütend und traurig bin.

    Also merken sie doch die Folgen und müssen sehr darunter leiden.

    Was heißt das genau, wenn du sagst, du deckst ihn? Das könntest du als erstes mal sein lassen. Konzentriere dich auf dich und lass ihn machen. Lass ihm seine Verantwortung. Du kannst nichts dagegen tun, wenn er trinken will. Aber um die Folgen sollte er sich selbst kümmern müssen.

    Was heißt denn, manchmal schläft er für ein paar Tage? Wie läuft das denn dann mit der Arbeit?

    Du sagst, er hat keinen Führerschein mehr, wahrscheinlich wegen Alkohol? Warum hat er den nicht wieder bekommen? Wie kommt er zur Arbeit und wie organisiert er sich sonst?