Beiträge von Nayouk24

    Nur ich kann es ja verändern und sie hat mich ja nicht zum saufen gebracht, das war ich schon selber.

    Das ist richtig. Richtig ist auch, dass Du in Deiner Situation ein Recht hast, fair behandelt zu werden, dass musst Du Dir nicht erst verdienen.

    Es scheint sehr kompliziert bei Euch zu sein.

    Lass den Austausch hier und heute erstmal stehen.
    Ich habe schon oft bei mir im Thread am nächsten Tag nochmal drüber gelesen und hatte dann einen anderen Blick darauf.

    Irgendwie klingt das für mich so, als ob du ein schlechtes Gewissen hast und du dich allem unterordnest, weil du für dich kein Recht siehst.

    Als Alkoholiker bist du schwer krank und um die Krankeit zu stoppen, musst Du erste Priorität bei dir haben.

    Hej Nayouk, darüber muss ich nachdenken. Ich bin nicht sicher ob das mein Weg ist.

    Gestern habe ich begonnen Alkohol aus dem Haus zu entsorgen. Selbst der Geruch als ich den Wein/Bier ausgegossen habe hat ich nicht getiggert.

    Das freut mich, dass du dich dazu entschieden hast.

    Alkohol selbst wegzuschütten ist keine gute Idee. Falls noch was da ist, lass es von jemanden anderes machen.

    Du sagst es triggert dich nicht. Dann hast für dieses Mal Glück gehabt. Du hantierst mit offenen Flaschen, aus denen Alkohol läuft und riecht. Ein falscher Gedanke dabei und der erste Schluck ist gemacht.
    Das Suchthirn ist unberechenbar und es gilt gerade am Anfang Risiken auszuschliessen.

    Pass auf dich auf.

    Bin ja schon 8 Monate trocken.

    Das hatte ich von Ende Dezember/Anfang Januar noch in Erinnerung:

    Deshalb steht für mich diese Trockenarbeit an. Das habe ich noch nicht gemacht. War hauptsächlich damit beschäftigt trocken zu bleiben. Ich weiß nicht mal wie man diese Trockenarbeit am besten und effektivsten angeht.

    Habe keinen Plan wie ich meine Psyche unterstützen und mir da Gutes tun kann.

    Heute schreiben wir den 17. Januar!
    Deshalb meine ich, bist du ganz schon flott unterwegs. Es ist ja auch okay und da du schon 7 Monate trocken warst, als du hier ankamst, hat das bei dir auch nichts mehr mit der anfänglichen Euphorie zu tun. Wie sich „trocken“ anfühlt, wusstest du bereits.

    ich hab das Gefühl, dass ich in meiner Trockenheitsarbeit einen riesen großen Schritt getan habe.

    Das Gefühl habe ich bei dir auch, vor allen Dingen in der kurzen Zeit.
    Du bist interessiert und reflektiert und setzt Erkenntnisse, die du gewonnen hast, um.

    Mich hat das zunehmend stabilisiert, wenngleich ich zugeben muss, dass ich dafür etwas länger gebraucht habe.
    Spielt aber auch keine Rolle. Es ist nicht wie, habe ich 6l getankt, kann ich 100km fahren. Da gibt es keine einfache Formel, wie ich den Wirkungsgrad berechnen kann, aber ich spüre die Wirkung irgendwann und das finde ich sehr motivierend. Das lese ich bei dir heraus.

    Ich habe es irgendwie begriffen, dass für manches einfach Ruhe und Geduld und auch Gelassenheit notwendig ist.

    Damit hast du dir einen großen Gefallen getan.

    Bleib dran, da ist noch mehr zu entdecken, nur dabei nicht die Basics vernachlässigen;)

    Viele Grüße

    Nayouk

    Aus dem Grund rate ich Dir, besonders jetzt zu Beginn, nicht öfters an irgendwelchen "Bierkisten" vorbeizulaufen, um das auszutesten.

    Das dachte ich auch und ich hoffe für dich, dass in deinem Keller keine Kiste steht.

    Ich bin nach 5 Monaten im Keller auf ein 6 Pack gestossen, weil ich es da versteckt hatte. Suchthirn sprang sofort an. Ich war alleine, bin sofort aus dem Keller hoch und habe später meine Frau gebeten, das Richtige zu tun.
    Fehlte nur noch, dass ich gestresst, traurig oder sonst was gewesen wäre, ….

    Hallo Paul,

    ich stütze offensichtlich immer noch meine inneren Mauern oder muss es tun,

    das ist eine treffende Beschreibung.

    Ich glaube, bei so einer 1-wöchigen Dienstreise werde ich wohl immer an meine Mauern kommen, egal wie lange ich abstinent bin. Entscheidend wäre, das ich immer gehen kann, ohne Rücksicht nehmen zu müssen.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Bis jetzt macht mir das nichts aus

    Es geht nicht darum, ob es Dir was ausmacht, es geht darum, dass Du nicht getriggert wirst und das kannst Du nicht vorhersehen und die Hürde bei Suchtdruck möglichst hoch zuhalten. Du müsstest erst an die nächste Tanke um an Alkohol zu kommen und bis dahin ist er hoffentlich schon wieder vorbei, wenn du reagiert hast.
    Es ist ein Schutz für dich, gerade am Anfang, wenn du bzgl. Alkohol noch sehr labil bist.

    Irgendwie ist das für mich sehr ungewohnt mit Menschen ohne ihren Namen zu kommunizieren,

    Wieso? Ich heiße Nayouk😉

    Wenn die Entscheidung über Leben oder Tod davon abhängt, wieviel ich mich mit meiner Krankheit auseinandersetze, dann will ich ganz bestimmt mehr als zu wenig machen.
    Der Körper ist nach ein bis zwei Woche weitgehend durch, die Seele braucht Monate, manchmal sogar Jahre.
    Die Seele folgt dem Handeln, daran merke ich es.

    Was mich selbst betrifft, so hatte ich bis vor meinem Reha Aufenthalt keinen Kontakt mit Therapien.
    In der Reha habe ich gemerkt, dass es etwas mit mir macht, ich konnte es aber nicht greifen.
    Erst als ich wieder Zuhause war, habe ich gemerkt, dass die Nadel in die richtige Richtung zeigt.
    Sie konnte sich aber noch nicht richtig festlegen und schwankte etwas hin und her 😉
    Heute zeigt sie sicher in eine Richtung.