Schon 2 Monate, das ist doch ein prima Anfang! 💐
Kyra - Mein Weg
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Herzlichen Glückwunsch 🎉 😊
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Danke euch allen für die Glückwünsche.
Komischerweise habe ich das Empfinden, schon viel länger nicht mehr zu trinken,
Heute Morgen in der Achtsamkeitsgruppe hatten wir eine neue Entspannungsübung, die mir so gut gefallen hat, dass ich sie euch nicht vorenthalten möchte. Es geht um meinen Körper und mich.Wenn ich bequem sitze, schließe ich meine Augen, mache zunächst 3 tiefe Atemzüge und konzentriere mich darauf, wie mein Körper den Sauerstoff überall hin verteilt.
Ich spüre in meine Füße, wie sie den Boden fest und sicher berühren, in meinen Rücken, wie er aufrecht von der Rückenlehne gehalten wird.
Ich mache mir bewusst, dass mein Körper mir immer zur Seite steht, dass er der Einzige ist, der mich mein Leben lang vom ersten bis zum letzten Atemzug begleitet.
Ich schaue mir die einzelnen Körperteile an, was sie tagtäglich leisten (meine Füße und Beine, die mich überall hinbewegen, meine Hände, die für mich ständig greifen, gestalten, halten, meine Lunge, die mich mit Sauerstoff versorgt, meine Leber, die mich entgiftet, meine Augen, die … etc.)
Mein Körper sendet Signale, wenn es ihm nicht gut geht. Ich muss diese Signale nicht ausblenden, unterdrücken, weil sie nicht passen, mich stören. Ich muss mich nicht zusammenreißen, ich stelle mich nicht einfach an, ich bin kein Weichei, wenn ich auf meinen Körper achte. Meinem Körper geht es nämlich dann nicht besser, seine Signale werden stärker, bis er nicht mehr kann ( Burnout, Depression, Herzinfarkt usw.).
Ich muss meinen Körper auch nicht kritisieren, wenn er nicht zu 100 % funktioniert, wenn er meinen Vorstellungen nicht vollständig entspricht. Er ist der einzige Körper, den ich habe. Ich sollte ihm lieber einfach öfter danken für das, was er alles für mich tut. (Ich sagte da „Danke“ und fühlte mich in dem Moment richtig gut - zufrieden, rührselig, ich kann es nicht genau beschreiben.)
Zum Schluss horche ich in mich hinein, wie es nun gerade meinem Körper geht, wie ich mich gerade fühle.
Dann komme ich wieder zurück zur Außenwelt.Nach dieser Übung fühlte ich mich ausgeglichener, irgendwie mehr mit mir im Reinen.
Mir ist auch nicht einfach nur rational, sondern auf einer anderen Ebene bewusster gewesen, wie sehr ich meinen Körper mit meinem Alkoholkonsum missachtet habe, wie sehr ich meinen treuesten Begleiter mit Füßen getreten habe. Und ich versprach ihm, mehr auf ihn zu achten.Ich wollte euch einfach an dieser positiven Erfahrung teilhaben lassen.
LG Kyra
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Dankeschön, Kyra, für deine Beschreibung. Das gefällt mir gut.
Glückwunsch zum Beginn deiner Trockenheit, und schön, dass du hier schreibst.Viele Grüße
Thalia
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Vielen Dank Kyra für deine tolle Beschreibung der Achtsamkeitsübung .
" Es ist der einzige Körper den ich habe . "
Dieser Satz bleibt in meinem Hirn kleben.
Gruß von Shawn
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Hallo Ihr Lieben,
vor ein paar Tagen habe ich erstaunt festgestellt, dass ich mittlerweile mehr als 100 Tage abstinent lebe. Zusätzlich lebe ich heute den 19. Tag nikotinfrei.
Das sind nicht meine ersten Versuche. Dennoch erlebe ich diese anders als bisherige Versuche.
Nicht mehr Trinken und Rauchen sehe ich heute nicht als Verzicht auf irgendetwas Schönes, sondern als eine Befreiung von Giften. Ich akzeptiere, an 2 Süchten unheilbar erkrankt zu sein, und weiß, dass ich die Verschlimmerung dieser Krankheiten nur durch eine dauerhafte Abstinenz stoppen kann. Mein Alkohol- und Rauchstopp ist diesmal nicht einfach nur ein Versuch, ein Projekt, sondern eine Lebensaufgabe.
Meine Alkohol- und Nikotinabstinenz sehe ich als einen lebenslangen Weg.
Beide Süchte haben im Laufe der Jahre/Jahrzehnte in meinem Gehirn zwei gut ausgebaute Autobahnen direkt vor meiner Haustür errichtet (Dopaminausschüttung beim Trinken oder Rauchen). Eine Unabhängigkeit von den Süchten kann ich nur erreichen, wenn ich mir im Gehirn neue Wege, also neue Verknüpfungen, durch alternative Aktivitäten baue. Und je mehr neue Wege entstehen und immer stabiler werden, desto mehr werden die Autobahnen zurückgebaut zu Bundes-, Landes-, Ortsstraßen und schließlich Trampelpfaden. Trampelpfade werden aber für den Rest meines Lebens bestehen bleiben. Daher werde ich mein Leben lang achtsam bleiben, um die Pfade nicht durch Vernachlässigung wieder auszubauen.
Was bedeutet das alles für mich in der Praxis?
Mit einfach mal eben nicht mehr trinken oder rauchen werde ich nach meiner Meinung nicht erfolgreich sein, da ich dann keine neuen Wege gehe, sondern die Autobahnen weiterhin instand halte.
Ich habe daher Gewohnheiten geändert - bzw. bin noch voll dabei -, unternehme mehr, bin sportlicher, entdecke vergessene und neue Hobbys, erkenne bereits jetzt schon viele gesundheitliche Verbesserungen.
Ich mache mir das abends vor dem Schlafen bewusst, danke meinem Körper für seine Arbeit und bedingungslose Unterstützung. Denn mein Körper ist der einzige, den ich habe, und der mich als einziger von meinem ersten bis zu meinem letzten Atemzug begleitet.
Ich freue mich über jeden abstinenten Tag, aber nicht nur, weil ich nicht geraucht oder getrunken habe, sondern vielmehr, weil ich mir an diesem Tag was Gutes getan habe.
Mein Ziel ist es, jeden Tag zufrieden abstinent zu leben. Insofern könnte ich sagen: „Der Weg ist das Ziel.“Ich hoffe, ich habe verständlich erklärt, wie meine heutige Einstellung ist, und warum ich zuversichtlich bin.
Vielleicht hilft mir diese Einstellung auch dabei, dass ich es bisher als relativ einfach empfunden habe, mir keinen Alkohol und kein Nikotin mehr zuzuführen.Künftig werde ich 3 Geburtstage feiern. Neben den Tag der Entbindung aus dem Leib meiner Mutter noch den 26.11.2025 als ersten alkoholfreien und den 21.02.2026 als ersten nikotinfreien Tag.
LG Kyra
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Ich wünsche allen hier einen wunderschönen entspannten alk-freien Sonntag.
Heute bin ich genau 5 Monate abstinent.
Resumée:
Es ist irgendwie zu einfach 😂.
Natürlich ploppt mal der Gedanke auf, ein Bier trinken zu wollen oder dass ich sonst in der Situation getrunken habe. Aber fast immer kann ich diese Suchtstimme durch die Aufforderung zu verschwinden oder durch Lachen über ihre stümperhaften Versuche schnell wieder verdrängen.
Von Anfang an habe ich mich nicht auf Diskussionen mit der Suchtstimme eingelassen.
Denn das Suchthirn denkt nur an das Suchtmittel, denkt nur daran, wie die Sucht befriedigt werden kann. Daher ist eine auf Logik basierende Auseinandersetzung mit der Sucht nie möglich. Ich vergeude also nur meine Kraft, wenn ich innerlich anfange zu diskutieren, wenn meine Suchtstimme mir zuflüstert, doch was trinken zu können, zu wollen, zu dürfen, zu müssen,
Macht es mir nun diese Einstellung, dieses kompromisslose Abwehren der Suchtstimme so leicht, keinen Alkohol zu trinken?
Ich denke, da kommen noch weitere Faktoren hinzu.
1. Ich kämpfe nicht gegen die Sucht an, ich habe vor ihr kapituliert.
Wenn ich das Nichttrinken als Kampf gegen die Sucht sehe, dann kämpfe ich jeden Tag immer wieder gegen sie an. Dann ist mein restliches Leben ein dauerhafter täglicher Kampf gegen die Alkoholsucht, den ich jedoch nicht gewinnen kann, da die Sucht nicht heilbar ist, sondern mich für den Rest meines Lebens begleitet.
Wenn ich nun vor der Sucht kapituliere, dann akzeptiere ich, dass es sie mein Leben lang gibt und verstehe, dass nur ein Leben ohne Alkohol mir ermöglicht, mit dieser Sucht weiterhin leben zu können.
2. Die Abstinenz ist eine Notwendigkeit.
Diese Einstellung resultiert aus 1.
ich bin unheilbar suchtkrank. Ich kann diese Krankheit nur stoppen, wenn ich meinem Körper keinen Alkohol mehr - und zwar nie mehr - zuführe. Es gibt da keinen Kompromiss, es gibt da kein kontrolliertes Trinken, kein mal ein Bier. Es gibt nur entweder - oder, ganz oder gar nicht. Und da ich mein restliches Leben frei, selbstbestimmt und nicht in Abhängigkeit von einer tödlichen Sucht gestalten möchte, ist es für mich notwendig, nicht zu trinken. Die Einsicht in diese uneingeschränkte Notwendigkeit bewirkt wiederum, dass ich jegliche Diskussionen mit der Sucht abwürgen kann.
Ich diskutiere ja auch nicht, ob ich einen mit Arsen angereicherten Tee trinke oder nicht.
3. Ich sehe das Trinken von Alkohol nicht als etwas Positives, die Abstinenz damit nicht als Verzicht.
Vielmehr ist das Nichttrinken ein Gewinn für mich.
Es gibt keinen einzigen positiven Grund zu saufen.. Stressabbau? - Das geht auch mit Atemübungen, mit Meditation. Und so gibt es für alles, was das Suchthirn mir als Grund fürs Trinken einreden will, eine Alternative.
Ich muss nur den Mut haben, nach diesen Alternativen zu suchen, sie auszuprobieren, also den bisherigen bequemen Weg zu verlassen. Und wenn ich Alternativen gefunden, diese eingeübt habe, dann werden die alternativen Mögichkeiten zu neuen ebenfalls bequemen Wegen.
Aber auch, wenn ich diese neuen Wege noch nicht alle gefunden und verinnerlicht habe, gewinne ich auch so be der Abstinenz (z.B. geringerer Blutdruck, keinen Kater, kein morgendliches Trockenkotzen, keine Fahne, usw.).
4. Ich bin ein leistungsorientierter, ehrgeiziger, perfektionistischer, verstandesgeleiteter Mensch.
Diese Merkmale, aufgrund derer ich mir mein Leben immer wieder sehr schwer gemacht habe, die mir Depressionen und auch einen Burnout beschert haben, helfen mir nun wiederum bei meiner Abstinenz.
Ich warte jetzt nicht darauf, dass irgendwann noch das böse Erwachen kommen müsse. Denn damit würde ich den Eintritt im Sinne einer selbsterfüllenden Prophezeiung fördern.
Da nehme ich vielmehr an, dass die Kombination meiner Grundanschauungen/Säulen mir einfach die Abstinenz erleichtert. Und ich werde mir diese Säulen immer wieder vor Augen halten, um mein Leben lang achtsam zu bleiben und meine Alkoholabstinenz nicht durch „ich kann das nun nach xy Zeit kontrollieren“, „ein Bier nach dieser xy Zeit schadet mir nicht“ usw. aufs Spiel zu setzen.An dieser Stelle möchte ich vielen hier
(stellvertretend Alex_aufdemweg , Stern , Hartmut , Nayouk24 für ihre fast mantraartig vorgetragenen Ansichten)
danken.
Ohne dieses Forum, ohne eure Sicht auf die Krankheit, ohne eure Rückmeldungen, ohne eure Schilderungen über euren Umgang mit der Sucht, ohne euren Einsatz hätte ich den beschriebenen Erkenntnisgewinn nie erlangt.Ich würde wohl jedem nicht trinken dürfenden Bier hinterherweinen und mir täglich für einen weiteren Tag mit geschafftem Kampf gratulieren (eine grauenhafte, da anstrengende Vorstellung).
LG Kyra -
Herzlichen Glückwunsch 💐
Es ist irgendwie zu einfach 😂.
Das denke ich auch noch oft.
Aber ich weiß, dass ein Leben mit Alkohol so überhaupt nicht einfach war und so nehme ich die Leichtigkeit des Nüchernseins gerne an.
Ich bewahre mir im Kopf: Die Sucht ist nur gestoppt. Und das genau so lange, wie ich keinen Alkohol trinke.
Ich stehe immer irgendwie am Abgrund, passe gut auf, dass ich nicht abrutsche und so lässt es sich hervorragend leben.
Schön, dass es so gut geht. -
herzlichen Glückwunsch zu 5 Monaten ohne Alkohol. 💐
lg Morgenrot
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Hi Kyra, herzlichen Glückwunsch zu einem halben Jahr Freiheit. Überleg Mal, wann Du das letzte Mal ein halbes Jahr keinen Alkohol getrunken hast. Bei mir waren es sehr schnell 35 Jahre…….
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Herzlichen Glückwunsch zu Deinen 5 Monaten Freiheit. Deinen Beitrag hast Du echt toll geschrieben!!! Alles ist besser ohne Alk.
LG
Bibi
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Glückwunsch liebe Kyra zu 5 Monaten 🎉
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5 Monate 🎶 … da ziehe ich doch mal meinen virtuellen Hut … Respekt 👏
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Ich stehe immer irgendwie am Abgrund, passe gut auf, dass ich nicht abrutsche und so lässt es sich hervorragend leben.
Hey Stern , man kann aber auch einen Schritt vom Abgrund zurück treten und einen schönen Aussichtspunkt suchen mit einem gut befestigten Geländer und den Blick auf die andere Talseite richten. Natürlich immer mit der Erinnerung an das Warnschild "Vorsicht Abgrund", das Geländer sollte natürlich auch auf Stabilität überprüft werden bevor man sich dagegen lehnt.
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Ja, das kann man und ich mache ich das auch.
Der Abgrund ist ja trotzdem sichtbar… und das ist auch gut so.
Auf ein sicheres Geländer verlasse ich mich allerdings nicht. Denn: Sicher ist, dass Nix sicher ist. Das wusste schon der olle Valentin. -
Ohne dieses Forum, ohne eure Sicht auf die Krankheit, ohne eure Rückmeldungen,…..
…und ohne deine innere Einstellung, deine Haltung, die du dir selbst erarbeitest,…
Herzlichen Glückwunsch zu 5 Monaten wiedergewonnene Freiheit, Kyra.
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