Beiträge von Nayouk24

    Du bist auf dem richtigen Weg und die 9 Wochen gehören dazu, Glückwunsch dazu.

    Meine große Tochter geht leider auf mein Alkoholproblem gar nicht ein. Sie kommt manchmal irgendwie empathielos rüber.

    Jeder geht damit anders mit um, auch aus verschiedenen Gründen. Das eine ist, dass der/die Betroffenen nichts mehr damit zu tun haben möchte, weil die Sucht des anderen viel Leid und Sorgen über eine lange Zeit bereitet hat und nun endlich Normalität ersehnt wird, oder aber auch weil der/diejenige selbst zu nahe am Alkohol dran ist und sich nicht damit auseinandersetzen möchte.

    Das macht mir etwas Sorgen.

    Gegenüber meinen Töchtern bin ich offen und ehrlich mit meiner Sucht umgegangen und die Reaktionen waren auch unterschiedlich. Das habe ich akzeptiert. Heute sehen sie, dass ich stabil abstinent bin und sie vertrauen mir wieder.

    Unfreiwillig habe ich ihnen gezeigt, wie ich in die Sucht kam, was Sucht mit mir gemacht hat und wie ich wieder raus kam.
    Mehr an Lebenserfahrung kann ich ihnen nicht mitgeben. Als erwachsene Menschen können sie ihre eigenen Schlüsse ziehen.

    Das Wesentliche wurde schon gesagt.

    …ich wollte es einfach wissen.

    Zu ambulant kann ich nichts sagen.
    Ich war stationär in einer Reha-Klinik und dort gab es abends "Freigang" ab dem 10. Tag.
    Wer zurückkam musste pusten. Obwohl das jedem klar war, gab es auch hier Schlauere.
    Wer getrunken hatte musste den Koffer packen und gehen.

    Hallo Markus und herzlich willkommen im Selbsthilfeforum für Alkoholiker.

    Da hast du ja schon einiges hinter dir.

    Um die Basics zu klären, unsere Selbsthilfegruppe stützt sich auf bewährte Grundbausteine für ein abstinentes Leben. Wir respektieren, dass es auch andere Wege gibt – hier richten wir unseren Austausch jedoch bewusst an diesen gemeinsamen Grundlagen aus.

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Passt das für dich?

    Hier tauschen sich ausschließlich Alkoholiker aus, die sich dazu bekennen und eine lebenslange Abstinenz anstreben.
    Da ich keine Annahmen treffe, an dich die Frage,
    siehst du dich als Alkoholiker und möchtest du ein dauerhaft abstinentes Leben führen?

    Viele Grüße

    Nayouk

    Gestört hat es mich nicht sehr,

    Auch ein bisschen gestört reich schon und kann Suchtdruck und Unbehagen auslösen.
    Du hast richtig reagiert und hast den "Ort" verlassen und hast nicht gedacht, dass werde ich schon aushalten können.

    Die Regulierung des Beruhigungssystems ist durch den Alkohol auch aus der Balance gekommen und muss wieder neu justiert werden. Das übernimmt dein Gehirn, aber es braucht Zeit dafür und du Geduld.

    Kennst du schon die "Grundbausteine"?

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    und den Notfallkoffer?

    Das Forenteam
    27. August 2021 um 21:40

    Packe dir deinen eigenen Notfallkoffer mit Werkzeugen die dir helfen können, z.B. Atemtechniken.
    Ich habe Atemtechniken geübt, damit ich sie parat habe, wenn es nötig ist.

    Leider gab es darauf aber fast keine Reaktion,

    Das spricht nicht für eine angemessene Suchterfahrung deiner Ärztin.

    Leider gab es darauf aber fast keine Reaktion, es wurden keine Untersuchungen angestoßen um zu sehen, ob der Körper schon Schaden genommen hat und auch keine Angebote oder überhaupt Fragen gestellt inwieweit ich Unterstützung habe.

    Du kannst es mit Nachdruck nochmal einfordern oder du suchst dir einen anderen Arzt/in.

    Meine laienhafte und recherchierte Auffassung ist jetzt, dass ich meinen Körper, insbesondere Gehirn und Nervensystem überfordert habe mit der Abstinenz, dem gleichzeitigen Beginn von verhältnismäßig viel Sport und wenig Essen.

    So laienhaft ist das gar nicht. Alkoholentzug ist für Körper und Psyche erheblicher Stress. Nach der Entgiftung ist das Körperliche weitgehend durch, aber bei der Psyche noch lange nicht. Das Gehirn versucht sich an die Abstinenz anzupassen.
    Dazu müssen neue Nervenzellen gebildet bzw. abgebaut werden und das braucht Zeit. Zusätzliche Belastungen, wie körperlicher oder psychischer Stress fördern diesen Prozess nicht gerade, sie können ihn sogar stören.

    Vom letzten Jahr habe ich ja einen Eindruck, wo ihr Euch trefft. Ein paar von euch hätte ich gern wiedergesehen und die anderen gerne kennengelernt.
    Mit Kaiserwetter und hochsommerlichen Temperaturen wird das ein tolles Forentreffen werden. Ich wünsche euch schöne Tage und gute Gespräche.

    Viele Grüße

    Nayouk

    ich kämpfe gegen die Sucht.

    Das hat dazu geführt, dass es bisher ein relativ leichter Kampf ist.

    Ich denke, ich weiss, was du meinst.
    Für mich ist der Begriff "Kampf" mit viel Energie und Anstrengung verbunden. Ich kann nicht bis an mein Lebensende kämpfen.

    Ich habe gelernt, die Sucht zu kontrollieren und die Veränderungen in meinem Leben, so wie du es beschreibst, haben dazu geführt, dass die Kontrolle immer stabiler wird.

    Es ist ein anderes Mindset, was mir dabei hilft.

    Ich weiß, dass ich einen Kampf kämpfe, der sozusagen nie aufhört, aber ich kann Runde um Runde gewinnen.

    Hallo Kathrin,

    ich konnte aufhören zu kämpfen, als ich vor dem Alkohol kapituliert habe. Gegen den Alkohol kann ich in der Sucht nicht gewinnen.
    Ich kämpfe auch nicht gegen Klitschko, weil ich weiss, dass ich die erste Runde nicht überleben würde und stellt man mich mit ihm doch in den Ring würde ich kapitulieren. Der einzige Weg um am Leben zu bleiben.

    Auch wenn ich die ersten Runden bestehen würde, der Kampf wäre aussichtslos.

    Es ist keine Schwäche beim Alkohol zu kapitulieren, es ist notwendig und einsichtig.

    Gegen was kämpfst du? Wie sieht dein Kampf aus, bei dem du denkst, dass du Runde um Runde gewinnst?

    Viele Grüsse
    Nayouk