Beiträge von Jump!

    Danke Whitewolf!

    Mit "autistoid" meinte ich keine Persönlichkeitsstörung, wie z.B. schizoid oder so. Sondern er hat einfach ein bisschen was autistisches und das meine ich gar nicht pathologisierend, sondern ganz liebevoll beschreibend. So etwas wie Kalkül, doppelte Botschaft, Manipulation, über-Bande-spielen etc. ist ihm fremd. Er meint was er sagt und spricht ohne zu überlegen was das auslöst. Das mag ich. Das hat mich damals geflashed, das kannte ich so nicht. Auch wenn es mich manchmal auch ärgert, wenn ich z.B. vom Friseur komme und er ruft: ach du je, wie siehst du denn aus? 😂 Er meint das dann nicht böse, er zeigt nur seine Überraschung.

    Wenn er sagt "ich HOFFE ich bleibe abstinent", dann will er sich damit keine Hintertür offen lassen, sondern er würde sich fühlen wie ein Scharlatan, wenn er sagen würde: Ja, ich bleibe jetzt abstinent. Er will ehrlich sein mir gegenüber und keine Sicherheit geben, die es nicht gibt, auch wenn er sich das selbst wünscht.

    Nein, behandlungsbedürftig ist das sicherlich nicht. Ich finde das liebenswert-anders. Hat auch nichts mit der Sucht zu tun.

    Ja, der Punkt für mich ist, wie ich mit einem starken, Nein-sagendem Gegenüber klar komme. Oh je, das hört sich jetzt echt gestört an und soo schlimm bin ich nicht. Aber ich hab gerne die Fäden in der Hand. Ja, ich hab es auch manchmal ausgenutzt, wenn er betrunken war, dann hat er zu allem ja gesagt.

    In einem anderen Faden hat mal jemand geschrieben, es gäbe zwei Sorten von Co-Sein: entweder Helfersydrom oder machtbesessener Manipulator (ich sag's jetzt mal überspitzt). Ich fürchte ich bin eher zweites 😬. Also jetzt nicht so heftig wie es sich anhört und ich denke das schwankt auch hin und her und ist nicht wirklich so getrennt...aber in die Richtung. Oh je, ich mach' mich jetzt wahrscheinlich grad zum größten Unsympath.

    (Ich drücke mich oft etwas krass aus, weil ich damit die Dinge klarer auf den Punkt bringen will.)

    Alles Liebe von

    Jump! die aber auch sehr liebe Seiten hat :oops:

    Hallo Whitewolf,

    DANKE für deine klare und konfrontative Ansage!! Und deine Mühe meine Puzzel zusammen zu setzen!

    Ich will darauf eingehen...

    Was solltest Du denn mit so einer Info anfangen , steckt da überhaupt eine Info drinn?

    Ja, da steckte eine Info drin. Der Kontext war der, dass ich ihm gesagt hatte, dass ich überlege eine Wohnung zu kaufen und wir über das Finanzielle und Praktische geredet haben...und da meinte er der Aufwand würde sich nicht lohnen, es wäre besser was zu mieten, weil ich dann bald das Haus für mich hätte... Ich weiß, dass es sich für Außenstehende sehr schräg anhört. Er ist aber da tatsächlich sachlich und kein manipulativer Typ - das bin eher ich 🙈. Er ist mehr so ein bisschen autistoid, also ihm ist tatsächlich nicht klar was er bei anderen auslöst.

    Wenn er wüsste wovon er da spricht, dann käme das sowiso nicht mehr über seine Lippen.

    Leider weiß er sehr genau von was er spricht, denn er ist nicht nur Betroffener, sondern auch EKA und Angehöriger.

    zu Extremdarstellungen zu neigen.

    Nein, im Gegenteil, er ist ein: sehr "nüchterner Typ" wollte ich jetzt grad schreiben 🤦🏼‍♀️. Also ein ruhiger, zurückhaltender Mensch. Ich fürchte ich fasse seine schlimmsten Momente aus 20 Jahren hier zusammen und dann wirkt das so extrem.

    Frag Ihn doch mal ganz direkt was passieren würde, wenn Du Dich entschliesst Deine Klebestreifen von den Schuhen zu nehmen?

    Klar habe ich ihn das schon gefragt. Er sagt dann er "hofft", dass er trocken bleiben würde, aber er weiß es nicht. Diese "was wäre wenn - Fragen" hasst er und damit kann er auch nichts anfangen (eben "autistoid").

    Dieser " Schockzustand" hat ja nicht gereicht wenn ich das richtig gelesen habe?

    Doch! Für mich hat das eine sehr große Wende eingeleitet! Und für ihn auch!

    Dieser "Schockzustand" kam ja übrigens auch nicht von selbst. Ich hatte ja schon seit Monaten im Forum still mitgelesen und daher aufgehört mich als "Trockner" zur Verfügung zu stellen. Sonst hat er am Wochenende aufgehört/ist in Entzug gegangen und war dann montags wieder "fit" um weiter zu machen. Ich bin aber dann am Wochenende weg gegangen...und so ist er nicht mehr raus gekommen - das war der Unterschied zu vorher. Hilfe durch Nicht-Hilfe. Denn so schlimm der Anfall war, es hat alles verändert.

    Es wäre vermutlich besser für Ihn wenn er die kommende Reha ohne Partner angeht.

    DAS ist etwas worüber ich mir schon die ganze Zeit Gedanken mache!!! Auch Hobbes hatte ja schon geschrieben, dass er denkt, dass ein Alkoholiker seine Sucht nur alleine angehen kann. Aber das wäre SEIN Ding das für sich zu entscheiden, oder? Wäre doch auch wieder co, wenn ich ihn verlasse, damit er bessere Chancen hat es wirklich dauerhaft und ernsthaft zu schaffen?

    Hört sich jetzt wahrscheinlich alles sehr nach Entschuldigen und Herausreden an - ich kann aber versichern, dass ich mir jeden einzelnen Punkt sehr zu Herzen nehme!

    Danke!

    Jump! 🏵️

    Damit will er Dir schon vorab Schuldgefühle einreden und Dich an sich binden.

    Nee, das glaube ich nicht, so ist er nicht. Er sieht das wirklich so. Da spricht seine echte Resignation. Er versucht nicht mich zu binden. Das bin ich selbst, die sich nicht lösen kann oder will. Aber ja, heftig ist das! Und ich muss damit ja innerlich irgendwie umgehen.

    Hallo Ihr lieben wilden BefreiungskämpferInnen*,

    ich war ja im Urlaub...ab und zu habe ich aber auch mal ins Forum rein geschaut und ich staune immer wieder welche Entwicklung hier viele machen!

    Urlaub war sehr sehr schön. "Wanderurlaub" wäre jetzt zu sportlich bezeichnet, aber immerhin haben wir einen (kleinen) Berg bestiegen und zwei Küstenwanderungen gemacht. Wir reisen immer von Ort zu Ort... Alkohol war völlig unwichtig. Ich hatte etwas Sorge, weil in den Unterkünften ja oft ein "Begrüßungswein" steht - war aber nur einmal so. Früher hätte ich das direkt weg geschüttet, einfach weil ich mir keinen Kopf drum machen wollte (auch weil ich sonst nachdenke ob ich das selbst trinken will). Diesmal war es einfach unwichtig und ich hab nach kurzem völlig vergessen, dass diese Flasche im Kühlschrank steht.

    Beim Essen-gehen waren viele Gerichte mit Wein in der Sauce. Da habe ich erst überlegt, ob ich mir das dann ebenfalls nicht bestelle...aber dann dachte ich, dann kann er halt nicht probieren bei mir. Er findet das Quatsch - der Alkohol würde beim Kochen sowieso verdunsten... Das sind dann die Momente in denen ich Zweifel habe, ob er es schafft mit der Abstinenz. Er sagt: "ich weiß doch, dass ich nichts trinken darf". Ich: "Aha, du sagst 'darfst' und nicht 'will' - das spricht Bände". Er findet das ist Wortklauberei. Überhaupt meint er ich würde ihn mit meiner Besserwisserei nur klein machen und er würde das alles nur noch mit seine SH-Gruppe besprechen. Okay. Hat er recht. Ich muss das lassen. Ich kann nichts machen...

    Aber was ich machen kann ist, dass ich jetzt einen Urlaub nur für mich alleine gebucht habe. Während er in der Reha ist wären wir eigentlich durch den Kaukasus gefahren. Ich habe überlegt das alleine zu machen, aber mit Allrad alleine durch die Berge ist mir dann doch too much. Jetzt habe ich einen spannenden Städteurlaub gebucht...und knüpfe damit an Früher an, als ich viel alleine gereist bin. Freu' mich drauf!

    *Ich fühle mich zur Zeit irgendwie so frei. Ich dachte schon, vielleicht muss ich ja gar nicht "springen", sondern gerade wachsen mir Flügel!

    Vielleicht mache ich mir aber auch nur was vor, jetzt wo mein Mann weiterhin nüchtern ist und ich wieder Hoffnung habe. Da ist es leicht sich wieder stark zu fühlen. Aber ich bereite mich auf alles vor. Auch finanziell schaue ich, dass ich liquide bin. Mein Mann meint ich bräuchte mir keine großen Gedanken zu machen wo ich dann wohne, denn wenn ich ausziehe, dann hätte er sich sowieso innerhalb eines halben Jahres tot gesoffen und ich hätte das Haus für mich (er wäre aber auch bereit auszuziehen). Er sagt das gar nicht als Drohung oder manipulativ, sondern ernst und sachlich. Für ihn war der Anfall ein "Nahtot-Erlebnis" und er weiß er ist komplett am Ar..., wenn er rückfällig wird.

    Im Moment erlaube ich mir jedefalls die Gegenwart zu genießen. Ich fahre auf Sicht.

    Jump! 🏵️

    Liebe wardasalles,

    ich habe auch den Eindruck, dass du deine Grenzen sehr klar und entschieden steckst und dich keinesfalls von dem Sinneswandel deines Mannes blenden lässt oder hoffst "dann wird alles gut". Ich finde du machst das toll! Setzt dich mit dir auseinander, gehst Schritt für Schritt und stellst dich und deine Bedürfnisse an erste Stelle. Es dennoch zu begrüßen, dass dein Mann ein wenig Einsicht zeigt, sollte doch erlaubt sein. Ich denke du siehst das durchaus mit der nötigen Distanz und "Skepsis" und gehst deinen Weg weiter.

    Alles Liebe,

    Jump! 🏵️

    Hallo Liesel,

    meine Fragen waren nicht als Vorwurf gemeint, tut mir leid, wenn das so rüber kam. Ich wollte die guten Ideen einfach nochmal aufgreifen. Und da dein Faden ja schon über 300 Beiträge hat wusste ich auch nicht ob manches schon beantwortet wurde...

    Wegen dem Sorgerecht verstehe ich nicht warum das unbedingt eine "Schlammschlacht" werden müsste. Das Sorgerecht bleibt ja meistens ein gemeinsames. Selbst bei Kindern die fremduntergebracht werden haben die leiblichen Eltern oft noch das Sorgerecht. Vielleicht meintest du das Umgangsrecht, was getrennt davon entschieden wird. Dann gibt es noch das Aufenthaltsbestimmungsrecht, die Gesundheitsfürsorge etc. und das kann alles einzeln geregelt werden.

    Eine Beratungsstelle finde ich eine gute Idee, weil du dort auch Infos dazu bekommst wie du die Süchte mit deiner Tochter besprechen kannst, auf altersgerechte Weise. Es gibt auch Materialien, Handouts die sich direkt an Kinder/ Jugendliche wenden. Manchmal auch eine Gruppenangebot. Kann auch ein Ort sein, um mit anderen Müttern Netzwerke zu bilden...

    Ich finde es gut, dass du am Ball bleibst, jetzt auch mit deiner Tochter so viel unternimmst. Selbstständig zu sein ist ja auch herausfordernd und alles unter einen Hut zu bringen ist wirklich viel.

    Alles Liebe,

    Jump!🏵️

    Hallo Liesel,

    ich habe mir nochmal einige Seiten deines Fadens angeschaut.

    Du hattest vor längerem geschrieben du würdest dich demnächst rechtlich beraten lassen? Hast du das gemacht?

    Du wurdest darauf hingewiesen, dass es auch für Angehörige von Spielsüchtigen in Suchtberatungsstellen Beratung gibt - warst du mal dort?

    Du wolltest dich auch einer Freundin anvertrauen. Hast das gemacht? Hast du hier Rückendeckung?

    Du hattest den Vorschlag bekommen dir selbst therapeutische Hilfe zu suchen. Ist das eine Option für dich? Du hörst dich sehr antriebslos und resigniert an.

    Du schreibst, dass du finanziell gut genug aufgestellt bist, um jederzeit gehen zu können. Wieso machst du es dann nicht? Wenn du ausziehst wäre die angedachten Möglichkeit eines Au-Pair vielleicht umsetzbar? Oder ich weiß nicht wie du es aktuell machst, wenn du beruflich über Nacht weg bist? Ist deine Tochter dann bei ihm? Er ist aktuell ja nüchtern. Das Problem mit den beruflichen Reisen ist ja das selbe, ob du nun ausziehst oder nicht.

    Ich fand auch die Idee gut, sich mit den Eltern ihrer Freundinnen zu besprechen, ob deine Tochter dort übernachten kann, wenn du weg bist. Du kannst dich dann ja auch revanchieren, wenn ihr eine eigene Wohnung habt. Sie kann dann ganz unbeschwert Freundinnen mit nach Hause bringen.

    Du schreibst, dass du "eigentlich" nicht seine Schulden bezahlen willst. Das hört sich an als überlegst du es trotzdem zu machen?

    Ich frage mich wie dein Leben ohne deinen Mann aussehen würde? Wie stellst du dir das vor? Hast du eine Vision? Wie siehst du ein unabhängiges Leben mit dir und deiner Tochter?

    Nach vorne schauen!

    Jump 🏵️

    Hallo SouthAfrika,

    ich hatte schon mehrmals begonnen dir zu schreiben - und immer kam was dazwischen... jetzt aber!

    Ich bin bestimmt kein aufbauendes Beispiel. Mein Mann war schon mehrals in der "Qualifizierten Entgiftung" (= 2 Wochen zum körperlichen Entzug, teils auch mit therapeutischen Inhalten ) und hat drei stationäre Rehas gemacht (jeweils 8-12 Wochen). Fürchte ich bin sozusagen sowas wie dein "Anti-Held". - Die Statistiken sprechen ja für sich und ob gerade dein Partner die Ausnahme wird, kann niemand wissen.

    Es ist klasse, dass du dich hier im Forum umschaust. Vielleicht hilft dir das Co-Muster zu erkennen und einen gesunden Umgang für dich zu finden.

    Ein paar Sachen sind mir aufgefallen und ich erlaube mir Mal was dazu zu schreiben.

    aber wer Südafrika kennt, weiß vielleicht, dass 99% der Bevölkerung hier nach unseren Standards als Alkoholiker gelten würde.

    Das sind natürlich Umstände, die das Ganze nicht gerade begünstigen. Aber vor allem frage ich mich wo hier deine EIGENEN Standards sind? Wo ist deine Grenze? Ich hatte in meiner großen, weitverzweigten Herkunftsfamilie quasi auch "südafrikanische Verhältnisse". Dadurch waren meine Grenzen was "normal" ist sehr geweitet...

    Wir sind im November zusammen gezogen

    Ich frage mich wie es kommt, dass du, nachdem schon alle Warnsignale auf rot waren, dennoch mit ihm zusammen gezogen bist? Ich meine nicht die äußeren Gründe....hier wieder die Frage nach Standards. Was erwartest du von einer Beziehung? Bekommst du das?

    die Frage: Hat er sich nur unter Alkoholeinfluss in mich verliebt?

    Für mich ist die Frage: wie kommt es, dass DU dich in ihn verliebt hast, obwohl er von Anfang an so viel getrunken hat? Ich meine das jetzt überhaupt nicht moralisierend, sondern als ernste Frage an dich selbst. Ich erwarte auch keine Antworten. (Bei meinem Mann bin ich sicher, dass er mich liebt - mit oder ohne Alkohol).

    die Rückmeldungen von seinem Betreuer geben mir auch ein positives Bild.

    Bei meinem Mann war jeder einzelne Therapeut immer sehr "begeistert", wenn ich das mal so nennen darf. Immer top Prognose. Er hat alles gegeben, super mitgearbeitet, reflektiert, radikal ehrlich. Hat trotzdem nicht gereicht.

    Ich habe den Eindruck, dass das Konzept in Südafrika wohl anders ist. Das mit dem Brief kenne ich in der Form, dass es in einem Seminar die "Übung" gab, dass mein Mann sich hinter mich stellen sollte, die Hand auf meiner Schulter. Und ich sollte dann sagen was mich alles verletzt hat. In der Gruppe, reihum. Das war aber in der Langzeitreha.

    Den Partner zu "bewachen" nach der Entlassung ist nie verlangt worden, im Gegenteil!!!! Das wäre ein absolutes No-Go.

    Ich verstehe, dass Trennung für dich nicht in Frage kommt (wer könnte DAS besser verstehen als ich...), aber vielleicht machst du schon mal einen Plan B?

    Südafrika! Das hört sich so nach Abenteuer, Freiheit, Sehnsucht an. (bei allem Elend...ich weiß schon..) Ich bin früher auch sehr viel im Ausland gewesen, eine wahnsinnig tolle Zeit. Lass' dir das nicht kaputt machen!

    Alles Liebe,

    Jump! 🏵️

    Liebe Liesel,

    wie ein Zombie

    Ja, genau dieses Wort "Zombie" hatte ich auch immer im Kopf!

    Für mich hieß das, dass er wie ferngesteuert war und grauenhaft verändert.

    Ja, ich glaube die Sucht macht das Desinteresse. Aber es nützt dir ja nichts das zu verstehen, du kannst dich nur versuchen davor zu schützen. Ich weiß grad nicht wie das in den Filmen ist, ob die da weg gerannt sind oder versucht haben einen Zombie zu retten? Ich bin so ein Schisser, ich kann gar keine Horror-Filme gucken, nicht mal solche harmlosen. 😅

    Bestimmt hast du dich schon bei der Schuldnerberatung informiert. Wirklich schlimm!

    Ich glaube bei mir wird es ein spontaner Sprung, ungeplant. Ich vertraue darauf, dass ich merke wenn es soweit ist. Eben hab ich Sport gemacht und als ich meine üblichen Übungen durchgezoen habe, da ist auf einmal so eine lustvolle Spontanität hoch gekommen und ich hab pötzlich ganz neue Bewegungen gemacht, mit den Hüften gewackelt, einfach den Körper machen lassen ... Also ich bin noch weit davon entfernt durchs Zimmer zu tanzen, aber es hat sich gut angefühlt. Ob das schon ein bisschen als "Tat" zählt 😜.

    Dran bleiben ist mein Motto.

    Alles Liebe,

    Jump! 🏵️

    Heute bin ich besonders früh aufgestanden, weil ich einfach nicht mehr schlafen konnte. Als ich mich im Bett rumgewälzt habe, musste ich daran denken wie viele schlaflose Nächte ich schon hatte. Weil ich den Alkohol -Geruch nicht ertragen hatte, das Schnarchen, ich gedanklich in Endlos-Schleifen versunken bin. Gestern hatte ich einen extrem anstrengenden Tag auf der Arbeit. Als ich heim kam war mein Mann in der SH-Gruppe, eine meiner Katzen hat mich begrüßt und ich hab mich so sehr gefreut, dass er gleich nüchtern sein wird, wenn er heim kommt und ich ihm dann von meinem heftign Tag erzählen kann. Doch eigentlich was ganz Normales. Für mich nicht. Er hat zugehört, meinte "jetzt mach' ich uns erst Mal einen Tee" und es war wirkliche Nähe da. Ich glaube ich bin gar nicht so ein Bindungs-Freak sondern da ist einfach sehr viel verschüttet gegangen. Ich habe es verschütten lassen.

    Auf dem Heimweg hatte ich im Forum gelesen, dass RH sich verabschiedet hat. Mittags wollte ich eigentlich nochmal schreiben, hatte aber keine freie Sekunde und dann war der Faden schon zu. Ich fürchte mein Beitrag war der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Ich hatte mich gestern schon den ganzen Tag gefragt weshalb ich das bei ihr geschrieben hatte. Nicht weil ich inhaltlich etwas falsch finde, gar nicht. Aber warum das für MICH wichtig war. Zuerst dachte ich: na toll, jetzt wolltest du dich auf ihre Kosten als die tolle Kinder-Versteherin profilieren. Aber das stimmt nicht. Das ist einfach ein sehr tiefes Anliegen von mir. Es ist eben nicht nur die rohe körperliche Gewalt oder das Rumschreien, Streiten, sondern auch wenn der Alkoholiker 'immer friedlich' ist und 'nur schläft' oder 'weniger trinkt' ist das für Kinder schädigend. Es ist für Betroffene oft nur weniger greifbar, was es alles andere als einfacher macht.

    Und dann bin ich drauf gekommen was mein Beitrag mit mir selbst zu tun hat. Ich hatte Sorge RH beschönigt ihre Situation - und DAS ist mein eigenes Thema. Diese Angst weg zu gucken. Meine eigenen Grenzen doch wieder auszuweiten. Wo setze ich denn den Punkt an dem ich gehe? Wäre es von jetzt auf gleich wieder so schlimm wie Anfang des Jahres, dann wäre es klar (oder auch nicht, denn diese "wenn's" sind ja sehr fraglich). Aber es geht soo langsam...er trinkt "nur" morgens und ist nüchtern, wenn ich da bin. Dann hat er vielleicht nach Wochen irgendwann 0,3 oder so - ach, ist ja so wenig, da darf man ja sogar noch Auto fahren. Dann 0,5.... Aber er geht ja in Reha, da kriegt er das wieder in den Griff . So geht es Stück für Stück. (Also ich hoffe nicht, aber das ist meine Befürchtung). Und hier im Forum würde ich es dann vielleicht klein reden. Weil ich den Rückhalt nicht verlieren will, aber auch genau wüsste, dass ihr mir das gnadenlos (und zu Recht) um die Ohren hauen würdet.

    Es gibt doch so ein Sprichwort: ich sehe den Splitter im Auge des anderen, aber nicht den Balken im eigenen. Oder so ähnlich. Das stimmt.

    Aber die Katze ist jetzt aus dem Sack! Die krieg ich da sowieso nicht mehr rein. Ich geh jetzt Schritt für Schritt.

    Jetzt kommen erst Mal zwei Wochen Urlaub. Das ist Natur, Atmen, Wandern, Lesen, Treiben lassen, Schlemmen. Alkohol hat im Urlaub seit Jahren keine Rolle gespielt. Essen gehen wir immer mittags, auch weil es uns nervt, wenn dauernd mit der Weinkarte gewedelt wird, aber vor allem weil wir früh auf stehen, nach dem Laufen hungrig sind und abends längst schlafen, wenn es im Süden los geht. Ich freu mich. Und hab Angst. Wer hoch fliegt kann tief fallen. 🤦🏼‍♀️ Jetzt reicht's aber echt mal mit meinen Sprichwörtern...

    Jump! 🌴

    Soo gut, so viel Feedback zu bekommen! Ich bin immer wieder neu gerührt, wenn andere, doch eigentlich fremde Menschen, sich so viel Zeit nehmen um mir zu schreiben.

    Liebe Liesel, ich freue mich mal wieder etwas von dir zu hören. Ich kann nur erahnen wie schlimm es sein muss, wenn durch Spielsucht dann auch noch dermaßen viele Schulden entstehen.

    Liebe RH,

    jetzt schreibe ich auch mal bei dir. Du bist mir richtig ans Herz gewachsen mit deinem Ringen um dich selbst und der Bereitschaft dich jeden Tag neu mit dir und deiner Situation auseinander zu setzen. Wie du selbst geschrieben hattest: indem du hier schreibst willst du dir bewusst den Rückwärtsgang versperren und dran bleiben.

    Ich will hier jetzt nochmal den Fokus auf deine Kinder setzen. Ich will dir damit nicht weh tun. Ich weiß dass du selbst am meisten mit dir ringst. Trotzdem. Ich habe mir nochmal deinen ganzen Faden durchgelesen, nur mit dem Blick auf deine Kleinen.

    Manche denken ja, dass es für kleine Kinder weniger schlimm sein könnte, weil sie es noch nicht verstehen. Aber das Gegenteil ist der Fall. Du weißt das wahrscheinlich sowieso aber ich schreibe es nochmal zur Sicherheit und weil ja auch andere still mit lesen. Kleine Kinder, Säuglinge, Toddler, Kindergarten-Kinder sind umso mehr gefährdet, weil sie die Situation noch nicht einordnen, verstehen können. Sie spüren, riechen, schmecken, hören...und es prägt. Es prägt immer. Es ist zutiefst verwirrend für ein Kind das alles unter einen Hut zu bringen, die Stimmungsschwankungen, die Veränderungen im Ausdruck, die unterschiedlichen Reaktionen, Spiegelungen. Die eigene Wahrnehmung wird zutiefst verunsichert bzw. kann sich bei kleinen Kindern gar nicht erst richtig entwickeln. Es ist nicht erst ein Schaden entstanden, wenn das Kind Symptome entwickelt. Manche Kinder passen sich (unbewusst) früh an, bleiben unauffällig, z.B. weil sie die Mama nicht zusätzlich belasten wollen. Der Beginn selbst Co zu weden . Viele bekommen psychosomatische Beschwerden, villeicht auch erst als Erwachsene.

    Du schreibst:

    Also ich mache jetzt meine kleine fertig, und das ohne größtmöglichen Lärm damit er vielleicht doch noch erwacht

    Das ist ein gutes Beispiel. Deine Kleine merkt dass sie leise sein muss, sie spürt deine Anspannung... Ich weiß, dass du das aus einem guten Grund so gehandhabt hattest. Aber für sie ist das dennoch ein Baustein von vielen vielen kleinen Bausteinen, die eine Wirkung haben.

    Gerade für meine 3 jährige ist es auch sehr schwer, wenn er tagelang weg bleibt und dann zwar kommt aber tagelang im Bett liegt. Ihr fehlt ihr Vater ..

    Ihr fehlt ein verlässlicher Vater. Wenn er mal gut und dann wieder unberechenbar oder weg ist, dann ist das mehr als ein "es fehlt ihr" . Sie bekommt vor gelebt es ist normal, sie verinnerlicht das.

    kann ich ja bloß versuchen vorzuleben, was ich mir für sie auch wünsche.

    Ganz genau!

    jetzt Schlussfolgerungen ziehen was aus meinen kindern werden könnte, bringt ja nichts

    Doch. Ich fürchte du wirst dir später große Vorwürfe machen. Du bist viel zu reflektiert, um das nicht zu sehen.

    Inzwischen war unser Baby geboren und mit Kleinkind und neugeborenem stand mir nicht der Sinn danach mich mit ihm zu befassen und er rutschte immer weiter ab.

    Na klar hast du dich um deine Neugeborene gekümmert. Richtig so! Bitte weiter so. Auf diesem Weg bist du ja auch.

    Alle vorherigen Männer in meinem leben waren auch irgendwie meine Projekte

    Bitte mach jetzt deine Kinder zu deinem Projekt. Das ist das wichtigste! Hol' sie aus diesem Umfeld raus. Auch das familiäre Umfeld mit den Feiern, die in Streit ausarten, der Alkoholtorte, die an deine Kleine verfüttert wurde...all das.

    Ich weiß, es ist fies die Zitate so zusammen zu basteln. Da könnte man bei mir auch ganz schön loslegen. Ich verstehe auch was du meinst. Es gibt ja immer das schöne Beispiel vom Flugzeug, dass Mütter sich bei einem Druckabfall zuerst selbst die Sauerstoff-Maske anziehen sollen und dann erst den Kindern. Aber in diesem Fall wäre es besser erst gar nicht mehr in das Flugzeug zu steigen. So leid es mir tut.

    Ich lass' das mal so stehen.

    Alles Liebe,

    Jump! <3

    Ich hänge noch an dem Begriff "dysfunktionale Beziehung". Das hört sich so schön sachlich an, fast technisch, so als ob man es doch auch reparieren können müsste, wie einen Schaltkreis. Oder systemtheoretisch so als könnte ich, indem ich eine Variable ändere - nämlich mich -das ganze System beeinflussen. Schön wär's.

    Ich hatte ja anfangs schon die Frage gestellt: geht ein neues Leben im alten?

    Natürlich frage ich mich ständig ob ich ins offene Messer laufe, wenn ich mich nicht trenne/ausziehe. Aber genau deshalb habe ich mich hier ja angemeldet. "Jump!" ist meine Affirmation und mein Versprechen an mich selbst, dass ich es schaffe, wenn es soweit ist. Denn dann werde ich euch brauchen. Ich habe mich ja nicht für ungefähr hier angemeldet, nachdem! der Wendepunkt kam. Ich will sicher gehen, dass ich das Karussell verlasse, wenn es wieder anfängt zu drehen, notfalls mit Sprung und Fallschirm. Und ich hoffe ihr seid dann mein Fallschirm.

    Ich traue mir selbst nicht über den Weg, habe Sorge meine Grenzen wieder zu dehnen. Der innere Zeigefinger ist immer da. Sobald es "kuschelig" wird gehen bei mir alle Lampen auf rot und ich muss den Rückwärtsgang einlegen. Ich glaube bei mir ist das fast schon autoaggressiv. Ich meine generell. Ich nehme nie die Abkürzung - immer den langen Weg, nehme nie die Rolltreppe, verlange mir immer alles ab. Da ist diese riesige Wut. Auf mich. Ich sage mir (und nur mir): der Alkoholiker kann ja nichts dafür, weil er krank ist - aber ich bin einfach nur zu blöd. Ich könnte doch einfach gehen. Problem gelöst. Ich glaube wenn mein Mann seine Sucht los wäre, wenn er mich einfach nur verlassen müsste, dann wäre er längst weg.

    Ich weiß natürlich, dass das alles Unsinn ist. Das ist ja auch das Problem: jede These erzeugt sofort eine Anti-These. Kein Wunder, dass ich Migräne bekomme.

    Andere reden hier von Liebe - ich rede von Schaltkreisen 🤦🏼‍♀️. Was ist mit mir los, dass ich mit so wenig Beziehung zufrieden bin? Ist das eine übertriebene Autonomie, Angst vor echter Nähe, eine Bindungsstörung...

    Wardasalles hat woanders geschrieben, dass eine äußere Veränderung nichts bringt, wenn man Innen nicht auch was verändert (so hab ich es jedenfalls verstanden). Ich denke das stimmt. Oft braucht man aber auch erst die äußere Veränderung (Auszug, Trennung), um die Innere hinzukriegen. Ist bestimmt bei jedem anders. Ich selbst hatte ja schon mal zwei Jahre eine Zweit-Wohnung. Hatte bei mir nur dazu geführt mich umso mehr zu binden...

    Ich habe im Moment das Gefühl meine Erkenntnisse gallopieren mir davon und ich komme einfach nicht hinterher.

    Jump! 🏵️

    Hallo Nova ,

    ich hab deinen Faden jetzt gelesen. Jetzt weiß ich auch warum ich es nicht mehr zuordnen konnte - er hört ja im März letzten Jahres auf.

    Du hast tatsächlich eine beachtliche Entwicklung gemacht! Respekt! Schade, dass du nicht im offenen Bereich weiter geschrieben hast wie du an den jetzigen Punkt kamst.

    Alles Gute,

    Jump!

    Liebe Alexa, was bin ich froh, dass du wieder da bist!

    Ich finde es einfach großartig, dass du in deine eigene Wohnung ziehst! Es ist die schlauste Entscheidung, nicht die dümmste. Wenn er es schafft, dann könnt ihr doch auch in getrennten Wohnungen zusammen sein. Aber du hast deine eigene sichere Höhle. Du kannst ihn nicht retten! Auch wenn du das weißt wiederhole ich es, auch für mich selbst. Ich muss sagen, dass das glücklichste Paar, dass ich in meinem Freundeskreis habe zwei sind, die jeweils in der eigenen Wohnung leben. Und das seit 25 Jahren, glaube ich.

    Wie du Melancholie und Depressionen beschreibst...das ist so treffend. Wenn du nicht mehr dauernd mit deinem Partner beschäftigt bist, dann kommt das vielleicht noch mehr an die Oberfläche...deine eigenen Themen. "Da geht der Weg lang" .

    Übrigens das Lied "Tango im Tr..." (Titel sollen wir glauben ich nicht nennen), das habe ich auch immer gehört, besonders in der schlimmen Zeit. Es hat was befreiendes und der Text ist deutlich, aber der Stil, der Rhythmus und irgendwie die Art des Liedes hatte auch so einen trotzigen Effekt bei mir, der das Bleiben beschönigt hat. Oh je...hoffe du verstehst was ich meine.

    Soweit erst Mal.

    Alles Liebe, Jump! 🏵️

    Danke Linde, ja das ist mir bewusst. Er würde (zum Glück) nie hier rein schauen, weil sowas gar nicht sein Ding ist. Also generell im Internet surfen...

    Trotzdem Danke! Bei solchen Hinweisen fühl mich dann so beschützt. Schönes Gefühl!

    Jump!

    Hallo Nova,

    vielen Dank für deine Antwort! Ich hatte deinen Faden auch verfolgt. Und mich in manchem wieder gefunden.

    Und ich sehe da auch nochmal einen Unterschied, ob ich es mit einem Alkoholiker zu tun habe, der 0,0 gewillt ist, an seiner Situation etwas zu ändern. Der keine Einsicht zeigt und die Verantwortung oder Schuld dann lieber alles und jedem anderen gibt, als bei sich anzufangen.

    Das sehe ich auch so. Mein Mann hat ja nun, seit dem Anfall, auch eine starke Entschlossenheit abstinent zu bleiben. Die hatte er vorher auch schon mehrmals, er war ja auch immer wieder lange Zeit trocken. Wurde leichtsinnig, dachte jetzt kann er kontrolliert trinken...bis es dann Ende letzten Jahres gekippt ist. Und ich bin trotzdem geblieben. Ich betone das, weil ich mir selbst nicht so recht traue, wenn ich sage: ich bleibe nur, wenn er trocken bleibt - sobald er rückfällig wird gehe ich.

    Soweit ich das beurteilen kann ist er jetzt jedenfalls trocken geblieben. Er geht auch in eine Selbsthilfe-Gruppe. Und er wirkt so als meint er es ernst. Das nimmt mir zur Zeit etwas "den Wind aus den Segeln". Ich habe wieder Hoffnung. Und natürlich auch Sorge wir drehen uns nur eine weitere Runde im Karussell. Trotzdem will ich im Moment nicht aussteigen.

    den längeren Weg mit Entgiftung und LZT

    Was meinst du denn mit LZT? Eine ambulante Psychotherapie? Oder eine stationäre Reha?

    Mein Mann hat gestern die Bewilligung zur stationären Reha bekommen und wir waren beide geschockt: Aufnahme ist erst Mitte September! Er hatte noch vor drei Wochen in der Klinik angerufen und gefragt wie die Wartezeiten sind und da hieß es noch Ende Juni.

    Wenn ich hier im Forum bei den Alkoholikern mitlese, dann habe ich immer das Gefühl: Wow! So unglaublich reflektiert! So achtsam und radikal ehrlich und vorausschauend. Sozusagen "Premium-Qualität" (*liebevoll ironisch gemeint). Ich hab dann den Drang meinem Mann schlaue Kommentare aus dem Forum zeigen zu wollen, aber halte mich (meistens) zurück. Letztens hatte ich mal weder Redebedürfnis und gesagt, dass ich fürchte er will sich nur "aus der Sucht raus schleichen", bla bla bla. Er hat die Augen verdreht und meinte er bespricht das in seiner Selbsthilfe-Gruppe und nicht mit mir. Punkt. Finde ich ja prima und erst mal entlastend - aber trotzdem ist da der Zweifel.

    Nun geht es bald los und diese Chance will ich ihm geben.

    Ich glaube du willst nicht nur IHM die Chance geben, sondern auch dir selbst bzw. euch. Das verstehe ich absolut und genauso geht es mir. Zum vierten Mal. Fühlt sich aber diesmal anders an. So als sei uns beiden erst jetzt richtig bewusst geworden, dass es um Leben und Tod geht.

    Früher hat mein Mann oft gesagt: man darf keine Angst vor dem Rückfall haben, das gehört dazu, es ist eine chronische Krankheit. Das hat er so wohl auch in den Rehas gelernt. Jetzt sagt er das nicht mehr. Er hat eine Heidenangst davor. Ich glaube das ist besser. Früher wurde immer von den drei F geredet: Frau, Führerschein, Firma. Solange das alles noch da ist würde sich ein Alkoholiker nicht ändern. Ich bin mir sicher das hätte ihn alles niemals gestoppt. Einmal vor vielen Jahren kam ich heim und hab ihn nirgends gefunden. Bin durchs ganze Haus. Nichts. Er trinkt ja nur Zuhause für sich, er musste da sein. Es war Minus 10 Grad oder so draußen. Schließlich hab ich ihn auf dem ungedämmten Dachboden in der Kälte im Schlafsack gefunden. Er meinte er wollte ausprobieren wie es ist wenn er bald als Penner auf der Straße lebt. Das muss man sich mal vorstellen. Das einzige was bei ihn Tiefpunkt - Qualität (sorry, find kein anderes Wort) hat ist das G wie Gesundheit oder das T wie Todesangst! So weit musste es kommen. Bei uns beiden.

    Nova ich wünsche dir so sehr, dass es für euch ein Happy End gibt! Ich werde nachher nochmal dein Fädchen lesen. Hatte es schon gemacht, aber durch die vielen Geschichten Bring ich manches durcheinander.

    So, ich schick das jetzt ab ohne auf Vorschau zu gehen...😬

    Jump 🏵️ die jetzt bestimmt sehr co- mäßig rüber kommt (und ist)

    Liebe Alexa,

    ich finde es schade, dass du dich zurück gezogen hast.

    Ich schäme mich ein bisschen für meine vorige Nachricht, ich glaube für heute habe ich genug Unsinn verbreitet.

    Es gibt keinen Grund dich zu schämen und du hast auch keinen Unsinn verbreitet. Du hast spontan aus deinem Gefühl heraus geantwortet. Gerade das fällt mir selbst oft so schwer. Ich selbst habe einen fetten Zensor in mir und überprüfe immer tausend Mal alles ("Kontroll-Freak"). Bevor ich was poste gehe ich zehn Mal auf 'Vorschau' und denke es nochmal von allen Seiten durch 🙈. Ich will mir da wirklich an dir ein Beispiel nehmen. Du wirkst so echt. Und schau mal was sich für eine lebhafte und gute Diskussion aus deinem "Unsinn" entwickelt hat!

    Weißt du, wir sind doch alle erwachsen. Wenn sich jemand auf den Fuß getreten fühlt, dann kann und darf und soll die Person sich melden. Und weißt du wie ich dann mit Kritik umgehe? Ich schau mir an was passt und was nicht. Vielleicht entschuldige ich mich, vielleicht erkläre ich nochmal meine eigene Sicht, vielleicht sage ich auch nein, den Schuh zieh ich mir nicht an und grenze mich ab. Aber dann ist es auch gut. Ich stell deswegen nicht mein ganzes Denken in Frage. Ich finde, das macht es auch für das Gegenüber leichter. Wir bleiben auf Augenhöhe.

    Ich würde mich freuen, wenn du es schaffst mehr bei dir zu bleiben, deine eigene Wahrnehmung nicht so schnell über Bord zu werfen. Und es nicht schlimm zu finden, wenn Fehler passieren, sondern sie willkommen zu heißen, als Möglichkeit die eigene Sicht immer Mal wieder zurecht zu rücken.

    Ich hoffe es ist okay, dass ich das schreibe. Bei mir ist da vielleicht doch auch ein bisschen Helfersyndrom mit im Spiel. Wie auch immer: ich hoffe du kommst zurück!

    Jump! 🏵️ die spontaner werden will, auch wenn sie dann vielleicht manchmal auf die Mütze kriegt

    Vielen Dank für die Rückmeldungen und Sichtweisen! Meine Synapsen glühen gerade im Versuch alles zu verarbeiten 🤓.

    Erst Mal vorweg: ich habe so salopp von "kuschelig" gesprochen...damit will ich aber auf keinen Fall sagen, dass die Angehörigen und Cos es sich leicht machen oder auf "Kuschelkurs" gehen. Im Gegenteil. Alle mit denen ich mich bisher ausgetauscht habe sind sehr selbstkritisch, verlangen sich unglaublich viel ab und arbeiten hart an sich. Jede/r versucht für sich den besten Weg zu finden und das ist alles andere als einfach! Ich glaube die meisten haben das auch so verstanden - aber ich will es nochmal betonen.

    Ich glaube da macht es echt keinen Unterschied, ob Alkoholiker oder Co

    Ja, ich glaube von der Dynamik her ist das vergleichbar. Mir geht es da um die innere Legitimation vor sich selbst (nicht vor anderen).

    Das Hirn sucht Argumente gegen den Neuanfang und für das Bleiben.

    Genau.

    Was mir noch einfällt: Ein großer Unterschied ist aber, dass es beim Alkoholiker um Leben und Tod geht. Und bei Angehörigen "nur" um die psychische Gesundheit und Lebensqualität. Was natürlich genauso wichtig ist. Aber was vielleicht der Grund ist, weshalb hier ein langsamer er Prozess zugestanden wird??

    final muss das jump erklären aber ich glaube, das war nicht als Schuldzuweisung gemeint sondern als Beobachtung der Ähnlichkeit beider Abhängigkeiten.

    Ja, so habe ich es gemeint, Stern . Ich wüsste auch nicht wem ich Schuld gegeben haben soll, zumal ich dieses Wort in unserem Kontext nicht benutzen würde.

    Liebe Lananana,

    jeder in seinem Tempo … “ Dabei geht es hier um zum Teil ewig lange Suchtsysteme …

    Wenn ich deine aktuelleren Beiträge lese, dann höre ich da so eine ungeduldige Genervtheit raus. Vielleicht stimmt das gar nicht und ich projeziere das bei dir rein, aber so wirkt es auf mich. Ich habe deinen Faden natürlich gelesen. Auch bei dir war es doch ein sehr langer Prozess bis du am heutigen Punkt angekommen bist. Vielleicht bist du gerade deshalb so deutlich, aber ich glaube das führt nicht zur Beschleunigung. Bei mir jedenfalls nicht. Was mir aber sehr zu Denken gegeben hat war eine Antwort auf meinen ersten Faden (den ich damals schnell wieder deaktiviert hatte, weil ich viel zu viel persönliches über meinen Mann geschrieben hatte). Du hattest geschrieben, dass es doch um die eigenen Standards und Werte geht. Und danach zu leben. Das hat viel ausgelöst in mir. Danke!

    So, das ist jetzt eine erste Reaktion...vieles arbeitet noch und auf manches will ich später noch eingehen. Jetzt wird erst Mal Sport gemacht...sonst wird mein Kopf zu schwer vor lauter Gedanken.

    Jump! 🏵️

    Bevor es hier jetzt aber zuu kuschelig wird...muss ich kurz meinen inneren Zeigefinger sprechen lassen. Ich genieße es unglaublich, dass ich so mitfühlende, verständnisvolle Antworten bekomme, freue mich über jedes Emoji. So ein Wir-Gefühl hatte ich schon lange nicht mehr. Aber ich hab auch Sorge, dass genau das auch dazu führen könnte in der Situation zu bleiben. So wie Stern es angemerkt hatte

    während sich die Angehörigen hier jahrelang im Kreise drehen dürfen.

    Ich bekomme hier Zuspruch und kann dann wieder auftanken - und bin dann wieder gestärkt für die nächste Runde im Karussell?

    Wir sind ja hier jetzt einige, die sich (noch) nicht trennen und merke bei mir so eine Erleichterung: ach, wenn die xx sich auch nicht trennt, dann ist es doch okay, wenn ich... Und ich finde und suche dann Argumente warum ich ja doch nicht Co bin und wie ich mir das in meinem Kopf zusammenschustern kann, damit ich drin bleiben kann, aber eben mit einer anderen Einstellung. Aber trotzdem weiter drin.

    Ich frage mich halt ob das ähnlich ist wie wenn ein Alkoholiker immer neue Gründe findet seinen Konsum zu legitimieren?

    Also ich hoffe sehr Ihr findet jetzt ganz viele Gegenargumente, denn ich mag es so wie es sich gerade anfühlt, aber ich kriege diesen inneren Zeigefinger nicht weg.

    In einer meiner Weiterbildungsgruppen hatte ich übrigens den (liebevollen) Spitznamen "Die Oberkritikerin". Da habt ihr's.

    (Und weil ihr mich jetzt schon ganz gut kennt, könnt ihr euch wahrscheinlich schon denken, was der geheime Grund dafür ist: durch meine Selbstkritik grabe ich gleich allen anderen Kritikern das Wasser ab und vermeide Konfrontation...)

    Jump! 🏵️