Beiträge von MatildaWormwood

    Guten Morgen,


    ich kann deine Sorgen verstehen.

    Und dieses WechselModell, was er einfordern würde, kann ich mit mir nicht vereinbaren. Ich hätte keine Ruhe, wenn mein Kind bei ihm ist und ich es nicht wie gewöhnlich jeden Tag sehe...

    Aber nimm, wie du geschrieben hast, Kontakt mit dem Jugendamt auf. Er kann ja viel einfordern, Vorrang hat jedoch immer das Kindeswohl und bei dem, was du hier schreibst, stelle ich es mal in Frage, dass das bei ihm gegeben wäre.

    Aber ist es nicht so, dass es eher eine Phase ist, in der eine Trennung vermittelt wird, anstatt ein einzelnes Gespräch?

    Ja, das ist es. Ich denke auch, dass es den Kindern mittlerweile bewusst ist. Und natürlich hast du Recht, ein nasser Alkoholiker kann das nicht entsprechend vermitteln.

    Ich habe vorhin noch ein Gespräch. Ich meinem Mann geführt, da merke ich immer wieder, dass er den Spieß umdrehen will. Ich bin aber diesmal dabei geblieben und habe mich nicht kleinkriegen lassen.

    Liebe Cadda,

    das ist gut, dass du das schreibst. Mein eigenes Gefühl sagt mir nämlich, dass ich es den Kindern am liebsten allein sagen möchte, damit sowas nicht passiert. Mein Großer ist 11 und er ist ein so toller Junge und es tut mir in der Seele weh, dass mein Mann nicht checkt, was er da anrichtet. Und mit den anderen beiden ist es nicht anders, mein Mittlerer hat sogar mit seiner Psychotherapeutin über seine Trennungsangst gesprochen. Er hat mir das an dem Abend nach der Therapie erzählt und auch, was sie gesagt. Er war relativ gefasst. Ich hätte es ihm am liebsten da gesagt.

    Und ja, das stimmt, es wird ja nicht das einzige Gespräch sein. Und Unsicherheiten wird es bestimmt immer wieder geben.


    Danke

    Hallo ihr Lieben,

    jetzt bin ich doch schon wieder früh wach, aber mir geistern viele Gedanken durch den Kopf. Die To-do-Liste ist lang.

    Wie geht es Dir inzwischen? Immer noch gut hoffentlich. Konntest Du schon mit den Kindern sprechen?

    Mir geht es an sich gut, aber dadurch, dass ich so viel angehen muss, spukt mir gerade alles im Kopf rum. Mit den Kindern konnte ich noch nicht sprechen, weil mein Mann und ich noch keine Gelegenheit hatten, in Ruhe zu besprechen, wie wir es den Kindern sagen. Er zieht sich zur Zeit jeden Abend mind. 1 Flasche Weißwein rein, meistens sind es Liter-Flaschen.

    Ich werde mit ihm heute Vormittag sprechen und ihm sagen, dass ich noch an diesem Wochenende mit den Kindern sprechen müsste. Ich muss mich nämlich auch arg zusammenreißen, dass ich meinem ältesten Sohn nichts sage. Als ich ihn gestern Abend vom Training abgeholt habe (ich war selbst während des Trainings einkaufen, sodass mein Mann knapp 2 Stunden allein war, die beiden Kleinen machen Oma-Wochenende), hat er mich gefragt, ob ich denke, dass der Papa schon was getrunken hat. Da habe ich ehrlich geantwortet. Und er wollte auch wissen, woher ich das weiß. Ich habe ihm das ein bisschen erklärt, aber klar war am Ende, dass mein Mann sich in diesen 2 Stunden eine ganze Flasche Wein reingezogen hat.

    Ich glaube aber, dass bei meinem Mann noch nicht angekommen ist, dass wir tatsächlich getrennt sind. Mir wieder auch immer mehr bewusst, wieviel Schaden der Alkohol bereits bei ihm angerichtet hat. Aber gerade denke ich mir, es ist sein Körper, nicht meiner. Er kann mit ihm machen, was er will, aber bitte ohne uns.

    Hallo Rosa,

    klar merken sie was, dann geben sie sich Mühe und besänftigen uns damit. Ich fühlte mich immer eingelullt. Das waren aber immer nur Pausen, die Abstürze kamen , wenn ich mich scheinbar "ruhig" verhielt.

    das, was morgenrot schreibt, kann ich genau so bestätigen.

    Seitdem wir uns getrennt haben, leert mein Mann übrigens jeden Abend mindestens eine Flasche Wein. Er denkt aber, ich wüsste das nicht. Und ich vermute, dass der Totalabsturz noch kommt.

    Liebe Grüße

    Liebe Rosa,

    Ich weine in letzter Zeit so viel wie die letzten Jahre nicht, natürlich immer nur wenn ich mich zurückgezogen habe....

    ich kenne das auch von mir. Oft weine ich morgens unter der Dusche, damit es meine Kinder nicht mitbekommen. An manchen Tagen geht es mir so mies, dass es mich förmlich schüttelt. Dann ist die Dusche für mich der einzige Ort, an dem mich niemand hören und sehen kann.

    Ich versuche es als Stärke zu sehen,dass ich weinen kann. Ich war schon immer sehr sensibel und weine auch schneller als andere. Das ist auch etwas, dass ich nicht ändern kann. Das musste ich nur erst erkennen.

    Liebe Jenny,

    ich habe gerade deine Geschichte gelesen, vieles darin ist mir vertraut. Wir haben uns vor ein paar Tagen getrennt, vieles muss jetzt geklärt werden, bevor wir mit den Kindern sprechen. Ich glaube, er hat bisher niemandem davon erzählt, meine Familie und gute Freundinnen von mir wissen Bescheid. Die wussten aber auch, dass ich diesen Weg gehen werde.

    Ich kann dir wirklich nur raten, dich jemandem anzuvertrauen. Du brauchst dich nicht für die Krankheit deines Mannes schämen. Es ist seine Krankheit, nicht deine, aber du und deine Kinder, ihr leidet darunter. Mein ältestes Kind ist ebenfalls 11 Jahre alt. Die spüren das. Mir wurde geraten, mit den Kindern zu sprechen, die wissen Bescheid. Und es ist wichtig, dass sie es wissen, denn sie merken, dass irgendwas nicht stimmt. Meinem Mann passt das gar nicht, aber das ist mir (mittlerweile) herzlich egal.

    Versuch doch erstmal, dich einer Freundin anzuvertrauen, bei der du sicher bist, dass sie nicht verurteilt. Mir hat das sehr geholfen, bei mir war es eine Freundin, die selbst getrennt ist, und wo es auch um eine psychische Erkrankung ging. Es gibt auch viele Anlaufstellen, die dir helfen können: dein Hausarzt, Lebensberatung, Suchtberatung, Schulsozialarbeiter, falls es so was in den Schulen deiner Kinder gibt. Die haben alle eine Schweigepflicht. Beim ersten Gespräch ist es schwer, aber es wird jedes Mal leichter.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Hallo zusammen,

    ich wollte nur mal kurz Bescheid geben, dass ich mich nun getrennt habe. Vieles muss noch abgesprochen werden, da haben wir hoffentlich am Wochenende ein bisschen Zeit. Aber dieser Schritt ist erst einmal getan. Es erleichtert mich unglaublich. Meine größte Sorge ist es, wie die Kinder es aufnehmen. Sonst kann ich schon mal feststellen, dass ich die letzten beiden Nächte viel besser geschlafen habe als die letzten Wochen.

    Mein Mann hat noch nachgetreten, indem er gesagt, dass ja da keine Liebe von seiner Seite mehr wäre. Ich hätte mich ja so verändert.


    Liebe Grüße

    Mir wurde gesagt: "Kann sein, dass es auseinander ging, weil ich so viel trinke. Aber ich musste ja so viel trinken, weil ich es mit Dir nicht anders ausgehalten habe":

    Puh, das ist wirklich sehr verletzend. Auch wenn man als PartnerIn weiß, dass das alles der Sucht geschuldet ist, tut es trotzdem weh, sich so etwas anhören zu müssen.

    Wie habt ihr es geschafft, durch diese Gefühls-Achterbahn zu kommen?

    Ich musste an den Punkt kommen, dass ich erkenne, dass ich so nicht weiterleben kann und will, weil sonst die Kinder und ich irgendwann sehr krank werden. Liebe und Fürsorge für dich selbst müssen im Vordergrund stehen. Und wie Volka schreibt, auch die Erkenntnis, dass du selbst rein gar nichts an dem Alkoholismus ändern kannst. Vielleicht hilft es dir, das so zu sehen: Bei jeder chronischen Erkrankung gibt es bessere und schlechtere Tage, aber die Erkrankung ist ja trotzdem da. Ich verstehe, dass du immer wieder Hoffnung schöpfst, das habe ich auch getan. Ich merke gerade aber auch, wie der Druck von mir abfällt, seitdem wir ausgesprochen haben, dass wir uns trennen. Es ist wichtig, aus dieser Achterbahn der Gefühle auszubrechen.


    Liebe Grüße

    Hallo Kera,

    ich glaube, dass diese Unfähigkeit, sich nicht einzugestehen, dass der Alkohol der Trennungsgrund ist, Teil der Erkrankung ist. Das ist das, was ich hier auch bei vielen anderen rauslese.

    Mein Mann und ich haben uns jetzt getrennt, mit dem Spruch dazu, dass er mich nicht mehr liebt, ich hätte mich so verändert. Ich habe ihm jetzt deutlich gesagt, dass ich die Trennung will, weil er krank ist und nicht aufhört zu trinken. Ganz unabhängig davon, ob er mich liebt oder nicht. Mir hat das so weh getan, weil ich so gekämpft habe, und er knallt mir das dann an den Kopf.

    Liebe Grüße

    Liebe Franzi,

    ich finde es toll, wie du es jetzt angehst. Ich bin gerade in der genau der gleichen Situation und habe eine ähnliche To-do-Liste wie du, nur habe ich Suchtberatung und psychotherapeutische Hilfe schon mit ihm Boot.

    Ich habe gute Erfahrungen bei der Suchtberatung gemacht. Meine Beraterin hat mich sehr gepusht, mich um die Kinder und mich selbst zu kümmern. Sie hat mir auch sehr klar das gesagt, was viele im Forum schreiben.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft.

    Guten Morgen,

    Ich wünsche dir viel Kraft bei deinen Entscheidungen. Aber ich bin mir sicher das du genau weißt was zu tun ist.

    Ja, ich weiß, was zu tun ist, auch wenn es so weh tut. Ich habe gerade auch weniger Angst um mich, wie es für mich weitergeht, sondern um die Kinder. Sie hängen natürlich trotzdem am Papa, meiner Jüngsten fällt es noch sehr schwer zu begreifen, was diese Sucht bedeutet.

    Gestern hat es richtig gekracht, mein Mann hat mir dann in Gegenwart unseres Großen noch was verbal an den Kopf geworfen. Dabei ist bei mir gerade auch klar, dass es so nicht weitergeht. Da ist wirklich was bei mir in die Brüche gegangen und er realisiert es noch nicht einmal. Unsere Kinder haben viel geweint, als mein Mann zwischendrin nicht da war (hat abends einen regelmäßigen Termin). Es war sehr anstrengend und ich habe vieles erklärt. Am Wochenende werde ich mit ihm sprechen.

    lausaufderleber mein Mann ist ja zwischendurch auch wirklich nüchtern, aber dann ist eher dauergereizt. Wann er anfängt zu trinken, weiß ich nicht. Ich habe das Gefühl, dass er ab einer bestimmten Uhrzeit so einen Grundpegel braucht. Auf viele andere wirkt er dann aber ganz normal. Das macht alles für mich auch so schwierig.

    Hallo Wildcat,

    das ganze kommt mir bekannt vor. Mir hilft gerade tatsächlich dieses Forum, aber auch die Gespräche mit Freunden und besonders mit der Suchtberatung und der Psychotherapeutin meines Sohnes.

    Wie Mollyfish schon schrieb, du kannst nichts machen, wenn er selbst nichts macht. Und meine Erkenntnis der letzten Wochen ist, dass es ums Machen geht, keine Worte. Die sind nichts als heiße Luft, wenn keine Taten folgen.

    Mein Mann hat meinen Kindern jetzt erzählt, dass er ja aufhören würde zu trinken. Gegenüber mir und anderen hat er aber gesagt, dass er weiterhin auf Festen, mit Freunden usw. Trinken können will. Ich könnte an die Decke gehen. Ich sehe es so, wenn er wollte und bereit wäre, würde er zum Hausarzt gehen. Er weiß nämlich, welcher Weg zu gehen ist, wenn man will.

    Guten Morgen,

    ich lese die ganze Zeit schon bei dir mir, aber bin mir gerade nicht sicher, ob ich schon mal was geschrieben habe.

    Ich finde es richtig, dass du deinen Eltern die Grenzen aufzeigst. Auch wenn es erst jetzt ist. Manchmal merkt man nicht, in welchen Strukturen man feststeckt.

    Sagen wir, ich entziehe mich einer Verantwortung die mir als Kind schon aufgerückt wurde für den Moment jedenfalls, bis ich für mich klarer sehe.

    Ich denke nicht, dass du dich einer Verantwortung entziehst, sondern ich sehe eher, dass du für dich selbst gerade Verantwortung übernimmst. Du sagst, hier ist meine Grenze und die müsst ihr akzeptieren. Und um diese Grenze zu setzen, ist es nie zu spät.

    Ich glaube, dass es normal ist, das alles gerade hochkommt. Dass man es so lange in einer Beziehung aushält, die einem ganz offensichtlich nicht gut tut, muss ja irgendwo seine Ursache haben. Ich merke an mir selbst, dass bei mir gerade ganz viel an die Oberfläche gelangt. Ich weiß, dass ich eher ein geringes Selbstbewusstsein habe. Das ist natürlich ein toller Nährboden für Selbstzweifel und die Infragestellung meiner Wahrnehmung, wenn mein Mann wieder alles bagatellisiert. Hier hat es gestern auch ganz gut gekracht. Am Wochenende werde ich Tatsachen schaffen.

    Ich drücke dir die Daumen, dass du es schaffst, dich da abzugrenzen.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Hallo LausaufderLeber,

    vielen Dank, mir macht das ein bisschen Mut. Meine Kinder haben gerade sehr zu kämpfen, es bestimmt gerade den Alltag, sie weinen viel, haben Albträume, Wutanfälle. Ich werde heute und morgen meine Gedanken ordnen und am Wochenende mit meinem Mann sprechen.

    Er war zwar mittlerweile bei der Suchtberatung und hat auch einen Folgetermin, aber sein Ziel ist es, weiterhin kontrolliert trinken zu gehen, wenn er will. Er hält sich das Hintertürchen offen. Das mache ich nicht mit. Vor einigen Jahren wäre ich bereits gewesen, noch zu warten. Seitdem ich den Druck erhöht habe, sind auch 4 Monate ins Land gezogen, bis er jetzt mal bei der Beratung war. Und gedanklich sind wir eigentlich nicht viel weiter als zu dem Zeitpunkt.

    Ich hatte mit ihm noch mal ein Gespräch, in dem er sich mal wieder als Opfer dargestellt hat. Ich würde nicht zuhören und ich hätte mich verändert. Obwohl ich weiß, dass es Teil der Sucht ist, bekomme ich jedes Mal wieder Selbstzweifel. Ich will das einfach nicht mehr.

    Hinzukommt nun, dass ich durch viele Fragen bei seiner Mutter rausgefunden habe, dass mein Mann bereits die dritte alkoholkranke Generation ist, sein Opa auch und alle Söhne ebenfalls (mein Schwiegervater und seine Brüder) von der Seite. Cousins meines Mannes sind auch betroffen. Ich muss das jetzt durchbrechen, sonst werde ich mit mein ganzes Leben Vorwürfe machen.

    Guten Morgen zusammen,

    vielen Dank für eure lieben Antworten.

    Ich bin seit ein paar Tagen krank und musste feststellen, dass ich gar keine Ruhe habe, mich richtig zu erholen. Mein Mann liegt häufiger im Bett als ich. Irgendwie absurd.

    Meine Eltern waren auch zwischendrin da, haben sich lieb um die Kinder gekümmert und ich hatte gute Gespräche.

    Man will doch eigentlich nur ein schönes Familienleben haben! Aber es wird immer wieder zu Nichte gemacht :(

    Ja, genauso geht es mir. Aber wir müssen uns wohl von der Vorstellung lösen, dass dies an der Seite eines nassen Alkoholikers möglich ist. Auch wenn es vielleicht (noch) nicht so extreme Formen angenommen hat, wie andere hier berichten, ist es ja trotzdem nicht gut.


    klappt auch mit dir zusammen. Bisher sind es nur Lippenbekenntnisse. Wenn er etwas tun will, soll er Nägel mit Köpfen machen. Was er momentan mit dir macht, sind Manipulationen um in Ruhe weitersaufen zu können. Es ist unsere Hoffnung, und die kenne ich sehr gut von früher, die uns immer wieder weitermachen lässt.

    Ja, so sehe ich das mittlerweile auch. Mein Vater hat mit ihm gesprochen, da hat er ihm das gleiche erzählt. Ich dramatisiere und sei total emotional, er sei rational und würde kontrolliert trinken. Ich bin so froh, dass mein Vater auf so etwas nicht anspringt. Mich macht es gerade bloß sehr wütend, dass er mich so darstellt, als wenn mit mir etwas nicht stimmt. Sich nach außen hin positiv darstellen, kann er nämlich gut. Meinen Eltern ist das jetzt noch mal ganz extrem aufgefallen. Für mich ist durch das Gespräch, das meine Vater mit ihm geführt hat, nochmal mehr bewusst geworden, dass er nicht aufhören will. Er will es schlicht und ergreifend nicht. Er möchte mit seinen Freunden weitertrinken können.

    Es ging dann in einem Tempo abwärts was ich nie vermutet hätte. Das tat sehr weh es mit anzusehen, daran zurückzudenken ist auch immer noch sehr schlimm. Zu sehen was Sucht aus einem Menschen machen kann. Ich mache mir bei manchen Dingen heute noch Vorwürfe ob ich es nicht hätte verhindern können.

    Ich glaube, dass das hier nach der Trennung auch passieren wird. Anders würde es mich sehr überraschen. Aber man muss auch sagen, dass er gerade so ein kontrolliertes Trinken versucht, ist der Tatsache geschuldet, dass der Druck von außen sehr hoch ist. Wenn ich auf heile Welt machen würde, wäre er ganz schnell wieder beim alten Konsummuster. Abgesehen davon, trinkt er ja auch heimlich. Ich weiß nicht, wie viel er wirklich trinkt. Als er gestern nicht da war, habe ich aus meiner Wut heraus Kassenzettel gesucht, zwei aus der vergangenen Woche habe ich gefunden, jeweils 1 L Wein stand drauf. Und ich weiß, dass es ja auf jeden Fall mehr war.

    Beim Nachlesen, was ich die letzten Wochen hier geschrieben habe, fällt mir auf, dass die Gespräche immer wieder die gleichen sind. Ich drehe mich im Kreis und das eigentlich seit Jahren.

    Das für mich eigentlich Schlimme ist, dass ich den Kindern erklären muss, dass wir uns trennen werden. Ich glaube, dass den beiden Großen bewusst ist, dass es darauf hinauslaufen wird. Aber es ist wichtig, dass ich ihnen auch mitgebe, dass man nicht ertragen muss, dass es einem schlecht geht, sondern dass jeder selbstwirksam Handeln kann, auch wenn der andere krank ist. Mir tut es bloß so weh, dass sie erfahren müssen, dass ihr Papa, den sie so lieben, den Alkohol nicht für sie aufgeben will. (so ähnlich hat das mein Großer letzte Woche formuliert).

    Wie habt ihr, die ihr schon eine Trennung hinter euch habt, das kommuniziert?

    Liebe Grüße

    Matilda

    Guten Morgen Liesel,


    ich hatte ganz vergessen auf deine Frage zu antworten.

    Danke, Matilda. Werde mir das Buch besorgen? Was planst Du jetzt?

    In den letzten zwei Wochen habe ich ein paar Wohnungen angeschaut, leider hat nichts geklappt (bei uns ist es auf dem Wohnungsmarkt sehr schwierig, damit hatte ich gerechnet). Ich hatte aber mit der Therapeutin meines Kindes ein Gespräch. Sie hat mich in dem, was ich vorhabe, bestärkt bzw. mir Tipps gegeben, was es auch noch zu bedenken gibt. (Ich habe einen Plan für die Kinder und mich, wie es weitergehen soll.) Und gerade jetzt vor Weihnachten soll ich schauen, dass es den Kindern gut geht, indem wir einfach die Zeit mit schönen Dingen füllen.

    Mir bereitet das Ganze gerade viele kurze Nächte (wie heute auch). Mein Mann sagt gar nichts, wenn ich das Thema nicht anspreche. In seinen Augen habe ich ja auch das Problem und bin ja sowieso viel zu emotional und dramatisiere alles. Das Schlimme ist, dass er sich nach außen hin so engagiert zeigt.

    Matilda, mich interessiert seine Reaktion bzw. Antwort auf deine klare Ansage von deinem Mann. Hat er dich für ernst genommen?

    Ich glaube, er nimmt mich nicht ernst. Er tut zwar so, aber ich habe mir von anderer Seite sagen lassen, dass er nicht glaubt, dass ich gehe, weil ich es bisher ja auch nicht getan habe. Ist im Prinzip auch logisch, wenn ich da in den letzten 10 Jahren nicht konsequent war, warum dann jetzt.


    Liebe Grüße

    Matilda

    Hallo Strandkind,

    ich habe gerade deine Geschichte gelesen. Mein Mann ist auch nicht aggressiv, aber trotzdem leiden meine Kinder. Mein ältester ist genauso alt wie dein Sohn, die anderen beiden im Grundschulalter. Bitte unterschätzte nicht, was der Alkohol macht. Mir ist es erst durch die Therapeutin meines mittleren Kindes bewusst geworden und seitdem ich offen mit den Kindern darüber spreche, ist es hier jeden Tag Thema. Die Kinder belastet es sehr und jetzt haben sie zumindest einen Namen dafür.

    Das Hoffen und die erneute Enttäuschung kann ich so gut nachvollziehen, es ist ein Tauziehen, dass uns schlussendlich kaputt macht.

    Ich habe eine Freundin, die seit fast 20 Jahren mit ihrem alkoholkranken Mann zusammen ist, die Kinder sind noch recht klein. Sie ist jetzt an dem Punkt, dass sie schwer depressiv ist, und eigentlich in eine Klinik müsste. Sie geht nicht, sie schafft es auch nicht sich zu trennen. Und für mich habe ich entschieden, dass ich nicht an diesen Punkt kommen möchte. Deswegen muss ich Konsequenzen ziehen, auch wenn es hart ist.

    Im Endeffekt nehmen die Kinder größeren Schaden, wenn sie so aufwachsen, als wenn die Eltern sich trennen. Ich weiß nicht, wie es dir geht aber die Sucht nimmt meine täglichen (und auch nächtlichen) Gedanken sehr ein. Bei der Vorstellung, dass das den Rest meines Lebens so weitergehen würde, wird mir ganz schlecht und schwer ums Herz. Ich will das einfach nicht mehr.


    Liebe Grüße

    Matilda

    Guten Morgen,

    von der anderen Wohnung habe ich bisher auch nichts mehr gehört.

    Gestern war noch einmal ein Beratungstermin, da fühle ich mich sehr gut aufgehoben. Danach hatte ich wie so oft nach so einem Termin ein Gespräch mit meinem Mann, nach dem ich mich meistens ganz schlecht fühle. Er zeigt sich dann wieder einsichtig, hat gestern geweint, will uns nicht verlieren. Ich glaube tatsächlich auch, dass er das ernst meint, er ist aber einfach krank. Mir tut das so weh, weil ich ihm ja gar nicht wehtun will. Er sagt dann immer wieder, dass er es noch einmal probiert, nichts zu trinken. Gestern Abend hat er dann aber wieder zum Alkohol gegriffen. Er braucht so dringend Hilfe und sieht es aber selber nicht. Wenn ich mit den Kindern gehe, dann klappt er zusammen. Ich habe wirklich Angst davor, was dann passiert. Ich weiß, dass das nicht in meiner Verantwortung steht, dass es seine Entscheidungen sind. Aber es ist trotzdem alles so schwer. Ich wünsche mir einfach so sehr, dass das Leben leichter wäre.


    Liebe Grüße

    Matilda