Beiträge von Stromer

    Hallo Kyra, mir gefällt die Erklärung mit der Autobahn, Landstraße usw sehr gut. Ich kann mit solch greifbaren Erklärungen gut umgehen.

    Du liest Dich sehr toll, Dein Weg sieht seht positiv und entschlossen aus, bravo!

    Auch das Du deinen Mann mit ins Boot holst, finde ich sehr wichtig. Auch er muss lernen, wie er in Zukunft mit Dir umzugehen hat. Das kann er ja nur mit Deiner Hilfe lernen, woher sonst? Ich bin sehr froh darüber, daß meine Frau auch ein grosses Interesse an dem Thema Alkoholismus zeigt.

    Auch die Gurppe liest sich toll. Aber schrecke nicht ab, wenn es beim ersten Mal nicht so gut läuft, geh da mindesten 4 - 5 mal hin und probier ggf. weitere Gruppen aus.

    Ich wünsche Dir alles Gute.

    Wenn ich Du wäre, dann würde ich mich über weitere Terapiemöglichkeiten informieren. Gehst Du auch in eine reale Selbsthilfegruppe?

    Mir hat nicht das Eine oder das Andere zu einer heute guten, absolut zufriedenen und selbstsicheren Abstinens geführt. Es waren ganz viele kleine Bausteine, die ich aus der ambulanten Langzeitterapie, Therapeutengespräche, Reale und dieser Selbsthilfegruppe, einem anderen für mich wichtigen Forum und Gespräche mit meinem Arzt mitgenommen habe. Und ichhöre nicht auf damit, um mich zu kümmern. Deshalb bin ich hier.

    Eines der ersten Dinge, die ich gelernt habe war: nur nicht trinken, reicht nicht.

    Bleib dran, es lohn sich!

    Liebe releaseme, Du bist nicht alleine! Du hast Deine Kinder, Du hast Deine Eltern und ganz sicher eine Freundin. Und Du hast uns.

    Und das allerwichtigste: Du bist nicht schuld! Wenn es nach Dir ginge, dann hättet ihr eine schöne Zweisamkeit. Du bist nicht täter sondern Opfer.

    Dein Mann ist krank, schwer krank. Solange er das nicht einsieht und nicht von sich aus Verantwortung über sein Leben nimmt sondern so weiter macht, wie bisher, kannst Du an seinem Zustand rein gar nichts machen und ihm in keinster Weise helfen.

    Behalte die Nerven, sammel Dich erst einmal und lass Dich beraten. Mir fällt da ein Rechtsanwalt ein aber auch die Suchtberatung die zumindest bei uns auch für Angehörige ganz tolle Angebote hat und Hilfe anbietet.

    Pass auf Dich auf, er wird nun unberechenbar sein. Ich rate Dir nicht alleine zu ihm zu gehen! Nim eine Freundin mit, wenn Du ihn siehst, treff Dich mit ihm nur an belebten Orten.

    Ich wünsche Dir alles Gute

    Wo kann ich als angehöriges Familienmitglied meine 3. Runde Entgiftung vom alkoholkranken Partner bekommen… ärztlich begleitet … ?!? 🧐

    Das ist ein vollkommen berechtigter - und wie ich finde auch wichtiger Einwand. Meine Frau wusste anfangs nur durch mich (heute trockener Alkoholiker) wie sie mit mir umgehen soll.

    Während meiner ambulanten Langzeitterapie konnte aber auch sie, als Angehörige, an Therapiegesprächen, alleine oder mit mir, Teil nehmen.

    Deshalb sind in unserer realen Selbsthilfegruppe die Angehörigen auch immer sehr gerne gesehen.

    Ich finde aber, das auf Angehörogenseite da etwas sehr wichtiges an Hilfe fehlt.

    Mit Alter ignorieren meinte ich dass ich halt schon 40 werde und da wird's langsam schon eng mit Familie. Also mach mir keine Illusionen dass ich so ein Glück wie dieses Jahr gleich wieder haben werde.

    Ich war mein Leben lang mit den falschen Partnerinnen zusammen. Zum Glück hatte ich nie geheiratet obwohl ich damals anfangs jede geheiratet hätte.

    Ich habe meine jetzige Frau kennengelernt, da war ich 45 und bin mit ihr nun auch verheiratet.

    Es ist nie zu spät, sein wirklich richtig passendes Deckelchen zu finden oder gefunden zu werden.

    zeigt das, dass er sein Co-Verhalten noch nicht abgelegt hat

    Lässt sich ein Co-Verhalten einfach so ablegen? Das ist eine ernst gemeinte Frage.

    Meinen Alkoholismus kann ich nicht einfach so ablegen, auch wenn ich wollte. Co ist doch auch eine Art Sucht, wenn ich das richtig verstanden habe. Wenn ich hier so quer lese, ist das sogar eine sehr schlimme, selbstzerstöreriche Sucht bei die / der Süchtige auch erst einmal den eigenen, induvellen Tiefpunkt erreichen muss um bereit zu werden, sich selber zu schützen.

    Ich bin Alkoholiker und erzähle Dir mal, wie es bei mir war, die andere Seite sozusagen, die Seite Deines Mannes. Ich bleibe aber bei mir.

    Ich habe ein ganz normales Leben geführt. In jungen Jahren habe ich natürlich gerne mit den Kumpeln getrunken. Irgendwann kam ich dann in dem Alltag an: Arbeiten, heim kommen, 2 oder 3 Flaschen Bier zum Feierabend.

    Ich lernte meine Frau kennen, wir heirateten, glücklich und zufrieden, alles gut.

    Ich habe aber immer mehr getrunken, nur abends nach Feierabend. Zum Bier gesellte sich eine Flasche Wein, jeden Abend. Meine Frau maulte schon mal, ich solle nicht so viel trinken, wenn sie die vielen Flaschen nach einem langen Wochenende sah, sonst war aber nichts, ich war unauffällig.

    Das blieb aber nicht dabei. Alkoholismus bleibt nie an einem Punkt stehen. Es wird immer schlimmer. Immer.

    Ich bekam tagsüber Entzugserscheinungen. Die wurden immer schlimmer. Ich konnte tagsüber aber nicht trinken, das war für mich nicht möglich. Das wurde so schlimm, daß ich fast nicht mehr in der Lage war, mein Leben so weiter zu leben wie bisher.

    Dennoch habe ich mich nicht als Alkoholiker gesehen. Ich habe ja nur abends getrunken und war nie betrunken (nach 2 Flaschen Bier und einem Liter Wein!)

    Die Alkoholkrankheit ist die einzige Krankheit, die dir sagt, das du sie nicht hast.

    Ich wollte ein mal an einem Samstag einen Tag ohne diese Schmerzen erleben, ging zum Kühlschrank und nahm einen tiefen Schluck aus der Weinflasche. Prompt kam meine Frau, der ich meine Probleme immer verheimlicht habe, wie allen anderen auch, um die Ecke und hat mich erwischt.

    Sie war ausser sich, wollte sofort wissen, was das soll.

    Da habe ich ihr von meinen Problemen erzählt, ihr aber auch erklärt, das ich kein Alkoholiker wäre sondern nur ein Alkoholproblem hätte, was ich wieder in den Griff bekäme.

    Ich musste ihr Versprechen, zum Arzt zu gehen um mein "Alkoholproblem" mal untersuchen zu lassen. Ich machte einen Termin, den bekam ich aber erst nach 3 Monaten.

    In dieser Zeit hat sich mein Zustand dermassen verschlechtert, das ich einfach nicht mehr konnte. Ich war kurz davor, auch tagsüber zu trinken, mit allen Konsequenzen.

    Dem Arzt erklärte ich erst mal, das ich das kontrollierte Trinken lernen möchte. Nachdem ich ihm dann erzählt hatte, was mit mir los ist, erklärte er mir dann aber meine wirkliche Situation:

    Ich sei ein Alkoholiker, der nur noch funktioniert, weil ich ein Gerüst aus Arbeit, Familie und Hobbys um mich gebaut habe. Ohne das würde ich jetzt schon nur noch in einem einsamen, dunklen Raum sitzen, vollkommen besoffen und wäre nur noch in der Lage, diesen zu verlassen, um Nachschub zu holen. Und wenn ich nichts machen würde, würde dies auch sehr bald eintreten.

    Ich hätte nur eine sehr kleine Chance da rauszukommen. Nur wenn ich volle Verantwortung über mein Leben übernehme und selber alles, wirklich alles an Hilfe annehme, die ich bekommen kann, hätte ich eine kleine Chance, abstinent zu leben. Dabei ist die Entgiftung der kleinste Teil. Nach 3 Wochen ist man damit durch. Danach beginnt die richtige Arbeit: das abstinente Leben. Das ist der Grund, warum ich und alle anderen trockenen Alkoholiker hier sind. Nur nicht trinken reicht nicht. Ohne Hilfe geht das nicht.

    Soviel zu mir. Was Dein Mann da gerade macht, ist hilfloses herumgeeier. So hat er nicht einen Hauch einer Chance auf ein trockenes Leben. So brauchst Du dir nicht einmal eine Illusion machen, das er trocken bleiben könnte. So geht das nicht. Er ist noch nicht so weit.

    Er muss es selber wollen und zwar aus dem tiefsten Inneren und ohne Bedingungen zu stellen. Das sehe ich bei ihm nicht.

    Das ganze war auf Basis meiner Alkoholkrankheit. Ich habe sonst keine Probleme mit meiner Psyche. Ich habe von der Caritas einen Zettel bekommen, den mein Arzt ausfüllen und unterschreiben sollte. Ich weiss nicht mehr, worum es da ging.

    Die Gruppe wurde von einer Psychologin geleitet, meine Einzelgespräche waren bei einem anderen Psychologen. Wir haben uns da ganz normal über meine Sucht usw unterhalten. Ich kam mir da nicht so vor wie in einer Therapie.

    Ich musste dann einmal vorher zu einem Amtsarzt und dann nach Abschluss der Therapie noch einmal. Der hat mich im Anschluss genau untersucht und ausgefragt. Da ging es darum ob ich bleibende Schäden durch meine Sucht habe, noch voll arbeitsfähig bin usw.

    Ich kann jederzeit wieder zur Caritas gehen, wenn es mir nicht gut geht. Ich habe da echt sehr gute Erfahrungen gemacht. Die machen da halt den ganzen Tag nichts anderes, als mit uns umzugehen.

    Am besten hat mir aber die Selbsthilfegruppe geholfen. Die Therapeuten tun zwar ihr bestes, die wissen aber trotzdem nur theoretisch, wie es in mir aussieht.

    Was verstehst du unter einer ambulanten Langzeittherapie? Was kann ich mir konkret darunter vorstellen?

    Ich war bei der Suchtberatung von der Caritas. Die hatten mir zu einer ambulanten Langzeitterapie geraten. Das war bei denen im Haus, ein mal die Woche 2 Stunden Gruppenterapie und alle 2 Wochen Einzelgespräche mit einem Therapeuten. Das ganze ging über 6 Monatem, ich hätte aber noch verlängern können. Das ganze wurde von der Rentenversicherung bezahlt und den ganzen Papierkram hatte mein Therapeut erledigt.

    Für mich waren da einige gute Dinge dabei die ich mitgenommen habe.

    Richtigerweise antwortete er, dass ich mir dann wohl eher aus der Garage ein Bier holen würde. Daraufhin sprach ich darauf an, dass wir darüber auch reden müssten. Seine Reaktion war im Tonfall etwas heftiger. Er werde auf sein Bier nicht verzichten, das sei Genuss für ihn. Heute ist Samstag. Er wird also heute Abend (nicht nur ein oder zwei, sondern neun oder zehn) Bier trinken.

    Ich hatte Dir ja schon mal etwas zu dem Verhalten Deines Mann Dir gegenüber geschrieben. Musst Du wissen, was Du daraus machst.

    Du solltest Dir darüber im klaren werden, daß in Zukunft für Dich Deine Abstinens das allerwichtigste sein sollte. Denn damit steht oder fällt Dein zukünftiges Leben.

    Ich rate Dir dringend: kümmere Dich um Dich! Werde Dir wichtig. Sei gut zu Dir.

    Bist Du bei einer Suchtberatung? Gehst Du zu einem Therapeuten? Ich würde mal über eine Langzeitterapie nachdenken. Das geht auch ambulant. Das ist zwar nicht so hilfreich wie eine Selbsthilfegruppe aber ich hatte dabei doch einiges, was mir heute sehr hilft.

    Weisst Du, mir ist es heute egal, was andere machen. Ich habe gelernt, für mich und mein Leben Verantwortung zu übernehmen. Heute weiss ich ganz genau, was mir gut tut und was nicht. Was nicht gut ist, fliegt aus meinem Leben.

    Sei wachsam und pass gut auf Dich auf. Du hast nur ein Leben.

    Ich bin am Anfang nirgends hingegangen, wo ich mich nicht wohlgefühlt hätte und was mir nicht gutgetan hätte. In dieser Zeit habe ich in Langzeitterapie, Selbsthilfegruppen und Einzelgespräche mit Therapeuten gelernt, mit solchen Situationen umzugehen.

    Heute weiss ich dadurch ganz genau, wo ich hingehe und was ich lasse.

    Wegen mir muss niemand auf Alkohol verzichten. Menschen die wissen, daß ich Alkoholiker bin, versuche ich zu erklären, das sie keine Rücksicht auf mich nehmen müssen. Ich bin selber für mich verantwortlich, nicht sie.

    Das solltest auch Du mit der Zeit lernen. Das sollte für Dich wichtig sein mit solchen Situationen umzugehen. Dann kannst Du auch solche Situationen ganz entspannt genießen weil Du selber ganz genau weisst, was Du zu tun hast. Die andern müssen das nicht, das musst nur Du alleine wissen.

    Ich finde es normal, denn der Partner muss ja auch erstmal damit zurecht kommen das jetzt einiges anders ist.

    Meine Frau war von Anfang an mit der Situation überfordert und wusste überhaupt nicht, wie sie mit mir umgehen soll. Deshalb habe ich sie, wenn sie Lust hat, in meine reale Selbsthilfegruppe mitgenommen, worüber sie sehr dankbar ist. Sie kann da genau so über alles reden wie ich. Angehörige sind in unserer Gruppe sehr willkommen.

    Meine Frau hat aber am Anfang ganz bewusst auf Alkohol verzichtet worüber ich sehr dankbar war. Heute ist es mir egal geworden, was sie mit Alkohol macht, ich habe gelernt, mit Alkohol trinkenden Menschen umzugehen. Wegen mir braucht die Welt nicht aufhören, sich zu betäuben. Wird sie auch nicht.

    Meine Frau ist heute wegen meiner Geschichte aber so sensibilisiert, daß sie gar keinen Alkohol mehr trinken möchte. Finde ich gut :)

    Ich finde es schon komisch, wie wenig Rücksicht Dein Mann auf Dich nimmt.

    Dennoch ist Deine Krankheit nicht das Problem von Deinem Mann.

    Unter diesen Bedingungen wird es sehr schwer für Dich, dauerhaft abstinent zu bleiben.

    Ich habe nach der Entgiftung in einer ambulanten Langzeitterapie, in einer realen Selbsthilfegruppe, in einem anderen Selbsthilfeforum und hier gelernt, wie ich mit den täglichen Situationen umgehe, damit ich nicht mehr trinken muss.

    Ich bin nicht in einer solchen Situation wie Du zur Zeit. Ich kann mir aber echt nicht vorstellen, dass ich mit einem Partner zusammen leben möchte, der auf mich in einer solchen Situation so wenig Rücksicht nimmt. Schliesslich geht es um mein Leben.

    Die Suchtberatung ist eine sehr gute und wichtige Anlaufstelle. Erzähl ihnen alles offen und ehrlich. Sie werden Dir einige Optionen aufzeigen, die für Dich in Frage kommen.

    Ich wünsche Dir alles Gute.

    Hallo Ralf, herzlich willkommen. Es ist sehr gut, das Du noch einmal die Kurve bekommen hast. Das sich lediglich Deine Töchter von Dir abgewendet haben, lässt sich sicherlich wieder reparieren.

    In welchem Zeitraum hast Du die 2 - 3 Flaschen Wein getrunken? 2,3 Promille, da musst Du die ja schon auf einmal getrunken haben.