Beiträge von Nayouk24

    Liebe Jump,

    oh Mann, das tut mir so leid.

    Natürlich habt ihr das alles längst gewusst.

    Ich nicht, ich habe mir für Dich gewünscht, dass es genauso klappt wie es bei mir (bis jetzt) geklappt hat.
    Ich bin ehrlich gesagt sprachlos. Ich kann es einfach nicht nachvollziehen. Das hätte ich nicht für möglich gehalten.
    Ein Rückfall auf dem Rückweg. Im Grunde genommen braucht er den Koffer gar nicht auspacken und sollte sofort wieder zurück.
    Aber das ist nicht Deine Verantwortung und nicht mehr Dein Thema.

    Du bist bei Deinem Weg in Deinem neuen Lebenskapitel geblieben, obwohl Du Dir Hoffnung auf eine spätere andere Lösung gemacht hast.
    Heute siehst Du, wie wertvoll das für Dich jetzt ist. Jetzt hört dieses Hin und Her, dieses nirgends richtig ankommen auf.
    Jetzt gibt es nur Deinen Weg für Dich.

    Alles Gute und liebe Grüsse

    Nayouk

    Hallo Schmidtty,

    Ich habe hier die Erfahrung gemacht, je mehr ehrlich ich zu mir selbst war und je offener ich hier war, desto mehr hilfreiche Reaktionen habe ich bekommen, an denen ich weiter arbeiten konnte. Das war der Hintergrund meiner Frage.
    Wenn Du Deine Situation nicht anonym beschreiben kannst, dann verstehe ich das.

    Wenn ich es noch richtig erinnere, war "Grenzen setzen" auch in Deiner Familie für Dich notwendig und wichtig.
    Oft entsteht im beruflichen Umfeld Überlastung oder gar Überforderung durch fehlende Grenzsetzung und Kommunikation.
    " Das, was Du von mir verlangst ist nicht meine Verantwortung, aber ich bin bereit an einer tragfähigen Lösung mitzuhelfen".
    So könnte ein Dialog mit Chef oder Kollegen begonnen werden.
    Ein Vorgesetzter versucht z.B. ein Problem zu lösen, indem er die Aufgabe einem Mitarbeiter gibt, den er schätzt und/oder vertraut.
    Dann ist das Problem erstmal gelöst und wenn es läuft....."Geht doch!".
    Es ist die einfachste Lösung und ich kann mich als Vorgesetzter dem nächsten Problem widmen, es ist ja jetzt alles ok!?
    Ein Chef, der sich seiner Verantwortung bewusst ist, wird handeln, wenn er erkennt, dass das keine so gute Lösung war.
    Das kann er manchmal nur, wenn es ihm z.b. kommuniziert wird.
    Da man meistens beruflich in einem Abhängigkeitsverhältnis steht, ist das natürlich nicht so einfach.
    Aber habe ich als Betroffener eine andere Wahl, um zu verhindern, dass mich die Situation erdrückt und krank macht?

    Ich philosophiere hier mit dem rum, was ich von Dir weiss und Du wirst selber sehen, ob es bei Dir passt oder nicht.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Hallo Kurswechsel,

    herzlich willkommen hier von meiner Seite und :thumbup:zu 20 Tagen.

    Zum Deja vu:

    In Deinem Werdegang erkenne ich mich ziemlich genau von vor 10 Jahren wieder, mit einem Unterschied, dass ich vor 10 Jahren noch nicht so weit war, Deinen Schritt zu machen.
    Du bist auch Alkoholiker, aber Du hast den Ausstieg aus der Suchtspirale früher geschafft. Respekt und Glückwunsch dazu!

    Ich bin sehr zuversichtlich und habe mir felsenfest vorgenommen, nie wieder dieses miese Nervengift zu konsumieren

    Alkoholismus verursacht neben den möglichen körperlichen Schäden massgeblich eine irreversible Veränderung der Psyche und da fängt die Trockenarbeit an.
    Ich habe lange gebraucht, dies richtig zu bewerten und damit umzugehen.

    Was hast Du Dir vorgenommen, damit Du Deine Abstinenz weiter absichern kannst?

    Viele Grüße

    Nayouk

    Hallo Opalia,

    schön wieder von Dir zu hören und herzlichen Glückwunsch zu fast 7 Monaten Abstinenz.

    und ich ja nie "unter der Brücke" gelandet war...

    Unter der Brücke war ich auch nicht und da muss man auch nicht gewesen sein, um Alkoholiker zu sein.
    Aber ich glaube, das weisst Du selbst auch.

    Dieses "in Frage stellen", ob oder ob nicht, ist für mich ein perfider, langfristig angelegter Versuch des Suchthirns, oder wie ich es auch schon mal genannt habe, vom "Gesandte des Teufels".
    Du hast eine schwierige Situation in Deiner Partnerschaft und im beruflichen Umfeld und beschreibst selbst, dass es eher auseinander driftet, als dass es zusammen kommt.
    Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Du Dich entscheiden kannst:
    1. Du arrangierst Dich weiterhin irgendwie und setzt Dich damit einem Risiko aus.
    2. Du setzt Dich und Deine Abstinenz an erste Stelle und handelst danach.

    Der "Gesandte" schlägt Dir Nummer 1 vor, weitere Vorschläge könnten folgen.
    Du hast jetzt 7 Monate erreicht, in einem Umfeld, welches es mir unmöglich gemacht hätte, abstinent zu bleiben.
    Das ist ein hohes Gut. Ich wünsche Dir, dass Du gut weiterhin auf Dich aufpassen kannst.
    Ich stelle mir vor, dass es für mich sehr anstrengend sein würde.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Diese Stressoren werden im Augenblick wieder immer mehr, aber ich möchte jetzt unbedingt vermeiden, wieder in alte Muster zu verfallen, selbst wenn es schwer ist, alles zu vermeiden, was einen triggern könnte, aber ich gebe mein Bestes diese Situatiuation für mich zu entschärfen.

    Ich hatte ein flaues Gefühl, als ich das gelesen habe.

    Was löst bei Dir Stress aus? Hast Du die Möglichkeit hierbei etwas zu ändern? Wie willst Du vermeiden, wieder in alte Muster zu verfallen? Was sind Deine Trigger?

    Ich habe Deinen Text in Fragen gewandelt. Du bist wenig konkret.
    Ist es Dir möglich, mehr zu erzählen.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Alex07 Danke für deinen Einsatz. Ich kann mir vorstellen, was gestern bei dir los war und heute Nacht.

    Bei der ganzen Geschichte hab ich auch was für mich gelernt. Ich dachte auch erst, es liegt an mir oder am DNS Server. Ich hab dann in meinem Router einen anderen konfiguriert ohne Erfolg. Dann hab ich mir die IP Adresse des Forum Servers besorgt und die war eine Zeit lang weltweit nicht erreichbar. Ab da war klar, dass der Server komplett down ist. Eine Statusmeldung für den Notfall ist sicher eine gute Idee.

    Noch mal vielen Dank für deinen Einsatz und erhole dich gut.

    Liebe Grüße
    Nayouk

    Über Handy (Telekom) und Internet (Vodafone Kabel) war das Forum nach anderthalb Stunden wieder erreichbar. Dann noch ein paar Aussetzer am nächsten Tag, mehr habe ich nicht davon mitbekommen.

    Hallo Naira,

    ich versuche es mal mit meiner Sichtweise.

    Ich will und werde nicht anfangen zu trinken.

    Das ist eine Willensbekundung und den Willen habe ich auch.
    Nur nicht trinken reicht nicht, nur nicht trinken wollen reicht auch nicht. Das kannst Du hier bei ganz vielen lesen.

    Wenn ich noch richtig weiss, hast Du Dich auch schon mit den Suchtmechanismen durch Neurotransmittern, Rezeptoren und Synapsen auseinandergesetzt.
    Es existiert bei mir als Alkoholiker im Kopf etwas, dass nicht alkoholkranke Menschen nicht haben. Nennen wir es Gehirnstrukturen und biochemische Zustände,
    die da nicht hingehören. Ein Teil davon ist irreversibel. Die einfachere Bezeichnung dafür ist "Suchthirn". Es ist real und existiert und stellt eine ständige Bedrohung dar,
    besonders, wenn ich durch bestimmte Umstände diese Mechanismen anrege oder aktiviere. Wir wissen, was aus so einer Reizung entstehen kann.
    Die Rückfallstatistik spricht eine deutliche Sprache.

    Natürlich kann ich auch mal etwas aushalten, aber es zieht immer einen Rattenschwanz nach sich. Der Saufdruck kann später oder nach Tagen auftreten.

    Ich habe es schon erlebt und möchte es definitiv nicht nochmal haben.

    Für mich habe ich mir zu eigen gemacht, dass ich davon ausgehe, dass ich aufgrund meiner Alkoholkrankheit ein "aktiviertes" Suchthirn unter bestimmten Umständen mit meinem klaren, rationalen Willen nicht mehr kontrollieren kann und es mich in eine noch gefährlichere psychische Verfasstheit bringen kann, ohne dass ich bis dahin Alkohol getrunken habe. Dann braucht es nicht mehr viel für den ersten Schluck.

    Nun ist es sicherlich ein Unterschied, ob ich 2 Monate oder 2 Jahre abstinent bin. Gerade am Anfang meiner Abstinenz bin ich besonders gefährdet, weil z.B. reversible Vorgänge im Gehirn noch nicht abgeschlossen sind. Aber auch hier lehrt mich das Forum, dass alleine die Dauer der Abstinenz mich nicht vor einem Rückfall schützt.

    Ich trage mich auch gerade mit den Gedanken herum, was ich in der Weihnachtszeit wahrnehmen will und was nicht. Die Streichliste wird immer länger.

    Wenn ich Dich zum Nachdenken anregen kann, freut es mich. Wenn nicht, lege meine Antwort beiseite.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Hallo fleseb,

    schön zu hören, dass es Dir gut geht.

    Gerade am Anfang solltest du die Weihnachtsmärkte meiden.

    Dem kann ich mich nur anschliessen.

    Nach 3 Monaten Abstinenz bin ich auf einen Event gegangen. Ich fühlte mich ausreichend vorbereitet.
    Es ist ja nicht so, dass man sich bei dem geringsten Trigger wie ferngesteuert auf das nächste Glas stürzt, aber es ist mental anstrengend. Ich habe mich eigentlich ständig damit beschäftigt, wer trinkt was, wieviel und habe versucht mich fernzuhalten. Ich habe es überstanden, dachte ich. Befriedigend war es nicht.
    Zuhause war ich total erschöpft und bedrückt und das zog sich noch in den nächsten Tag rein. Ich konnte es erst später richtig einordnen. Es war Suchtdruck, der sich in dieser Form geäussert hat. Das Suchthirn war aktiv, nicht das es mir plump vorgeschlagen hätte, sofort ein Bier zu trinken, nein, auf die Lösung, wie ich meine mentale Verstimmung behandeln kann, sollte ich schon selber kommen, sonst wäre es ja zu offensichtlich gewesen.
    Ab da habe ich beschlossen, mich erstmal fern zu halten und das umgesetzt, was ich hier im Forum ja schon vorher gehört hatte, aber so richtig glauben konnte ich es nicht.
    Wenn es jedesmal der Preis ist, dass ich 2 Tage matt und bedrückt bin, dann will ich nicht nur keinen Alkohol mehr trinken, sondern dann will ich für die nächste Zeit an solchen Events nicht teil haben.
    Die Sucht ist eine psychische Krankheit und nicht damit gestoppt, dass ich entgiftet und abstinent bin. Wenn ich mich in eine Situation wie oben begebe, dann ist es einfach eine zusätzliche Belastung oder sogar ein Risiko. Wenn dann noch etwas oben drauf kommt, was ich nicht vorhergesehen habe, kann die Situation ausser Kontrolle geraten.
    Einer stellt mir einen Glühwein hin und prostet mir mit erwartungsvollem Blick zu. Er hat mir ja einen spendiert und jetzt gehört es sich, dass ich die Einladung nicht ablehne, wird schon irgendwie gehen !? Bin ich dann schon so stark und gefestigt, NEIN zu sagen ?
    Ich weiss es nicht und deshalb probiere ich es gar nicht erst aus.

    Ich bin jetzt 10 Monate abstinent und die Weihnachtsmärke werden mich nicht sehen.
    Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, was die psychische Krankheit Alkoholsucht bedeutet. Sie bedeutet auch, dass ich Zeit brauche, bis ich die Gefahren und die Wirkmechanismen der Krankheit soweit abschwächen und ich sie im Notfall kontrollieren kann, dass ich entspannt durchs Leben gehen kann und mir Events mit Alkohol (wohlgemerkt: nicht Alkohol mit Events) nichts mehr ausmachen.

    Dass Deine Frau zu Dir steht und Dich unterstützt, das ist ein Segen und eine große Hilfe für Dich. Bei der Reise in die Abstinenz sitzt Du im Driver Seat, nicht Deine Frau.
    Du trägst für Deine Abstinenz die Verantwortung. Das ist bei mir auch so.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Also, ich bin alkoholkrank und vielleicht habe ich noch den ein oder anderen Knacks, von dem ich nichts weiß, aber die ersten Monate fand ich psychisch auch anstrengend. Da ist ja auch ne ganze Menge los im Kopf, was neu geordnet werden muss.
    Aber dann wird es auch Zug um Zug besser.

    Den eigenen Thread lesen, ist eine gute Sache. Ich erkenne dadurch meine Entwicklung und auch manchmal noch was Neues, was ich übersehen hatte, oder sogar beiseite gelegt hatte.

    Viele Grüße

    Nayouk

    Herzlich willkommen auch von mir, fleseb.

    Um vielleicht Tips zu bekommen sich aus der Situation zu lösen.

    Ich habe gelernt und bin noch dabei, mit meiner Krankheit zu leben, lösen kann ich mich von ihr nicht mehr.

    Ich war 4 Wochen stationär in einer Klinik. Die Auseinandersetzung mit mir selbst unter professioneller Begleitung hat mir sehr geholfen.
    Eine Gefahr ist, dass man sich schnell mehr mit den Leidensgenossen als mit sich selbst beschäftigt.
    Gruppenbildung, Gruppendynamik usw….. Die sozialen Kontakte sind wichtig, Gespräche mit anderen Patienten, Bewegung, gemeinsamer Filmeabend etc., alles okay, aber bei sich bleiben und das Erfahrene immer wieder reflektieren, durchdenken, verinnerlichen. Das ist sehr anstrengend, aber es lohnt sich und Du wirst es brauchen.

    Nutze die Zeit für Dich und nimm’ das offen an, was Dir angeboten wird. Die Zeit vergeht schnell und bald verlässt Du wieder den geschützten Bereich.

    Und zum Schluss das Beste: Hier kannst Du Dich auch mitteilen, so oft Du willst und Du wirst verstanden werden und Du wirst Rückmeldungen bekommen.

    Viele Grüße

    Nayouk