wieso ist mir nicht aufgefallen das die Hände gezittert haben?
Ich verstehe nicht warum ich es so lange ausgeblendet habe und nicht gehandelt habe, selbst nachdem ich seine vermüllten Wohnungen mit Weinflaschen gesehen habe habe ich nicht gehandelt.
Ich verstehe dich. Auch ich und viele andere Angehörige fragen sich an dem Punkt, als es bei ihnen "Klick' machte, warum sie bis zum Erkennen so viel Zeit benötigten.
Wenn du dich mit dieser Frage aber noch länger quälst, kostet dich das nur weitere Energie.
Als ich das Forum entdeckte, war ich eigentlich nur für meinen alkoholabhängigen Mann auf der Suche nach einem weiteren Hilfsangebot, z.B. eine Selbsthifegruppe für Alkoholiker.
Diese wollte ich ihm präsentieren, sobald er seinen Rausch auageschlafen hätte.
Da dieser Rausch mehrere Tage dauerte, hatte ich viel Zeit, um mich kreuz und quer durch das forum zu lesen.
Und dabei hat es endlich, zumindest bei mir,"klick" gemacht. Das Erkennen war hart, ließ mich aber sofort handeln. Und das könntest du jetzt auch tun.
Damit ist dann aber noch nicht alles wieder gut, aber es ergeben sich neue Chancen auf Veränderung.
Bei mir erfolgte die räumliche Trennung sobald mein Mann damals seinen Rausch ausgeschlafen hatte.
(An dieser Stelle möchte ich mich wieder mal bei allen bedanken, deren Beiträge ich damals (und heute) "inhaliert" habe, und mir den "Klick" bescherten.)
Bei meinem Mann hat es, mit etwas Verzögerung dann auch geklickt.
Die Erkenntnis, Alkoholiker zu sein, ermöglichte ihm Entzug und Langzeittherapie.
Allerdings reichten diese nicht aus, um dauerhaft abstinent zu bleiben.
Für mich bedeutet das, dass nach dem Erkennen und Handeln, ein weiterer Prozess beginnt.
Ich muss akzeptieren, dass bei meinem Mann auch in abstinenten Phasen jederzeit ein erneuter Rückfall möglich und wahrscheinlich ist.
Denn noch hat er das in der Langzeittherapie gelernte Wissen nicht mit in seinen Alltag übernommen.
Und zu der hier im forum von den Langzeitrockenen propagierte Risikominimierung ist er nicht zu 100 % bereit.
Ich überlege noch, wie ich jetzt mit diesem Wissen dauerhaft umgehe, und wie lange ich warte, bis weitere Klicks erfolgen.
Die räumliche Trennung, hat die Hoffnung noch nicht begraben können. Ob das nun gut oder schlecht ist, wird sich zeigen.
Vielleicht hilft dir das Lesen hier ebenfalls.
Ich wünsche dir alles Gute und viel Entscheidungskraft zum Handeln.