Beiträge von Hobbes

    Moin,

    ich bin trockener Alkoholiker und kann dir nur raten auf folgendes Gefühl zu vertrauen:

    Ich habe große Angst davor dass es evtl ein paar Wochen gut geht und sich dann wieder alte Muster einschleichen. Er mich dann überhaupt nicht mehr ernst nimmt

    Selbstverständlich hat auch ein nasser Alkoholiker das Bedürfnis nach Nähe und einer Beziehung aber der Alkohol steht immer an erster Stelle. Kurzzeitig überlagert vielleicht seine Angst vor Trennung und dem alleine sein die Sucht aber ich kann dir aus meiner eigenen Erfahrung sagen: sobald die Baustelle geklärt ist, also du bleibst, die Beziehung weitergeht, wird der Alkohol GARANTIERT wieder an erster Stelle stehen. Das geht nicht anders wenn er süchtig ist.

    Und das Spiel geht wieder von vorne los...

    Es ist leider eine sehr fiese und unfaire Wahrheit, dass die Menschen die an der Seite eines Alkoholkranken leiden auch die sind, die den Mut aufbringen müssen zu gehen.

    Ohne Krankheitseinsicht geht absolut nichts und die kannst du ihm leider nicht "einpflanzen" die muss von innen heraus kommen.

    Herzlichen Glückwunsch zum ersten Jahr deiner Abstinenz!

    Liest sich alles hervorragend, es ist wirklich verrückt. Es gibt eine Zeit in der man sich ein Leben ohne Alkohol nicht vorstellen kann und einen Moment, ab dem man nie wieder auf dieses Leben ohne Nervengift verzichten möchte.

    Und wie du sagst, es ist nicht immer einfach aber es ist ehrlich und ungetrübt. Und das lohnt sich!

    Ich habe, nachdem mir fast das Herz stehengeblieben ist, beide Flaschen sofort ins Klo gekippt

    Uff, das hätte auch ins Auge gehen können. Solltest du nochmal über ein Versteck stolpern, Flaschen ungeöffnet ins Altglas oder (falls in der Zukunft jemand bezüglich deiner Alkoholkrankheit eingeweiht sein wird) diese Person um Entsorgung bitten. Gab auch schon Flaschen, welche auf dem Weg zur Spüle/Klo den Umweg zum Mund gefunden haben.

    Also ich schließe mich Momo2006 und Morgenrot an, du musst deinem Mann gar nichts berichten. Welches Ergebnis wird es haben, wenn dein Mann nicht aufhören kann/will?

    Kann man sich sparen...

    Wenn du mit deiner Therapeutin deine Trennung planst (das lese ich jetzt so raus), stell dir doch die Frage wie du in ein paar Jahren darauf zurückblicken möchtest. Du wirst es ihm tatsächlich nicht recht machen können, dir aber schon.

    Was bist du bereit in der Trennung zu unterstützen, bei was möchtest du dich raushalten. Was sind dann seine Aufgaben (Autos abmelden, verkaufen, ausziehen? etc. halt der gesamte Kleinkram).

    Wenn man auch für den Trennungsprozess seine Grenzen absteckt, kann man meiner Erfahrung nach auch mit einem besseren Gefühl darauf zurückblicken. Rücksicht auf den Partner muss man da nicht nehmen, außer es gehört zu dem eigenen Wunsch/Vorstellung der Trennung dazu. Aber dann wirklich nur aus der Motivation heraus "ich habe für mich alles richtig gemacht"

    Bitte auf keinen Fall zögern die Polizei zu rufen, sollte deine Angst im gegenüber stärker werden. Da gibt es kein zuviel, nur ein "einmal zu wenig".


    Dafür sind die da und gerade jetzt auf deiner Zielgeraden kann bei einem emotional labilen und ausfällig werdenden Alkoholiker mal ganz schnell die Sicherung durchbrennen.

    Bei gegenwärtiger Gefahr kann ja auch der Wohnungsverweis ausgesprochen werden.

    Moin,


    wie schon andere bereits geschrieben haben, kann keiner beurteilen welche Art von Konsum bei ihr vorliegt (der gesunde liegt bei null...) noch wohin die Reise geht. Wenn ihr Verständnis von Geselligkeit Alkohol involviert, darf sie das selbstverständlich tun. Und wenn dich das stört, darfst du es ansprechen und gegebenfalls deine Konsequenz ziehen und gehen.

    Aber da es ja ein Selbsthilfeforum ist, mal ein paar Dinge die mir aufgefallen sind innerhalb deiner Wortwahl im Kontext deiner angesprochenen zweijährigen Co-Abhängigkeit:

    Man kann gern "ab und an" "moderat" Alkohol trinken, und man kann auch "mal" "etwas" über die Stränge schlagen – was immer das in Gänsefüßchen auch jeweils konkret bedeuten mag, also alles mit schwer konkret zu ziehenden Grenzen.

    Da gelten dann für "vernünftige" und "anständige" Menschen Maßstäbe von Mäßigung, Zurückhaltung und Wahrung der Kontrolle.

    Sie ist in jedem Lebensbereich sehr diszipliniert und erwachsen und kontrolliert, und dieser eine einzige Zug kollidiert für mein Empfinden damit

    bestimmte Grenzen durchzusetzen.

    Da kommt sehr oft "Kontrolle" vor, da du aber bereits selbst erwähnt hast, dass man andere Menschen nicht ändern kann...ist das eventuell eine mögliche eigene Baustelle?

    Und ist dir diese Kontrolle intrinsisch wichtig oder als Außenwahrnehmung? Sprich "ich mag Kontrolle" vs "ich möchte als kontrollierter Mensch wahrgenommen werden". Und gilt das auch für deine Partnerin?

    Grenzen durchzusetzen ist schwierig, man kann ja nur die Rahmenbedingungen für die gemeinsame Koexistenz definieren. Kann aber auch eine Fehlinterpretationen meinerseits auf Basis der Wortwahl sein, durchsetzen klingt für mich automatisch nach Zwang.

    Ich will ehrlich sein, ohne konkrete Vorstellungen, was du eigentlich selbst willst ist das echt kompliziert.

    Null Alkohol ist dir zu "uptight", manchmal über die Stränge schlagen okay (schwammig) und wenn du ihren Alkoholkonsum kontrollieren und bestimmen willst, anhand einer Skala, die du für dich selbst nicht formulieren kannst, auch unmöglich einzuhalten/umzusetzen.

    Man bekommt einen Menschen halt nur im Gesamtpaket. Die Entscheidung "Paket annehmen" oder "Annahme verweigern" muss jeder selbst treffen.

    Nein ich würde keinen Zeitraum definieren, das ist verlorene Lebenszeit. Als nüchterner Alkoholiker kann ich dir ganz klar sagen, dass ohne Krankheitseinsicht gar nichts geht. Und die muss a) von innen kommen und b) musst du nicht dabei bleiben und warten/hoffen, dass sie plötzlich einschlägt. Und die Drohung mit Suizid ist eine bodenlose Frechheit, absolut ekelhaft. Einem anderen Menschen die Verantwortung für das eigene Leben aufzubürden ist unterste Schublade.

    Übrigens passiert das bei dir ja eigentlich auch schon jetzt, Alkoholismus ist Selbstmord auf Raten.

    So... eigentlich wollte ich erst wieder in meinem eigenen Thread schreiben, wenn mir ein passender neuer Titel für meinen Weg der Abstinenz eingefallen ist und ich aufgrund von Arbeitszeitänderungen nicht mehr wöchentlich in meine reale SHG kann. (Ich lese hier immer noch täglich aber vieles, was mich beschäftigt ist bereits gut in meiner SHG vor Ort aufgehoben und findet dort seinen Platz)

    Da ich aber heute eine neues "achievment"/eine neue Erfahrung freigeschaltet habe und die Eindrücke noch sehr frisch sind, halte ich das für mich (und vllt auch andere) fest.


    Das erste Mal "nüchterner Hangover".

    Ich war gestern auf eine Geburtstag eingeladen, keinerlei Bauchschmerzen diesbezüglich was meine Abstinenz angeht. Ich wusste es sind Menschen da die trinken, es sind viele da die nichts trinken, auf die Tatsache, dass ich gar nichts trinke wurde die Gastgeberin auch hingewiesen. Alles entspannt, mein "Spinnensinn" hat nicht geklingelt (falls er das tut, bleibe ich grundsätzlich daheim).

    Logischerweise kein Alkohol für mich, alle Speisen und Getränke auf Alkohol abgefragt. Es wurde relativ viel auf der Terrasse geraucht, Frage mich manchmal wirklich wie ich das Zeug inhalieren konnte es ist so unfassbar widerwärtig...


    Heute morgen dann mit einem dröhnenden Schädel, Sodbrennen und kaum noch Stimme aufgewacht und tatsächlich die erste Assoziation: "Hast du gestern etwa Alkohol getrunken?!War irgendwo doch was drin?!". Das Gefühl war so ähnlich, so schrecklich vertraut, dass ich wirklich erschrocken bin und für ein paar Minuten meinem Wissen, dass ich definitiv nichts konsumiert habe, nicht vertrauen konnte. Letzten Endes habe ich sehr wahrscheinlich gestern beim biken zu viel Sonne abbekommen, direkt im Anschluss Kraftsport, viel zu wenig Wasser getrunken, der Zigarettenrauch von gestern und ich glaube ich werde krank...

    Aber der erste Moment nach dem Aufwachen war wirklich furchtbar ekelhaft. Ich habe bereits von diesem Gefühl im Forum gelesen aber lesen und erleben sind nun mal zwei Paar Schuhe, dass dieses Gefühl SO nah dran ist an einem echten Kater, damit habe ich nicht gerechnet. Es ging aber auch deutlich schneller weg als ein echter, das Wissen "ich habe keinen Alkohol getrunken" hat irgendwie Besserung gebracht.

    Auf gar keinen Fall verunsichern lassen. Selbst wenn man rausrechnet, dass sie die Details mit dem Alkoholismus deines Partners und deine furchtbare Situation nicht kennen und es im Grunde gut meinen KÖNNTEN, ist es maximal übergriffig und an Naivität ja nicht zu überbieten. Liebesfilm gegen Beziehungsprobleme... Knaller.

    Als nächstes lachen gegen Depressionen und weniger trinken bei Alkoholismus...was für ein Bullshit.

    Schlechte Zeiten sind tatsächlich zum überwinden da aber gegen das Vergehen der Zeit ist der Mensch ja auch machtlos.

    Ein schlechter Partner/eine schädliche Beziehung ist zum Verlassen da.

    Ja man kann alles nur im Rückblick betrachten, aber genauso kann man alles nur für sich persönlich und nicht allgemein in der aktuellen Lebenssituation entscheiden und bewerten.

    Absolut, deshalb auch meine persönliche Erfahrung zu dem Thema. Aber ich habe gerade über meinen Beitrag nachgedacht und du bist da ja tatsächlich der falsche Adressat. Wäre dein Partner hier angemeldet, wäre mein Hinweis für ihn gewesen. Du kannst selbstverständlich machen was du willst, es ist seine Sucht und nicht deine.

    Wenn es für dich, Hobbes, die Hölle war, wieso hast du das deinem Ex- Partner nicht gesagt?

    Wie gesagt, wusste es nicht besser und dachte damals noch in meiner Arroganz meiner Sucht gegenüber, dass der Wille ausreicht trocken zu werden. Ich habe mich geschämt Alkoholiker zu sein, nicht dagegen anzukommen und paradoxerweise habe ich mich auch schwach gefühlt wenn ich Hilfe hätte annehmen sollen. Wenn ich trocken werde mit Alkohol im Haus, ist ja sicherlich eine besondere Leistung. Ging schief, jetzt weiß ich es besser und bin seit 2,5 Jahren trocken.

    Das ist vollkommen normal, dass bei trockenen Alkoholikern bei "Alkohol zu Hause, bei der Arbeit, Alkohol für jemandem gekauft" ALLE Alarmglocken schrillen. Aber du hast dich ja als Angehörige angemeldet, deshalb sind meine Warnungen bei dir vermutlich fehl am Platz was das Handeln angeht.

    Alles Gute weiterhin.

    Auch wenn es ja eigentlich dein Thread ist: Glückwunsch an deinen Partner, jede Person in Abstinenz ist eine gute Nachricht.

    Nur meine persönlichen Gedanken zu dem nicht alkoholfreien Zuhause. Bei mir und meiner Ex war das auch so und ich empfand das also persönliche Hölle. Bei jedem Gang in die Küche den Wein/Gin/Sekt von ihr zu sehen...damals wusste ich es nicht besser aber das würde ich keinem raten. Wenn ich mal wieder eine Partnerin finden sollte ist ein alkoholfreies Zuhause Voraussetzung ohne jegliche Diskussionsspielraum .

    Denk dran, unsere Geschichte können wir nur in der Retrospektive beurteilen. Soll heißen: wenn es gut geht, hat er Glück und kann sagen "trotz Alkohol zu Hause"

    Wenn's schief geht: "weil Alkohol zu Hause war"...

    Ist es nicht mega unfair in jetzt fallen zu lassen wo er sich "endlich ändert"?

    Wenn der Alkoholiker extern Druck bekommt (MPU, Job, Beziehung - Trennung) gibt es oft den Alibi-Versuch, nicht um wirklich etwas zu ändern, sondern den Druck zum Schweigen zu bringen. Und es hat ja funktioniert, du grübelst wieder, ob du in einer Beziehung mit einem Süchtigen führen möchtest, welche nicht auf Augenhöhe und mit gegenseitigen Respekt geführt wird. Absurd, oder?


    Was er da macht ist übrigens auch für den Poppes, er trinkt immer noch, geht immer noch nicht zum Arzt, keine Krankheitseinsicht. NICHTS hat sich geändert.

    Ich kann mich selbst nicht mehr so richtig einordnen/ meine Gefühle, was ich wirklich will....obwohl ich mich sonst sehr gut verstehen kann

    Das ist doch meines Wissens nach doch typisch für eine Co-Abhängige/dysfunktionale Beziehung.

    Dein Nervensystem ist dermaßen durcheinander, dass du selbst keine Mitte und Fundament mehr hast. Grenzen solange gedehnt, bis die Zellwand platzt und die Organellen in der Petrischale als Suppe herumschwimmen. Würdest du die Suppe irgendwann darauf hinweisen, dass sie mal eine Zelle waren, wäre sie vermutlich selbst überrascht.

    Meine Ex stand heulend vor ihrer Trennung im Zimmer und meinte sie fühlt nichts mehr, alles ist leer und sie weiß überhaupt nicht mehr wer sie ist...klingt das vertraut?

    Bleib an der Wohnung dran, schreibe wenn es dir hilft die negativen Dinge in der Beziehung auf und trenne dich unbedingt räumlich. So wie der Alkoholiker den Abstand/die Abstinenz zum Alkohol braucht, so braucht man als co den Abstand zum Süchtigen.

    Und andersrum-berufsbedingt ist er eig am Thema (auch wenn es sicherlich viel Kraft kostet in dem Bereich zu arbeiten)und deshalb erschließt es mir nicht warum man da so resistent gegen Sorgen der Familie ist…

    Hi,

    Nun gut, sollte er Alkoholiker sein (was nur er beantworten kann) ist der Wille und Verstand ja durch die Sucht ersetzt. Da hilft ja keine Kausalkette mehr, Argumente allesamt für die Tonne.

    Die Frage, die du dir stellen musst ist: Möchte ich das weiter mitmachen, sieht so deine Vorstellung eines schönen Lebens aus. Habe ich das richtig gelesen..."die 8-jährige"...habt ihr Kinder? Weil das ist dann nochmals eine andere Geschichte.

    So wie der Alkoholiker sich tot saufen darf wenn er das möchte , darf man auch in einer unglücklichen Beziehung bleiben. Aber bei Kindern kann das Aufwachsen mit einem süchtigen Elternteil bleibende Schäden hinterlassen. Da ist die Verantwortung eine gänzlich andere.

    Zieh einfach weiter dein Ding durch, egal ob du jetzt in der Wohnung bleibst oder er. Als meine Ex die Beziehung wegen meinem Alkoholproblem beendet hat, hat es auch lange gedauert bis das in meinem Hirn verstanden wurde.

    In einer dysfunktionalen Beziehung verschieben sich ja ständig die roten Linien, werden Grenzen überschritten. Bis jetzt war das eben ohne endgültige Konsequenz, dein Gefühl, dass dein Lebensgefährte das noch nicht wahr haben will, ist vielleicht korrekt.

    Ich habe immer wieder getrunken, Alkohol versteckt, gelogen und nie ist was passiert...und dann doch?! Das braucht (gerade bei einem nassen Hirn) eine Weile. Manchmal dauert es halt bis zur leeren Wohnung, bis Realitäten verstanden/gefühlt werden.

    Aber du hast ja klare Vorstellungen, wie deine Zukunft aussehen soll. Finde ich super 👍🏻

    Arzt, Psychologe, SHG macht er alles mit. Er denkt, dass ihm das nicht hilft.

    Nachfrage zum Verständnis: macht er mit oder NICHT mit? Im Kontext lese ich eher ein Nein raus...stimmt das?


    Ich war die ersten knapp 1,75 Jahre ohne externe Hilfe abstinent aber auch mit klarer Krankheitseinsicht, nicht einer "gewissen" wie du es für ihn formulierst. Und ich bin im Dezember haarscharf an einem Rückfall vorbeigeschlittert, weil ich mich nicht mehr aktiv mit meiner Sicht befasst hatte und zudem mich etwas sehr plötzlich emotional aus dem Gleichgewicht gebracht hat.

    Ich halte es für ein vollkommen unnötiges Risiko, ohne externe Hilfe Abstinenz zu leben. Ich ziehe mir mittlerweile meine Unterstützung aus jedem Angebot, das ich wahrnehmen kann und ich bin zufriedener denn je. Therapie, SHG real, SHG hier, Hausarzt...

    Um deine Frage zu beantworten: Ausreißer gibt es in jeder Statistik aber ich würde sagen: Nein, eine lebenslange Abstinenz ist ohne (temporäre) professionelle Unterstützung relativ unwahrscheinlich.

    Sehr gerne, ich habe immer die Hoffnung zumindest annäherungsweise vermitteln zu können, dass der Kampf der Partner/Co-Abhängigen schlicht und ergreifend sinnlos ist..

    Noch zwei Gedanken (das erste konnte ich nicht zitiere) :

    Ich mache mir momentan wahnsinnig Sorgen um ihn. Ich glaube das ist auch sein unreifes Verhalten; es löst Schuldgefühle in mir aus.

    Du darfst dir natürlich Sorgen machen, das ist ein normale menschliche Emotion ABER bleib unbedingt mit deinen Handlungen bei dir. Du bist an gar nichts Schuld und mit der Zeit und Abstand wird diese Wahrnehmung sich ebenfalls ändern.

    Stecke deine ganze Energie in die Aufstockung bei deinem Job, Wohnung, Kind etc.

    Um ihn mache ich mir viel mehr Sorgen. Er hat die ganze Nacht nicht geschlafen

    Er kommt mir nur so hilflos vor.... ich glaube er hat null Zugang zu sich und seinen Gefühlen...

    Auch da: kann nur er selbst angehen. Habe mir eine Psychotherapeutin gesucht um genau diese Thematik anzugehen. Diese Arbeit kann genau wie die Abstinenz nur in Eigenregie durchgeführt werden. Niemand kann für mich meine Traumata weg arbeiten.

    Nicht dein Zirkus, nicht deine Affen.

    Mein Mann meint, ich werde in Armut leben und könne mir dann nichts mehr leisten.

    Wieder Manipulation und mal ganz ehrlich...richtig fies. Bleib fokussiert, wie du bereits geschrieben hast:

    Du packst das!

    Und mit etwas Abstand kannst du dann mal in die Selbsthilfe einsteigen mit der Frage:

    Warum habe ich das mitgemacht und was muss ich ändern, damit das nicht wieder passiert.

    Da kannst du stolz auf dich sein! Natürlich schmerzt auch das Ende einer dysfunktionalen Beziehung aber es ist das einzig richtige, wenn du dir und deinem Kind viel Leid ersparen möchtest.

    Bei mir klingelt als Alkoholiker einiges wenn ich deine Beschreibung lese.

    Er findet, wenn man ein Kind in die Welt setzt soll man sich zusammen raufen, aber wenn eine Trennung mein Wunsch sei...

    Nun...man könnte sich auch ernsthaft Hilfe suchen und sich selbst um die eigene Sucht kümmern. Das kann nämlich nur der Süchtige selbst. Hier wird dir bewusst/unbewusst der schwarze Peter zugeschoben. Ja es ist dein Wunsch die Beziehung zu beenden aber auch mit jedem Recht der Welt. Und das klingt jetzt vielleicht harsch aber

    Und es bricht mir das Herz, dass ich unsere kleine Familie auseinander reisse.

    da hat der Vorwurf gefruchtet. Du reißt nichts auseinander, du RETTEST etwas und zwar dich und deine kleine Familie. Punkt. Und ich wünsche dir, auch wenn es vielleicht holprig wird in Zukunft (mit Wohnungsverkauf etc ), dass du dich von dem Gedanken mal befreien kannst.

    Er meinte er sei glücklich mit mir, wir streiten ja nie. Eigentlich schweigen wir uns nur an, nur störr ihn das nicht.

    Jepp, kenne ich von mir. Hauptsache niemand nervt und ich kann in Ruhe trinken. Kein Wunder, dass er das toll findet.

    Du machst gerade das Richtige auch wenn es weh tut. Viele lohnenswerte Dinge sind mit Arbeit und Durchhaltevermögen verbunden. Das gilt für meine Abstinenz wie für dein Leben ohne Alkoholiker.

    Als Alkoholiker hängt man in einem (selbst lösbaren) Dilemma fest. Alkohol ist klar die Nummer 1 aber Liebe und Zuneigung kann er einem nicht geben, maximal falschen Trost...ein bisschen wie Katzengold, glitzert ist aber trotzdem wertlos.

    Aktuell kann es sein, dass er wieder Wunsch nach Nähe hat aber ich garantiere dir es geht wieder zurück Richtung Alk. Das kannst du nicht ändern, nur für dich entscheiden ob du das für dein Leben als Frau und Mutter möchtest.

    Mein Bauchgefühl sagt: geh nicht zu dem Treffen, du sagtest in einem vorherigen Beitrag "du wünschst dir von ihm ein klares Nein zu eurer Beziehung, damit du damit wenigstens abschließen könntest". Das heißt du machst das entgültige Ende eurer Beziehung von ihm abhängig?

    Was wenn er sagt, "ich liebe dich etc PP ändere mich ....gleich nächste Woche Suchtberatung" Geht es dann für euch weiter?

    Es klingt wirklich nicht danach, dass er eine intrinsische Motivation hat den Alkohol und die Depression anzugehen. Zumal zuerst auch der Alk weg müsste, bei aktivem Konsum kommst du in der Therapie nicht an die Depression ran und die Medikamente vertragen sich nicht mit Alk...

    Wow, herzlichen Glückwunsch zu 15 Jahren Abstinenz! Ich lese wahnsinnig gerne bei dir mit und Dank deiner positiven Art bekomme ich immer direkt gute Laune.

    Ich glaube du bist für viele ein Vorbild/Inspiration, für mich auf jeden Fall!

    Genieß den Tag und feier dich selbst.

    Was kann ich denn tun? Kann ich überhaupt was tun? Arschtritt, Druck... Was...

    Klare Antwort von mir als abstinenter Alkoholiker:

    Du kannst bei seiner Sucht absolut nichts ausrichten. Punkt.

    Wenn die Einsicht "ich bin Alkoholiker und habe ein Problem" und der Wunsch "ich möchte keinen Alkohol mehr trinken" nicht im Süchtigen selbst entsteht ändert sich rein gar nichts. Beziehungsweise doch...meistens wird's schlimmer.

    Du kannst nur für dich entscheiden, ob du Interesse an einer Beziehung mit einem nassen Alkoholiker haben möchtest oder nicht.