Beiträge von Elraine

    Vielen Dank - und ja, Reha kommt und ich nehme gerne Hilfe an - auch wenn mir das Lesen und der Austausch hier schon viel hilft.

    Das freut mich sehr zu hören. Und wenn Du auch bei der Reha offen damit umgehen kannst, ist das mit Sicherheit ein guter Weg.

    Ich wünsche Dir alles Gute!

    Hi Elraine,

    Die Sache mit dem Sake hast Du toll gelöst! Da kann ich viel lernen. Ich hätte mich bedankt , (also den Schnaps angenommen), und dann an die Seite gestellt. Ich habe da noch ein großes Aufgabenfeld vor mir.

    Ich finde Du solltest nicht soviel über den möglichen Schaden Deines Umfeldes nachgrübeln. Wenn Du Dich um Deine Stabilität und Gesundung kümmerst, machst Du Deinen Lieben die größte Freude.

    Liebe Grüße

    Rina

    Hallo Rina,

    danke für die lieben Worte. Ja, ich versuche das aber das ist wohl ein großes Lernfeld für mich. Erst wenn man einen klaren Kopf hat, wird einem Stück für Stück bewusst, was die letzten Monate so gelaufen ist. Und was man selbst gemacht hat. Aber ich kann ja auch nicht erwarten, dass das von heute auf Morgen gleich alles wieder gut ist. Das braucht Zeit, unter Umständen sogar mehr Zeit, als dieser ungute Zustand angehalten hat.

    Liebe Grüße,
    Elraine

    Guten Morgen Maria68,

    das tut mir sehr leid zu hören und man mag sich kaum vorstellen, was Du mitgemacht hast. Wichtig ist, dass Du dir absolut keine Schuld geben musst. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wenn jemand nicht selbst bereit ist, sich helfen zu lassen, dann kann man absolut nichts tun. Ich selbst habe das 27 Jahre bei meinem Erzeuger versucht, gebracht hat es nichts. Bis ich selbst in die Abhängigkeit gerutscht bin und auch da habe ich erst etwas geändert, als ich selbst aufgewacht bin.

    Der Pfarrer schießt den Vogel ab, das macht mich richtig wütend. Das festigt mal wieder meine Meinung der Kirche gegenüber. Hat der Pfarrer denn auf Deinen Brief reagiert?

    Habt Ihr denn Kinder? Auch gegenüber seiner Familie bist Du überhaupt nicht in der Pflicht, dich rechtfertigen zu müssen. Du schreibst, sie haben sich die letzten Jahre nicht gekümmert. Du warst an seiner Seite und hast so vieles versucht mit ihm durchzustehen. Du hast Dir also nichts vorzuwerfen!

    Viel Kraft für die kommende Zeit!
    Elraine

    Guten Morgen KLM64,

    wow, das war eine schnelle und gute Entscheidung. Ich kann mir auch vorstellen, dass du einiges an Druck losgeworden bist, seit dem Dein näheres Umfeld bescheid weiß. Und es ist doch auch toll, wenn alle so hinter dir stehen.

    Ja, ob die Reha noch aktuell ist, würde mich auch sehr interessieren. Ich habe es auch eine ganze Weile "ohne Hilfe" und professionelle Anbindung versucht. Zumal ich ja immer dachte, ich bin selbst vom Fach, da werde ich das ja wohl bei mir auch hinbekommen. Dem war nicht so. Daher empfehle ich Dir auf jeden Fall, dich in irgend einer Art und Weiße anbinden zu lassen. Mir hat das sehr geholfen und ich bin heute der Überzeugung, alleine hätte ich das nicht geschafft.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen. Du kannst stolz auf diese ersten Schritte sein :)

    Liebe Grüße
    Elraine

    Hallo zusammen, kurzes Update (vermutlich schreibe ich das nur für mich nieder).

    17 Tage ist es nun her, seit dem dritten (und hoffentlich letzten) Rückfall. Es fühlt sich diesmal tatsächlich auch anders an, als die ersten beiden Male. Ich bin mir aber ab und an nicht sicher, ob das nun die Medikamente sind oder ich selbst. Das schwankt sehr. Manchmal bin ich sehr nachdenklich, manchmal geht es mir aber einfach für ein paar Momente richtig gut und ich blühe auf und erkenne mein altes Wesen, vor der Zeit, wieder zurück. Dieser Mensch war lange unter dem Schleier verborgen.

    Oft geht es mir richtig gut, ich fühle mich einigermaßen ausgeglichen und habe auch das Gefühl, dass Ereignisse oder Situationen mich nicht mehr ganz so sehr belasten. Auch habe ich jetzt mit der Reha Phase meiner Therapie gestartet, wovor ich anfangs schon wirklich Schiss hatte. Aber die ersten drei Termine waren wirklich gut.

    Ein großer Punkt bei mir ist es, dass meine Therapeuten mir oftmals sagen, ich muss mir Zeit für mich nehmen und mir selbst Gutes tun. Das fällt mir unheimlich schwer, weil ich oftmals noch sehr von einem schlechten Gewissen gegenüber meinem Umfeld geplagt bin. Oft gestehe ich es mir nicht zu, mir die Zeit für mich rauszunehmen. Ich denke dann, ich habe meinem Umfeld schon so viel Schlechtes angetan, das muss ich jetzt alles wieder aufholen.

    In Bezug auf den Alkohol habe ich aktuell gar kein Bedürfnis und es fällt mir auch nicht schwer, das einfach zu lassen. Das liegt aber sicherlich auch daran, dass ich derzeit einigermaßen stabil bin. Erst gestern hatte ich eine Situation, in der ich selbst gemerkt habe, dass sich der Umgang damit langsam festigt. Ich hatte Sushi für ich und meine bessere Hälfte bestellt und musste beim Abholen noch etwas warten. Zack, stand als Entschuldigung ein Sake vor mir. Ich musste sehr vehement ablehnen, mehrmals. Erst als ich deutlich sagte, "danke, ich trinke keinen Alkohol, über eine Mangoschorle würde ich mich sehr freuen", war das Thema Sake vom Tisch.

    So viel zum aktuellen Stand. Ich wünsche Euch einen schönen, verregneten Sonntag... Ich hoffe der Sommer kehrt nochmal zurück.

    Elraine

    Guten Morgen Rina,

    bis sich diese Klarheit eingestellt hat, ist viel Zeit vergangen. In meinen Augen zumindest. Und erst ein wirklich fast schon lebensbedrohlicher Vorfall aber vor allem eine Aussage meines Partners haben mich wach gerüttelt.

    Weiß denn dein Partner von Deiner Alkohlkrankheit? Und hast Du schon einen Termin bei Deiner Hausärztin?

    Du begibst Dich momentan glaube ich selbst in Gefahr, wenn Du dir z.B. von Deinen Freundinnen Sekt schenken lässt, der dann wohl bei Dir zu Hause steht. Ich weiß, wie schwer es ist, nur schon für sich selbst zu benennen, dass man ein Problem hat. Gegenüber anderen ist das dann noch mal eine Spur härter.

    Du hast für Dich entschieden, keinen Alkohol mehr zu trinken. Das kannst Du sicherlich auch Deinen Freundinnen kommunizieren. Ich habe für mich entschieden, keinen Alkohol mehr zu trinken, also schenkt mir doch gerne etwas anderes, aber keinen Alkohol mehr. Punkt.
    Da muss man sich dann auch nicht groß rechtfertigen. Und wenn es richtig enge und gute Freunde sind, dann kann man sich ihnen vielleicht auch anvertrauen.

    Ich hatte Dich danach gefragt, ob Du vor hast, eine Therapie zu machen und Dir evtl. eine reale Gruppe zu suchen? So genug Fragen für den Sonntag Morgen :) Ich wünsche auch Dir einen schönen Sonntag und freu mich, von Dir zu lesen.

    Elraine

    Hallo Ruhrpott,

    danke für Deinen Bericht. Es berührt mich jedes Mal wieder, wenn ich die Texte der Co-Abhängigen lese bzw. der Angehörigen. Jedes Mal wieder wird mir dann schmerzlich bewusst, was auch ich meinem Umfeld angetan habe.

    Du beschreibst die Situation mit Eurem Sohn, welche mir sehr nahe geht. Auch mein Erzeuger war und ist, bis heute, schwer alkoholabhängig. Hat Dein Mann denn das Gespräch mit seinem Sohn gesucht? Da er "erst" wieder seit einem Jahr trinkt, war das in der Beziehung zwischen den beiden bis dahin kein Thema, nehme ich an? Kennt Dein Sohn die Geschichte seines Papas? Wenn die beiden bis anhin ein gutes Verhältnis hatten, wäre es so schade, wenn die Beziehung nun daran zerbrechen würde. Ich weiß aber nicht, ob es denn zwischen den beiden aufgrund des Alkohols Vorfälle gab.

    Die Beziehung zu meinem Erzeuger besteht seit ein paar Jahren nicht mehr, da ich mich auch immer verantwortlich fühlte und ihn immer versucht habe, da raus zu holen. Ich bin jedoch kläglich gescheitert. Zudem ist er sehr ambivalent in seinem Verhalten, war seit je her nie fassbar und aggressiv wenn betrunken. Umso schwerer ist es nun, sich von dem lähmenden Gefühl zu lösen, dass ich nun in seine Fußstapfen getreten bin.

    Hast Du denn deinen Mann mit den Beweisen konfrontiert und belügt er dich dann weiterhin? Hält er seine Therapie aufrecht? Und denkst Du, du hast die Kraft, bis zur Reha durchzuhalten?

    Liebe Grüße und viel Kraft,

    Elraine

    Hey Rina,

    ich konnte mir das auch lange nicht vorstellen. Bei mir hat es sich dann aber so geäußert, auch wenn ich lange nichts getrunken hatte, dass immer dann, wenn es mir schlecht ging, ich einfach viel zu viel getrunken hatte und dann mittlerweile insgesamt drei Mal in der Klinik landete. Weil ich es dann nicht mehr im Griff hatte, es gut sein zu lassen. Bei mir spielen da aber auch noch einige andere Sachen eine Rolle. Ich "brauchte" den Alkohol vorwiegend dazu, um entweder lockerer und nicht so angespannt/ängstlich zu sein oder um den "Kloß" in meinem Bauch ruhig zu stellen.

    Gut, wenn es Dir zumindest körperlich einigermaßen gut gegangen ist.

    Vielleicht machst Du dir mal Gedanken, über eine reale Gruppe. Mich hat das Anfangs absolut abgeschreckt und ich wollte das auf gar keinen Fall. Mit anderen darüber reden, im schlimmsten Fall kenne ich noch jemanden etc. pp. All die Gedanken die man sich da macht. Seit April mache ich nun eine Therapie, mit Einzel- und Gruppengesprächen. Und ich muss wirklich sagen, ich kann nur jedem die Gruppen empfehlen. Ich konnte schon so viel mitnehmen und profitieren und habe meine Meinung dazu völlig über den Haufen geworfen.

    Ich weiß ja nicht, in welchem Lebensumfeld Du dich gerade bewegst. Aber in meiner Therapie gibt es auch die Möglichkeit, Angehörige mit einzubeziehen und auch das hilft mir auf meinem Weg wirklich sehr. Klar, jeder muss selbst wissen, was für einen selbst der beste Weg ist. Aber vielleicht ist es ein kleiner Denkanstoß :)

    Liebe Grüße,
    Elraine

    Guten Morgen Anonymer,

    auch von mir erst Mal großen Respekt, dass Du dich in deiner Arbeit deinen Vorgesetzten anvertrauen konntest. Das habe ich nie gemacht, aber ich hatte da auch keine Arbeitsstelle, in der das für mich eine Möglichkeit gewesen wäre.

    Mir ist gleich ins Auge gesprungen, dass Du schreibst, Du lebst mit Deiner Tochter alleine. Wie alt ist Deine Tochter denn? Ich stelle es mir sehr schwierig vor, dass alles zu meistern mit unserer Problematik. Je nach dem wie alt das Kind natürlich ist. Du musst diese Frage natürlich nicht beantworten.

    Schreiben ist gut, mir geht es da ähnlich. Ich schreibe sehr gerne, allerdings keine Bücher. Ich drücke Dir die Daumen, dass Du gut vorwärts kommst und Dich dabei auch ein wenig anderen Gedanken widmen kannst.

    Hast Du dir denn noch anderweitig Hilfe gesucht, in Form einer Therapie oder einer Gruppe? So ganz real und nicht in der Onlinewelt :)

    Liebe Grüße,
    Elraine

    Hallo Rina, ich kenne das, bei mir war es ähnlich aber doch ganz anders. Ich habe auch lange gebraucht, mir das einzugestehen. Auch hatte ich immer wieder, teils monatelange Phasen, in denen ich nichts getrunken habe. Und habe mir dann lange gesagt, es kann ja nicht sein, dass Du da nicht normal umgehen kannst.

    Nach einigen Versuchen, "kontrolliert" zu trinken, habe ich auch dann auch, nach ein paar, zum Glück wenigen, üblen Vorfällen, dass es eben nicht so ist. Allein der Gedanke, dass man sich überlegen muss, kontrolliert zu trinken, zeigt eigentlich schon, dass hier was gravierend schief läuft.

    Hattest Du denn bei Deinem Entzug körperliche Entzugserscheinungen? Ich habe ebenfalls ohne ärztliche Begleitung entzogen, war aber nicht alleine und mir der Konsequenzen bewusst, so dass jederzeit die Möglichkeit gegeben war, sich in ärztliche Behandlung zu begeben.

    Machst Du denn begleitend eine Therapie oder hast Dich einer Gruppe angeschlossen?

    Viel Glück und Durchhaltevermögen auf Deinem Weg,

    Elraine

    Hallo Elraine,

    danke für deine Antwort.

    Es gab Zeiten, da wurde ein Medikament gegeben, das beim Trinken von Alkohol massive Nebenwirkungen hatte. Das sollte als Abschreckung dienen. Ich denke, das wird nicht mehr verordnet aber genau weiß ich das nicht. Deshalb meine Frage.

    Das ist ein super Ansatz für den Weg in eine zufriedene Abstinenz.

    Liebe Grüße Aurora

    Liebe Aurora,

    ja, das ist mir bekannt. Es gab, meines Wissens, ich glaube in Russland sogar ein Medikament, bzw. eine Injektion, bei der man bei einmaligem Konsum verstirbt. Ich bin mir aber nicht mehr sicher, ob dies auf den Alkohol oder eine andere Droge bezogen war.

    Ja, diese Einsicht braucht man erst einmal, das war wie gesagt nicht von Anfang an so. Es ist einfach sehr viel zusammen gekommen und ich frage mich noch immer sehr oft, was eigentlich passiert ist, dass ich an diesen Punkt gekommen bin.

    Liebe Grüße, Elraine

    Hallo Elly,

    wenn es darum geht, kann ich mir hier klar unter dem Begriff Alkoholikerin einordnen. Ich hatte lange die Idee im Kopf, dass ich schon irgendwann wieder einmal normal ein Glas trinken kann, gemütlich an einem warmen Sommerabend.

    Diesen Gedanken habe ich mittlerweile begraben und ich weiß, für mich muss Alkohol künftig tabu sein.

    Liebe Grüße,
    Elraine