Beiträge von Vayana

    Zurück im Thema…

    … lange ist’s her… vielleicht erinnert sich noch jemand… Aus aktuellem Anlass… vor fast 2 Jahren gab es bei uns einen cut, seitdem hat mein Mann fast nichts mehr getrunken. Mal ein Bier. Dabei bin ich jedes Mal erstarrt. Das war vielleicht eine Handvoll in den letzten 2 Jahren. Ansonsten alkoholfrei. Was ja auch schräg war aber nun denn… die gehassten Verhaltensweisen sind ohne Alkohol zurück gegangen. Ich habe aufgeatmet. Ein Rest Unsicherheit ist geblieben. Ich habe auch fast nichts mehr getrunken. Alkoholiker ist er seiner Meinung nach nicht. Aber froh, dass er aufgehört hat. Aber er wird es sich nicht nehmen lassen ab und an mal was zu trinken.

    Ich habe mich damit arrangiert. Unser Haus ist nicht alkoholfrei. Da kommt in mir der Bock hoch. Wenn er meint, dass er kein Alkoholiker ist, und ab und an was trinkt, sehe ich es nicht als meine Aufgabe an, das Haus alkoholfrei zu machen. Die Flasche Sekt, die gestern Nacht um 1.30 noch rum stand, als ich eingeschlafen bin, war heute weg. Ganz weg. Es gab keine Spuren mehr. Ich habe gesucht. Ich war sofort wieder im kontrollieren… ich habe den Draht gefunden. Und ein paar Bierdeckel. Es lief gut zwischen uns in letzter Zeit. Ich habe darüber nachgedacht, ob wir vielleicht nächstes Jahr heiraten. Und ich hatte die ganze letzte Zeit schon Vorahnungen, vor 2 Tagen war ich sogar hier im Forum, habe sogar heute Nacht davon geträumt. Schon komisch . Ich habe ihn vorhin angesprochen: ja, er hätte Lust gehabt was zu trinken, ich wüsste ja gar nicht ob er die ganze Flasche getrunken hätte, er hätte nie gesagt, dass er nichts mehr trinkt.
    Ich fühle mich scheiße, bin durcheinander. Hätte darauf sehr gerne verzichtet. Einmal Aufprall in der Realität.

    Mir fallen ein paar Gedanken ein: solange ich mich um andere kümmere, kann/brauche/darf/muss/ ich mich nicht um mich kümmern.
    Ist es nicht auch normal, dass man sich um Menschen sorgt, die man liebt, mit denen man verbunden ist? Wenn man selbst dadurch nicht in den Hintergrund rutscht- das ist vielleicht die Gefahr.
    Und da du vielleicht immer nach anderen geschaut hast, damit es dir selbst gut gehen kann (als Kind passt du dich ja an- wenn es den Eltern gut geht, geht es dem Kind auch gut), bedarf es bestimmt viel Umlernen. Aber das machst Du doch gerade!


    Und die Schuldgefühle, die kenne ich aus anderen Zusammenhängen so genau! Kannst Du wütend werden, dass er so wenig Verantwortung für deine Tochter übernimmt? Dass Du das ganz alleine machen musst? Wäre doch super, wenn er sich Hilfe geholt hätte, und ihr nicht hättet ausziehen müssen. Und was ist das für ein Sch…., dass er schon wieder eine neue Freundin hat, du darfst sooooo wütend werden! Manchmal hilft das!

    Ich würde morgen den sozialpsychiatrischen Dienst informieren. (Nummer gibts über die Stadtverwaltung oder die Polizei). Dann gibst Du die Verantwortung ab. Denn so, wie es sich anhört, kann er die Verantwortung nicht mehr für sich übernehmen. Und ich vermute, Du würdest lange Zeit brauchen, um evtl Schuldgefühle zu bearbeiten, die Du haben würdest, würde er es jetzt nicht überleben. Also auch an Dich denken, wir es Dir am besten gehen würde.

    Das würde ich machen.

    Nur für dich oder gleich in Gedanken für deinen Mann auch?

    Tatsächlich nicht für meinen Mann. Da wir nur ein einseitiges Agreement haben, was seine Alkoholabhängigkeit betrifft, nehme ich da keine Rücksicht drauf, so lange er es nicht tut. Fühlt sich zwar manchmal komisch an aber ich denke, es liegt an ihm, verantwortlich damit umzugehen bzw. das Gespräch zu suchen.
    Ich selbst will nichts trinken. Und eine enge Freundin ist hier gerade nach ihrer Entgiftung gestrandet. Ich weiß, sie würde nicht kommen, wenn an meinem Geburtstag getrunken würde. Dass sie mitfeiert ist mir wichtig.

    Hihi, wollte mal was berichten: da das Thema Alkohol gerade in meinem Alltag omnipräsent ist (auch im Freundeskreis) und ich demnächst Geburtstag habe, habe ich mich gefragt, wie ich das mit dem Alkohol auf der Feier machen möchte. Da ich nichts trinken möchte und auch eine Freundin kommen wird, die gerade frisch entgiftet hat, habe ich auf die Einladung geschrieben, dass ich dieses Jahr antialkoholisch feiern werde. Bin gespannt auf die Reaktionen und den Abend… bei uns wurde zwar nie übermäßig viel getrunken aber es gehörte dazu. Ich freue mich schon richtig auf den Abend und auch darauf, leckere Säfte etc. anzubieten.

    Was ist diesmal (und seit wann?) anders?

    Ich weiß nicht, ob wirklich etwas anders ist. Er geht zur Therapie/ Beratung (ich meinte natürlich systemisch). Das ist anders. Und er behauptet, dass er sich ohne Alkohol gut fühlt und das nicht aufgeben will. Das ist anders. Rein egoistisch betrachtet kann es mir egal sein, oder? Im Moment läuft es deutlich besser, das tut mir gut, wir arbeiten an unserer Beziehung, jeder für sich auch an sich selbst. Ich habe meine Position für mich klar gemacht, wenn er wieder anfangen sollte zu trinken, werde ich mich trennen. Das ist kein unter-Druck-setzen und hat nicht viel mit ihm zu tun, sondern mit mir. Weil ich weiß, dass ich das nicht noch mal schaffe (und auch nicht schaffen will).
    Er hat noch mal bestätigt, dass er sich das eine Bier nicht nehmen lassen will, falls er das mal trinken möchte. Ich habe so meine Zweifel an der Nummer. Aber es liegt an ihm, damit zurecht zu kommen. Für mich war das eigentlich ein no-go. Ich habe jedoch meine Einstellung soweit verändert, dass ich mittlerweile denke: „sein Bier“. Wenn er meint, dass er damit zurecht kommt?! Ich glaube es jedoch nicht! Aber es war bis jetzt auch nicht Thema.

    Ehrlich gesagt: Andersherum wäre es besser, also erst komplett und überwacht entgiften (ohne alkfreies oder-armes Bier), dann die Abstinenz festigen und erst nach einigen Monaten Erholung der Hirnchemie bei Bedarf die Kindheit etc. auf-und an der Beziehung arbeiten...

    Tja, mag sein. Aber das ist sein Weg. Er weiß, wo er Hilfe bekommt. Machen muss er. Ich hätte es ihm auch anders empfohlen. Ich wünsche mir, dass er offen mit seiner Sucht umgeht und dass er sie konsequent angeht! Das macht er aber nicht oder im besten Fall anders. Aber passend zum Thema: auch das ist sein Bier. (Ich habe so meine Zweifel. Aber die bleiben ja auch vermutlich immer, wenn man mit einem Alkohliker sein Leben teilt. Das wäre dann wieder mein Bier, damit zurecht zu kommen🤭)

    Wenn ich es recht erinnere habt Ihr / hast Du mehrere Kinder?

    Wie geht es ihnen denn grade mit Dir? Kannst Du so wie Du es Dir für sie wünschst da sein? Oder bist Du zu sehr mit der Angst, dass es wie so oft "wieder los gehen sollte " beschäftigt? Und hast Du schon mal über eine Mutter-Kind-Kur nachgedacht? Das

    Ja, ich habe 3 Kinder. Ich glaube, es geht Ihnen im Moment besser, weil Bewegung in unser Familiensystem gekommen ist, ausgelöst dadurch, dass mein Mann angefangen hat, sich therapeutische Hilfe zu holen. Mutter-Kind-Kur stand im Raum, passt aber zur Zeit aus verschiedenen Gründen nicht. Evtl. eine Mutter-Kur alleine(weiß gar nicht ob es das gibt?!) Auf jeden Fall steht bei mir dieses Jahr selbst Therapie/ Begleitung an , das wird mir gut tun.

    Und was wäre daran schlimm, Co-abhängig zu sein? Ist das ein Makel?

    Nichts. Nein. Ich glaube, dass ich co-abhängig bin bzw. Persönlichkeitsmerkmake habe, die dazu führen, mich zurück zu nehmen und am Gegenüber zu orientieren. Momo oder Jump oder ? hatte mal einen für mich treffenden Artikel über Coping- Strategien bei Angehörigen von Suchtkranken gepostet oder zitiert. Da habe ich mich auf jeden Fall wieder gefunden.

    Und wer garantiert, dass es immer nur bei einem alkoholfreien Bier bleibt?

    Niemand

    die wird bleiben .Denn ein Alkoholiker ist nie geheilt .

    Genau. Das weiß ich. Aber für mich ist es so im Moment ein Zustand, der für mich persönlich ok ist, bis auf das Wissen, dass es jeder Zeit wieder los gehen könnte, weil ein Alkoholiker ja nie geheilt ist. Ob man / ich damit- mit der Sorge und dem Wissen- leben kann, wird sich zeigen.

    Suchen nach Themen, die darauf hinweisen, dass es vielleicht doch nicht so schlimm ist. Da schrillen alle Alarmklocken bei CO Abhängigen

    Ich glaube, das Missverständnis ist langsam in Zement gegossen und ausgehärtet 🤭 es ging bei meiner Frage wirklich nicht um mich oder Gedanken um meinen Mann sondern um das Verständnis im allgemeinen.

    Ich selbst bin verhalten, habe Angst, dass es wieder von vorne los gehen könnte. Aber um so mehr Zeit vergeht und umso mehr ich auch merke, wie er mit sich arbeitet, desto zuversichtlicher kann ich werden und werde immer sicherer, dass ich das nicht nochmal mit machen würde, wenn er wieder anfangen würde zu trinken. Das weiß er auch.

    Leider bin ich zu müde, um noch viel von mir zu berichten und auch etwas verprellt. Aber ein kurzer Abriss: mein Mann trinkt ab und an alkoholfreies Bier. Ansonsten nichts mehr. Er hat sich dadurch sehr verändert. Die Beziehungsprobleme sind auch ohne Alkohol geblieben- surprise, surprise- aber ich habe den Eindruck, dass wir ohne die Last des Alkohols erstmals effektiv daran arbeiten. Er geht in regelmäßigen Abständen zu einer systematischen Therapieutin, da ist Alk auch Thema. Mehr weiß ich darüber aber nicht. Aber es ist Bewegung. Und es hat sich viel familiär entspannt und mach Mut und Zuversichtlich.

    Ich bedaure es auch, dass die Fragen der Angehörigen sofort als Co-Verhalten gewertet werden. Ich sehe das anders.

    Mein Interesse war nicht durch Co-Verhalten motiviert. Ich registriere , dass das hier im Forum nicht erwünscht ist und kann das akzeptieren. Manche Kommentare führen bei mir jedoch mittlerweile dazu, dass ich anfange zu überlegen, was ich schreiben „darf“ und was nicht. Das finde ich schade.

    Liebe Linde, ich habe über deinen Beitrag nachgedacht und weiß nicht so recht, was ich davon halten soll. Vielleicht ist mein Verständnis von dieser Selbsthilfegruppe falsch. Ich habe Fragen, die mich beschäftigen. Die habe ich gestellt. Muss ich dafür häufiger im Forum aktiv sein, um Fragen stellen zu können?
    Ich setze mich mit dem Alkoholismus auseinander, mit meinem eigenen Umgang mit Alkohol, mit dem meines Partners aber auch dem Alkoholismus im allgemeinen. Wozu auch die Aussagen meiner Freundin zählen, die ich hinterfrage. Ob ihr sie nun kennt oder nicht, erscheint mir erstmal herzlich egal. Ihr kennt mich doch auch nicht „wirklich“und meinen Partner auch nicht. Ich euch auch nicht. Es sind Fragen, die nichts mit meiner Freundin zu tun haben sondern mit Alkoholismus. Und warum sie nicht hier stellen? Beantworten muss meine Fragen niemand. Aber hier sitzen die Profis, die Experten. Und ich freue mich über Antworten vonnEuch. Für mich ist das sehr hilfreich. Und ich empfinde den Nutzen der SHG im allgemeinen auch darin, sich selbst immer wieder ein bisschen zu ordnen, mit Abstand auf Dinge zu blicken- oft auch durch das Teilen eigener Erfahrungen. Muss es ein ausgeglichenes Geben und Nehmen sein? Ich war länger nicht aktiv, na und? Ich lese regelmäßig mit. Und selbst wenn nicht, warum keine Fragen stellen? Vielleicht interessiert es ja auch andere. Vielleicht auch nicht.
    Du schreibst, dass ich ständig nach euren Einschätzung frage. Erstmal finde ich, das der Eindruck täuscht. Mein Thread heißt so- und auf Fragen, die ich anfänglich hatte, gab es Antworten- dass das zum Beispiel nur ein Alkohiler selbst einschätzen kann ob er einer ist. Ich stelle einige Fragen- Ja und? Was spricht dagegen, Experten- und das sind ja nun mal viele von Euch mittlerweile- nach ihrer Meinung zu fragen? Was für eine Ressource das hier an Wissen ist- warum es nicht nutzen? Ich bin der Typ Mensch, der verstehen will, Zussmmenhänge gerne durchdringt. Warum nicht durch Fragen?

    Mich interessiert es einfach, deswegen frage ich hier, ich hoffe, es ist ok:

    Gibt es einen Unterschied, von der Stärke der Sucht(kann man das so sagen?), zwischen einem Pegel-Trinker und jemanden, der (fast) jeden Abend 2 Feriersbend“Bierchen“ trinkt und dem Quartalstrinker?