Beiträge von Rennschnecke

    Sei froh, dass Du das alles nicht erlebt hast, Rennschnecke.

    Ich habe das ales hinter mir und kann nur sagen, es war die Hölle!

    Wenn die Suchtstimme gewinnen würde, wärst Du ganz schnell wiederElly, beim alten Level und der würde dann auch ganz fix ansteigen. Das ist der Verlauf der Krankheit Alkoholismus. Saufen bis zum Tod, bis der Körper und die Seele nicht mehr kann. - Ausser man findet dieses tolle Forum und den Ausstieg aus der Suchtkarriere.

    Absolut, Elly, seit ich hier täglich lese, weiß die rationale Seite in mir mehr als deutlich, was mir gerade noch erspart geblieben ist.

    Von dieser rationalen Seite her bin ich schon länger so weit, zu denken: "Ich trink doch auch kein Terpentin - danke, mein Resthirn brauche ich noch..."

    Aber das Suchthirn haust wohl in einem eher unerreichbaren Winkel meines Dickschädels. ...Damit muss ich leben und umzugehen wissen. Ihr helft mir dabei sehr ...

    Danke Euch für Eure Rückmeldungen.

    was meinst Du, woher dieser spontane Gedanke kam? Hast Du für Dich selbst das Gefühl durch Deine Abstinenz auf etwas verzichten zu „müssen“?

    Nein, bis auf gelegentliche kurze Suchtgedanken nicht. Mein "Problem" ist ja, dass mir der Alk noch bis kurz vor der Abstinenzentscheidung geschmeckt hat und ich keine schlimmen Abstürze oder andere Erfahrungen hatte, die abschreckend wirken könnten. Da kann das Suchthirn wohl gut andocken ...

    Immer wieder habe ich auch abwegige Gedanken.
    Wenn ich dann drüber nachdenke, kann ich diese dem Suchthirn zuordnen.
    Im gleichen Maße, wie mein Weg stabiler wird, zieht auch das Suchthirn neue Register.

    ich hoffe, dass es nur das ist, und werde aufmerksam beobachten ..

    Das ist lieb, Matcha. Neben der Spur fühle ich mich gar nicht.

    Was mich schockiert hat und weswegen ich das hier aufschreibe, ist die Erkenntnis, dass der Alk tief in mir drin anscheinend immer noch mit Genuss verknüpft ist und Nichttrinken mit "Bravsein".

    Da fällt mir ein, dass ich mich mit Anfang 20 mit der Bierflasche in der Hand nicht mehr so "schrecklich brav" fühlte...

    So, bevors arbeiten geht, heute mal wieder ein Beitrag zum Thema "Ich dachte, ich wär schon weiter."

    Ich gucke ja zur Entspannung gern mal online, nicht nur beim Friseur, was (echte, nicht Reality-)Promis und "Königshäuser" so treiben, muss wohl daran liegen, dass ich mit entsprechenden goldenen Blättern aufgewachsen bin. 😉 Früher wars mir peinlich, heute weniger ...

    Gestern kam mir ein Artikel vor die Füße, in dem an Rande erwähnt wurde, dass ein mittelalter Promi wegen einer Organtransplantation schon seit jungen Jahren gar keinen Alkohol mehr trinkt und auch sonst sehr gesundheitsbewusst lebt.

    Mein spontanes Gefühl dazu war allen Ernstes Mitleid: "Der Arme, musste immer schon vernüftig sein.. "

    Das hat mich sehr schockiert und eine ganze Weile beschäftigt ...

    Kannst du nicht gut mit dir allein sein? Dann ist es doch jetzt eine gute Gelegenheit, das zu lernen.

    Alleinsein muss nicht gleichbedeutend sein mit Einsamkeit. Ich hatte beim Mitlesen eher den Eindruck, dass Du neben ihr oft einsam bist, oder täusche ich mich da?

    Ich konnte mir auch jahrelang gar nicht vorstellen auf Alkohol zu "verzichten". Das gehörte für mich von klein auf dazu. (...)

    Nach der ersten Reha meines Mannes habe ich dann aber ihm zuliebe Zuhause und in seinem Beisein nichts Alkoholisches mehr getrunken. Es war auch nichts da. Ich habe versucht es mir nicht anmerken zu lassen, aber es hat mich geärgert. Für mich war das schon auch eine Umstellung, die ich als Verzicht empfunden hatte. Aber mir war klar es muss sein.

    Jedenfalls habe ich aber weiterhin Zuhause alles alkoholfrei gehalten. Aber es vermisst. Und das, obwohl ich ja immer wieder hautnah erlebt habe, was Alkohol anrichtet!

    Erst als ich dabei war, als mein Mann im kalten Entzug einen epileptischen Anfall hatte - erst dann ist es mir wirklich klar geworden wie riskant und lebensbedrohlich das alles ist. Vorher wusste ich es im Kopf, aber dann habe ich es gespürt, es ist mir durch Mark und Bein gefahren. Und ab dann, wollte ich selbst keinen Alkohol mehr trinken, hatte Ekel entwickelt.

    Als Alkoholikerin (und damit Teil der sichtbaren Spitze des gigantischen Alkohol-Eisbergs) sage ich vielen Dank für diesen ehrlichen Bericht, Jump. Fühlte mich kurz nicht mehr ganz so aus der Art geschlagen, gebe ich zu.

    Vielleicht bringt es auch manche Angehörige betr. Eigenkonsum zum Nachdenken - ohne dass ich deshalb die Eigenverantwortlichkeit des Alkoholikers infrage stellen oder abschwächen möchte.

    Den Danke-Button hatte ich fer Einfachheit halber schon fast gedrückt, da las ich noch Folgendes:

    Auch wenn hier alle mit dem Finger auf sie zeigen - ich kann sie verstehen. (Ich habe aber auch nicht alle Beiträge gelesen, also vielleicht gab es da auch was, was ich nicht auf dem Schirm habe).

    Nach dem, was hier nachzulesen ist, scheint die Situation bei Topfmann doch sehr anders zu sein als bei dir und deinem Mann.

    Vielleicht schaffst Du es ja noch, den Faden mal komplett durchzulesen, auch wenn manche RatSCHLÄGE wirklich ein bisschen viel sind. Würde mich interessieren, ob sich dadurch Deine Sichtweise ändert.

    Ich wollt nur geschwind einwerfen, dass ich es nicht ganz so toll finde, wenn hier 15 verschiedene Menschen über deine Frau herziehen und Eheberatung betreiben, ohne sie und ihre Sichtweise auch nur ansatzweise zu kennen. Ganz dünnes Eis und irgendwie auch unfair. Stell dir nur mal vor, sie würde lesen, was hier über sie geschrieben wird.

    Kann ich verstehen, Hera, mir ist hier auch manches zu viel an gutgemeinten RatSCHLÄGEN, aber dafür kann ja erst mal Topfmann nichts, er hält sich doch relativ bedeckt, finde ich.

    Und das Ganze mit sich selbst ausmachen kann ja auch nicht Sinn einer Selbsthilfegruppe sein, die Situation gefährdet ja nun mal massiv seine Abstinenz...

    Hallo Topfmann,

    unsere Kommentare mögen vorwurfsvoll rüberkommen, es geht hier aber nicht darum, dass Du uns gegenüber Reue zeigst, sondern dass Du die Gefahr erkennst, in der Du Dich befindest:

    Ja ich gebe zu meine Haltung dem Alkohol gegenüber ist zu Arrogant, ich hab ja schlimmere Probleme usw. , aber ich war verschlafen die Stimmung war gut und ich dachte halt mir macht das nichts aus,

    dann nach dem ersten Löffel dachte ich "mir macht der Wein im Haus ja auch nichts aus"

    Da hat Deine Suchtstimme Dich ganz schön eingewickelt, merkst Du das?

    und mein großer rief:"Papi wir haben Tiramisu gekauft",

    Die Kinder werden auch schon an Alk gewöhnt?

    Lass Dir das alles am besten noch eine Weile durch den Kopf gehen und hake es nicht einfach als "dummen Ausrutscher" ab, gerade weil dein Wohnumfeld nicht alkfrei ist.

    An meine Wohnungstür habe ich von innen einen Zettel geklebt, den ich mir vor jedem Rausgehen durchlese. Meine Checkliste zur Risikominimierung.

    Ob der Notfallkoffer gut gepackt ist und sowas und vor allem die Frage, ob ICH gerade da hin will wo ich hin will oder mein Suchthirn mich wieder irgendwo hinlocken möchte. Vielleicht hilft jemand anderem sowas ja auch.

    Gute Idee!

    Also ich hatte vergessen, das ich keinen Alkohol mehr trinke!? Suchtstimme ? Wie kann ich das einordnen?

    Deine Frage an mich ehrt mich, Bono, aber ich bin ich auch erst gut 14 Monate abstinent, also auch noch am Anfang, verglichen mit den alten Hasen hier.

    Was Du da beschreibst, kenne ich nur aus Suchttraumberichten, aber das muss ja nichts heißen. Im Zweifel wird es die Suchtstimme sein, aber da bist du ja jetzt gewarnt.

    Mir ist es übrigens immer noch unangenehm, im Supermarkt an großen Mengen Alk vorbeizugehen, egal, ob "mein" Zeug oder nicht, lässt sich bei der oft geschickten Aufstellung leider nicht immer vermeiden. Preise fallen mir dabei nicht ins Auge.

    Ich habe bei mir auch 2 Arten von Suchtstimme festgestellt: die einfache, leicht zu durchschauende erinnert mich an das Krokodil im Kasperletheater. Ihr kurzes Aufblitzen erkläre ich mir mit der Macht der Gewohnheit, die der Sucht zugrunde liegt, denn: Gelernt ist gelernt - in meinem Fall über Jahrzehnte 😩.

    Kaum nehme ich sie wahr, ist sie auch schon wieder weg. Das macht mir keine Angst, erinnert mich nur zuverlässig an meine Sucht.

    Die andere, hinterlistige Ausprägung meiner Suchtstimme erinnert mich an die Schlange Kaa im Dschungelbuch. Sie erscheint nicht oft, geht dann aber deutlich geschickter vor, geradezu hypnotisierend versucht sie mir Alkohol als Lösung aufzunötigen.

    Diese Variante flößt mir Respekt ein, da sie sich gut tarnt - z. B. einmal als plötzliches Gefühl, abends unbedingt noch einkaufen zu müssen, obwohl ich alles wirklich Nötige im Haus hatte. Bis ich merkte: Wenn Du jetzt noch mal losfährst, kannst Du für nichts garantieren und kaufst womöglich Alkohol.

    Ihr Auftauchen erkläre ich mir eher mit einem inneren Ungleichgewicht, das mich für die Suchtstimme angreifbar macht.

    Vielleicht kannst Du mit diesen Bildern etwas anfangen oder eigene für Dich finden, die Dir helfen ...