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    Du kennst ihn nur mit Alkohol, dass heißt, wenn es jetzt tatsächlich aus seinem Wunsch heraus trocken wird, dann lernst du einen anderen Menschen kennen. Und wenn du es schaffst, aus deiner Rolle auszubrechen und dich neu zu finden, dann lernt er auch einen anderen Menschen kennen.

    Das wird herausfordernd, vielleicht ist es hilfreich, dass du dich drauf einstellst, dass eure Beziehung trotz bzw. aufgrund seiner Abstinenz nicht hält. Er wird nicht aus der Entgiftung zurückkommen und alles ist dann gut, nur weil der Alkohol aus der Beziehung verschwunden ist.

    Ich will mich damit nicht traurig machen, aber dass ist die Erfahrung, die ich selbst gemacht und die ich auch häufig im Forum gelesen habe. Die richtige Arbeit kommt nach der Entgiftung auf euch zu, erst dann wird es richtig hart und ihr beide habt unterschiedlichen Baustellen, die jeder für sich bearbeiten muss und dann kommt auch noch die Paarebene dazu, falls dafür dann überhaupt noch Platz ist.

    Hallo Johanna,

    ich bin da gedanklich ganz bei Linde66 , ich persönlich würde es ihm auch nicht vor der Abfahrt mitteilen, sondern wenn du schon weg bist.

    Du hast ja geschrieben, dass er eine diagnostizierte narzisstische Persönlichkeitsstörung hat, dass macht ihn unberechenbar und in der Kombination mit dem Alkohol. Aus deiner Beschreibung heraus sehe ich dich und dein Kind massiv gefährdet und ich könnte mir vorstellen, dass es total eskaliert, wenn du ihm sagst, was du vorhast und was deine Forderungen an ihn sind.

    Mal als Gedankenanstoß was mir dazu einfällt, aber vielleicht hast du da auch schon einiges durchdacht und/oder in die Wege geleitet:

    --- deinen Bruder ins Boot holen und zwar schonungslos offen und ehrlich, nichts geschönt, den Scham beiseite schieben und die Karten auf den Tisch. Du brauchst Verbündete!

    --- die Dienstreise nutzen, um Kontakt zu einer Anwältin aufzunehmen, außerdem das Jugendamt ins Boot holen. Jemand mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung ist durchaus in der Lage, dich als Gefährderin des Kindeswohls aussehen zu lassen, holst du das Jugendamt vorher ins Boot und informierst sie offen und ehrlich über deine Situation, bist du ihm zuvorgekommen und hast dich abgesichert

    --- alle Dokumente und Unterlagen kopieren, wenn möglich Schließfach in der Bank anmieten und dort hinterlegen. Die Kopien dürfen nur für dich erreichbar sein

    --- hast du ein eigenes Konto oder nur ein Konto mit gemeinsamen Zugriff? Wenn du kein eigenes Konto hast, dann schaff dir sofort ein eigenes an, wenn es zur Trennung kommt, wird er dir vermutlich sofort den Geldhahn zudrehen

    --- wohin geht das Kindergeld? Wenn auf sein oder euer gemeinsames Konto, dann direkt ändern lassen

    --- Frauennotruf kontaktieren? In dieser Situation würde ich auch dringend darüber nachdenken, mit deinem Kind in ein Frauenhaus zu gehen. Da hast du Unterstützung bei allen Dingen, die zu eurem Schutz geklärt werden müssen, die Situation solltest du meiner Erfahrung nach nicht versuchen, alleine zu regeln.

    --- kannst du die wichtigsten Sachen (ein bisschen Bekleidung etc.)beispielsweise bei deinem Bruder oder woanders deponieren?

    --- läuft dein Handvertrag über dich? Vorsichtshalber ein günstiges Prepaidhandy anschaffen, damit du Telefonate etc. führen kannst, ohne dass es für ihn nachverfolgbar ist

    --- Passwörter ändern für alles, was irgendwie relevant ist

    Ich will dir damit keine Angst machen, aber Frauen sind während der Trennung extrem gefährdet, Opfer von (noch mehr) Gewalt zu werden und im schlimmsten Fall einem Femizid zum Opfer zu fallen. Und das, was du schilderst, klingt nach einer ohnehin sge gefährlichen Situation für dich und dein Kind.

    Pass gut auf euch auf!

    Mir ging es um eine Erklärung, aus der ich erkenne, dass er die Tragweite verstanden hat – dass die Abstinenz so wichtig ist, dass er sie nicht leichtfertig riskiert. Wenn die Beziehung weiterbestehen soll, betrifft ein Rückfall nicht nur ihn, sondern auch mich.

    Mir wäre so eine Erklärung nicht wichtig. Entweder ist meinem Partner seine Abstinenz wichtig und er trinkt nicht, weil es für ihn keine Option mehr ist oder seine Abstinenz ist nur eine Trinkpause, um mich bei Stange zu halten.

    Darauf habe ich aber keinen Einfluss, ich kann nur mein eigenes Verhalten und meinen Umgang mit der Situation beeinflussen. Dazu gehört für mich, dass ich mein eigenes Glück nicht von der Abstinenz meines Partners abhängig mache, weil wenn ich das tue, laufe ich Gefahr, mit der ständigen Angst zu leben, dass er rückfällig wird. Diesen Dauerstress will ich mir nicht antun, im hier und heute ist er abstinent und ich unabhängig- was morgen passiert, kann keine Erklärung über die Ernsthaftigkeit seiner Abstinenz mir gegenüber beeinflussen, nur die Ernsthaftigkeit, die er sich selber entgegenbringt.

    Ich habe jetzt tatsächlich eine Frage, auch wenn sie vielleicht etwas banal ist, es geht um das Thema "Trockengeburtstage". Bekommt ihr von euren Freunder und/oder Angehörige Glückwünsche/kleine Aufmerksamkeiten oder generell etwas besonderes, wenn sich ein Jahrestag nähert?

    Ich lese hier im Forum, dass sich gegenseitig beglückwünscht wird, aber passiert das auch im Leben außerhalb des Forums?

    Wenn ja, erlebt ihr es als etwas schönes und freut euch darüber oder empfindet ihr es eher als etwas "schräg", gibt es da aus eurer Erfahrung heraus einen Konsens oder ist das sehr individuell?

    Vielleicht möchte jemand darauf antworten 🌞

    Wie kommt der „Co“ eigentlich zu so einer Erkenntnis?

    Meinst du zu der Erkenntnis, jemanden trocken legen zu wollen oder es nicht mehr zu tun?

    Ich beantworte einfach beides.

    Ich wollte meinen Partner trockenlegen, weil ich ihn irgendwann unter Alkoholeinfluss nicht mehr besonders gut leiden konnte und es mich außerdem genervt hat, dass der Alkohol so die Planung unseres Alltags beeinflusst hat. Und außerdem wusste, wie seine gesundheitliche Prognose ist, wenn er in dem Ausmaß weitertrinkt- hätte ich schon ziemlich blöd gefunden, wenn er sich totgesoffen hätte, außerdem hätte ich mir dann vermutlich (so wie ich mich kenne) extreme Vorwürfe gemacht.

    Nicht mehr trockenlegen wollte ich ihn, nachdem ich mehrmals festgestellt habe, dass das nicht in meiner Macht liegt und ich außerdem immer wieder im Forum gelesen habe, dass das nicht klappen wird. Dann habe ich damit aufgehört und schrittweise versucht, gut für mich zu sorgen. Aus diesem Grund würde ich auch niemand anderen mehr trockenlegen wollen, ich hab ja bei meinem Partner ausgiebig lernen dürfen, dass das nicht funktioniert. Also wird es auch bei niemand anderem klappen und ich muss es gar nicht erst versuchen, dass wäre verschwendete Energie von Ressourcen, die an anderer Stelle besser eingesetzt sind.

    Das ist jetzt natürlich stark vereinfacht, runtergebrochen auf den Kern und klingt etwas hart, aber ich hoffe, dass war verständlich.

    Bei Alkoholikern gibt es ja oft Verzichtsgedanken . Gibt es so etwas auch bei Co-Abhängigen? Nicht unbedingt wegen des Partners , der ist irgendwann austauschbar, grob gesagt.

    Aber bleibt nach dem Ausstieg noch ein Drang, anderen helfen oder sie trockenlegen zu wollen?

    Der Drang, anderen Menschrn bei Problemen helfen zu wollen, ist bei mit immer noch da, definitiv. Ich bin immer schon ein hilfsbereiter Mensch gewesen, ich bin sehr aufmerksam und reagiere sensibel darauf, wenn ich merke, dass es meinem Gegenüber nicht gut geht. Der Unterschied ist mittlerweile bei mir aber der, dass ich mich nicht mehr "Hals über Kopf" in irgendwelche undurchdachten Hilfs- und Rettungsaktionen stürze und dabei durchgängig meine eigenen Grenzen überschreite. Ich habe nicht mehr den Drang nach Aufopferung meinem Umfeld gegenüber.

    Wenn jemand Hilfe benötigt, dieses (im Rahmen seiner Möglichkeiten) mir gegenüber formuliert und ich realistische Kapazitäten habe, um zu helfen, dann tue ich das immer noch sehr gerne. Aber ich habe mittlerweile gelernt, dass es wichtig und richtig ist, auch "nein" zu sagen, wenn es mir nicht möglich ist, jemanden zu unterstützen bzw. wenn mir dafür die persönlichen und vor allem emotionalen Ressourcen fehlen. Mir gelingt dies immer häufiger und besser, aber natürlich brauche ich auch mal länger, um meine eigenen Grenzen wahrzunehmen.

    Im Gegensatz dazu würde ich aber niemanden mehr davon überzeugen wollen, seinen Alkoholkonsum zu überdenken bzw ihn "trockenlegen" zu wollen. Mir ist es in der Realität noch nicht wieder passiert, aber würde jetzt jemand auf mich zukommen mit dem Anliegen, Hilfe beim Konsumstop zu bekommen, dann würde ich ihm (einmalig) Anlaufstellen nennen und ihm nahelegen, einen ärztlich begleiteten Entzug zu machen bzw. das Risiko eines sofortigen Stops im Alleingang zu benennen. Mehr würde ich dann aber nicht mehr investieren wollen, zumindest in der Theorie. Und mir hilft es, einen Plan zu haben wie ich reagiere, falls jemand mit diesem Anliegen auch mich zukommen würde.

    Auch ich hoffte nach Entzug, SHG und Langzeittherapie vergeblich auf ein Zeichen meines Mannes, dass ihm die Folgen seiner Sucht für mich und die Kinder wirklich bewusst sind und ihm leidtun.

    Ich hatte nie das Bedürfnis danach, dass mein Partner sich in irgendeiner Form bei mir entschuldigt, dafür, dass er Suchtkrank ist und ich darunter gelitten habe. Es war eine Entscheidung von mir, trotz seines mich störenden Konsums in der Beziehung zu bleiben und nicht zu gehen. Natürlich war diese Enscheidung nicht ganz selbstbestimmt, da diese auch durch meine Verhaltensmuster und Grundannahmen gesteuert war, trotzdem war es eine Entscheidung. Und zu dieser stehe ich auch, ohne, dass ich ihm dafür eine Schuld geben würde.

    Ich möchte nicht, dass er sich entschuldigt oder dass er mir zeigt, wie leid es ihm tut, dass er Alkoholiker ist. Meines Empfindens nach wäre dann auch die Augenhöhe in unserer Beziehung massiv gefährdet, ich will nicht, dass sich mein Partner für mich klein machen muss. Ich würde im Gegenzug dazu auch nicht auf die Idee kommen, dass ich mich bei ihm für meine "Trockenleg-Versuche" entschuldige und damit habe ich ihm das Leben definitiv phasenweise zur Hölle gemacht.

    Meinem Empfinden nach würde es mich außerdem in eine "Opferrolle" bringen, es würde sich für mich anfühlen wie "der böse Alkoholiker und ich arme Co, ich wollte doch nur sein Bestes". Ja,ich wollte nur sein bestes, aber im Endeffekt kann ich nur entscheiden, was für MICH das beste ist, nicht für jemand anderen. Deshalb keine Entschuldigungen und keine Abbitte für die nassen Zeiten.

    Liebe Grüße 🌞

    Mich beschäftigt auch, warum der Blick nicht stärker auf das eigene Verhalten und die eigenen Muster gerichtet wird. Warum tauscht man sich darüber nicht offener aus, statt immer wieder zu erklären, was „die anderen“ tun oder lassen?

    Für mich war es leichter (ganz generell betrachtet) meinen Blick auf meine Umgebung zu lenken und mich da zu orientieren und einzubringen. Mich meiner eigenen Geschichte, meinem (teils dysfuntionalem) Verhalten und meinen Mustern zu stellen hat viel Mut und Kraft gebraucht, ich habe mir lange nicht zugetraut, dass ich diesen Mut habe bzw. ihn entwickeln kann. Es war harte und auch schmerzhafte Arbeit, bei mir und meine Themen zu bleiben

    Woran orientiert sich der Co denn, wenn er hier ankommt? An diejenigen, die sich arrangiert haben, oder an jene, die einen kompletten Neuanfang gestartet haben?

    Am Anfang habe ich mich daran orientiert, wie ich mit damit arrangieren kann bzw. hatte ich die Hoffnung, Tipps zu bekommen, wie ich meinen Menschen trocken bekommen kann. Ich wollte die Bestätigung, dass ich alles richtig mache und das Liebe auf jeden Fall immer reicht. Mit der Zeit hat es sich gewandelt, dass ich mich daran orientiert habe, wie ich es schaffen kann, dass es MIR gut geht. Das hat aber schon so gute 2-3 Monate gedauert, bis mir wir wirklich klar war, dass Selbsthilfe eben nicht bedeutet,dass ich lerne, wie ich meinen Menchen trocken bekomme, sondern dass Selbsthilfe bedeutet, dass ich mich selber aus dem Sumpf hole und mein Wohlbefinden in den Mittelpunkt stelle.

    Na ja, es kamen hier auch schon Cos, die dachten, wenn das Kind da ist, hört er auf. Ich würde sagen, da hat sich jemand sein Gefängnis selbst gebaut.

    Also, warum machen Cos das?

    Da musste ich grade nicht lange drüber nachdenken.... also zumindest für mich. Ich bin mit der Grundmessage aufgewachsen, dass Liebe immer reicht und wenn sie stark genug ist, dann kann alles erreicht werden. Grade durch die Bücher, die ich immer schon verschlungen habe, aber auch durch Filme und Serien, Kunst und Kultur, überwiegend wurde mir vermittelt, dass Liebe das wichtigste ist. Beispiel "Die Schöne und das Biest": für die wahre Liebe ändert sich sogar das absolut böse und egoistische Monster und wird zum Vorzeigeprinzen und dass nur, weil diese kluge und gebildete Frau ihn zu einem absoluten Vorzeigeexemplar erzogen hat.

    Deshalb mag ich es auch sehr, dass Disney mittlerweile auch durchaus (beispielsweise bei Frozen) versucht zu vermitteln, dass es nicht am Ende auf das Happy End mit dem Prinzen ankommt, sondern auf das Happy End mit sich selber, dass es wichtiger ist, sich selber und seinen Werten treu zu bleiben.

    Bei mir kam dieser Wandel in Kunst und Kultur nur gute 20 Jahre zu spät und hat viel Arbeit an mir selber gebraucht, um mich von diesen vorgelebten Grundannahmen lösen zu können.

    Ich weiß auch gar nicht, ob er sich am Samstag abgeschossen hat, denn ich bin ja sofort mit der Bitte, mich in Ruhe zu lassen, ins Gästezimmer gegangen, als ich Bier gesehen habe, und habe ihn erst am Sonntag wieder wahrgenommen.

    Meiner Erfahrung nach ist es auch nicht wichtig, ob er sich abgeschossen hat oder nicht. Du warst konsequent und hast das umgesetzt, was du angekündigt hast, darauf kommt es an. Und du hast trotzdem nicht aus der Emotion heraus gehandelt, sondern hast aufgrund der Wetterlage keine waghalsigen Aktionen unternommen. Du hast so gut für dich gesorgt, wie es in der Situation möglich war.

    Seit Sonntag ist mein Mann wieder sehr lieb und kümmert sich um mich. Er hat sich auch vorbildlich um den Hund und den Haushalt gekümmert. Natürlich weiß ich, dass das nicht dauerhaft ist. Dennoch kommt mir jede ruhige Phase gelegen.

    Ich musste dann immer sehr auf mich aufpassen, dass dieses sehr liebevoll und bemühte, nach dem Konsum, nicht dafür gesorgt hat, dass ich auf der Stelle geblieben bin und dachte "Ach, so schlimm ist es doch nicht". Grade diese Phasen haben dann oft dafür gesorgt, dass ich meiner Wahrnehmung nicht mehr getraut habe und ich dachte, dass ich übertreibe. Natürlich habe ich auch die ruhigeren Phasen genossen (mein Partner hat jeden Tag exzessiv konsumiert- daher meine ich ruhigere Phase nur in dem Sinne, dass er für seine Verhältnisse punktuell wenig konsumiert hat, exzessiv war er trotzdem). Sie haben mich aber auch immer wieder in dem Denken festgehalten, dass ich doch etwas bei ihm bewirken kann. Was ich natürlich nicht konnte.

    Genieß den Tag und zu dir etwas gutes!

    Liebe Grüße 🌞

    In einer geschlossenen Akutpsychiatrie wird nur Stabilisierung betrieben, da finden in der Regel so gut wie keine Therapien statt. Mehr als Schadensbegrenzung kann da nicht passieren.

    Selbst ein geschlossenes Setting setzt ein Mindestmaß an Freiwilligkeit voraus, damit irgendwas in die Wege geleitet werden kann.

    Wenn eurer Sohn nicht will, dann will er nicht. Daran ändert auch eine geschlossene Unterbringung nichts. Deshalb macht euch bitte nicht zu viele Hoffnungen, dass sich dadurch jetzt etwas ändert, auch wenn es grade sehr hart klingt.

    Sie können ihm Angebote machen und Wege aufzeigen, aber den Rest mus er machen und vor allem wollen.

    Weiß denn jemand wie lange es dauert bis man einen Rehaplatz bekommen kann nachdem man einen Antrag gestellt hat?

    Liebe foxi, dass kann sehe unterschiedlich sein.

    Aber ich denke, dass es egal ist, wie lange es dauert, zumindest für euch als Eltern. Grade unter dem Aspekt, dass es euch sehr schlecht geht (so ging es mir zumindest, als mein Partner gesoffen hat), war es für mich hilfreich und gut und wichtig, dass ich mich nur noch darum gekümmert habe, dass es mir gut geht. Wenn ich mich damit auseinander gesetzt habe und wieder mal drauf gewartet habe, dass er endlich in die Klinik geht, hat das nur dafür gesorgt, dass sich in meinem Kopf wieder alles nur um ihn und seinen Konsum gedreht hat.

    Außerdem schürt es nur unnötig Hoffnungen, denn selbst wenn euer Sohn wirklich trocken ist, sind die Probleme nicht vorbei. Die richtige Arbeit geht dann erst los und auch dass kann schmerzhaft für euch werden.

    Mir hat es wirklich geholfen, bei mir zu bleiben und dafür zu sorgen, dass ich Dinge tue, die mir gut tun und Kraft geben.

    Und dabei war es nicht hilfreich, mir die Frage nach dem wann zu stellen.

    Liebe Grüße 🌞

    Nun ist ja eine Unterstützung etwas anderes als aufpassen.

    Sehe ich genauso. Ich unterstütze meinen Mann, indem ich beispielsweise da bin, wenn er einen Rückfalltraum hatte und es dann okay für mich ist, dass er mich wecken darf und wir drüber reden. Ich unterstütze ihn auch gerne, wenn er Suchtdruck bekommt, indem wir beispielsweise (er kommuniziert dies auch und fragt dann nach Unterstützung) gemeinsam ein Gesellschaftsspiel spielen oder etwas anderes machen, was ihn ablenkt.

    Was ich nicht mache ist, wenn er beschließen würde, er kippt sich jetzt einen rein, ihn in irgendeiner Art und Weise davon abhalten. Das ist dann seine Entscheidung in dem Moment, da werde ich nicht "aufpassen", dass er es nicht tut. Dann bin ich nämlich wieder die Co, die seinen Konsum kontrollieren wollen würde und dass klappt bekanntermaßen nicht.

    Zu Unterstützung gehört für mich auch, wie im Fall von Rene72 , mit meinem Partner Lösungen zu finden, wie ein gemeinsamer Urlaub ohne ein bewusstes Risiko aussehen kann. Oder halt auch im kleinen, dass der Haushalt alkoholfrei ist, ohne dass ich als Partnerin seine Sucht irgendwie in Frage stelle.

    Ich sollte mich ändern.. und das tut ich auch nachweislich.. ich passe mich an, ich stelle keinerlei Forderungen oder Ansprüche wie der Tag oder das Wochenende gestaltet werden soll..

    Äh, dass ist aber nicht damit gemeint. Änderung bedeutet, dass du dir selber so viel Wert sein kannst, dass du dich über diese vergiftete Beziehung stellst. Kein Mensch hat das Recht, dich schlecht zu behandeln.

    Du kannst selber über dein Leben und deine Wochenenden entscheiden, wie du deine Zeit verbringst. Finde raus, was dir Spaß macht und wer du bist, ohne einen nassen Alkoholiker an deiner Seite, der keine Einsicht hat. Geh raus und hab Spaß, du hast nur dieses eine Leben. Und wenn du erstmal nur alleine in ein Cafe gehst und dich selber zu Kaffee und Torte einlädst und ein schönes Buch mitnimmst.

    Du bist so viel mehr als diese sich selber kleinhaltende Frau!

    Erstmal drücke ich dir natürlich die Daumen, dass du den Platz bekommst.

    . Im Haus herrscht striktes Alkohol Verbot , auch kein angetrunken Zustand wird geduldet.

    Ist dein Partner denn bereit dazu, in eine qualifizierte Entgiftung zu gehen und will er ein nüchterne Leben? Ich habe dass doch richtig verstanden, dass dein Partner da mit einziehen soll, oder?

    Du solltest dich darauf einstellen, dass dein Partner die Einrichtung innerhalb von kürzester Zeit wieder verlassen muss. Deswegen richte den Fokus auf dich und dein ungeborenes Kind und bereite dich innerlich darauf vor, dass er aus der Einrichtung fliegen wird und dann von dir verlangen wird, dass du mitkommst. Sichere dich da im Vorfeld ab und kommuniziere es auch mit dem dortigen Betreuungspersonal. Nutz die Chance, die sich dir grade bietet.

    Hallo Nicky,

    Ich habe ihm heute die ALLER ALLER letzte Chance eine Zukunft mit Kind zu haben

    Ich denke, dass es grade mehr darum gehen sollte, dass du eine gemeinsame Zukunft mit deinem Kind hast. Du schilderst da grade Umstände, in denen es nicht unwahrscheinlich ist, dass du dein Kind nicht behalten darfst.

    Ich habe ihm heute die ALLER ALLER letzte Chance eine Zukunft mit Kind zu haben

    Wenigstens konnte ich ihn heute mal waschen. Denn er wäre fast nicht mehr Lage gewesen sich selbst zu waschen und anzuziehen.

    Wir haben nichts mehr zu essen zu Hause.

    Seine besoffene Aussage ist dann meistens dass ich gucken muss was wir fressen....

    Geschlagen hat er mich mehrmals schon.

    da wir unzumutbaren Zuständen wohnen.

    Du musst schnellstens aus dieser Beziehung raus. Wie willst du ein Kind in diesen Umständen großziehen? Und was willst du deinem Kind Vorleben? Dass es okay ist, dass die Mutter geschlagen wird?

    Ich wünsche dir sehr, dass der Termin beim Jugendamt dir heute Klarheit bringt und eine Perspektive aufzeigt.

    Sei dir selber soviel Wert, dass du mit dem Gedanken abschließt, eine gemeinsame Zukunft mit dem Erzeuger des Kindes zu haben. Das wird nichts, ein nasser, gewalttätiger, uneinsichtiger Alkoholiker kann kein liebevoller Vater und Partner für dich sein.

    Halte uns gerne auf dem Laufenden, was dir das Jugendamt an Hilfe anbieten konnte.

    Viel Erfolg und Kraft!

    Okay, das ist eine Ansage. Was erwartest du denn für dich durch den Austausch in unserer Selbsthilfegruppe? Was ist dein Ziel, was möchtest du erreichen?

    Kann es sein, dass du die Hoffnung hast, von Paaren zu hören, die "es geschafft haben", damit du dein Ausharren in diese untragbare Situation dir gegenüber rechtfertigen kannst?

    Und toll das du es geschafft hast !!! Ich weiß wie schwer es für dich war!! Eine sucht ist eine Sucht!! Ein Teufelszeug!! Ich kann dir gar nicht sagen wie glücklich mich deine Zeilen machen. Das macht Mut!!! Es geht also!!!

    Und was hilft es dir jetzt zu wissen, dass es bei Lebenskünstler geklappt hat und er und seine Frau wieder ein Paar geworden sind?

    Ja, es gibt Paare, die jeder für sich ihre Themen bearbeiten können und darüber wieder zueinander finden. Aber nur, wenn nicht jeglicher Respekt verloren gegangen ist und nicht schon seit Jahren massive Gewalt stattfindet.

    Wenn ich diesen Gedanken zuende denke , dann muss ich denen, die sagen " lieber ein Ende mit Schrecken , als Schrecken ohne Ende " leider Recht geben.

    Aber soweit bin ich noch nicht. Ich glaube aber , Du bist es, und Du weist es auch, brauchst es nur noch bestätigt.

    Ich hol das mal aus dem Faden von Nina.D. zu dir rüber, damit wir ihren Faden nicht zweckentfremden.

    Wie schlimm muss es noch für dich und deine Kinder werden, damit du merkst, dass ein Leben mit einem nassen uneinsichtigen Alkoholiker nur Schmerz mit sich bringt? Dass du und deine Kinder schaden nehmen und schon Schaden genommen haben? Wo ist deine Grenze? Und die Frage ist ganz ernst gemeint, keine Provokation.