Beiträge von Wilma

    Hallo, kurzes Update von mir. Wir waren heute spazieren und ich habe endlich den Mut gefunden, ein Gespräch zu beginnen. Es war hart, sich so zu öffnen, sich Schwächen einzugestehen und sie auszusprechen. Ich bin noch nie so ehrlich gewesen, immer die Starke gewesen. Ich habe ihn sehr verletzt... wir haben uns dann in den Arm genommen und lange festgehalten. Hab gesagt, er muss jetzt nicht reden, wenn er nicht mag, er soll sich die Zeit nehmen, die er benötigt. Ich hoffe, es ist nicht zu spät, die Zeit wird es zeigen.

    Das setzt mir natürlich zu ... und dennoch fühle ich mich auch gut, weil ich nicht trinke! Ich kann endlich echte Gefühle zulassen, mit klarem Kopf analysieren und mich reflektieren. Dafür bin ich dankbar!

    Liebe Grüße

    diese Beobachtungen und Bewertungen von anderen, zusätzlich an Deinen Mann und nicht an Dich persönlich herangetragen, solltest Du abhaken.

    Vielen lieben Dank für die aufbauenden Worte. Du hast natürlich recht, es kränkt mich dennoch. Diese Aussagen kamen auch, ich vermute überwiegend, von der Familie. Denen werde ich regelmäßig begegnen und weiß nicht so recht, wie ich damit umgehen soll ... aber ja, das ist erst einmal egal und nicht die Priorität

    Liebes Forum,

    mal ein Zwischenstand von mir. Morgen bin ich 4 Wochen nüchtern.

    Allerdings holen mich gerade viele unangenehme Dinge aus der Saufzeit ein. Meine Welt liegt gerade in Schutt und Asche. Meine Ehe ist kurz vorm Scheitern. Mein Mann ist nicht mehr glücklich. Wir haben geredet und wollen es dennoch nochmal versuchen. Es haben sich bereits Außenstehende an ihn gewandt und gefragt, was bei uns los ist. Ich wäre abweisend und abwertend und man fühlt sich in meiner Nähe nicht mehr wohl. Das kränkt mich sehr und komme damit nicht klar. So bin ich normalerweise nicht ... ich bin verzweifelt, weiß gerade nicht, wie ich das alles auf die Reihe kriege ... fühle mich mit der Situation überfordert.

    Ich bin so froh und dankbar, dass ich die Probleme zumindest mit klarem Kopf angehen kann. Saufdruck hatte ich bißchen zum Glück nicht. Ich will nie mehr trinken. Dieser Entschluss steht nicht zur Debatte, der steht fest!

    Ich musste immer stark sein, fast perfektionistisch. Konnte mir Schwäche oder Überforderung nie eingestehen und hab es auch nicht zugelassen. Immer Druck aufgebaut. Mit Alk zum Schweigen gebracht.

    Ich muss an mir arbeiten... Gefühle zulassen. Einfach nur aufhören zu Trinken reicht eben nicht.

    Vielen Dank für Eure ausführlichen und hilfreichen Schilderungen. Tut gut! Ich bin sicher, ihr habt recht. Es ist eine neue Situation für uns, für mich, für ihn. Wir haben den ersten Versuch eines Gespräches gestern ja gestartet, das deute ich als grundsätzliches Wollen. Ich bleibe optimistisch 🍀

    Ihr Lieben, ich möchte heute ein paar Gedanken hier lassen ... Heute ist Tag 24 und mir geht es weiterhin in Bezug auf die Abstinenz seht gut. Ich schlafe komplett durch und bin morgens richtig fit, ausgeschlafen und erholt. Das genieße ich extrem. Hab zum Glück keinen Saufdruck und die Kopfschmerzen sind weg, auch der Bedarf nach Zucker ist nur noch minimal.

    Mir ist die Tage eingefallen, dass ich vor ein paar Jahren mit dem Rauchen aufhören wollte. Die ersten 4 Wochen waren auch recht leicht ... na ja, ich rauche weiterhin. Deswegen bleibe ich jetzt besonders achtsam. Aufhören zu rauchen will ich auch, aber erstmal eins nach dem anderen.

    Allerdings gibt es in meiner Beziehung gerade ein Tief. Mein Mann ist immer und für jeden da, gefühlt aber nicht für mich. Ich fühle mich irgendwie allein gelassen. Er macht im Haushalt nichts mehr.

    Letzte Woche Donnerstag hab ich gemeckert. Ich kam nach Hause und musste ihm hinterher räumen. Ich merkte, wie ich eine richtige Wut im Bauch hatte. Dann ist mir eingefallen: Ich fühle mich unwohl in der Situation und bin wieder raus. Sofort war die Wut weg. Das war gut! Seit dem sind wir irgendwie auf Abstand und jeder macht seins.

    Gestern Abend ein Gesprächsversuch seinerseits. Bist du glücklich fragt er mich. Spontan hab ich nein gesagt. Dann überlegt. Eigentlich bin ich glücklich weil ich keinen Alk mehr trinke und es mir so viel besser geht . Ich bin in der Beziehung gerade nicht glücklich, weil ich das Gefühl habe, nur noch die untere Priorität für ihn zu sein. Meinte dann: ich trinke seit 3.5 Wochen nicht mehr, er hat mich in dieser Zeit nicht mal gefragt, wie es mir geht. Er sagte dann: hast Du dich gefragt, wie es mir ging?

    Ja, das habe ich fast täglich getan und wusste, dass er nicht glücklich war, weil Alk meine Nr 1 war. Wir wollen das Gespräch fortsetzen...

    Es hat mir aber zu denken gegeben. Ja, wie fühlte er sich aus seiner Sicht? Natürlich habe ich auch sehr viele Beiträge auch von den COs gelesen.

    Ich habe das Gefühl, wir haben einiges aufzuarbeiten. Ich tendiere zu einer Art Therapie für uns, damit er seine Ansichten, Gefühle und Erlebnisse auch verarbeiten kann. Das würde für mich sehr schlimm werden zu hören, wie er sich gefühlt hat während meiner Sauf-Zeit. Ich muss mich dem stellen, nicht muss, aber werde.

    War jemand in so einer Situation und kann berichten, wie Ihr das gelöst habt? Wohin kann man sich wenden, um diesbezüglich Unterstützung zu bekommen?

    Sorry für den Roman ... es tut gut, sich zu öffnen

    Anfangseuphorie: Ja, die gibt es. Im Rahmen meiner Therapie habe ich eins feststellen können, die größten Euphoriker waren am schnellsten wieder an der Flasche. Dies ist jedoch meine rein subjektive Wahrnehmung.

    Genau deswegen bin ich etwas verunsichert... weil es mir wirklich gut geht. Es fühlt sich an, als hätte jemand Ketten um meinen Körper gelegt und täglich ein kleines Stück enger gezogen. Und an dem Tag meines Entschlusses (nicht ganz, an dem Tag ging es mir noch dreckig vom Abend zuvor) war es, als wären die Ketten gesprengt worden. Ich fühle mich befreit, sehe klar, genieße ... erst einmal Tag für Tag

    Guten Morgen,

    endlich hab ich wieder eine Frisur. Und ich pflege mich wieder inkl Zähne putze abends, peinlich 🙈 Im "Nebel" hab ich das nicht wahrgenommen. Es war mir einfach egal. Abends besoffen ins Bett gehen und schnell einschlafen, manchmal schon um 20 Uhr, weil der Pegel schon gut oben wahr.

    Freunde ... gibt es bei mir nicht wirklich. Wir sind eng mit den Familien verbunden. In der einen trinkt 1 Person immer Wein, wenn sie uns besucht, der Rest trinkt mal was, mal nicht. In der 2ten haben wir tatsächlich einen Alkoholiker, der Rest trinkt mal was oder auch gar nicht. Und dann sind da einige Bekannte, mit denen man im Garten hin und wieder Mal, selten, zusammen was getrunken hat. Insofern gibt es keine Sauf-Freunde, da ich eh am liebsten alleine, zurück gezogen und versteckt getrunken habe. In Gesellschaft habe ich sehr wenig getrunken, habs dann alleine später aufgeholt.

    Ich habe alle Grundbausteine gelesen. Hab auch einen Notfallkoffer gepackt.

    Sehr gut, dass Du mit Deinem Mann darüber gesprochen hast. Anders geht es auch gar nicht. Und unterstützt er Dich jetzt? Indem er z. B. auch nicht mehr trinkt.

    Ich finde es heftig, welchen Zuckerbedarf man plötzlich hat - hab mir Nüssebzum Knabbern gekauft 🤭

    Er trinkt sehr selten, nur in Gesellschaft und immer kontrolliert. Es ist für ihn überhaupt kein Thema, nix zu trinken. Macht er freiwillig und gerne, für mich, für uns. Das macht es mir natürlich auch leichter

    Nein, mit dem Arzt habe ich noch nicht gesprochen. Ende Februar hatte ich eine Blutuntersuchung inkl Leberwerten aufgrund Schilddrüse. Das wird schon lange alle 2 Monate kontrolliert. Gesundheitlich scheint also alles ok zu sein. Habe nur ein starkes Bedürfnis nach zuckerhaltigen Sachen.

    Ich brauchte erstmal Zeit für mich all das zu begreifen. Krankheit, Sucht, Abstinenz usw. Ich habe als erstes meinem Mann gegenüber zugegeben, dass ich ein sehr großes AlkProblem habe. Wir wussten es beide, das Thema wurde bisher tot geschwiegen. Das war einerseits schlimm, weil es unangenehm ist, tat aber gleichzeitig so gut.

    Ich schreibe ein Tagebuch und bin hier sehr viel am Lesen

    Ja, genauso fühle ich auch. Es kann doch nicht so einfach sein ... und auch mich macht das misstrauisch. Denn ich möchte auf gar keinen Fall wieder dort zurück, wo ich war. Ich bleibe achtsam. Glücklicherweise habe ich aktuell keinen Stres oder Probleme weder beruflich noch privat.

    Aber ich habe viel mehr Zeit, die alltäglichen Dinge entspannt und mit einer positiven Grundeinstellung zu tun. Haushalt, Kochen, Garten usw. Ich pflege mich wieder und war heute sogar beim Friseur 😊

    Hallo, vielen Dank für die liebe Begrüßung hier.

    Deine Frage Elly, wie es mir geht, ist genau der Punkt für meinen Austauschwunsch mit Euch. Mir geht es gerade einfach nur gut! Ich empfinde keinen Verzicht, keinen Kampf, meine Gedanken kreisen null um das Thema Alk, um so mehr allerdings um das Thema Sucht, Suchtgedächtnis usw. Damit beschäftige ich mich intensiv und natürlich dem Forum hier.

    Bereits nach ein paar Tagen der Nüchternheit stellte ich fest, wie klar meine Augen sind. Kannte ich so nicht mehr. Meine Haut ist besser, ich bin fit und habe Energie. Ich schlafe gut und das Gefühl, morgens ohne Kater aufzuwachen begeistert mich jeden Tag aufs Neue.

    Und genau das alles macht mich nachdenklich - ist das die Anfangs-Euphorie? Wenn ja, vergeht sie?

    Ich bin gerade wieder ICH geworden und ganz ehrlich: ich mag mich gerne so 😊🙈

    Hallo liebes Forum, ich bin weiblich, Ende 40, verheiratet und Alkoholikerin.

    Ich habe mir wohl schon in der Jugend den Kontrollschalter kaputt gemacht. Bereits mit 15, 16 gab es richtige Vollrauschpartys. Der Alkohol war immer präsent in meinem Leben und immer trank ich mehr als die meisten. Das hat sich die Jahre über nie wirklich geändert. Vor einiger Zeit (denke mit Beginn Corona und Homeoffice) hab ich das stille und regelmäßige Trinken für mich entdeckt. Merkt ja keiner. Immer mehr Alk, immer häufiger, täglich.. über Aussetzer, Peinlichkeiten und das Heranschaffen brauche ich wohl nicht groß schreiben, kennen hier sicher die meisten. Ich habe gemerkt und gespürt, dass ich ein Alkoholproblem habe. Ein Gedanke ans Aufhören kam mir irgendwie noch nie, nur die Gedanken weniger oder seltener zu trinken. Ich war jedoch schon längst und tief in der Negativspirale. Seit längerer Zeit merkte ich, wie antriebslos, gereizt, genervt, unmotiviert, isoliert und vielleicht auch depressiv ich wurde (hatte noch nie Depression). Alles fiel mir schwer, das Kochen, den Haushalt zu machen, den Garten zu pflegen usw. So war ich nie.

    Vor 19 Tagen war ich wieder komplett betrunken und habe wieder mal betrunken telefoniert, viel Unsinn erzählt. Alle sind böse und ungerecht ... Nächsten Morgen ging es mir sehr schlecht, Kater, Scham.

    Das war der Tag, an dem ich wusste, ich möchte nicht mehr trinken. Dann fand ich Euch und habe tagelang und jeder Minute das Forum gelesen. Daher kann ich sagen: ich bin Alkoholikerin und strebe ein abstinentes und zufriedenes Leben an, weil das der einzige Weg ist, um diese Krankheit zu stoppen.

    Puh, hab ich viel geschrieben, wollte mich eigentlich mit 2-3 Sätzen vorstellen, sorry :/:)

    Heute ist Tag 18