Beiträge von Rennschnecke

    Da die Frage hier noch mal zitiert wurde: weil der Alk für ihn wie für jeden aktiven/ nassen Alkoholiker nicht verhandelbar ist.

    Seine Prioritäten hat er in Eurem Gespräch ja klar definiert: 1. Ungestört und unkritisiert saufen, so viel er will. 2. Jemanden fürs Bett.

    Und da das in dieser Kombination mit dir - zum Glück - nicht möglich ist, trennt er sich von Dir - und von Euren Kindern gleich mit, die er dann ja höchstens noch an Besuchswochenenden sehen wird.

    Traurig, erschütternd, empörend ... - aber wenigstens unmissverständlich und am Ende auch befreiend - oder?

    Ich wünsche Dir, dass Du bald Erleichterung fühlen kannst, dass Dir und den Kindern noch Schlimmeres erspart bleibt, und auf Dich schauen kannst.

    Denn als EKA weißt Du ja aus eigener Erfahrung, was es mit Kindern macht, in so einer Atmosphäre aufzuwachsen.

    Wie genau wollt Ihr die Trennung denn umsetzen, wer zieht aus?

    Seit ich hilflos mitansehen musste, wie ein nahestehender Mensch fast an seiner Essstörung gestorben wäre, sind Diäten und entsprechende Mittel für mich Teufelszeug - vielleicht ist das ein bisschen vergleichbar.

    Bin dann anderweitig süchtig geworden, alkoholsüchtig ...

    Fühlt euch also besser nicht zu sicher, nur weil Euch der Alk nicht mehr schmeckt. Es gibt noch genügend andere Suchtgefahren, wenn das Thema Selbstfürsorge vernachlässigt wird.

    Inwiefern "richtig"? Um den Nassen aus eigener Sauferfahrung zur Umkehr zu bewegen? Auch das funktioniert nicht.

    Ich habe weder den Anspruch noch die Kraft oder Macht, aktive Alkoholiker oder Missbräuchler zu bekehren.

    Ich lebe zufriedene Trockenheit vor, und wer Fragen dazu hat, kann mich gern fragen. Offenkundigen Alkoholmissbrauch schaue ich mir aber auch nicht an, mochte ich früher schon nicht, hab ja "gesittet" abends zu Hause gesoffen ...

    Wenn ich mir so Deine aktuellen Fragen anschaue, Orange-Blau: Bist Du vielleicht gerade mit Deinen Gedanken mehr bei Deinen saufenden Ex-Partnern als bei Dir?

    Genau. Und das Suchthirn ist sehr erfinderisch darin, einem Betroffenen weiszumachen, dass ein Leben ohne Alk sinn-und trostlos ist.

    Habe ich auch sehr lange geglaubt - bis ich dank Google-Algorithmus mehr und mehr glaubhafte Berichte von zufrieden trockenen Alkoholikern gelesen habe.

    Ich hab mich auch lange Zeit selbst damit "beruhigt", dass doch "jeder" bei irgendeinem Thena "über die Stränge schlägt", ib Alk, Nikotin, Gaming ider Sport, und geglaubt, dass ich es trotz zu großer Mengen (bis kurz vor meinem Start in die Abstinenz galten kleine Mengen ja aus WHO-Sicht noch als unbedenklich) noch im Griff habe.

    Und es gab immer welche, die es genauso oder noch "schlimmer" trieben - änderte aber nichts an meinem Problem

    Willkommen, Coco.

    Als trockene Alkoholikerin mit eigener Co-Erfahrung lese ich im Co- Bereich ebenfalls mit Interesse mit.

    Mein Eindruck aufgrund Deiner bisherigen Beiträge: Du scheinst noch voll im Retter-Modus zu sein und auf allen Seiten nach Hilfen für Deinen Mann zu suchen.

    Das ist menschlich verständlich, kenne ich aus eigener Erfahrung, auch wenn es bei mir "verdamp lang her" ist, wie ich gerade nachgerechnet habe.

    Aber so, wie man einen Hund nicht zum Jagen tragen kann, kann man auch einen Süchtigen nicht zur dauerhaften Abstinenz tragen - höchstens zum nächsten Entzug.

    Dein Mann scheint sich gegen Deine ganzen Bemühungen nicht zu wehren, immerhin. Aber vielleicht fehlt ihm dafür auch einfach nur die Kraft. Der Antrieb, die Sucht zu stoppen, muss aus ihm kommen, das kannst Du ihm leider nicht abnehmen oder auferlegen.

    Vielleicht hast Du noch Hoffnung, dass es bei Euch anders läuft, wenn Du Dich nur genug anstrengst. Ich kenne das Gefühl als Schwester, alles in meiner Macht Stehende versuchen zu müssen, um gleich zwei süchtige Geschwister auf den "richtigen" Weg zu bringen. Dabei hätte ich mein eigenes Leben und meine Ausbildung fast an die Wand gefahren - und hab den Grundstein für meine eigene Sucht gelegt.

    Dieses Selbsthilfeforum kann Dir eine Stütze sein, wenn Du eines Tages feststellen solltest, dass Du ihn nicht zu seinem trockenen Glück zwingen kannst, aber selbst dabei unterzugehen drohst.

    Aber dann bitte auch akzeptieren, wie das Forum - aus bewährter Erfahrung - tickt - und bitte nicht ihm empfehlen, denn dann könntet Ihr hier beide nicht ungehemmt an Eurer Selbsthilfe arbeiten.

    Darum geht es hier nämlich: Andere kann ich nicht ändern, nur mich selbst bzw. meine Einstellung dazu. Alles Gute!

    Ich fürchte, Du kannst ihn als nassen Alkoholiker nicht mehr für die Betreuung einplanen, Rosa, weil er eben immer unzuverlässiger wird und du wahrscheinlich nur die Hälfte mitbekommst.

    Und Besuchszeiten am besten zusammen mit seinen Eltern abmachen, auf die Gefahr hin, sie in eine Co-Rolle zu drängen - aber die Sicherheit der Kinder geht vor.

    Was die gemeinsamen Aktivitäten angeht: Ja, das ist für die Kinder vermutlich ein Quell der Hoffnung. Hast Du denn erst mal nur eine räumliche Trennung ausgesprochen? So scheint es gerade.

    Ich bin gespannt, was Co-Mütter aus eigener Erfahrung dazu schreiben, wie sie in der Situation vorgegangen sind.

    PS: Ich finde es gut, dass Du hier dran leibst, auch wenn der Ton vielleicht mal etwas direkter wird.

    Bist Du eigentlich auch mit der örtlichen Suchtberatung in Kontakt?