Ich überlege, ob ich selbst zu einer Beratungsstelle gehe - einfach um mit jemand außenstehendem einmal darüber zu sprechen.
Liebe Lilawolke,
das ist in jedem Fall hilfreich. Mir haben Gespräche mit dem Kriseninterventionsdienst sehr geholfen, als meine Mutter sich gemeldet und um Hilfe gebeten hat. Für mich war der erneute Kontakt traumatisch. Die Person dort kannte sich sehr gut mit den Auswirkungen von Alkoholismus auf die Familie und insbesondere Kinder und EKAs aus. Es war der erste Schritt, mich mit den tiefen, lähmenden Schuld- und Schamgefühle auseinanderzusetzen, die ich seit meiner Kindheit habe. Daran arbeite ich intensiv weiter in einer Therapie.
Da es auch gelegentlich relativ normale Tage mit ihr gibt - tue ich mich wahrscheinlich auch sehr schwer den Kontakt wirklich abzubrechen.
Gerade der Wechsel zwischen "normalen" Tagen und solchen, wo sich der Alkoholismus deutlicher auswirkt, sind für Kinder Gift. Es unterminiert ihr Vertrauen in ihre eigene Wahrnehmung und ihre eigenen Grenzen. Zudem lernen sie auf diese Weise, immer in Habachtstellung zu sein, weil das Verhalten Deiner Mutter ja völlig unberechenbar für sie ist. Das ist wirklich Gift für sie!
Dein Vater kann ja Euch besuchen und den Kontakt mit seinen Enkeln ausserhalb der Großeltern-Wohnung ohne die Oma aufrecht erhalten. Den Kindern kann man erklären, dass die Oma leider krank ist.
Aber hier gibt es einige Ekas mit Kindern, welche Dir da besser über eigene Erfahrungen berichten können. Ich selbst habe keine Kinder, habe aber vor 20 Jahren erlebt, wie verstörend meine Mutter auf die Enkel ihres Lebenspartners gewirkt hat. Zum Glück hatte deren Mutter damals konsequent reagiert.
LG Siri