Beiträge von wardasalles

    Natürlich ist das richtig, liebe Cadda - jeder einzelne Satz davon. Momentan kann ich mir das alles halt noch nicht vorstellen. Ich sehe mich im Geiste immer alt und allein und einsam auf der Bank. Das Leben wird ja insgesamt nicht leichter, wenn man älter wird. Die berühmten "Zipperlein" fangen ja jetzt schon an. Und über einen anderen "jemand" neben mir mag ich noch gar nicht spekulieren. Vielleicht ist dieser jemand dann auch nur ein Haustier, wer weiß ...

    Aber das Erreichen dieser Zufriedenheit, um dann ganz im Reinen mit sich selbst zu sein, braucht auch seine Zeit. Jetzt habe ich schon so viele Jahre mit dem "Bleiben und Aushalten" verbracht, und jetzt nehme ich mir Zeit für fürs "Herausfinden, was ich will".

    LG wardasalles

    Nach so vielen Jahren diesen Schritt zu gehen ist unfassbar schwer, aber wie du bereits festgestellt hast, wirst du alleine klar kommen und diese Erkenntnis hat mir zb schon sehr geholfen!

    Hallo liebe traurige32,

    ja, es ist sehr schwer und ich fühle mich oft wie auf der Achterbahn. Mal denke ich, dass es jetzt endgültig reicht und schaue Wohnungsanzeigen durch, dann wieder heule ich nur, weil er all die Jahre wegwirft. Wir hatten so schöne Träume, wie wir als richtig alte Leutchen mal Hand in Hand auf der Hausbank sitzen und zusammen glücklich sind. Tja, Pustekuchen. Da wird so oder so nichts draus. Entweder bin ich dann weg oder sitze eben nicht mit einem Alkoholiker auf der Bank, falls wir uns nicht trennen sollten.

    Ich habe noch einen weiten Weg zu gehen. Und ich werde ihn gehen.

    Jetzt lese ich mir mal dein Fädchen durch.

    Alles Liebe & viel Kraft <3

    wardasalles

    Das Wochenende ist recht ruhig verlaufen, wir sprechen nur das Nötigste. Jedes Streitthema vermeiden wir beide, wie der Teufel das Weihwasser. Am Abend gab's jetzt gerade doch wieder Streit - da war aber auch schon wieder Alkohol im Spiel, glaube ich. Ich kann es gar nicht richtig wiedergeben, aber er wird fix nicht aufhören, da er nicht einsieht, dass er aufhören sollte. Ich weiß, dass er weiß, dass er zu viel trinkt (hört sich irgendwie komisch an ...), aber er wird das nie zugeben. O-Ton "Ich lass' mich doch nicht als Alkoholiker abstempeln. Wenn ich das zugeben (!) würde, könntest du ja überall erzählen, dass ich trinke." Nun, ich habe nur gesagt, dass ich das auch jetzt schon erzählen könnte, aber nicht mache. Warum sollte ich das tun? Er sieht das nicht als Krankheit, sondern als persönliches Versagen, nehme ich an. Und dann habe ich noch gesagt, dass die Tatsache, dass ich nicht mehr damit klarkomme, ganz allein mein Problem ist. Er hat ja kein Problem, nach eigener Aussage.

    Dann hat er wieder gemeint, wir müssen dann ja "nur" alle gemeinsamen Sachen, wie Haus etc. aufgeben bzw. Lösungen dafür finden und dann würden wir wohl getrennte Wege gehen. Und mir wäre das ja anscheinend alles egal. Und ich dann wieder: Wenn es mir egal wäre, würde ich wohl nicht so oft diese Themen ansprechen und es würde mir ausgezeichnet gehen. Aber er sieht nur sein eigenes (Selbstmit)leid und nicht mein Leid. Und meint dann auch noch "ich schade ja niemandem damit". Worauf ich gesagt habe, doch, du schadest mir und unserer Beziehung. Darauf er "wenn du das so siehst". Man kommt auf keinen grünen Zweig bei diesen Diskussionen/Streits. Das weiß ich auch, aber ich schaffe es nicht, ihn einfach stehenzulassen, wenn er in dieser Diskussionsstimmung ist. Dafür bin ich wahrscheinlich mal wieder zu rücksichtsvoll. Aber wer weiß, wie lange noch ... :twisted:

    Na ja, mir geht es soweit ganz okay. Ja, ich bin traurig, aber nicht handlungsunfähig. Ich bin sicher, dass ich klarkomme, wenn wir getrennte Wege gehen - ich glaube, das sieht bei ihm anders aus. Aber wer weiß - vielleicht wäre eine Trennung auch für ihn gut und vielleicht könnte er dann für sich ganz allein zugeben, Alkoholiker zu sein. Da müsste er ja keine Angst mehr haben, dass ich ihn "abstemple".

    Kommende Woche werde ich ein, zwei Tage allein für mich haben, darauf freue ich mich schon. Mal sehen, was ich mir Gutes tun kann.

    Liebe Grüße an alle!
    wardasalles

    Denn Informationen lassen die Angst weniger werden. Du bist trotzdem handlungsfähig. Das ist super :thumbup:.

    Liebe Grüße Aurora

    Danke, liebe Aurora!

    Das habe ich gestern wirklich gespürt, dass genauere Informationen diese "neblige" Angst schwächer werden lassen. Dennoch fällt mir das alles sehr schwer und ich wünsche mir immer wieder, dass es gar nicht so weit gekommen wäre, dass er zu Verstand kommt oder dass es auf wundersame Weise einfach nicht keinen Alk mehr gäbe. :lol: Ja, fromme Wünsche, ich weiß. Ich schwanke immer zwischen "Es ist, wie es ist. Mach das Beste für dich draus." und "Vielleicht wird es ja doch noch mal alles gut ...." Nun ja, ich habe den ersten Schritt getan - eigentlich sogar schon den zweiten. Jeder Schritt macht es einfacher.

    LG wardasalles

    Ich finde es sehr gut dass du dir Gedanken machst wie es nach einer Trennung (die du eigentlich noch gar nicht willst) für dich weitergehen kann..

    Vor nicht allzu langer Zeit ging es mir wie dir.. ich weiß noch zu Weihnachten herum war dieser Gedanke für mich undenkbar. Weil wir lieben uns doch, und ich dachte das wird helfen. Tut es aber leider nicht.

    Liebe Alexa,

    ich habe bei dir auch schon rein geschaut - wir haben einige Gemeinsamkeiten (auch Ö :wink:). Die Trennung will ich immer noch nicht, aber es erscheint mir nicht mehr unmöglich, dass es dazu kommt. Sie ist in den vorstellbaren Bereich gerückt. Es ist so traurig, dass eine wirklich große Liebe an so etwas Deppertem scheitert wie Alk. So dumm, so - ach, ich habe keine Worte dafür. Ich war eigentlich finanziell immer recht unabhängig, aber durch das Haus bzw. den Kredit dafür und meine Mikropension (Kindererziehung!), wird es bald sehr, sehr eng werden. Eine Trennung ist im Grunde auch erst möglich, wenn das Haus verkauft ist - denn vorher müsste ich die Raten und eine Miete parallel bezahlen, und das ist eine Summe, die ich nicht stemmen kann. Aber das macht nichts, wenn es noch ein oder zwei Jahre dauert. Und vielleicht (ja, ich habe immer noch ein Fünkchen Hoffnung) kommt er ja noch zu Verstand und unternimmt etwas.

    Herzliche Grüße <3
    wardasalles

    Kleines Tagesupdate:

    Der Tag war ruhig und sachlich im Kontakt. Kein Alkoholkonsum in meiner Gegenwart. Ich habe eine Aufstellung für mich gemacht: Sämtliche Kosten in allen denkbaren Varianten und Einnahmen dagegen gerechnet. Und herausgefunden, welch Sozialleistungen evtl. in Frage kommen. Es könnte, mit vielen Veränderungen und Einschränkungen, gerade so klappen. Diese Rechnung hat mir ein stückweit die Angst vor dem Unbekannten genommen.

    Angst hab ich trotzdem ... 😬

    Es hilft aber, darüber zu sprechen. Denn du liegst völlig richtig, was deine Wahrnehmung angeht. Lass dich nicht kleinmachen.

    Vielleicht als Idee, ich weiß nicht, ob das was für dich wäre. Aber es gibt doch auch WGs mit älteren, berufstätigen Mitbewohnern, da wären die Mietkosten schon mal geringer.

    Ich schicke dir ganz viel Kraft und ein großes Pakt Selbstvertrauen.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Ich gebe alles, um stark zu bleiben. Diesmal will ich es durchziehen. Grenzen setzen - und einhalten! Auch wenn es doch (entgegen meinem ausdrücklichen Wunsch) auf eine Trennung hinauszulaufen scheint.

    Eine WG möchte ich nicht, weil ich erstmal - nach so langem Zusammenleben in einer Beziehung - ganz allein mit mir sein möchte. Kannst du das verstehen? Lieber eine ganz winzige Wohnung für mich allein, als wieder etwas teilen.

    Danke für deine lieben Wünsche!

    LG wardasalles

    Ich finde es gut, dass Du Dich bei uns in der SHG gemeldet hast, um Dich auszutauschen. Denn die Alkoholkrankheit belastet die ganze Familie. Der Austausch erklärt, verändert und erleichtert für die Angehörigen vieles.

    Ich merke gerade schon, dass mir das Schreiben hier gut tut und immer wenn ich das Gefühl habe "rückfällig" zu werden, schreibe ich hier schnell und das allein hilft schon so sehr. So viel Durchblick wie in den letzten 2 Wochen hatte ich jahrelang nicht.

    LG wardasalles

    Hallo Cassiopeia,

    Wie ist es dir in den letzten Wochen ergangen?

    Wart ihr beim Arzt? Dass du das durch dein Dabeisein kontrollieren wolltest, ist wohl Co-Verhalten. Aber ich kann es gut nachvollziehen, weil mein Mann auch mal zum Arzt ist und mir ganz stolz erzählte, dass seine Blutwerte top sind. Gezeigt hat er nir die Ergebnisse aber nicht. Und ich bin sicher, dass er dem Arzt gar nichts vom Trinken erzählt hat.

    Wie geht es dir heute? Hast du für dich selbst einen Weg aus der Misere gefunden?

    LG wardasalles

    Hallo Elly,

    Ich hätte nicht gedacht, dass noch jemand wach ist ...

    Du schreibst von einer nebulösen "Abwesenheit". Weißt Du gar nicht, wo Dein Mann war?

    Doch, ich weiß das. Ist aber nicht für den öffentlichen Bereich geeignet. Zu persönlich.

    Die Persönlichkeitsveränderung finde ich ganz schrecklich. Habe ihm das auch gesagt, aber er meint, er war schon immer so. Vielleicht hat er ja recht und hat mir jahrzehntelang was vorgespielt? Oder war bei mir die rosarote Brille zu fest am Kopf angetackert? Ich weiß es nicht.

    War gerade im Bad - im Haus riecht es nach Alkohol. Er hat sich sicher ordentlich abgefüllt nach unserem Streit. Und sicher bin ich auch daran schuld. :roll:

    Kurzes Update: Mein Mann ist wieder zurück von seiner Abwesenheit und wir hatten gleich heute einen ziemlichen Streit, natürlich wegen seines Trinkens, das wie üblich weitergeht.

    (Muss ich erwähnen, dass ich mir gewünscht hatte, er käme mit eigener Einsicht zurück und würde sein Problem angehen?)

    Nun ja, die Hoffnung stirb zuletzt. Seltsamerweise wirft er mir vor, ich würde mit meinem "Sturkopf" die Ehe zerstören und nicht schätzen, was er alles für mich tut. Als ich gefragt habe, was er damit konkret meint, sagte er "dass du das fragst, sagt mir genug". Also er schiebt die Schuld auf mich und hat keinerlei Einsicht, dass sein Alkoholkonsum gefährlich ist. Nach seiner Aussage bin ich super egoistisch, will nur "mein Ding" machen und nehme keine Rücksicht. Und außerdem würde ich ja auch mal was trinken. Ja, das stimmt, vielleicht 1x im Monat trinke ich ein alkoholisches Getränk. Er aber jeden Tag, und zwar Mengen davon.

    Okay, hab ich gedacht, dann soll es wohl so sein, dass es doch auf eine Trennung hinaus läuft.

    Bis alle Verstrickungen aufgelöst sind, wird es noch viel Zeit brauchen, aber das ist eben so nach einer langjährige Beziehung.

    Ich habe noch keine Idee, wie ich das finanziell stemmen soll, aber hab schon mal durch die Wohnungsanzeigen geblättert, um zu schauen, wie die Preise sind. Da musste ich schon schlucken ... aber wenn es soweit ist, werde ich schon irgendwas finden.

    Ist das Haus Euer Eigentum, wardasalles?

    Im Falle eines Verkaufs würdest Du Deinen Anteil bekommen.

    Ich würde mich an Deiner Stelle anwaltlich beraten lassen. Vielleicht bist Du erstaunt, was Dir alles im Falle einer Scheidung zustehen wird!

    Das Haus gehört zu 90% der Bank, bei einem Verkauf bleibt da nichts übrig. An eine Scheidung denke ich zur Zeit nicht, ich muss erst herausfinden, was ich will. Das ist noch zu verschwommen in meinen Gedanken. Alles geht durcheinander in meinem Kopf.

    LG wardasalles

    Bei uns sieht es ähnlich aus. Das Haus aufzugeben ist keine Option, eine Miete kann ich mir von meiner Mikro-Rente nicht leisten und auch mit Sozialleistungen würde ich am Hungertuch nagen. Wir machen auch nur noch wenig zusammen - mal Spazierengehen, aber meist schweigsam und überhaupt viel Schweigen. Ich habe auch keine Lust mehr, immer wieder irgendwie Vorwürfe zu machen und wenn der Alkoholpegel zu hoch wird, ziehe ich mich immer mehr zurück. Reden hilft nichts. Hatte letztes Jahr eine Kur, war eine nette Abwechslung, aber verändert hat sich dadurch ehrlich gesagt nichts. Vielleicht hilft es dir ja.

    Manchmal würde ich ihn so gern durchschütteln, damit ihm klar wird, was er für den Schxxx-Alkohol aufs Spiel setzt - und wir haben uns mal sooo sehr geliebt. Aber er sieht nicht, dass sein Konsum brandgefährlich ist - hauptsächlich für ihn selbst. Die Gedächtnislücken und Vergesslichkeit, die Leberprobleme und wer weiß, was noch alles. Vor einigem Wochen war er mal beim Arzt zum Bluttest (vom Arzt ausgehend), da konnte er plötzlich mehrere Wochen vorher nüchtern bleiben. Weil ich von dem Test gar nichts wusste, hatte ich mich schon gefreut, dass er selbst den Absprung geschafft hätte. So kann man sich täuschen. Sobald der Test erledigt war, ging's wieder los. Erst mit einem Gläschen "zum Genießen" und dann wurde aus dem Gläschen wieder ein Fläschchen und dann mehr ... immer der gleiche Mist.

    Und solange er's selbst nicht erkennt, wird er auch nichts ändern. Nur ich kann (hoffentlich) für mich etwas ändern. Zum Beispiel die Dinge, die ich jetzt allein mache, einfach genießen und kein schlechtes Gewissen haben, dass er nicht dabei ist. Ist nicht so ganz einfach, aber ich übe täglich weiter.

    Und weil die Abende immer ein bisschen schwierig sind, werde ich mir jetzt gleich eine ablenkende Serie anschauen, einen schönen warmen Kakao trinken und dann schlafen. Morgen sieht die Welt wieder ein Stückchen anders - vielleicht sogar besser - aus.

    Alles Liebe für dich! Schreib ruhig auch in mein Fädchen, wenn du dich weiter austauschen möchtest. <3

    LG wardasalles

    Wenn man in einer Beziehung irgendwann nicht mehr weiß wer man ist, dann hat man sich selbst aufgegeben. Mein Anteil daran ist, dass ich nicht authentisch für mein Gegenüber bin, ich verbiege mich für die Beziehung, ich weiß nicht mehr wer ich bin in der Beziehung.

    DAS trifft auf jeden Fall auf mich zu! Ich weiß nicht mehr, wer ich bin. Eigentlich habe ich mich schon lange verloren und es ist echte Schwerstarbeit, jetzt herauszufinden, wer ich heute bin bzw. sein will.

    Gestern habe ich mich abgelenkt und bin früh schlafen gegangen. Heute hat der Tag gut gestartet und ist ganz angenehm verlaufen (ich habe sogar im Auto laut Musik gehört und lautstark und schön schief mitgesungen - etwas, dass ich schon ewig nicht mehr gemacht hatte :lol:). Aber jetzt am Abend, wenn alles ruhig wird, kommen die blöden Gedankenspiralen wieder. Ich war gerade schon kurz davor, ihm eine Nachricht zu senden, dass wir doch noch mal reden sollten. (Verdammt, wenn er nicht da ist, vermisse ich ihn und liebe ihn - und wenn er weg ist, könnt ich ihn manchmal zum Teufel jagen. Was ist das nur?) Hab's aber nicht gemacht ...
    Deswegen schreibe ich jetzt schnell hier und versuche standhaft zu bleiben.

    Liebe Grüße an alle!
    wardasalles

    Hallo Peggy,

    ich bin in einer ähnlichen Situation, lange Beziehung, Ehe, höheres Alter und uneinsichtiger, langsam Symptome entwickelnder Mann. Kann also total gut nachvollziehen, wie es dir gerade geht. Ich ziehe mich momentan auch total zurück, weil ich es anders nicht aushalte. Ich möchte erstmal herausfinden, was ich mit meinem Leben noch anfangen will und erst dann entscheiden, ob das zu einer Trennung führen wird oder nicht.

    LG wardasalles

    Du? Vergangenheit ist vergangen - und kaputt gemacht hat die schönen Zeiten der Alk und wer hat den Alk in eure Beziehung geschleppt? Du? Eben nicht! Ich kenne das, wenn die Gedanken sich verselbständigen und „es dich spricht“. Aber aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, ein beherztes STOP wirkt Wunder. Das ist deine innere Stimme nämlich vermutlich von Dir nicht gewohnt - das macht sie kurz (oder länger) sprachlos. Zumindest hat es bei mir geklappt. 😅

    Danke für deine schnelle Antwort <3

    Du hast natürlich recht, ich habe gar nix kaputt gemacht. Aber ich grüble darüber nach, was mein Anteil ist. Ich habe mich ja auch verändert - durch die ganzen verrückten Dinge, die halt so durch den Alk passiert sind. Und auch so, ich bin ja älter geworden, die Lebensumstände haben sich umgekrempelt und natürlich bin ich nicht mehr die gleiche Person, wie vor 20 Jahren. Aber das ist doch normal, oder? Das allein kann kein Grund für eine kaputte Beziehung sein. Menschen ändern sich und Partnerschaft bedeutet doch, dass man seine/n Partner/in dabei in Liebe begleitet?

    Nutz die Zeit und versuch herauszufinden, warum du so mit Dir/über Dich sprichst. Von wem hast Du Dir das abgeschaut? Und mach kein Drama draus, dass er mal ein paar Tage fort ist … sieh es als Chance mal zur Ruhe zu kommen.

    Ich versuche, zur Ruhe zu kommen. Heute wird das schwierig sein - aber ich werde mich ablenken, so gut es geht. Ich denke immer wieder über mein ganzes Leben nach und über die Dinge, die ich getan/entschieden habe. Warum ich sie getan oder so entschieden habe. Über meine Kindheit, Jugend - was ich da alles gelernt und verinnerlicht habe, das mir heute schadet. Aber ich kann das immer nur so häppchenweise tun, weil manche Selbsterkenntnis sehr unangenehm ist und weh tut. Auch, weil die Zeit läuft ... hört sich blöd an, ist aber ein Fakt. Heute lese ich viel im Forum und werde mir nachher eine Serie reinziehen und kann hoffentlich danach schlafen.

    LG wardasalles

    Ich bin so wütend, aber ich bin schon wieder so entkräftet. Während er da seine Dinge macht, sitze ich hier und komm auf mein Leben nicht klar! weiß nicht was ich tun kann.. naja doch, ich merke es tut mir gut euch zu schreiben, aber mehr geht nicht. Ich werde warten bis er wieder kommt, ich werde seinen Zustand abchecken, ich werde versuchen zu schlafen, was nicht immer gelingt wenn er da seine Sachen macht und ich nicht zur Ruhe komme... ich schaffe es nicht mich aus diesem Kreislauf zu befreien...

    Hallo Alexa,

    dann sind wir heute schon zu zweit. Ich hab gerade das gleiche Problem, weswegen ich mich auch gerade hier im Forum herumtreibe. Vielleicht hilft es dir auch, die Fädchen von anderen zu lesen, die es geschafft haben. Mich baut das immer wieder enorm auf, auch wenn ich selbst gerade ganz unten bin. Den Kreislauf zu stoppen - das schaffe ich auch noch nicht, bisher schaffe ich nur kurze "Zwischenstopps".

    Aber es ist wie mit jeder Sucht, auch die Co-Abhängigkeit war nicht von einem auf den anderen Tag da. Und sie loszuwerden braucht es auch seine Zeit. Mach dich nicht selbst fertig, sondern tu dir etwas Gutes. Ich gehe meist spazieren, wenn ich so unruhig bin. Vielleicht kannst du ein Bad nehmen, beruhigende Musik hören, etwas Lesen, Sport machen oder so.

    LG wardasalles <3

    Puh, jetzt muss ich dringend mal hier schreiben, weil ich gerade schon wieder in so einem Gedankenkreisel stecke, der mir nicht guttut. :?

    Mein Mann ist für wahrscheinlich ein paar Tage weggefahren und schon gehen mir die blödesten Gedanken im Kopf herum, so à la "Jetzt hast du ihn vertrieben, du bist schuld, dass er nicht mehr gern zu Hause ist, wer weiß, ob er wieder zurückkommt, du hast es übertrieben mit deinem Abstandhalten, ..." So geht das gerade in einem fort. Mein Kopf weiß, dass das alles Quatsch ist und meine Eindrücke richtig waren und auch die Grenze, die ich gesetzt habe. Aber leider ist die Kopfstimme gerade ganz leise ...

    Immer wieder denke ich, dass es doch auch so schöne Zeiten in der Vergangenheit gab und dass ich das doch nicht einfach kaputt machen sollte. Mein Kopf sagt dann ganz leise "vergiss aber die vielen schlechten und schlimmen Zeiten nicht". Ich dreh’ hier noch durch! Ich weiß, dass ich nur die nächsten Stunden bzw. den Abend überstehen muss, morgen sieht dann alles wieder anders aus. Aber ich habe Angst, dass ich "rückfällig" werde und alles wieder von vorn losgeht.

    ... und mir geht es schlecht, und er sitzt wahrscheinlich schon mit dem nächsten Glas Alk da und denkt gar nicht an mich. :cry:

    LG wardasalles

    Hallo Cadda,

    Es gibt etliche Alkoholiker, die ihren Tiefpunkt niemals erreichen, egal was passiert.

    Das muss ich auch erstmal verdauen. Genau das könnte bei ihm der Fall sein.

    Wie die Alternative aussieht, lässt sich manchmal nicht planen.

    Zunächst einmal könntest Du planen, dass Du wieder glücklicher und zufriedener sein möchtest. „Einfach“ den Weg los gehen. Wie genau sich dann alles entwickelt, wirst Du im Laufe der Zeit herausfinden.

    Ja, da musste ich lächeln - ich dachte an diesen Spruch "Der Mensch macht Pläne und Gott lacht." Soviel zu den Plänen und Wünschen. Schon oft in meinem Leben ist alles anders gekommen, als ich geplant/gewünscht hatte und dann wurde alles doch gut. Und ich plane jetzt tatsächlich für mich. Es wird ein langer Weg, aber auch dieser beginnt mit dem ersten Schritt. Und den habe ich getan, indem ich mich hier angemeldet habe und ihm eine klare Grenze gesetzt habe. Und jetzt wähle ich den nächsten Schritt. Und dann so weiter ...

    LG wardasalles