Beiträge von Leonie80

    Was für einen Kampf führst du denn teilweise? Kannst du das genauer benennen?

    Hallo Stern,

    Danke auch dir für deine netten Zeilen.

    Kampf war für mich in dem Sinne, dass ich nach kurzer Zeit dachte, es geht mir gut. Aber immer wieder Situationen und Probleme auftraten, die ich nüchtern so nie verarbeitet hatte. Ich hab mir ja alles weggesoffen, dann war Kater und dann wieder gesoffen. Dass ich mich damit gar nicht befassen konnte und wollte. Und jetzt hab ich aber alles nüchtern ausgehalten, das war mein Kampf. Ich habe es verarbeiten können, ausgehalten und das hat mich stark gemacht und ich kann mich, sowie meine Probleme und Probleme generell nun auch an schlechten Tagen annehmen. Es gibt immer eine Lösung und das ist nicht der Alkohol zum Verdrängen. Schwer zu erklären. Ich bin mit mir im Reinen kann ich sagen. Das fühlt sich gut an. Bei mir angekommen. Ich glaube danach habe ich ganz ganz lange gesucht, nach mir. Ich hab mich gefunden, so richtig und ehrlich.

    Ich hab mich ja immer betäubt, mich nicht wahrgenommen und mich nicht gefühlt. Ich war ein elendes, versoffenes Häufchen Elend. Die ganze Welt war schlimm und ich konnte nix dafür. Machte mir der Alkohol weis.
    Die Welt ist zwar immer noch schlimm, das kann ich nicht ändern. Aber ich kann mir meine kleine Welt so gestalten, wie sie mir gut tut.

    Ganz liebe Grüße

    Leonie

    Liebe Leonie,

    Respekt, wie Du bis heute Deinen Weg gegangen bist und dich der damit verbundenen Selbsterkenntnis stellst! Und schön, wie viel Lebensqualität du dadurch bereits für dich ( und bestimmt auch für dein Kind) gewinnen .

    Hallo Rennschnecke,

    Danke für deine lieben Zeilen.

    Oh ja. Unsere Lebensqualität hat sich enorm gesteigert bzw. gebessert. Mein Kind und ich sind wieder richtig liebevoll zusammengewachsen. Ich kann es leider nicht ändern, was es teilweise mitbekommen hat aber wir kommunizieren das ganz offen.
    Ist jetzt auch in einem Alter, in dem das Weggehen und Feiern losgeht. Daheim gibt es keinen Alkohol. Ist auch kein Thema. Mein Kind hat auch Respekt vor dem Alk, es hat ja an mir gesehen, was das Zeug aus einem Menschen machen kann. Es hat auch einen unfassbaren Ekel vor besoffenen Menschen. Die lassen sich nicht vermeiden, aber man kann ihnen aus dem Weg gehen.

    Ich möchte mein nüchternes Leben nie mehr hergeben. Ich glaube, das können nur Betroffene verstehen, was das teilweise für ein Kampf ist, was da alles dran hängt, welche Gefahren lauern usw.

    Das Thema rückt immer stärker in den Hintergrund aber dennoch bleibe ich achtsam.

    Jeder, der aus dieser Abwärtsspirale entkommt, kann so unglaublich stolz auf sich sein. Es wartet ein tolles und erfülltes Leben. Ich bin so dankbar, dass ich es geschafft habe.

    GLG

    Leonie

    Hallo Leonie,

    Hast Du in Bezug auf eine Reha schon etwas in die Wege geleitet?

    Hallo Elly,

    Reha habe ich im Hinterkopf aber es ist schwierig mit meinen Tieren. Die müssen gut versorgt sein und es muss sich jemand kümmern wenn ich nicht da bin.

    Solange mein Kind noch keinen Führerschein hat, geht das leider nicht.
    Das ist aber absehbar und dann kann ich das in Angriff nehmen.

    Ich bin ja jetzt aktuell richtig glücklich, dass diese Scham-, Ekel- und Schuldgefühle wegen des Saufens endlich weg sind. Das war sehr belastend. Das Annehmen meines Ichs, das Akzeptieren usw. ist mir unbewusst sehr schwer gefallen, daher brauchte ich wohl noch ein paar Knockouts meines Körpers. Der musste sich leider über Krankheiten ein Ventil suchen. Ist nun auch im letzten Eck des Hinterstübchens angekommen.

    Rückblickend einfach nur Wahnsinn was ich durch die Sauferei mit mir und meinem Körper angestellt habe. Ich bin so unendlich froh und dankbar, nicht mehr saufen zu müssen. Ich kann mich wieder an ganz kleinen Dingen freuen, sei es ein Sonnenstrahl, ein Marienkäferchen, das irgendwo krabbelt, Vogelgezwitscher usw.

    Mein Umfeld ist auch ziemlich alkoholfrei geworden. Man hat aussortiert und dadurch, dass ich offen damit umgehe, wird auch Rücksicht darauf genommen. Teilweise habe ich auch zum Nachdenken und Handeln angeregt was den Alkohol betrifft. Die, die nicht wollen bzw. weiterhin saufen wollen, sind halt weg, weil man außer dem Alkohol keine Gemeinsamkeiten hatte. Kann dann ja auch guten Gewissens weg.

    Vor einem Jahr hab ich mich noch abends an die Flasche(n) gekrallt und mich bis zum Filmriss weggeballert. Ich bin so glücklich, dass das vorbei ist. Heute genieße ich mein Wasser und meine Saftschorlen, da gibt es ja auch so unendlich viel Auswahl. Meine Vorliebe für Süßes ist bisher geblieben, aber lieber das als das Gift Alkohol. Und ich mache wieder öfter Sport. Das tut mir so gut, körperlich und geistig.

    Das ist jetzt wieder etwas mehr Text geworden.

    Danke für s Lesen. Ihr seid alle toll hier. Ohne eure Hilfe wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin.
    Ohne Alkohol und glücklich, weil ich nicht mehr saufen muss.

    Ganz liebe Grüße

    Leonie


    Hey ihr Lieben,


    Gott hab ich mich lange nicht gemeldet.

    Die Zeit verfliegt aber auch so schnell.

    Ich war wieder sehr oft krank die letzten Monate. Viele Untersuchungen usw. Es wurde aber nichts gefunden. Gott sei Dank.

    Ich musste mich noch mehr mit mir selbst beschäftigen, das war auch richtig gut so. Mein Körper hat übel schlapp gemacht.

    Jetzt kann ich aber sagen, dass ich mit mir im Reinen bin. Ich hab viel aufgearbeitet, das ist meine Vergangenheit und die lasse ich jetzt ruhen. Ändern kann ich nichts was geschehen ist aber ich kann aus jedem Tag das Beste machen. Ist nun auch endlich angekommen, so voll und ganz.

    Jetzt sind es bald 9 Monate ohne Alkohol. Ich bin so stolz auf mich. Es ist ein Prozess des Gesundwerdens. War mir nicht bewusst, dass so lange so viel psychisch bei mir nachkommt, dass der Körper so schlapp macht, aber das hat s wohl gebraucht. Ich fühl mich immer mehr angekommen und bin irgendwie jeden Tag ein Stück glücklicher und zufriedener. Ich habe mich endlich angenommen und ich mag die Person im Spiegel, die mich da anschaut. Das ging lange nicht so gut wie jetzt.

    Ich werde mir jetzt mal ein Frühstück zaubern und wünsche euch allen einen wunderschönen, hoffentlich sonnigen Feiertag.

    Jeder Tag ohne Alkohol ist ein guter Tag.

    Fühlt euch gedrückt.

    Ganz liebe Grüße

    Leonie

    Für mich ist das Forum auch sehr wichtig.

    Hätte ich mich hier nicht angemeldet, würde ich wohl immer noch saufen.

    Ich habe hier auch ganz viele Tipps, Hilfe und Unterstützung bekommen.
    Was und wie kann ich zu meinen Saufzeiten/gewissen Situationen ändern usw? Ich habe z.B. meinen Saufstuhl ausgewechselt. Habe mich zu den Saufzeiten in ein anderes Zimmer begeben, mir einen Tee gemacht, schöne Serien oder Filme geschaut. Mir leckeres Essen gegönnt. Letzten Endes habe ich durch glückliche Umstände auch den Wohnort gewechselt.
    Tu dir was gutes. Verwöhn dich.
    Mir hat es auch geholfen immer nur von Tag zu Tag zu denken und zu handeln. Kleine Schritte machen. Tag für Tag für Tag.
    Jeden Tag hab ich entschieden, heute trinke ich nicht. Aus jedem Tag sind jetzt schon viele Tage, sogar Monate geworden und es fühlt sich gut an. Dennoch muss ich für mich immer achtsam und demütig sein.

    Ich schicke dir ganz viel Kraft. Du schaffst das! Bleib dran!

    Jeder Tag ohne Alkohol ist ein schöner Tag und bedeutet für mich Freiheit. Freiheit, klar und nüchtern über mein Denken und Handeln zu entscheiden und nicht vom Alkohol gesteuert zu werden. Ich bin jetzt und heute selbstbestimmt und der Alkohol gibt mir NICHT mehr die Richtung vor.

    LG

    Leonie

    Darum habe gesoffen. Um die Vergangenheit und mich zu verdrängen. Mir sind viele unschöne Dinge passiert. Ich habe mich immer als wertloses, nutzloses Etwas empfunden. Mich in falsche Partnerschaften gestürzt, alles gegeben um akzeptiert und geliebt zu werden. Das konnte nicht funktionieren.

    Das Empfinden, ein wertloser, nichtsnutziger Mensch zu sein, hat aber letzten Endes der Alkohol aus mir gemacht. Durch ihn habe ich mich furchtbar verhalten. Er hat mir viel genommen. Aber es war meine Entscheidung zu saufen und es war meine Entscheidung das zu stoppen. Ich wurde von niemandem gezwungen noch hat jemand Schuld, dass ich gesoffen habe. Ich war und bin selbst für mich und mein Leben verantwortlich.

    Klar kommen dadurch auch immer wieder furchtbare Gedanken von früher und zu Tage. Die muss ich akzeptieren und damit klarkommen. Ich will aber nicht allzu sehr zurückblicken. Ich kann die Vergangenheit nicht ändern, ich muss sie annehmen und sie so sein lassen, wie sie nun mal war.

    Ich kann aber jeden Tag für mich wählen, wie ich ihn gestalte. Was ich daraus mache. Es sind jetzt über 5 Monate nüchtern. Es gab Höhen und auch viele Tiefschläge. Ich hätte vorher nie gedacht, diese ohne Alkohol bewältigen zu können. Aber es geht. Es ist manchmal nicht leicht aber ich habe es geschafft.

    Es ist nicht damit getan, einfach nicht mehr zu trinken. Es ist Schwerstarbeit.
    Aus dem Kreislauf von Saufen und Kater rauszukommen. Den Tagesablauf umstrukturieren. Gedanken und Gefühle zulassen, einordnen usw. Das hat der Alkohol ja alles unterdrückt.
    Ich bin so froh, dass ich diese Abwärtsspirale gestoppt habe. Und das ist es mal sowas von wert.

    Hinter dem Alkoholdunst steckt nämlich ein liebenswerter, guter Mensch. Ich. Und ich muss mich so gut es geht um mich kümmern, damit es mir eben gut geht. An guten und auch an schlechten Tagen. Ich bin für mich und mein Handeln selbst verantwortlich. Niemand sonst. Das habe ich auch gelernt in den letzten Monaten. Wegen dem Alkohol allem und jedem die Schuld für meine, beschissene Lage zu geben. Falsch!

    Das ist jetzt wieder etwas viel geworden. Es ist so schön, alles hier lassen zu dürfen, was einem gerade durch den Kopf spukt.

    Vielen vielen Dank für dieses Forum, eure Hilfe und Unterstützung.

    Ich wünsche euch einen wunderschönen Sonntag.

    Viele Grüße

    Leonie

    Hallo Stern,

    vielen Dank. Lieb, dass du fragst.
    Ja, ich hatte ein paar Tage Ruhe. Ich hab ziemlich viel geschlafen. Ich hab das richtig gebraucht. Es geht mir viel besser.

    Ich war heute den ganzen Tag an der frischen Luft und hab mich richtig auspowern können. Ich bin nur stellenweise ziemlich verpeilt. Fühlt sich an wie Brain Fog. Ich müsste mal länger auf Reha weg. Vielleicht lässt sich das irgendwann einrichten. Aber die paar Tage jetzt waren besser als gar nichts. Ich muss einfach jeden Tag versuchen, mir kleine Pausen zu nehmen. Ich kann mich ja wegen jedem Mist so unheimlich unter Druck setzen 🙄 Ich bin immer so getrieben, von mir selbst! Das geht aber so nicht. Es wird zumindest besser. Kleine Schritte machen. Und wenn s nur mal kurz Innehalten ist und tief durchatmen. Wie geht es mir? Wie fühle ich mich?

    Ich werde jetzt wieder auf Schonkost umsteigen. Mein übersteigerter Schoki- und Kuchengenuss der letzten Zeit, ist mir etwas auf den Magen geschlagen. Find ich mal sowas von doof.

    Ansonsten war heute ein ziemlich guter Tag. An Alkohol muss ich gar nicht denken. Ich bin gerade sehr mit mir beschäftigt. Interessant finde ich das. Ich hatte das ja immer verdrängt bzw. gesoffen, dass ich genau das nicht machen muss.

    Und jetzt kann ich nüchtern herausfinden, wie es mir geht, was ich will, was ich nicht will und WER ich bin bzw. WER ich sein möchte. Was tut mir gut, was nicht. Es gibt gute und schlechte Tage. Irgendwie eine wunderschöne Reise zu mir selbst würd ich sagen. Mit allen Höhen und Tiefen.

    Ich wünsche euch einen wunderschönen Abend.

    Liebe Grüße

    Leonie

    Mal ganz allgemein zum Kater-Gefühl: Ab und an habe ich das auch. Es beruhigt mich dann zu wissen, dass ich nichts getrunken habe und es andere Ursachen hat. Oft, wenn ich nicht zu meiner gewohnten Zeit ins Bett gehe und zu lange auf bin (und zu wenig schlafe).

    Viele Grüße

    Seeblick

    Das habe ich jetzt auch mal aufgeschlüsselt. Es war tatsächlich so, dass ich aus dem Gleichgewicht war. Müde, zu wenig Schlaf, zu wenig gegessen und zu wenig Flüssigkeit. Das über Tage und dann hatte ich den Salat!

    Ich fand es erschreckend, dass solche Gefühle hochkommen können aber künftig kann ich es dann einordnen.

    Hallo Leonie,

    wie war der Termin? Konnte der Arzt helfen?

    Hallo Seeblick,

    der Termin war ok. Mein Arzt ist ja sehr lieb. Er wollte mir Medikamente aufschreiben, die ich allerdings abgelehnt habe. Schlechte Erfahrungen. Ich habe mich für eine pflanzliche Variante entschieden, die auch ganz gut hilft.
    Ein paar Tage Ruhe und dann geht es hoffentlich besser.
    Die nächsten Tage soll auch nochmal ein Blutcheck gemacht werden.
    Ich bin froh, dass ich dort war. Tat auch gut, dass mir wieder gesagt wurde, ich kann mich jederzeit melden, falls etwas ist, es mir schlechter gehen sollte etc.
    Das vergesse ich auch gerne mal.

    Danke Hobbes.

    Es wird langsam und ich lerne, auf meinen Körper und meine Psyche zu achten. Wenn s auch schon wieder knapp ist. Ich will nicht nochmal, dass es mir so schlecht geht wie vor 5 Monaten.
    Es bringt mir nichts, mich durch den Alltag zu prügeln wenn ich dadurch krank werde und am Ende nicht mehr kann.

    Es ist ein Lernprozess, auf mich zu achten und zu sagen ok jetzt muss ich handeln, damit es mir besser geht.

    Ich lerne täglich was dazu und lerne mich selbst immer noch neu kennen, seit ich nicht mehr saufe. Auch das Forum hier hilft mir sehr.

    Ich bin so froh dass es euch gibt. Hättet ihr mir damals nicht geraten, sofort zum Arzt zu gehen, wer weiß. Für mich war Ende Gelände. Ich konnte nicht mehr.

    Wenn ich so überlege, was ich die letzten 5 Monate alles nüchtern geschafft habe. Ich bin demütig und ein wenig stolz auf mich. Nass wären bestimmte (schöne) Sachen und Situationen gar nicht eingetreten.
    Und die unangenehmen Dinge hätte ich gar nicht überstanden.

    Danke für eure lieben und aufmunternden Zeilen. Das tut gut.

    Hey ihr Lieben,

    mir geht es seit dem Wochenende gar nicht gut. Ich habe im Laufe der letzten Woche schon bemerkt, dass sich extreme Müdigkeit und sozialer Rückzug einschleicht. Ich habe mir nach der Arbeit Zeit für mich genommen, mich ausgeruht, schöne Filme und Serien geschaut. Dachte das ist ok und wird schon.

    Am Samstag fühlte ich mich plötzlich wie früher an den Katertagen. Als hätte ich am Vortag gesoffen. Ich habe nicht mal an Alkohol gedacht oder in irgendeiner Art und Weise Saufdruck etc. verspürt.

    Auf alle Fälle kamen diese ganzen schrecklichen Sauf- und Katergefühle wieder hoch. Ich war kurz vor einer Panikattacke. Ich hab s geschafft, die abzuwenden.
    Sowas hatte ich bisher noch nicht. Sind das Flashbacks? Ich mache mir viele Gedanken seit dem Wochenende.
    Das ist für mich echt ne Herausforderung. Ich muss diese Gefühle ungefiltert und nüchtern zulassen und darf sie nicht verdrängen. Das ist noch schwer für mich!

    Am Sonntag habe ich es vom Bett auf die Couch geschafft und lag dort den ganzen Tag. Mehr ging nicht.

    Ich habe die Tage einen Arzttermin vereinbart. Ich fürchte ich schlittere wieder in einen Burnout oder bin schon drin. Jetzt, da die Gesamtsituation wieder ruhiger wird, schreien Körper und Geist nach Hilfe. Schmerzen, negative, traurige Gedanken, Schlafstörungen. Und ich habe es wieder nicht rechtzeitig bemerkt, wie schlecht es mir eigentlich geht.

    Ich wünsche euch einen schönen Abend.

    LG

    Leonie

    Bewundernswert. Ich kann es heut bei weit über 16 Jahre nicht sagen, ob mich was triggert oder nicht. Wie das Unterbewusstsein mit sowas umgeht. Was es mitnimmt, was abgespeichert wird und zu eventuellen späteren Anlass wieder hervorkommt.

    Für den Abend und die Tage danach war es absolut in Ordnung für mich. Da kam nichts zum Vorschein. Aber du hast recht, gefeit ist man für künftige Anlässe oder generell dadurch natürlich nicht.
    Ich bin einfach froh um jeden Tag, an dem die Sucht gestoppt ist. Aber ich muss trotzdem immer wachsam bleiben und in mich hören und fühlen. Das habe ich gelernt und muss das auch weiterhin tun, für mich. Damit ich nicht fahrlässig werde.

    Am Wochenende war ich auf einer Kabarett-Veranstaltung. Es hat sehr gut getan und es wurde viel gelacht.

    Meine Begleitung wusste, dass ich trockene Alkoholikerin bin. Ich habe mich daher auch sehr sicher gefühlt.
    Natürlich wurde dort Alkohol ausgeschenkt. Es hat mich nicht gestört oder getriggert. Ich habe aber im Vorfeld schon in mich hineingefühlt und auch während der Veranstaltung. Wäre mir unwohl gewesen, wäre ich nicht hingegangen oder wir hätten sie verlassen.

    Ich habe mir die Tage viel Zeit für mich genommen. Wie geht es mir? Wie fühle ich mich?

    Gibt es ein Problem, das mich (sehr)stresst, notiere ich es mir und ein paar Lösungsmöglichkeiten dazu, gehe diese dann gedanklich durch (in der Therapie gelernt). Somit relativiert sich das Problem und ich komme nicht auf so ein hohes Stresslevel. Dann bleibt mein Suchthirn auch ruhig.

    Ich passe auf, will mich aber nicht mehr so extrem viel mit dem Thema Alkohol befassen und ihm Raum geben. Ich brauche das Zeug nicht und ich will es auch nicht. Trotzdem immer achtsam bleiben und schauen, wie es mir geht und mich selbst nicht übergehen.

    Ich wünsche euch einen tollen, nüchternen und sonnigen Tag.

    Viele liebe Grüße

    Leonie