Hallo Saby,
Es ist gar nicht so ungewöhnlich, das Co abhängige aus suchtbelasteten Familien kommen denke ich, man liest es jedenfalls oft. Bei mir ist es auch so, auch wenn andere Suchtmittel Thema waren.
Die Art die du beschreibst, kenne ich auch aus meinem Elternhaus.
Ins witzig gezogene Erniedrigungen und irgendwie wird einem das mitlachen aufgezwungen. Da dreht sich mir der Magen um, wenn ich lese was ihr da aushaltet.
Du bist nicht sicher ob er Alkoholiker ist, aber es spielt eigentlich gar keine Rolle, denn er trinkt und ihr fühlt euch in seiner Gegenwart dann sehr unwohl.
Du sagst ihm das und er schreit dich deswegen an, weil ihr euch unwohl mit ihm fühlt. Alleine das finde ich sehr hart.
Ich kenne das von mir, dass ich in eigentlich unfassbare Situationen oder Diskussionen oft komplett weg geschoben hab wie schlimm das eigentlich ist, und angefangen habe an mir zu zweifeln.
Ich find gut, dass du da klar mit bist dass seine Argumentation die Tatsachen verdreht und frech ist.
Ich denke wir fast alle haben versucht vorzuschlagen, der Partner solle mal reduzieren oder aufhören. Wenigstens einen Abend, ein Wochenende, unter der Woche,...
Ich hab es versucht mit sachlich argumentieren, an sein verantwortungsgefühl der Kinder gegenüber appellieren, offen die Gefühle dazu ansprechen, drohen, sogar belohnen fürs mitmachen war dabei, absurd eigentlich - meine "Zuwendung" ihm gegenüber hatte nichts damit zutun, dass ich das fühlte sondern war manipulativ-um ihn das von mir gewünschte Verhalten schmackhaft zu machen. So böse es klingt, es war nicht mal bewusst. Ich hab mich selber belogen und verbogen. Aber am Ende kann man die Sucht nicht weg meckern, argumentieren oder lieben.
Was man tun kann, kann man nur für sich tun, und seine Kinder. Man muss sich manchmal erstmal wieder finden, neu überdenken, was man vom Leben will, wie es aussehen soll.
Ich hab dazu geneigt die Frage ohne langes Überlegen mit "mit diesem Mann alt werden" zu beantworten, weil das mal mein Plan war, das habe ich irgendwann wirklich gefühlt. aber der plan war eigentlich total veraltet und ich habe mich in der Beziehung zu lange nicht gefragt was ICH wirklich (und jetzt aktuell) will, immer gedacht ich würde Kompromisse machen - wie das bei einem zusammen leben ja eben so ist, aber gar nicht gemerkt das ich eigentlich nur meine Grenzen verschoben habe um mich mit seinem kompromisslosen Verhalten irgendwie zurecht zu finden.