Aber weshalb kannst du nicht notfalls eine Apfelschorle trinken oder sonst was? Vielleicht weil das Suchthirn durch alkoholfreies Bier eher befriedigt ist?
Weshalb empfindest du den Schritt eine reale SHG zu besuchen als so schwer?
Also zunächst habe ich mich mit Alternativen zufrieden gegeben. Dann waren immer mal Situationen, wie z.B. letztens im Urlaub auf einer Cafee- Terrasse an der See, - "ach, hier wäre jetzt ein Bier richtig, richtig gut und hätte ich normalerweise getrunken"- Meine Frau meinte, aber "Du kannst doch ein alkoholfreies Bier trinken... "... Ich meinte ja schon, das es aber eigentlich nicht gut sein soll... etc. Wir beide sind dann überein gekommen, das es ok sei, da ich ja nicht körperlich abhängig war/bin. Sie hat einen Cocktail getrunken, ich ein alkoholfreies Bier. Ich glaube, sie möchte mir eigentlich helfen, indem sie sagt, kommt, wenn du schon nicht trinken kannst, dann wenigstens etwas, was so ähnlich ist. Ich persönlich fand es dann eigentlich cool, das es klappte.... Aber vielleicht steht das ja auch im Zusammenhang mit dem Treffen nach dem Urlaub mit den alten Sauffreunden wo ich dann eben mit Gras dabei sein konnte. Dies habe ich aber ja regelrecht geplant und es war nicht aus dem Bauch heraus. Ich habe mir einen Rückfall immer so vorgestellt, das man es nicht aushält und dann eben aufspringt, sich Alkohol besorgt und dann trinkt.
Es gibt auch nicht immer so viel Alternativen und immer Säfte...Hmm... Aber ja, vllt ist es so, das ich das alkoholfreie Bier aufgrund der Sucht gut finde...
Ich stelle es mir leichter vor, in Situationen, bei denen man sich nicht als Alki outen möchte, leichter, einfach alkoholfreies Bier zu trinken. Ich habe jetzt schon Angst vor einem bevorstehendem Betriebsausflug. Aber ich möchte da mitmachen, denn ich bin neu dort. Aber ich denke auch, es wäre am besten abzusagen. Alternativ überlege ich, dann halt alkoholfreies Bier zu trinken. Es geht vorzugsweise bei dem Auslug ums trinken. Ich merke gerade, es wäre schon ziemlich dumm dort hinzugehen, ich sollte da glaube ich besser auf das "gute Ankommen im neuen Team" verzichten, bzw. habe große Angst das ich dann doch trinke, und dann wäre womöglich das gute Ankommen ins Gegenteil verkehrt. Manchmal bekommt man beim Schreiben die Erkenntnis. Aber man, das ist doch alles scheiße.
Warum ich das Aufsuchen einer Selbsthilfegruppe schwer finde... Ich glaube es ist eine Überwindung, weil es wieder etwas mit Eingestehen zu tun hat und auch mit Stärke, die man dafür braucht, die ich vielleicht nicht habe. Vielleicht auch mit Angst, weil ich nicht weis, was es bei mir bewirkt, wer was sagt, wie die Atmosphäre ist, ob ich da rein passe, was die von mir Denken und so etwas, was man halt sowieso schon hat, wenn man einer fremdem Gruppe beitritt.
Aber wir hier in unserer SHG sehen das sehr eng.
Es ist egal, ob nur psychisch oder physisch. Die Abhängigkeit unterscheidet sich nur in den körperlichen Auswirkungen, aber ändert nichts am Zustand. Sucht ist Sucht. Sonst hättest du ja nie aufhören müssen. Oder?
Ja, das leuchtet ein.
Was machst du als frisch Trockener in Situationen, in denen du sonst vllt zum Bier verleitet werden würdest?
Nein danke sagen, etwas anderes Trinken, mehr essen, bestimmte scharfe Pastillen lutschen, durchhalten.
Evtl. denkst Du darüber nochmal genauer nach was Dir tatsächlich fehlt , wenn es partout das alkoholfreies Bier sein muss statt eine anderes Getränk.
Es kann auch ein anderes Getränk sein.