Beiträge von 9Leben

    Sicher, ich habe bei keiner Neueinstellung die Gewissheit, dass sie mir während des Beschäftigungsverhältnisses keine Probleme wegen Alkoholmissbrauch macht. Aber woher genau habe ich bei einem zurzeit (!) trockenen Alkoholiker die größere Gewissheit? Wenn er erst eine Entwöhnungs-Reha durchlaufen hat oder schon die dritte? Wenn die letzte fünf Jahre her ist, ein Jahr oder zehn Jahre?

    Ich bediene ein Vorurteil, gewiss. Vorurteile und Klischees bilden sich aber auf der Basis einer real existierenden Vielzahl von einzelnen Fällen.

    Im Arbeitsleben geht es um bestimmte Anforderungen und Erwartungen, die ein Arbeitnehmer bedienen können muss. Dazu gehört eine gewisse Belastbarkeit.

    Einem Abhängigkeitserkrankten traue ich da weniger zu als einem, der es (noch) nicht ist. Wer sich erstmal selbst zur Großbaustelle entwickelt, wieviel Rest an Kraft und Motivation hat er dann noch für seine Arbeit im Betrieb übrig? Dann lernt man in der Therapie sinnvollerweise ja auch, mehr als bisher auf sich zu achten, was tut einem gut, was nicht, gesunde Abgrenzung von Stressfaktoren etc. Das macht das Zusammenspiel mit anderen nicht einfacher, weil das Bedürfnis nach rechtzeitiger Abgrenzung in der Regel die Flexibilität einschränkt.

    Oder man hängt sich in der Probezeit gerade mehr hinein (um sich und anderen etwas zu beweisen), als für die fortgesetzte Kontrolle über seine Abstinenz gut wäre und ebnet dadurch den Weg für einen Rückfall.

    Wenn man als Arbeitgeber die Wahl hat, sucht man bei mehreren Bewerbern die aus, die nicht schon aufgrund einschlägiger Vorgeschichte verknüpft mit einem Kostenrisiko kommen.

    Daher geht die Tendenz zu einer ganz bestimmten Bewerbergruppe bis zu einem ganz bestimmten Alter, solange man eben reichlich aus einem vorhandenen Bewerberpool schöpfen kann.

    Aktuell ändert sich in vielen Branchen ja aber gerade etwas....

    dorothea ,

    ja, es hat sich durchweg um Personen über Mitte 40 gehandelt und durchweg um Personen, die eine mehr als zwei Jahrzehnte umfassende Trinker-Karriere hinter sich hatten, bis sie im Betrieb auffällig wurden.

    Alle waren auch abhängig beschäftigt, und der Betrieb war ein größerer, mit Betriebsrat und so. Und bei allen war es in der Tat so, dass sie selbst weitergemacht hätten wie bisher, wenn sich die Beschwerden über sie durch Kollegen bei Vorgesetzten und Betriebsrat nicht gehäuft hätten und sie daher "auf den Pott gesetzt wurden" (=Suchtberatung, Therapie oder Arbeitsplatzverlust).

    Es war evtl. zu lange für sie gut gegangen. Dadurch hatten sie sich einen weiteren Vorteil erwirkt, nämlich nicht mehr ohne Weiteres gekündigt werden zu können.

    Alter wirkt sich sicher generell auf das Leistungsvermögen aus, da gebe ich Dir vollkommen recht. Aber als Personaler würde ich lieber nach Vorurteil/Klischee entscheiden. Wenn ich vor Einstellung um eine Alkoholkrankheit/psychische Erkrankung des Bewerbers weiß und mir entsprechende krankheitsbedingte Fehlzeiten dazu auch bekannt sind, dann würde ich eben die Finger von einer Einstellung lassen.

    Und nach Rückkehr aus einer Entzugstherapie hätte ich auch keine großen Erwartungen an den betreffenden Kollegen, sondern würde mit ihm besprechen, ob man seine bisherigen Aufgaben erstmal etwas anpassen /ändern sollte.

    Liebe Dorothea,

    danke für Deinen Beitrag. ich hab mir Deine Geschichte durchgelesen und finde die Kraft, mit der Du deinen Entwicklungsweg gegangen bist, wirklich bewundernswert!

    Deinen Beitrag habe ich so verstanden, dass es unter alkoholkrank gewordenen Menschen wohl auch eine Gruppe gibt, die nicht aus ihrer Unbekümmertheit und mehr oder weniger regelmäßige Partylust-Gewohnheit in die Sucht hineingerutscht sind, sondern welche, die schon vorher ein Problem in der Fähigkeit zu einer generellen Lebenslust haben und die Trinkerei praktisch darauf aufsatteln.

    Wenn es schon an der erforderlichen Basis, der Lebenslust mangelt, die auch die Bereitschaft einschließt, auch unberechenbare Widrigkeiten des Lebens konstruktiv zu durchlaufen, dann könnte ich mir vorstellen, dass bei solchen Menschen alle Therapieansätze letztlich vergeblich bleiben.

    Das wäre mal eine Frage an die Therapeuten, ob man eine fehlende Basis in einen Menschen hineintherapieren kann oder ob man diese über ein Resilienztraining - angeblich kann man ja sein Maß an Resilienz weiter austrainieren- aufbauen kann.

    Dann denke ich außerdem, dass "gebildet" nicht zwangsläufig mit generell besseren kognitiven Fähigkeiten insbesondere bei der Betrachtung seiner selbst gleichzusetzen ist. Bildung kann sich auch in "Verbildung" entwickeln, siehe z.B. den frei erfundenen Quatsch ums Gendern....

    Vielen Dank für Eure Antworten. Es freut mich für Euch alle, dass Ihr den Absprung aus der Spirale erfolgreich geschafft habt!

    Hera , das man trotz besseren Wissens etwas Schädliches weitermacht, kenne ich als Co ja auch nur zu gut.

    Ich meine daher die Weiterentwicklung, die sich oftmals aus der Fortsetzung des Schädlichen ergibt. Es ist ja nicht nur der Körper, der geschädigt wird, sondern auch der Intellekt, das Urteilsvermögen, die Planungsfähigkeit, Kreativität erleidet ja auch alles Einbußen.

    Als Co vernebel ich mir durch die Beziehung zu meinem alkoholkranken Partner zwar während der Beziehungsdauer den Verstand, aber ohne Mitsaufen bleiben mir meine kognitiven Fähigkeiten insgesamt erhalten, und irgendwann erreicht man seine individuelle Belastungsgrenze und reagiert darauf.

    Wenn es dagegen beim alkoholkranken Menschen dann so ist, wie auch Dante es beschreibt, dann hat der suchtkranke Mensch doch gar keine Möglichkeit mehr, seine Krankheit aus eigener Kraft zu stoppen. Dann ist die erforderliche Menge und Ausprägung kognitiver Fähigkeiten für eine entsprechende Willensbildung zum aktiven Weg in eine dauerhafte Abstinenz nicht mehr vorhanden und kann auch nicht wieder kommen geschweige denn genutzt werden. Das stelle ich mir so als "point of no return" vor. Und nicht jeder kommt in ein betreutes Wohnen/Pflegeheim mit Adaptionstraining, in dem es keinen Weg mehr zum nächsten Weinregel im Supermarkt gibt und so die Abstinenz gehalten werden kann.

    Daher könnte ich mir vorstellen, dass sich manche Abhängigkeitserkrankten unfreiwlliig an der Krankheit bis zum bitteren Ende resignieren, weil es für sie zu spät ist, es anders machen zu können. Mache ich jetzt einen Denkfehler oder kommen so die 20 Prozent zustande, die es trotz Therapie letztlich nicht schaffen?

    Ich weiß, dass man das Recht auf Krankheit bis in den Tod hat. Ist es also nach dem point-of-no-return zutreffend, das Sterben an seiner Suchterkrankung mit fehlendem Willen und entsprechend mangelnder Tatkraft bzw. bewusster Entscheidung für die Krankheit zu erklären, wenn jemand weder willentlich noch kognitiv noch körperlich dazu noch in der Lage ist, sich gegen die Sucht entscheiden und handeln zu können?

    Um nochmal auf den Teil "der Weg aus der Spirale" zu kommen - dazu hätte ich eine Frage

    Gibt es eigentlich auch bei der Alkoholkrankheit einen "point of no return" oder kann es diesen geben? Also ich meine den Punkt, an dem es einen wegen der zu groß gewordenen Schädigung der Psyche und der kognitiven Fähigkeiten nicht mehr möglich ist, konsequent abstinent zu bleiben und sein verbleibendes Leben in Trockenheit zu leben?

    Weil man auch nicht mehr in der Lage ist, mit der Restfunktionsfähigkeit des Körpers ausreichende alternative, Freude bringende Lebensgewohnheiten anstelle der Trinkerei zu entwickeln und zu praktizieren? Einen möglichen neuen Pfad gar nicht mehr erkennen können, um sich überhaupt ans Eintreten machen zu können?

    Macht man sich, wenn man sich zur Abstinenz entschlossen hat, dabei bewusst, wo man steht/in welchem Schädigungsstadium man sich befindet? Kann man daraus Motivation ziehen, so nach dem Motto, zum Glück nicht länger gezögert und die Kurve noch bekommen?

    Meine Gefühle jedoch, das merke ich sind nur dann soweit, wenn es gerade ganz extrem ist.

    Liebe Samora,

    daran kann ich mich noch so gut erinnern. Nach bösen Streitszenen hatte ich Gedanken wie "Das hat doch alles keinen Wert mehr", "Wozu vergeudest du eigentlich Zeit und Kraft", "So, jetzt ist es aber wirklich genug." In meiner Phantasie habe ich dann versucht, mir die zu gehenden Schritte in einem Trennungsprozess auszumalen und dann...manchmal, als ob er es geahnt hätte, kamen dann von ihm so Sätze wie "Tut mir leid! Du weißt doch auch, dass ich es gar nicht so meine!" oder "ich weiß, ich trinke zuviel -allein schaffe ich es nicht. Mach doch mal einen Termin im Krankenhaus für mich."

    Dann war es bei mir so: "Oh, es gibt Hoffnung. er ist doch kein suchtzerfressener, empathieloser Klotz." Und mein Gefühl "Ich mag das alles nicht mehr" verwandelte sich in "Ok, eine Chance hat er ja doch verdient, jetzt schnell die Gunst der Stunde nutzen" ...und statt seiner einen Entgiftungstermin im Krankenhaus organisieren, zu dem ich ihn dann auch hingefahren habe.

    Was hatte ich davon? Die Hoffnung, für die Belastung durch alkoholbelastetes Eheleben Kompensation (=künftig durch Entgiftung und anschließende Therapie alkohoabstinenter Ehemann, d.h. neue Beziehungsqualität ) zu erfahren. Der Hoffnungsballon, den ich mit jedem Entgiftungsantritt gefunden und mir jedesmal wieder groß und vergeblich aufgepumpt habe.

    Du schreibst, Du bist seit zwei Jahren mit Deinem Partner zusammen. Wenn Du vorher noch keine vergleichbar alkoholbelastete Beziehung hattest, dann hast Du vielleicht noch viel Kraftreserven, dass Deine Gefühle Dich immer wieder zum Hadern bringen, einem vernunftbegründeten Entschluss konsequent Taten folgen zu lassen.

    So lange Dein Mann seinem Traum anhängt, dauerhaft zu einem kontrollierten, reduzierten Trinken zu gelangen, nachdem er im Rahmen einer Abhängigkeitserkrankung den dafür typischen Kontrollverlust schon hinter sich hat, wird er Dir vielleicht beim Abnabelungsprozess (unfreiwillig) helfen, in dem er Dich die Abhängigkeitserkrankung immer deutlicher miterleben lässt.

    Trotzdem oder gerade deshalb alles Gute, für jeden von Euch!

    9Leben

    Cadda hat gerade beschrieben, was einem das Alleinleben nach Trennung von einem seine Alkoholkrankheit beharrlich pflegenden Partner bringt.

    Ruhe und Frieden für die eigene Seele. Für mich noch Freiheit und Erleichterung.

    Obwohl ich mir das rational alles schon während des Zusammenlebens mit meinem Mann vorstellen konnte und mir auch konstante Ruhe (und Harmonie) gewünscht habe, stand darüber außer der Angst und ein fester Glaube, dass Ruhe und Frieden doch auch gemeinsam und miteinander möglich sein müssen. Wenn nicht durchgehend, weil Differenzen in einer Partnerschaft ab und an ja durchaus dazugehören, dann wenigstens etappenweise. Aus diesem Glauben habe ich meine feste Entschlossenheit generiert, trotz der Alkoholkrankheit auch Ruhe und Frieden in der Beziehung mit meinem Mann wahrnehmen zu wollen.

    Der qualitative Unterschied dabei war nur: ich habe mein Bedürfnis nach Ruhe und Frieden für mich nahezu immer von seinem Zustand abhängig gemacht. War es mit ihm nett, dann waren das meine Inseln Ruhe und Frieden. War es mit ihm schrecklich, dann gab es eben keine Ruhe und keinen Frieden. Aus diesem Hin und Her habe ich sehr, sehr lange Zeit in meiner Bedarfsbilanz dann kurzerhand gemacht: "Das, was dein Mann dir gibt, das genügt auch, mehr ist eben nicht möglich!"

    Was mir dabei auch nicht möglich war: Meinen Mann als Einheit mit seiner Krankheit zu sehen, sie als seine unablösbare Haut zu betrachten. ich hatte von der Krankheit eher das Bild einer dunklen Wolke, um die Hoffnung zu halten, dass sie vorüberziehen oder man sie mit einer Kombination aus verlässlicher persönlicher Zuwendung und Entgiftung/Therapie aktiv wegpusten kann.

    Vielleicht hätte mir das Haut-Bild geholfen, eher einen Weg aus der Beziehung heraus zu finden und mich auf meine eigenen Bedürfnisse zu fokussieren - vielleicht....

    Das sind für mich zwei Faktoren, mit denen ich mir meine eigenen Bedürfnisse verleugnet hatte. Nach dem Motto: "Es kann nicht sein (=du bleibst in deinen Bedürfnissen auf der Strecke), was nicht sein darf (=um sich um dich selbst kümmern zu können, musst du aus dieser Beziehung heraus, damit wird die Familie zerstört).

    Als die gesundheitlichen Auswirkungen der Alkoholkrankheit immer drastischere Formen annahmen, habe ich mehr Inseln an Ruhe und Frieden in dadurch gehabt, dass mein Mann ein zunehmendes Schlaf- und Ruhebedürfnis hatte. Ich erinnere ein gewisses Frustrationsempfinden, wenn die von mir geschätzte Ruhezeit kürzer als erhofft ausfiel.

    Jetzt habe ich festgestellt, wie gut mir das Alleinleben tut und ganz konkret, das Leben in Freiheit von Alkoholkrankheit.

    Ruhe und Frieden!!!

    Ja... Ruhe und Frieden ist das, was ich nach Jahren immer noch empfinde. Und das sind zwei starke Worte und Gefühle, die an der Seite eines Alkoholkranken eben nicht möglich sind.

    Cadda ,

    das kann ich nur bestätigen! Dazu kommt noch Freiheit und Erleichterung, die Last Alkoholkrankheit los zu sein.

    Das alles ist für mich ein gewaltiger Mehrwert in meinem Leben, vor allem für meine Psyche - immer noch.

    Hallo Lisa3122003,

    worüber möchtest Du dich denn konkret austauschen? Wenn Du schon psychisch betreut wirst, hast Du da das Problem Alkohol schon mal besprochen und war das hilfreich für Dich?

    Mein Mann war alkoholkrank und ist daran letztlich gestorben. Ich habe ihn begleitet, weil ich die ganze Zeit (vergeblich) auf die große erfolgreiche Gesundheitswende gewartet habe, damit wir endlich als normale Familie mit den Kindern leben können. Irgendwann war dann der Weg zum Tod infolge Abhängigkeitserkrankung unumkehrbar beschritten.

    Wo und wie siehst Du Dich in Deiner Beziehung zu Deinem Partner?

    Viele Grüße

    9Leben

    Hallo Milka,

    ich wünsche Deinem Partner Standfestigkeit in seiner Abstinenz.

    Was bedeutet ins Krankenhaus zum Entzug? Hat er dort eine qualifizierte Entgiftung udn eine Anschlusstherapie gemacht? Oder was für eine Behandlung hat er gehabt? War Dir vor seinem beruflichen und gesundheitlichen Tiefschlag an seinem Alkoholkonsum schon mal etwas auffällig vorgekommen?

    Wie geht es Dir mit der ständigen Sorge? Behältst Du sie für Dich oder sprichst Du mit Deinem Partner darüber und wie reagiert er dann?

    Viele Grüße

    9Leben

    "Du kannst auch ne Grippeimpfung erhalten und trotzdem daran erkranken. Der Verlauf ist aber sehr viel milder."

    Sinn des Impfens ist doch, die Krankheit eben nicht zu bekommen. Das sollte ja genau Sinn und Zweck von wirksamen Impfungen sein, Schutz vor der Erkrankung, nicht (vermeintlich) milde Erkrankung. Kinder sollen gerade keine Windpocken, Masern, Keuchhusten, Polio etc. bekommen. Deswegen, nur deswegen lassen Mütter zu, dass in Körper ihrer Kleinstkinder Nadeln gebohrt werden.

    Woher will man für seinen Körper überhaupt wissen, dass die Erkrankung milde war wegen der Impfung und nicht trotz der Impfung?!

    Ok, nun reicht's - ich schreib dazu weiter nichts mehr.

    Cadda ,

    ich weiß, was Du meinst. Als Außenstehender kann man es alles ganz klar sehen. Rational ruft man, wenn man geschlagen wird, sofort die Polizei; hat Zoezoe auch nicht getan.

    Zoezoe erinnert mich in ihrem bisherigen Weg etwas an meinen Weg.

    Als Außenstehender ist einem m.E. ganz klar, dass man in dem Alkoholabhängigen, der weiter trinken will, konsequent einen Gegner für sich selber, für sein eigenes Wohl, sehen muss, ganz egal, welche Schmeichelphasen zwischendurch eingelegt werden. Dann kann man konsequent in seinem Trennungsprozess bleiben.

    Bis man als direkt in der Beziehung steckende Person diese Sichtweise einnehmen kann, müssen manche für sich zuerst eine Grenze gefunden haben, an der Übereinklang zwischen Kopf und Bauch herrscht. Auf dem Weg dahin würde ich es nicht als Missstand im Gehirn bezeichnen, dass man sich über Grausamkeiten ärgert/schockiert ist und sich über Freundlichkeiten freut.

    Ganz abgesehen davon, dass man seiner Psyche nicht gut tut, wenn man sich selbst in alle möglichen Richtungen abwertet.

    Hallo ZoeZoe,

    rückt er denn überhaupt das Auto raus, wenn schon die Nummernschilder nicht? Schlüssel dafür hat er auch.... Es steht auf seinem Grundstück, habe ich das richtig verstanden?

    Das Auto ist doch auch noch auf ihn zugelassen, und wenn es ihm Spaß bringt, davon Nummernschilder abzureißen und vor der nächsten Fahrt neue zu besorgen, kann er das ja auf seinem Grundstück so machen.

    Ich vermute daher, dass die Polizei Dir dabei nicht helfen können wird. Wenn Du eine Anzeige aufnehmen lassen willst, werden sie eine aufnehmen, aber mehr wohl kaum. Rechtsberatung ist nicht Job der Polizei.

    Du kennst Deinen zukünftigen Ex besser als wir. Wenn Du jetzt eine Woche nichts von Dir hören lässt - ist die Chance, dass man mit ihm dann einigermaßen verständig reden kann, dann höher oder niedriger?

    Statt zur Polizei würde ich eher zur öffentlichen Rechtsauskunft, sofern in deiner Nähe erreichbar oder zum Anwalt gehen.

    Viel Kraft für Dich!

    9Leben

    Liebe E.M.97,

    es liest sich, als ob Du mit Deinem Partner noch lange nicht "durch" bist. Dann wird Dich dieses Forum auch nicht von ihm lösen können.

    Ich fürchte nur, wenn Dein Partner schon mal bei härteren Sachen als Bier war, dann wird er den Weg dorthin zurück machen.

    Das hatte ich damals auch so gemacht. Manche Tage waren schon in Zeiten furchtbar, als unsere Kinder noch klein waren, und ich wusste damals rational schon, dass Alkohol bereits zu unserem Familienproblem geworden war. Aber ich habe auch immer zu seinen Gunsten das Gute dagegen aufgewogen und auf Einsicht und daraus resultierender Änderung zum alkoholfreien Zusammenleben gehofft. Aus Liebe, wegen meiner Wertvorstellungen (Ehe und Familie stehen an höchster Stelle, dafür hält man schlechte Zeiten selbstverständlich durch) aus Bequemlichkeit (bin es ja schon gewohnt, damit umzugehen, weiß es einzuschätzen, geht alles noch), falschem Ehrgeiz (ich will keine Scheidung und keine Scheidungskinder erzeugen), Angst vor dem Ungewissen nach einer Trennung (Wie schadet das den Kindern? Vielleicht komme ich allein mit Allem nicht zurecht, und dann?)

    Hast Du für Dich und Deine Kinder schon Grenzen definiert, an denen die Zumutungen Dir zuviel würden und schon entschieden, was Du dann tust?

    Alles Gute für Euch!

    9Leben