Guten Morgen Kendra.
Ich möchte dir hier auch nochmal ein paar Gedanken dalassen.
Weißt du, die Sache mit dem mir selbst verzeihen und der „Schuld“, ist etwas kompliziert.
Denn ich hatte einfach keine Schuld.
Trotzdem habe ich immer mal wieder Momente, an denen ich Schuldgefühle habe und da ist das mit dem mir Verzeihen einfach sehr schwer.
Ich war krank. Ich war nicht in der Lage, mich für eine Weile richtig um mein Kind zu kümmern. Klar war ich immer für sie da. Hab die nötigen Dinge getan, die eine Mutter eben tut. Essen machen, mich um Schulangelegenheiten, Arzttermine usw gekümmert. Sogar Unternehmungen mit ihr gemacht. Ich habe schon funktioniert.
Doch ich war hochgradig depressiv. Meistens Mittags, wenn ich nach meinem Job heimkam (sagt dir smiling Depression was?) die nötigen, wichtigen ToDos erledigt hatte, lag ich im Bett und habe meine Welt (und alles was sich darin befand) ausgesperrt. Meine Tochter hatte viele Freundinnen, die auch bei uns zu Besuch waren. Während ich im Bett lag und nicht in der Lage war, mich zu kümmern.
Deshalb hat sie es damals auch nicht als so schlimm wahrgenommen. Das kam erst etwas später bei ihr hoch.
Das! Zum Beispiel, ist etwas, dass ich in Erinnerung schwer aushalte.
Am schlimmsten aber ist es für mich, daran zu denken, wie ich 2021 komplett fertig war. Es ging nichts mehr. Hab mich auf Akut einweisen lassen und es hat bis heute gedauert, diese Zeit richtig zu verstehen. Und dann bin ich übergangslos so richtig Co geworden. Und das war tatsächlich schlimmer für meine Tochter. Ich habe einfach keine Ressourcen gehabt. Und sie war ja bei ihrem Vater gut aufgehoben (mehr oder weniger). Hat ein super Familien- und Freundenetzwerk, welches für mich dann beruhigend war, dass sie nicht alleine ist und ich mich nicht kümmern brauchte. Denn das ging einfach nicht! Letztes Jahr um diese Zeit bin ich mir allmählich bewusst geworden, was da in meinem Leben gerade passiert. Im Dezember habe ich mich hier angemeldet und langsam aus meinem Loch rausgekämpft.
Also nochmal. Ich war nicht Schuld daran, dass ich krank war. Ich war nicht Schuld, dass ich ein schlimmes traumatisierenden Erlebnis hatte. Nicht Schuld, dass ich Co-abhängig war.(bin….aber es wird immer besser!)
Es war nicht leicht für sie. Sie sieht aber, dass ich krank war und deshalb kann sie mir verzeihen. Vor allem, weil ich in diesem Jahr wieder erreichbar für sie bin. Sie sieht, wie hart ich an mir arbeite. Nur wieder gut machen kann ich’s eben nicht.
Und ich. Ich bin in der Akzeptanz angekommen. Auch wenn’s mich immer mal einholt. Auch wenn ich es manchmal vorgehalten bekomme, so kann ich heute damit umgehen.
Es ist, wie es ist!!!!
Ich denke, auch du solltest jetzt erst einmal damit anfangen, deine Erlebnisse zu verarbeiten und das Leben zu bejahen. Mit allem was dazugehört.
Wenn du mit dir wieder im Reinen bist, wird das irgendwann auch dein Umfeld merken. Die Menschen gehen dann wieder ganz anders mit dir um. Und das ist diese Chance, dass es wieder gut werden kann.