Jump! aus dem Hamsterrad

  • Es berührt mich sehr

    Wow, liebe Api, das hat mich jetzt selbst sehr berührt! Was für eine tolle Zusammenfassung! Danke dir sehr.

    Aber freue dich bloß weiterhin auf deine Wohnung. Es gibt hier ja auch Beispiele, dass es sich sofort gut und richtig und befreiend angefühlt hat.

    Auf jeden Fall bin ich sehr gespannt wie es bei dir weiter geht!

  • Hallo Jump,

    ich habe mich gerade bei deinem Text wiedergefunden. Ich habe genau die selben Gedanken, was mach ich nur hier verlassen und alleine???

    Mir geht es nicht gut. Im Grunde fühle ich mich einsam und könnte nur losheulen. Dann kommen so doofe Gedanken wie, so schlimm war doch alles nicht, warum nutze ich nicht die Vorteile und genieße mein/unser Haus und gehe ihm weiter aus dem Weg? Mir ist bewusst, wie dir, dass es nicht richtig wäre.....und dennoch sind die Gedanken im Kopf!

    Am schlimmsten empfinde ich die Wochenenden. Unter der Woche bin ich am Arbeiten und kann vieles verdrängen.

    Liebe Grüße Petra

  • Hallo Petra,

    jemand hier im Forum hat mir mal geschrieben, dass durch eine Trennung doch zumindest die Chance besteht, dass es besser wird. Wenn ich drin bleibe, dann bleibt es auf jeden Fall so wie es ist.

    Mir macht es Hoffnung, dass andere hier auch erst durch ein Tief durch mussten. Und dann ging es aber immer besser.

    Aber ja, im Moment ist es noch bescheiden. Mir geht's genauso: mit Ablenkung funktioniert es gut, aber sobald ich zur Ruhe komme und es zu lasse, ist es ein Gefühl als sei der Boden unter mir offen.

    Bei mir kommt das Pendeln zwischen Haus und Wohnung dazu. Im Haus fühle ich mich frei. Ich singe lauthals mit, wenn ich Musik an habe. Ich trampele so doll wie ich will. Rede mit meinen Katern.

    In der Wohnung schleiche ich irgendwie auf leisen Sohlen. Bin still. Fühle mich wie eine Besucherin.

    Aber ich bin mir sicher, dass es einfach Zeit braucht. Petra, wie lange bist du nun schon ausgezogen? Ich habe deinen Faden damals gelesen. Ich muss zugeben, dass ich mich anfangs besonders für die Fäden interessiert habe, in denen die Partnerin noch geblieben ist. Wollte ich ja auch so gerne.

    Jetzt schaue ich nach den Beiträgen von denen, die ausgezogen sind 😊.

    Für mich finde ich es aufschlussreich, dass es weniger um die Entfernung zu meinem Mann geht, als um mein Zuhause. Wobei ich jetzt ja weiß er ist in der Reha, also kann mein Rettungs-Co sich auch gerade fein entspannen. "Spannend" wird es erst, wenn er in zweieinhalb Wochen zurück kommt. Also ich meine, ob ich dann auch noch so schön abgegrenzt bleiben kann.

    Was mir auch hilft ist, es als neues Kapitel in meinem Leben zu betrachten. Und als solches als Bereicherung, denn immer im alten Trott zu leben ist ja auch auch redundant: die Lebenszeit zieht unbemerkt weiter - kann's nicht gut erklären.

    Ich versuche tapfer zu sein und alles zu machen was mir helfen könnte. Das ist auch anstrengend. Aber so mache ich jetzt einfach weiter.

    Ich würde mich freuen, wenn wir uns weiter austauschen und uns gegenseitig stützen können.

    Alles Liebe, Jump! 🏵️

  • Hallo ihr Zwei,

    ich hatte ja den Vorteil im Mai ausgezogen zu sein. Ich war im Sommer viel unterwegs und hab mir auch die Wochenenden richtig voll gepackt. Jetzt hab ich mich an meine Wohnung ein bisschen gewöhnt und es fällt nicht ganz so schwer mal ein Wochenende zu Hause zu sein. Auch wenn der Blues manchmal kommt - er gehört dazu. Es gab ja auch die schönen glücklichen Momente, einen zufriedenen Alltag und es war das Gewohnte. Das alles ist uns vertraut und das neue muss erst seinen Platz in uns finden, wir müssen neue Routinen entwickeln, neu ins uns reinhören, was sich gut an fühlt und was wir lieber lassen sollten. Ich finde das ist eine spannende Reise und bisher habe ich es nicht bereut, diese Reise gebucht zu haben.

    sonnige Grüße Lütte

    "In dem Moment, wo Du eine Entscheidung triffst, formt sich dein Schicksal"

    Einmal editiert, zuletzt von lütte69 (4. November 2024 um 09:14)

  • In der Wohnung schleiche ich irgendwie auf leisen Sohlen. Bin still. Fühle mich wie eine Besucherin.

    Hallo Jump,

    mein erster Gedanke beim Lesen gerade eben war: Sie gibt sich selber doch auch gar keine Chance, daß das besser wird.

    Da ist nichts mehr zu spüren von 'jump'.

    Was wäre ohne Katzen? Andere Gründe zum Bleiben suchen?

    Viele Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo Jump,

    um die Gedankengänge mal weiterzuführen: Was passiert mit Dir wenn er wieder da ist und trocken bleibt?

    Du hast wohl augenscheinlich ein Ticket mit Rückfahrkarte gebucht.

    Das Problem wäre dabei ja die Zeit. Wie lange müsste er trocken sein und bleiben bis Du den Schritt zurück machst und die Angst vor einem Rückfall verschwunden ist? Das sind ja eigentlich Jahre.

    Ich bin mir sicher das Du das schonmal durchdacht hast, oder?

    lG WW

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Ich habe deinen Faden damals gelesen. Ich muss zugeben, dass ich mich anfangs besonders für die Fäden interessiert habe, in denen die Partnerin noch geblieben ist. Wollte ich ja auch so gerne.

    Jetzt schaue ich nach den Beiträgen von denen, die ausgezogen sind 😊.

    Jump! ganz ganz genau so ging und geht es mir auch!!

    Und PetraPetra ich freue mich auch sehr, Dich wieder hier zu lesen!

  • Hallo ihr Zwei,

    ich hatte ja den Vorteil im Mai ausgezogen zu sein. Ich war im Sommer viel unterwegs und hab mir auch die Wochenenden richtig voll gepackt. Jetzt hab ich mich an meine Wohnung ein bisschen gewöhnt und es fällt nicht ganz so schwer mal ein Wochenende zu Hause zu sein. Auch wenn der Blues manchmal kommt - er gehört dazu. Es gab ja auch die schönen glücklichen Momente, einen zufriedenen Alltag und es war das Gewohnte. Das alles ist uns vertraut und das neue muss erst seinen Platz in uns finden, wir müssen neue Routinen entwickeln, neu ins uns reinhören, was sich gut an fühlt und was wir lieber lassen sollten. Ich finde das ist eine spannende Reise und bisher habe ich es nicht bereut, diese Reise gebucht zu haben.

    sonnige Grüße Lütte

    Hab oft überlegt, wie es Dir wohl geht lütte69 !

  • Rede mit meinen Katern

    ...und es gibt gar keine Möglichkeit, die Kater zu Dir zu holen?

    Ich versuche tapfer zu sein und alles zu machen was mir helfen könnte.

    Da drück ich weiterhin die Daumen, dass Du das gut schaffst! Triffst Du Dich noch öfters mit Deinen Freundinnen, denen Du jetzt näher wohnst? Du hast ja jetzt einen kürzeren Arbeitsweg: hast Du Dinge, die Du in der frei gewordenen Zeit machst? ...außer morgens länger schlafen😀

    Oder nimmt das Pendeln zur Zeit noch viel Zeit ein...dann könntest Du Dir Pläne für Die Zeit nach dem Pendeln machen?

    Lg

    Api

  • Ich bin ja überzeugt, dass unsere Gedanken viel Einfluss auf unsere erlebte „Wirklichkeit“ nehmen. Und deshalb teile ich meine Beoachtung mit Dir - ignoriere sie, wenn das für dich nicht passt.

    In der Wohnung schleiche ich irgendwie auf leisen Sohlen. Bin still. Fühle mich wie eine Besucherin.

    Warum ist das denn so? Anfangs warst du doch glücklich mit der tollen neuen Umgebung, den netten Vermietern und der Aussicht darauf, es Dir in sicherem Abstand gemütlich zu machen.

    Sich selbst zu beobachten ist total gut, versteh mich nich falsch - aber manifestier da nicht gedanklich was, das dich ausbremst und einen Schatten auf die anfängliche Begeisterung wirft.

    Ich versuche tapfer zu sein und alles zu machen was mir helfen könnte. Das ist auch anstrengend. Aber so mache ich jetzt einfach weiter.

    Das liest sich nämlich für mich gar nicht so gut: „versuchen tapfer zu sein“ klingt als würdest du dich da - nicht wirklich überzeugt - durchschleppen. Fast ein bisschen, als würdest Du es nicht für Dich machen …

  • nicht wirklich überzeugt - durchschleppen. Fast ein bisschen, als würdest Du es nicht für Dich machen

    Ja, das ist mir auch gleich ins Auge gesprungen. Wahrscheinlich, weil mich das auf der Alkoholiker Seite triggert.

    Das Wort "Versuchen" (nichts zu trinken), ist bei einem Alkoholiker der Kopfsprung in den Rückfall. Frei übertragen. Mit der Faust in der Tasche nicht CO sein.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Hmmm. Ich habe jetzt 20 Jahre im eigenen Haus gewohnt. Und hatte in der Wohnung gerade mal insgesamt 10 Nächte mit Unterbrechung. Da finde ich es normal, dass ich noch fremdele mit der neuen Umgebung und noch keine freudigen Luftsprünge mache.

    Ich wollte darauf hinaus, dass es für mich ungewohnt ist wieder als Mieterin zu leben, mit anderen Leuten um mich herum, die aufgrund der baulichen Besonderheiten dieses alten Hauses, auch gefühlt jeden meiner Schritte mit bekommen. Und dass ich Zuhause eben bedenkenlos laut sein kann. Ist Jammern auf hohem Niveau, das weiß ich. Und da muss ich wohl auch noch an meiner Höhlen-Mentalität arbeiten 😅.

    Ich hatte gar nicht den Eindruck, dass ich anscheinend so negativ rüber komme. Aber ich bin auch keine Superheldin, die das alles spielend meistert. Und ja, ich habe das Gefühl ich muss zur Zeit sehr tapfer sein und bin es auch. "Kopf an - Gefühl aus" ist anstrengend auf die Dauer. Aber ich mache alles was mir einfällt, um die Situation einfacher für mich zu machen.

    klingt als würdest du dich da - nicht wirklich überzeugt - durchschleppen

    Es ist eher so, dass ich mich überzeugt durchschleppe. Weil ich sicher bin, dass es besser werden wird.

    aber manifestier da nicht gedanklich was, das dich ausbremst und einen Schatten auf die anfängliche Begeisterung wirft.

    Das nehme ich mir sehr zu Herzen. Ich freue mich auch durchaus weiterhin darauf, wenn ich sehr bald, dann ganz dort bin und meinen Lebensmittelpunkt richtig dort habe.

    Die Anfangseuphorie ist jetzt aber nun auch der Realität gewichen. Die Schwachpunkte einer Wohnung stellen sich erst heraus, wenn man drin ist. Aber auch das ist vermutlich meinen Ansprüchen geschuldet. Wäre es meine eigene Wohnung würde ich so viel anders machen/umbauen/investieren.

    Triffst Du Dich noch öfters mit Deinen Freundinnen, denen Du jetzt näher wohnst?

    Ja, total. Das habe ich letzte Woche richtig gut ausgekostet. Ich konnte aber bislang noch nicht richtig gut planen. Bald geht das dann und ich habe auch schon einiges vor 😊.

    Was passiert mit Dir wenn er wieder da ist und trocken bleibt?

    Du hast wohl augenscheinlich ein Ticket mit Rückfahrkarte gebucht.

    Ich habe eher ein Round-the-World-Ticket gebucht 😜.

    Die Wohnung wird sicher nicht für ewig sein. Der Vertrag geht über drei Jahre und ich finde das ist ein guter Zeitraum.

    Hört sich vielleicht komisch an, aber wenn mein Mann trocken bleibt, dann wäre es für mich umso besser in meiner Wohnung zu sein. Dann könnte ich noch ins Haus. Er könnte mich besuchen. Aber ich habe hauptsächlich mein eigenes, erfülltes Leben. Ich wäre da völlig fein damit.

    Deswegen sag ich ja, dass ich nur gewinnen kann.

  • Das hört sich toll an liebe Jump! !

    Und ja klar, das mit der Freiheit eines Hauses oder einer Eigentumswohnung ist irgendwie "Jammern auf hohem Niveau" aber das darf man trotzdem mal finde ich! Man darf auch über einen fiesen Schnupfen jammern, obwohl es Menschen gibt die Krebs haben. Solange man diese Realitäten nicht aus dem Auge verliert, und das machst du ja gar nicht.

    Waren trotzdem (für mich) spannende Fragen, die da von Alex_aufdemweg und Lanananana aufgeworfen wurden!

  • Liebe Jump,

    Aber ja, im Moment ist es noch bescheiden. Mir geht's genauso: mit Ablenkung funktioniert es gut, aber sobald ich zur Ruhe komme und es zu lasse, ist es ein Gefühl als sei der Boden unter mir offen.

    Genau so fühle ich auch, ich könnte ständig heulen und mich macht es auch sooooo wütend.

    Aber ich bin mir sicher, dass es einfach Zeit braucht. Petra, wie lange bist du nun schon ausgezogen? Ich habe deinen Faden damals gelesen. Ich muss zugeben, dass ich mich anfangs besonders für die Fäden interessiert habe, in denen die Partnerin noch geblieben ist. Wollte ich ja auch so gerne.

    Ich bin/oder stecke gerade in einer Übergangslösung. Ich wohne zur Untermiete bei Bekannten die ein halbes Jahr vereist sind. Nicht optimal, aber um herauszufinden ob es das Richtige ist, eine gute Option. 6 Wochen ist es her und wie schon erwähnt, fühlt sich das einfach nur bescheiden an. Ich bin weiterhin auf Wohnungssuche, denke aber, ich werde nicht das finden was ich möchte solang ich nicht selbst weiß, wie ich, wo weitermachen will/muss/soll!

    Ich würde mich freuen, wenn wir uns weiter austauschen und uns gegenseitig stützen können.

    Auf jeden Fall, dafür ist ja die SHG da.

    Ich finde das ist eine spannende Reise und bisher habe ich es nicht bereut, diese Reise gebucht zu haben.

    Hi, Du....schön von dir zu lesen....:love:

    Ganz ehrlich, auf diese Reise hätte ich verzichten können. :cursing: Gebucht habe ich sie auch nicht. Ich kann mir im Moment nicht vorstellen das ich diese/deine Sätze schreiben werde. Aber ich hoffe mal das es eintrifft.

    Und PetraPetra ich freue mich auch sehr, Dich wieder hier zu lesen!

    Hallo Api, ich war NIE weg, nur zum schreiben fehlte mir die Zeit und die Kraft. Ich freue mich auch dich zu lesen. :lol:

    Liebe Grüße Petra

  • Hmmm. Ich habe jetzt 20 Jahre im eigenen Haus gewohnt. Und hatte in der Wohnung gerade mal insgesamt 10 Nächte mit Unterbrechung. Da finde ich es normal, dass ich noch fremdele mit der neuen Umgebung und noch keine freudigen Luftsprünge mache.

    Hi Jump, genau so sehe ich das auch! Ich bin seit 35 Jahren verheiratet und habe auch über 26 Jahr im Haus und 30 Jahre in dem Dorf gelebt. Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Ich bin auch noch ewig von Luftsprüngen entfernt. Dazu kommt, ich bin auch gefährdet, denn der endgültige Cut ist noch nicht vollzogen.

    Hört sich vielleicht komisch an, aber wenn mein Mann trocken bleibt, dann wäre es für mich umso besser in meiner Wohnung zu sein. Dann könnte ich noch ins Haus. Er könnte mich besuchen. Aber ich habe hauptsächlich mein eigenes, erfülltes Leben. Ich wäre da völlig fein damit.

    Wie ich lese, ist bei der im Kopf auch noch nicht der endgültige Cut angekommen.


    Und ja klar, das mit der Freiheit eines Hauses oder einer Eigentumswohnung ist irgendwie "Jammern auf hohem Niveau" aber das darf man trotzdem mal finde ich! Man darf auch über einen fiesen Schnupfen jammern, obwohl es Menschen gibt die Krebs haben. Solange man diese Realitäten nicht aus dem Auge verliert, und das machst du ja gar nicht.

    Hallo Api, diese Worte gefallen mir........es ist wie es ist....und wenn es jemand gerade nicht gut geht ist es egal, denn im Moment ist es für denjenigen gerade schlimm.(auch wenns nur ein Schnupfen ist:roll:)

    Liebe Grüße Petra

  • hatte ich das Gefühl, die Schlange Kaa aus dem Dschungelbuch wollte mich hypnotisieren und dadurch in die tödliche Falle locken. Und diese Schlange ist nicht die böse Außenwelt,

    Rennschnecke, ich liebe solche ironischen Metaphern! Deshalb hole ich das mal zu mir.

    Was meine Schlange Kaa mir mit weicher Stimme zusäuseln will ist: ach koooom Jumpilein - er ist doch jetzt in Rehaaaa - er macht doch aaales was nur geht damit es besser wird - gib ihm doch eine Chaance, diesmal ist es aaanders....

    ähnlich wie das Krokodil beim KasperI

    Was das Krokodil bei mir macht überlege ich noch 🤔.

    Auf jeden Fall bin ich mit einer hypnotischen Zauberflöte und einem imaginären Schlappen (zum drauf hauen - ich hab da eher die Kasper-Mentalität) ausgestatten 😜

  • Hallo Jump,


    Hast Du Dir schon mal Gedanken drüber gemacht wie ein Leben nach dem Alk ausschauen könnte?

    Womöglich lebst Du mit einem Menschen der komplett anders ist.

    Und ein Leben in ständiger Sorge vor Rückfällen.

    Also ich kann das nicht.

  • Mein Luftschloss ist geplatzt.

    Meine Gefühle kann ich gar nicht beschreiben. Entsetzen. Trauer.

    Mein Mann ist nach zweieinhalb Monaten aus seiner Reha zurück gekommen, wo er sich vorbildlich eingebracht hat.

    Auf dem Rückweg hat er sofort! wieder getrunken und ist mit Fahne heim gekommen. Sofort!

    Ich habe direkt meinen Koffer gepackt und bin in meine Wohnung gefahren.

    Ja, ich hatte mich auf ihn gefreut. Ich war darauf vorbereitet, dass er wieder trinkt, aber nicht unmittelbar nach Entlassung. Ich dachte ich will die wertvolle Zeit, in der er klar und bei Bewusstsein ist, noch genießen.

    Nichts, keine Zeit.

    Er bagatellisiert es völlig. Wirklich vollkommen. Trotz Langzeit-Reha. Trotz bla bla bla in den letzten Wochen. Ich soll nicht so ein Drama machen, er schießt sich doch nicht ab. Er macht doch alles (oh wie ich diesen Satz hasse!). Er würde doch immer wieder auf stehen, wenn er hin fällt. Ich müsse mir keine Sorgen machen.

    Ich habe nur gesagt, dass ich jetzt nicht mehr da bin, wenn er fällt. Und dass es mir gerade nicht um ihn geht, sondern um mich.

    Es war alles ganz ruhig. Gefasst. Ich denke er war fein damit, dass ich gehe, weil er in Ruhe trinken kann. Ich wusste jede Diskussion ist sinnlos.

    Es gibt noch so viel mehr zu erzählen, aber ich lasse es für heute dabei.

    Ich fühle mich verwundet.

    Natürlich habt ihr das alles längst gewusst.

    Für mich ist es dennoch "gut", dass es sofort passiert ist und auch mit dem Wissen seinerseits, dass ich ihn Zuhause erwarte (Ich hatte frische Brötchen geholt, für abends sogar schon vorgekocht, alles "vorbereitet"). Ich dachte wir verbringen das Wochenende zusammen und dann gehe ich in meine Wohnung. Hätte er dann erst getrunken, hätte ich vielleicht gedacht es ist weil ich "weg" bin. So weiß ich, was ich sowieso eigentlich schon weiß, dass es mit meiner Anwesen- oder Abwesenheit nichts zu tun hat. Das entlastet mich sehr. Schuldgefühle sind nämlich schrecklich. Und auch wenn ihr mir tausend Mal sagt, es ist Quatsch, hätte ich sonst welche gehabt.

    Ich fühle mich im freien Fall. Und es tut in der Seele weh, dass er sich zerstört. Aber ich kann nix machen.

  • Ach Jump, dss tut mir so leid für Dich, das ist bestimmt sehr schmerzhaft.

    Nein, ich habe es nicht (so schnell) kommen sehen, hab aber ja auch noch nicht so viel Erfahrung mit meinesgleichen...

    Aber ich gebe Dir recht, besser gleich als später .. ich hoffe, Deine schöne Wohnung tut Dir jetzt gut. Alles Liebe!

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