Beiträge von MatildaWormwood

    Liebe Kicky,

    willkommen im Forum.

    Wo fängt man an, wie klappt es finanziell und was ist wenn die Kinder beim Vater sind. Ich hab ja keine ruhige Minute wenn die Kids ein Wochenende bei ihm alleine wären. Es ist schon viel vorgefallen… vom Polizeieinsatz, Treppensturz usw. Aber wie gesagt tagsüber ist alles gut, er macht viel mit den Kindern, treibt sehr viel Sport - kein Ausstehender würde das vermuten… er ist eigentlich so ein toller Papa… er hat auch selten einen „Kater“ … übertreib ich vielleicht doch? Ich könnte noch ewig weiterschreiben weil es soviel dazu zu sagen gibt. Reden mag er mit mir nicht - ich übertreibe und nerve … deswegen braucht er auch Bier …

    Diese Gedanken kenne ich so gut. Mein Ex-Mann stand auch nach Wein riechend vor mir und hat behauptet nichts getrunken zu haben. Und er wirkte nach außenhin auch so toll, hat im Sportverein Kinder trainiert, ist anfangs auch noch viel gelaufen (Marathon). Was den Kater angeht, wenn man den bei der Menge Bier, die du oben schilderst nicht hat, wundert mich das sehr (sofern man nur gelegentlich trinkt). Das ist ja einfach einfach eine Gewöhnungssache. Lass dir nicht einreden, dass was mit deiner Wahrnehmung nicht stimmt.

    Hast du dich denn jemandem anvertraut? Familie oder Freunden? Oder warst mal bei der Suchtberatung für Angehörige?

    Mehr bist du dir selbst nicht wert? Mehr ist dir die Psyche deines Kindes nicht wert?

    Ich schließe mich an. Ich habe selbst lange danach geschaut, wie ich selbst mit der Krankheit meines Ex-Mannes klarkomme, weil ich dachte, dass es gut ist, wenn die Kinder Vater und Mutter haben. Das, was das mit den Kindern gemacht hat, sehe ich erst seit der Trennung. Eines meiner Kinder meinte neulich zu mir "Mama, ich habe die ganze Zeit gesehen, dass der Papa Bier trinkt. Da stand ja immer das Bier offen rum. Ich dachte, das wäre normal, bis du uns gesagt hast, dass er krank ist und dass das eben nicht normal ist." Und selbst wenn alles andere sonst "gut" ist, ist es sehr fraglich, wenn Kinder damit aufwachsen, dass der tägliche Alkoholkonsum normal ist. Meine Kinder sind übrigens auch alle in Therapie.

    Hallo Thess,

    ich schließe mich da jetzt einfach mal den Beiträgen von Sonnenschein CoA und Lanananana an. Und mich dir einen anderen Gedanken auch mitgeben:

    Du schriebst oben, dass ihr drei Kinder habt und du nicht möchtest, dass sie nicht die gleichen Erfahrungen machen müssen wie du. In welchem Alter sind denn deine Kinder und was bekommen sie vom Alkohol mit?

    Ich habe mich selbst lange an den wenigen schönen und guten Momenten festgeklammert und verdrängt, dass den größten Teil der Zeit alles einfach nur furchtbar ist, ich mich mit meinen Kindern nur als Last in seinem Leben fühle und der Alkohol schon längst sein bester Freund war. Es war überhaupt nichts gut, aber ich konnte es einfach nicht sehen und vielleicht auch einfach nicht wahrhaben, weil ich irgendwie an einer gesellschaftlichen Vorstellung von Familie gehangen habe.

    Zur Grübelei: Du wirst immer wieder das Gedankenkarussell haben, wenn du gedanklich bei deinem Mann bist, wie du mit ihm reden könntest, damit er dich versteht etc. Schlussendlich musst du dahin kommen, dass du dir selbst hilfst.

    Liebe Grüße

    Oje, da bekomm ich gerade Angst.

    Meiner trinkt ja angeblich auch nichts wenn die Kinder bei ihm sind.

    Haben denn die Kinder die gegenüber mal was erwähnt?

    Was hast du für Hilfe für deine Kinder?

    Ich habe ja oben beschrieben, Therapie und Gruppen von Beratungsstellen (Caritas, Diakonie, AWO sind z.B. Anbieter). Da das hier der offene Bereich ist, möchte ich zum Thema Therapie nichts Näheres schreiben. Und natürlich macht es was mit den Kindern, das kann man ja hier sehr eindrücklich bei den EKA lesen.

    Mein Ex-Mann hat nie einen Entzug, eine Therapie oder irgendwas in der Form gemacht. Zu glauben, dass er es schafft, nichts zu trinken, wenn die Kinder bei ihm sind, wäre mal als blauäugig. Alkoholkrank ist er wohl seit mindestens 20 Jahren, er hat es in unserer Beziehung die letzten Jahre nicht geschafft, mehr als 24 Stunden nichts zu trinken. Er hat auch getrunken, wenn er mit den Kindern allein war, als sie ganz klein waren, wenn ich beispielsweise bei einem Elternabend war. Da muss ich mir ja wirklich selbst die Frage stellen, warum ich annehmen sollte, dass sich das auf einmal ändert. Sicherlich reißt er sich mehr zusammen, wenn die Kinder bei ihm sind, trinkt, wenn sie schlafen, aber grundlegend ändert es ja nichts an der Erkrankung. Das ist jetzt natürlich nur das, was ich über meinen Ex-Mann sagen, das soll nicht verallgemeinernd sein.

    Ich frage die Kinder nicht nach dem Alkoholkonsum ihres Vaters, sie wissen von der Krankheit, sie erzählen mir, dass sie die Flaschen bei ihm sehen, dass er, wenn er gestresst ist, in die Küche geht. Er rieche nach Alkohol. Wir haben diesen Notfallplan, gerade weigert sich auch ein Kind seit Wochen überhaupt zum Vater zu gehen.

    Ich finde auch, dass sich das nach einer ganz wunderbaren Möglichkeit liest. Vielleicht könntest du ja eine Freundin mitnehmen zu dem Termin, einfach als Unterstützung, dass du diesen Schritt wirklich machst?

    Du warst ja auch schon bei verschiedenen Stellen, oder? Hast du ganz offen über deine Sorgen, die seine Sucht im Umgang mit den Kindern betreffen, gesprochen?

    Ich hatte hier auch schon mal ein Kindersachbuch zum Thema Alkoholsucht empfohlen, das heißt " Flaschenpost nach irgendwo" . Da stehen Tipps zum Thema Notfallplan in der Umgangszeit mit dem suchtkranken Elternteil drin, aber auch etwas zu Kindergruppen aus suchtkranken Familie. Eines meiner Kinder ist in so einer Gruppe und ein anderes in einer Gruppe für Jugendliche aus belasteten Familien. Vor allem meinem großen Kind gibt es Halt und es fühlt sich nicht allein mit seinen Sorgen. Seine Freunde kommen eher aus der zumindest nach außen "heilen Familienwelt". Wenn du von deinem Sohn schreibst, habe ich den Eindruck, dass es ihn sehr belastet und ich kann mich auch daran erinnern, dass du ganz am Anfang mal eine sehr verbal verletzende Äußerung durch deinen Exmann beschrieben hast.

    Meine Kinder haben noch andere "Baustellen", wodurch sie in Therapie sind, und hier kommt gerade was in Bewegung, weil sie Menschen außerhalb des Familiensystems haben, mit denen sie sprechen können. Dabei ist jetzt z.B. aufgeflogen, dass mein Ex-Mann trinkt, wenn die Kinder bei ihm sind, obwohl er gegenüber Therapeuten explizit gesagt hat, als ich daneben saß, dass er es nicht tut. In diesem Termin bin ich innerlich an die Decke gegangen, habe aber nichts gesagt, weil es explizit um unser Kind ging und ich mich darauf fokussiert habe.

    Sind die Kinder denn dieses Wochenende bei ihm? Vielleicht kannst du ihn mal ganz konkret fragen, ob er sich nach seinem Krankenhausaufenthalt gesundheitlich in der Lage sieht, die Kinder schon wieder zu betreuen? Und das im Idealfall schriftlich.

    Ich möchte dich wirklich ermutigen, für deine Kinder Hilfen zu holen. Auch wenn es für uns als Ex-Partner*innen schwer ist, sind wir ja der Sucht nicht mehr so ausgesetzt wie die Kinder im Umgang mit dem kranken Elternteil. Und ich merke einfach bei meinen Kindern, die älter sind als deine, dass sie auf gewisse Art und Weise beim anderen Elternteil ständig im Alarmmodus sind, insbesondere wenn Konflikte zwischen den Geschwistern auftreten, die den Vater sehr stressen.

    Ich habe nach all der Zeit nichts vermisst. Außer mein Zuhause. Erstmal. Und unter einer Decke mit ihm konnte ich schon lange nicht mehr liegen. Ich war ziemlich kaputt und erschöpft von den vergangenen Jahren.

    Ich schließe mich da an. Ich war sehr froh, dass ich endlich den Schritt geschafft habe. Und wir waren knapp 10 Jahre verheiratet. Dafür merke ich jetzt noch die Erschõpfung und mein Nervensystem.

    Ich mag aber keine Verallgemeinerungen und pauschale Zuschreibungen über Cos insgesamt. Die außerdem längst wiederlegt wurden. Es gibt genauso wenig eine Co-Persönlichkeit, wie es eine Alkoholiker-Persönlichkeit gibt. Und ich will mir das auch nicht einreden lassen.

    Ich persönlich finde es schwierig von Persönlichkeiten dabei zu sprechen und stimme dir da zu. Es gibt Symptome einer Alkoholerkrankung und es gibt Verhaltensmuster von Cos, die können bei jeder einzelnen Person in ihrer Ausprägung variieren, aber das sind ja keine Persönlichkeitsmerkmale. Ich denke aber, dass Persönlichkeit und Symptome/Verhaltensmuster sich gegenseitig beeinflussen. Manchmal frage ich mich bei meinem Ex (er war bereits Alkoholiker, als ich ihn kennengelernt habe, mir war das aber nicht bewusst), was Persönlichkeit und was Sucht ist. Ich beschäftige mich aber nicht aktiv damit, da es im Endeffekt für meinen Alltag mit den Kindern und die Frage nach dem Kindeswohl egal ist, was es von beidem ist, wenn es schädlich ist. Ab und an ploppt da nur mal ein Fragezeichen bei mir auf.

    Wenn ich jemandem die Schuld zuschiebe, hab ich ja die Verantwortung schon abgegeben. Und im nassen Kopf ist auch nicht viel Spielraum oder sagen wir mal die Denkweise sehr begrenzt.

    Ja, das ist so. Und das erschwert die Kommunikation sehr, wenn die eine Person in der Opferrolle bleibt. Gilt ja auch umgekehrt, wenn der Alkoholiker die Verantwortung übernimmt und Co aber in der Opferrolle verharrt. Ich würde auch rückblickend sagen, dass die Beziehung gescheitert wäre, wenn mein Ex trocken geworden wäre - zu viel Vertrauen bereits zerstört und es war auch keine Liebe mehr; also, jeglicher Basis fehlte.

    Der entscheidende Punkt ist nicht Schuld, sondern Verantwortung. Meine Verantwortung war es, meine Sucht zu stoppen.

    Da stimme ich dir zu und beim Co liegt die Verantwortung zu erkennen, dass durch das eigene Verhalten das System mitgetragen wird und sich daraus zu lösen. Bei mir ist es ja so, dass mein Ex weiterhin trinkt und ich in seinen Augen die Schuld daran trage, dass es ihm so schlecht geht. Fühlt sich recht wohl in seiner Opferrolle, noch sehr weit entfernt von der Verantwortung.

    Er hat nur gesagt, dann musst du die Scheidungspapiere auf den Tisch legen, ich mache das nicht. Und da habe ich gerade soo eine Hemmschwelle. Ich weiß nicht warum! Es hat mich bis hier hin soo viel Kraft gekostet und irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich das nicht hinbekomme, meine Anwältin anzurufen und ihm die Unterlagen hinzulegen. Ich sehe da die ganzen Gerichtsverhandlungen, die Streiterein etc vor mir und manchmal denke ich mir, ich habe für diesen Kampf nicht mehr die Kraft. Oder ist e die Angst, dass es dann wirklich final so ist? Kennt das jemand? Diese Angst vor diesem Schritt?

    Liebe Releasme,

    du brauchst ihm gar nichts vorlegen, die Anwältin kann ihm das zuschicken. Und wenn ich mich recht erinnere, geht es auch nur um die Bestätigung des Trennungstermins. Am einfachsten wäre es, du würdest dich ummelden, zu deinen Eltern, falls das nicht schon geschehen ist. Oder irgendein Nachweis, dass du nun da erstmal wohnst, damit einfach das Datum der Trennung fix ist. Und die Scheidung kann ja sowieso erst 6 Wochen vor Ablauf des Trennungsjahrs eingereicht werden. Ich habe den Eindruck, der stellt sich das so schön dramatisch vor wie in einem US-amerikanischen Scheidungsdrama.

    Wegen der Kinder würde ich die Beratungsstellen nutzen, also, für Eltern, Kinder und Jugendliche. Die gibt es z.B. von der Caritas, AWO oder Diakonie. Du kannst dich auch ans Jugendamt wenden, da könnt ihr auch eine Elternvereinbarung treffen.

    Bin direkt zum Kinderarzt und habe es abklären lassen. Tja, dadurch kam was ins Rollen, das ich mir zwar "erhofft" habe, allerdings ist es gerade schier der ungünstigste Zeitpunkt. Das Jugendamt ist nun involviert, die Kinder dürfen erstmal nicht zu ihm. Mal sehen ob er Auflagen bekommt, oder ob es erst mal nur begleiteten Umgang gibt...

    Liebe Marliese,

    Ist es wirklich der ungünstigste Zeitpunkt? Es fühlt sich vielleicht so an, aber gerade der Umzug bedeutet, dass die Kinder an seinen Wochenende räumlich weiter entfernt von dir sind. Vielleicht ist es gut, dass es jetzt passiert ist und nicht erst dann.

    Ich denke manchmal, dass alles so seinen Grund und Sinn hat.

    Hier ist auch längst keine Ruhe drin. Ich realisiere erst so langsam, wie sehr mein Nervensystem tatsächlich gelitten hat.

    Du hast jetzt hier ganz viele wertvolle Tipps bekommen. Wenn es um die Kinder geht, sind die Familienberatungsstellen und die Jugendämter Anlaufpunkt Nummer 1.

    Deine Angst vorm Jugendamt ist unbegründet. Sie sind da, um dir zu helfen und Beratung zu geben. Diese Angst vor Inobhutnahme der Kinder ist völlig unbegründet, das passiert in schweren, akuten Fällen der Kindeswohlgefährdung. Dieses Bild, das gesellschaftlich vom Jugendamt verbreitet wird, sorgt nur dafür, dass Menschen wie du sich keine Hilfe holen, die sie benötigen.

    Es ist gut, dass du von ihm schriftlich etwas bekommen hast. Versuch nach vorn zu blicken und ins Handeln zu kommen. Kontakt auf ein absolutes Minimim reduzieren, damit du nicht permanent seinen Spielchen ausgesetzt bist.

    ich schließe mich den anderen an, was den Anwalt angeht. Ansonsten würde ich dir auf jeden Fall empfehlen, Kontakt zu einer Berstungsstelle für Kinder, Jugendliche und Familien aufzunehmen, eventuell auch Jugendamt, je nachdem wie er vielleicht noch weiter reagiert und handelt.

    Es gibt auch Beratungsstellen wegen häuslicher Gewalt (psychische Gewalt fällt darunter), z.B. Belladonna.

    Ich zitiere mich mal selbst. und EllaDrei hat auch nochmal darauf verwiesen. Du solltest dir ganz dringend Hilfe suchen, vor allem beim Jugendamt und bei den Beratungsstellen bekommst du nicht direkt morgen einen Termin. Warte nicht, bis es noch dringender wird. Gerade dadurch, dass du mit den Kindern einfach ausgezogen bist - ohne seine Zustimmung, solltest du dir ganz schnell Beratung holen, bevor er auf die Idee kommt, rechtliche Wege zu gehen. Es ist gut, wenn du proaktiv tätig wirst.

    Liebe Releaseme,

    ich schließe mich den anderen an, was den Anwalt angeht. Ansonsten würde ich dir auf jeden Fall empfehlen, Kontakt zu einer Berstungsstelle für Kinder, Jugendliche und Familien aufzunehmen, eventuell auch Jugendamt, je nachdem wie er vielleicht noch weiter reagiert und handelt.

    Es gibt auch Beratungsstellen wegen häuslicher Gewalt (psychische Gewalt fällt darunter), z.B. Belladonna.

    Bleib stark, für dich und deine Kinder

    Es ist wirklich hart und ich möchte dir raten, bleib eisern. Aber mir selbst gelingt es auch kaum. Bei mir ist es die Angst alles aufzugeben. Finanzielle Sicherheit, das Zuhause, ein Leben alleine mit den Kindern... Ich verstehe dich!!

    Ich habe das hier aus Lakes Faden mal zu dir rübergeholt. Ich verstehe deine Angst. Aber ist das Zuhause, das du hattest, ein Zuhause, an dem du dich sicher fühlst? Wiegt die psychische und physische Sicherheit nicht mehr als die finanzielle? Was ist ein "gemeinsames" Leben wert, wenn du doch einsam bist und dich um die Kinder allein kümmerst?

    In Deinen Fragen hast Du Dir die Antworten doch schon selbst gegeben, weil Du sie schon mehrfach von uns gelesen hast.

    Ich schließe mich da an.

    Du jast den Absprung geschaftt. Mal ganz optimistisch angenommen, er würde es schaffen, trocken zu werden, bleiben deinen Schilderungen nach etliche Verletzungen, die nicht einfach ungeschehen gemacht werden können, dir und gegenüber euren gemeinsamen Kindern.

    Natürlich ist der Anfang jetzt schwer, weil er Ungewissheiten birgt, gerade auch während dieser gesellschaftlich hoch emotionalisierten Feiertage. Überleg dir doch mal wirklich, was du hinter dir lässt - faktisch, nicht den Wunschtraum von Liebe und Familie.

    Verstehen hilft mir immer. Je mehr Details, je tiefer das Verständnis, desto besser ...

    Letztendlich kannst du noch so viel Verstehen. Habe ich auch versucht. Das, was ich am Ende verstanden habe, war, dass ich für mich und meine Kinder verantwortlich bin und rein gar nichts ändern kann. Dass mein Ex-Mann trocken werden soll, war mein Wunsch, aber nicht seiner. Er hat in den 2 Jahren seit der Trennung auch immer noch nicht seinen Tiefpunkt erreicht. Jammert (über seine Einsamkeit) und unternimmt irgendwelche halbherzigen Versuche, um mir zwischendurch zu erzählen, dass er ja weniger trinke. Mich tangiert das persönlich recht wenig, aber ich finde es für die Kinder schwierig.

    Liebe Releaseme,

    nimm die Wohnung! Bleib stark, du bist nicht einfach aus einer Laune heraus gegangen. Blockiere ihn auf Wegen wie Whatsapp etc. Nenne ihm eine Möglichkeit, wie er dich in wichtigen Fällen, z.B. wenn es um die Kinder geht, kontaktieren kann. Teile ihm das am besten schriftlich mit, dann ist das gleichzeitig dokumentiert. Du hast deinen Arbeitsplatz bei euch im Haus, kannst du diesen verlagern?

    Falls es wieder bei euch zu einer Annäherung kommen sollte, müssten sich ja wesentlich mehr Faktoren verändern, als einfach nur "kein Alkohol". Mach dir das bewusst. Und es gibt Dinge, die auch einfach nicht verzeihbar sind. Du hast das Recht sagen zu dürfen: "Ich will nicht mehr." Er kann um Verzeihung bitten, aber das heißt nicht, dass du wieder zu ihm zurückkehren musst. Ich kann jemandem etwas verzeihen, dass heißt aber nicht, dass ich mit dieser Person weiterhin einen vertrauten Umgang haben möchte, sondern es kann vielleicht dazu beitragen, dass wir in dem Maße, in dem es nötig ist, miteinander kommunizieren können, aber darüber hinaus muss ich gar nichts mit dieser Person zu tun haben.

    Liebe Grüße

    Matilda