Kazik
Ich habe gerade wieder ein Gedankenwirrwarr, was ich erst mal ordnen muss. Die Tage gab es familienintern ein Problem. Das hat mich sehr beschäftigt. Da kam wieder so vieles hoch. Aber nicht in Verbindung mit der Familie. Es nervt mich dann wenn ich nicht wirklich helfen kann. Selbstzweifel usw. Ich will immer helfen. Das funktioniert nicht immer. Ich muss auch erst mal mir helfen.
Deine Zeilen über Traumatherapie haben mich wach werden lassen. Danke. Da muss ich definitiv noch einiges in Angriff nehmen. Mit manchen Sachen kann ich ganz gut umgehen mittlerweile. Was allerdings wieder aktuell hochkommt ist eine vergangene Beziehung. Die hat mich richtig zerlegt, bis heute. Narzisstischer Missbrauch nennt man das wohl. Ich hab das viel zu lange mitgemacht, bin immer wieder zurück. Hab alles von früh bis spät erledigt. Um alles gekümmert. Jahrelang wurde mir eingeredet, ich kann nichts, ich bin nichts, aus mir wird nichts. Ohne ihn komme ich nicht zurecht, niemals. Ich hab s irgendwann geglaubt. Umso mehr hab ich gemacht und getan. Um seine Anerkennung zu bekommen. Wie blöd kann man sein? Das ganze war auch sehr alkohollastig damals in der Beziehung. Wenn er betrunken war hat er mich stellenweise noch mehr schikaniert und provoziert, es wurde auch mal körperlich. Teilweise habe ich mich eingeschlossen. Er hat mit Fäusten die Möbel traktiert. Ich hab immer und immer mehr mitgetrunken um es zu ertragen, die Worte und Beleidigungen zu vergessen. In der Hoffnung, dass vielleicht alles wieder gut wird. Ich war früher so eine starke Persönlichkeit. Warum habe ich das so lange mitgemacht? Ich habe entschieden zu bleiben. Ich habe entschieden mitzutrinken. Ich habe entschieden, das alles mit mir machen zu lassen. Als seine verbalen Angriffe dann vor meinem Kind auch keinen Halt mehr machten, habe ich mich getrennt. Ziemlich schnell. Es ist Jahre her und nagt immer noch an mir.
Durch mein Kranksein verschlechterte sich in letzter Zeit mein Allgemeinzustand. Selbstwert, Selbstbewusstsein usw. waren verschwunden. Es ging mir schlecht. Da kamen seine Worte wieder hoch. Warum, weiß ich nicht. Ich bin irre. Ich gehöre in die Klappse. Ich finde nie mehr jemanden usw. Ich wollte auch mit niemandem darüber reden die letzte Zeit. Ich war es ja nicht wert. Ich bin nichts, ich kann nichts. Ich krieg die Kurve nicht. Ich bin ein Verlierer. Ich war wie in meiner eigenen Blase gefangen. Total benebelt und in mir selbst gefangen. Im Außen die Tapfere gespielt, der es gut geht. Anstatt mich jemandem anzuvertrauen und mir helfen zu lassen hab ich mir ne Pulle übles Zeug geholt. Nur zum Entspannen. Nur ein bisschen. Bähm. Am nächsten Tag wach geworden. Da wollte ich nie wieder hin. Doch ist es passiert. Depression usw. kam natürlich 1000fach zurück. Ein absoluter Horror!
Natürlich bin ich wer. Ich hab mich mit meinem Kind vor vielen Jahren von ganz unten, nach oben gekämpft. Ich hatte gar nichts mehr. Bis heute habe ich mir alles zurückerkämpft. Ich kann stolz auf mich sein. Ich habe eine tolle Familie, tolle Freunde. Ein gutes und gesundes Umfeld. Dennoch ziehe ich mich zurück wenn es mir schlecht geht. Ich schäme mich teilweise, auch dem Arzt oder Therapeuten gegenüber. Sind sie meine Zeit überhaupt wert? Ja, natürlich. Dafür sind sie da und sie helfen mir. Ich kann mich jederzeit melden. Das muss ich auch tun. Das ist mein großer Knackpunkt.
Mein Selbstwert. Ich. Mich akzeptieren. Ich bin wie ich bin und das ist gut so. Ich bin gut wie ich bin.
Ich schreibe hier auch sehr wenig in anderen Threads. Ich denke oft, das steht mir nicht zu. Ich drücke mich nicht besonders gut aus usw.
Es ist etwas durcheinander gerade. Hat mich Überwindung gekostet, das zu schreiben. Es tut mir gut.
Es stehen demnächst noch einige Termine zur gesundheitlichen Abklärung an. Dann wird geschaut in welche Richtung man explizit gehen kann.
Heute habe ich mich an der frischen Luft ausgepowert. Danach noch mit gesunden Snacks für s Wochenende gerüstet. Musste in mehrere Läden. Das war s mir wert. Ich freue mich darauf. Meine Snacks, ein guter Film und leckeren Tee.
Ich beschäftige mich im Moment damit, wie ich wieder zu mir finde. Mein Therapeut hilft mir dabei. Ich muss mal weg hier und raus. Das nehme ich auch demnächst mit meinem Arzt in Angriff.
Ich bin auch heute froh, nüchtern und klar zu sein. Auch wenn die Gedanken etwas durcheinander sind. Ich lasse sie zu und versuche alles zu ordnen. Vieles muss künftig noch anders geregelt werden, dass ich wieder stark werde und bleibe. Ich darf Hilfe zulassen, annehmen und ich bin es wert, dass mir geholfen wird.
Ich bin kein Niemand! Das muss sich im Köpfchen wieder verankern.
Ich bin stark. Ich kann das. Ich schaffe das.
Alkohol war nie eine Lösung für meine Probleme und wird es auch nie sein. Im Gegenteil. Jeder weitere Tropfen kann mein Tod sein.
Ich konzentriere mich auf meine körperliche und seelische Heilung. Ich komme wieder da hin wo ich hin will und schon war. Ich hab es schon einmal geschafft. Ich will gesund, glücklich und nüchtern sein und bleiben.
Sorry für den langen Text.
Liebe Grüße