Beiträge von Co-Pilot

    Hoffnung habe ich keine mehr in Hinsicht auf meine Frau.

    In diesen Forum geht es doch um das Zusammenleben mit Alkoholikern und auch um die Trennung von Ihnen, richtig?
    Ich möchte mich trennen / scheiden lassen. Es ist doch egal wie das zu Stande kommt, entscheidend ist doch nur das Ergebnis.

    Sie hat auch schon mal geäußert sie zieht zu den Kindern, aber die haben anschließend bei mir auf der Matte gestanden und einen Aufstand geprobt. Da haben die kein Bock drauf. 😂😂

    Ja das stimmt, dicke Staubschicht.

    Das Trennungsjahr läuft noch, es ist aber noch nicht abgelaufen. So lange passiert nichts offizielles. Aber alles relevante drum herum ist geklärt, gesichert, getrennt, bereinigt.

    Ich / wir als Familie kennen natürlich ihre Arzt und Krankenhausbefunde, und offensichtlich wartet sie auf eine Langzeit Therapie für 3 Monate, wunderbar, vielleicht lernt sie da ja einen „Kurschatten“ kennen.

    Aber wie gesagt, das Trennungsjahr ist noch nicht um, das läuft parallel einfach weiter, und ob es nun genau 1 Jahr oder 1,5 werden ist doch mir mittlerweile Wurscht.

    Ich kenne das auch zu genüge, schreibe hier aber nicht viel drüber, weil es sich immer ähnelt. Ich muss ja nicht das 50x mal das schreiben, was andere bereits geschrieben haben.

    Alkoholiker sind weltklasse im Leute verarschen und schauspielern. Das ist eine (überlebens)wichtige Fähigkeit, nur so kommen sie durch den Alltag und können im Job noch lange unauffällig funktionieren, und unterm Radar fliegen. Das geht aber nicht endlos.

    Und sie können wahnsinnig gut bei anderen Schuldgefühle wecken und Helferinstinkte aktivieren.

    Offensichtlich gehörst du zu genau der Zielgruppe, und da du noch nicht innerlich gekündigt hast belastet es dich stark.

    Vorzugsweise blockierst du ihn richtig, nicht nur Lesebestätigung deaktivieren.

    Ich habe meine Frau in WhatsApp auch geblockt, und benutze den Chat als Einkaufsliste.

    Ob das mit den Therapien alles so läuft wie du dir das vorstellst kann keiner sagen, ich kann nur von mir berichten. Meine Frau hat schon mehrere Entgiftungen hinter sich incl. Therapie, aber es ist hinterher immer schlimmer als vorher. Sicherlich gibt es da eine gewisse Streuung, aber ich habe den Eindruck, einige Alkoholiker ( so auch meine Frau) müssen anschließend etwas nach / aufholen.

    Ich hoffe natürlich das deine Wünsche in Erfüllung gehen, wenn nicht, bist du in der komfortablen Situation, bereits ausgezogen zu sein.

    Grübel nicht zu viel nach, wenn ich nachts wegen jedem „Rums“ aufstehen würde käme ich nie zum schlafen. Die Nachbarn habe ich informiert dass es öfter mal poltert. Die wissen Bescheid und können das auch entsprechend einordnen.

    Ja da magst du Recht haben, Taktgefühl ist anders.

    Sie wird es vermutlich erst in 2 Wochen lesen, weil sie momentan wichtigeres zu tun hat, als sich im Forum rumzutreiben.

    Die Trauer wird vergehen, aber genau so wie auch die 6 Wochenfrist.

    Um mich herum sind schon viele Menschen gestorben, und viele laufen dann planlos umher, dann ist es immer gut einen nützlichen Rat zu bekommen / zu geben.

    Manches verliert man einfach aus den Augen vor lauter anderer Ablenkung.

    Herzliches Beileid.

    Das habe ich auch vor 1,5 Jahren durch, Mutter und Bruder auf einen Schlag verstorben und in einer gemeinsamen Beisetzung beerdigt.

    Jetzt komm erst einmal zur Ruhe, ignoriere alles andere was von den restlichen Angehörigen kommt und trauere, das ist wichtig.

    Später wird sich vieles regeln, da ihr soweit ich das rauslesen kann noch verheiratet wart, bist du sofern kein Testament auftaucht Erbe (mit euren Kindern sofern vorhanden).

    Mutter Vater Geschwister spielen da keine Rolle.

    Die Angehörigen können alle ihre Wünsche auf einen Zettel schreiben und dem Weihnachtsmann schicken, nur für dich zur Orientierung.

    Nimm dir Zeit, trauere und fühl dich gedrückt

    Co-Pilot Um diese Fragen habe ich mich bereits "gekümmert" bzw. haben sich viele Dinge von allein ergeben. Ich verdiene allein das Geld in der Familie, wir haben getrennte Konten, ich organisiere alle Unterlagen. Handyverträge usw. laufen nicht über meinen Mann, die Wohnung gehört mir und ich habe ein eigenes Auto. Und zuletzt ist auch die Betreuung für meinen Sohn geregelt, sollte er dann gar nichts mehr von uns wissen wollen.

    Das ist doch super gut, du bist nicht in der Opferrolle. Du hast alles in der Hand. Respekt,

    Fang doch erst einmal klein und im verborgenen an. Du benötigst einen Plan und einen Vorsprung . Wenn du irgendwann mit ihm sprichst, und die Sache geht nach hinten los….. angenommen er wirft dich raus, stehst du da wie ein begossener Pudel.

    Sichte Unterlagen, sortiere und lagere wichtige Dokumente aus.

    Abschlusszeugnisse, Gesellen / Ausbildungsabschlüsse, Geburtsurkunden, Eheurkunde/ Familienbuch, Versicherungspolicen, Kontoauszüge, Verträge, Mietvertrag, Grundbuch, Steuernummern, Sozialversicherungsnummer, Rentennummern, Krankenkassendaten…..

    Wie sind eure Konten organisiert, Ehekonto, Einzelkonto mit Vollmacht, separate Konten, hast du eine unsichtbare „Kriegskasse“

    Wie Abhängig bist du von der technischen Infrastruktur zu Hause?
    Hast du eigene Endgeräte wie Notebook, Tablet, Handy?

    Sind dir alle Zugangsdaten bekannt?
    Hast du mobiles Internet (UMTS/4G/5G)?

    Internetsicherheit, sind ihm deine Passwörter bekannt, die solltest du alle ändern, sonst liest er womöglich deine Mails mit oder bestellt Sachen mit deinen Konten?

    Oft sind die Männer die HomeAdmins, wenige Klicks später bist du IT mäßig ein Höhlenbewohner.

    Lange Rede kurzer Sinn, Sorge vor und sei dabei leise. Dann kannst du ein Gespräch führen.

    Es gibt 2 Möglichkeiten den Streit zu beginnen, „auf sie mit Gebrüll“ oder Guerilliataktik, ich persönlich bevorzuge 2.

    Ich habe angefangen, mich mehr zu öffnen und mit mehr Personen in meinem Umfeld über meine Lage zu sprechen. Ich dachte, das ist gut, weil ich dann vielleicht nicht mehr so schnell in realitätsferne Gedanken abdrifte. Aber tatsächlich bekomme ich hier ziemlich viel Gegenwind. Warum ist es weniger schlimm, den Selbstwert und eigenen Wille eines Menschen zu zerstören, als sich vor genau diesem in Sicherheit zu bringen? Warum halten so viele zum Alkoholiker? - Wobei, wenn ich diese Frage gerade so schreibe.. Ich tue es ja leider auch.

    Es ist gut, dass du dich öffnest und mit Freunden darüber redest. Das erleichtert dein Gewissen etwas, du musst es ja jemanden erzählen, ansonsten stirbst du früher oder später innerlich. Es gibt Sachen, die kann man nicht nur mit sich selbst ausmachen.

    Selbstverständlich kommen dann Ratschläge „wie kannst du nur“ „er würde ohne dich zu Grunde gehen“ und wiederum ein anderer wird dir sagen „nimm die Füsse in die Hand und lauf“.

    Du weißt ja auch nicht, wem du alles ein Spiegel vorgehalten hast, und deine Gesprächspartner sind vielleicht in einer ähnlichen Situation, ohne dass du es weißt. Wenn die selbst in einer ähnlichen Situation gefangen sind, werden sie dir natürlich ins Gewissen reden, weil sie nicht die alleinigen Dummen sein wollen. Auch für diese Leute ist es angenehm zu wissen, ich bin nicht allein.

    Ich habe Freunden und meinen engeren Umfeld von meiner Situation erzählt indem ich mich befinde, und du wirst nicht glauben, wie viele Leichen die anderen im Keller haben.

    Dein eigenes Selbstwertgefühl hat für dich oberste Priorität, dein Partner ist schon erwachsen und hat einen eigenen Kopf zum denken.

    Heute sagte man mir im Gespräch "In guten, wie in schlechten Zeiten". Und leider hat das aber richtig getroffen.

    Ja das habe ich auch schon öfter gehört und für mich persönlich eine gangbare Interpretation gefunden. Es gibt nur 3 Zustände, einen 4. habe ich noch nicht entdeckt.

    1. gute Zeiten, alles klar und verständlich (das Zusammenleben mit einen Drogensüchtigen passt hier nicht rein)
    2. Schlecht Zeiten/ Katastrophen, ebenso alles klar und verständlich (das Zusammenleben mit einen Drogensüchtigen passt hier ebenfalls nicht rein)

      diese beiden Optionen wechseln sich immer mal ab, sind unterschiedlich stark ausgeprägt und mit variabler Länge, aber haben immer eine Ende.

    3. Kriese, das ist ein dauerhaft negatives Ereignis, dessen Verlauf und Dauer sich nicht abschätzen lässt. Hier können alle Drogenabhängigen (egal welche) reingestecktes werden.

      Von Kriesen wurde beim Ehegelöbnis nicht gesprochen. Zumindest nicht bei meinen 😎😎

      Vielleicht konnte ich hiermit dein Gewissen etwas (neu) Ausrichten.

    Vielleicht bist du einfach noch nicht so weit. Irgendwann wird dein Moment schon kommen.
    Ich vermute auch dass du / ihr noch ziemlich jung seid, weil du schriebst von deinen Eltern die dir zur Seite stehen, oder auch seine Eltern könnten ihn aufnehmen. Klingt nur für mich so ca. 20-30 höchstens.

    Danach kommt Mama als Home normalerweise nicht mehr in Frage.

    So lange du nicht „innerlich gekündigt“ hast wirst du leiden, es muss erst Klick bei dir machen.
    Seine Takt ist ein Standardprogramm, das läuft bei ganz vielen Alkoholikern ab wenn sie merken, es wird langsam ungemütlich, meine Servicekraft ist gerade dabei zu gehen. Mehr bist du leider nicht mehr.
    Natürlich möchte er das du immer mal wieder vorbeikommst, um Sachen zu erledigen, so hält er die Verbindung am Leben.
    Auf seine Frage, ob du gerade die Füße hochlegst, hättest du Ja sagen sollen, Joho ich spitze hier gemütlich und chille mein Leben, und du so?

    Du hast ihm aber leider genau das gesagt was er hören und bezwecken wollte, stänkern und diskutieren. Aber da kommst du auch noch hinter 😎.

    Das kenne ich persönlich zu genüge, ich lächle und ignoriere die Verbitterung meiner Alkoholikerin allerdings.

    Regelmäßig kommen auch hier so Sprüche wie „ich muss dies, ich muss dass, mir hilft ja keiner“… und ich sage dann nur, jo geht mir nicht anders, lächle und gehe, rums ist ihre Tür zu.

    Lange Rede kurzer Sinn, genieße dein Leben, den Menschen den du geliebt hat’s gibt es nicht mehr, da wohne jetzt ein Alkoholiker der zufällig so ähnlich aussieht, mehr nicht, und dem bist du nichts schuldig.

    Sie ist zwar eine gute Freundin, aber sie ist nicht Familie. Sie ist streng genommen eine Fremde und hat ihres eigenes Ökosystem. Genau wie du. Du kannst nicht die Welt retten, du hast deine eigene Welt.

    Mir hat mal jemand gesagt:

    Wenn jeder an sich denkt ist an alle gedacht…. Ok ist natürlich zu einfach gedacht aber grundsätzlich deckt es sich mit den hier genannten Forums-Mantra, gucke auf Dich selber, was kannst du für dich tun.

    Ich musste tatsächlich schmunzeln bei den letzten Worten. Aber zurück, deine Berührung mit dem Problem Alkohol ist bestimmt nicht neu, das besteht ja vermutlich viel länger wenn du zurück blickst. Nun schreibst du darüber, das ist gut. Mach dir ruhig Luft, es ist hier doch alles anonym, keiner kennt dich persönlich.

    Kümmere dich in erster Linie um dich selbst, das mache ich und viele andere nicht anders. Mein Geburtstag dieses Jahr war meine Frau nicht dabei, Gartenpartys ebensowenig. Hochzeit von Freunden war ich alleine und Urlaub hab ich auch schon kürzlich eine Woche alleine verbracht. Da geht die Welt nicht von unter, da kommst du auch noch hin.

    Du bist ein Optimist, wenn Erfahrung nach und nach hinzu kommt, wird daraus ein Realist.

    Natürlich kannst du hoffen, vielleicht wird es ja wieder, aber wenn eine Tür zu geht geht irgendwo eine andere auf.

    Ich zB. Habe eine Riesen Geschichte zu erzählen, darf ich aber nicht aufgrund anwaltlicher Empfehlung.

    Ich lebe mit meiner Frau getrennt innerhalb der ehelichen Wohnung, für gewöhnlich sehe ich sie nur, wenn sie mal auf Toilette geht, oder irgendwie „leicht verstrahlt“ durch die Gegend läuft. Kommunikation findet kaum statt, wenn dann vorzugsweise per WhatsApp. Mündliche Nebenabreden gibt es keine mehr, das lässt sich im Zweifel nicht belegen.

    Hej hej,

    mir war gar nicht bewusst wie schwierig es ist sich vorzustellen.

    Ich lebe seit 16 Jahren mit meinem Partner zusammen.

    Das klingt generell erst einmal gut, ihr seid offensichtlich nicht verheiratet.

    Psychische Probleme hat er schon lange, Vater war Alkoholiker, Mutter Co und Schwester schwer narzistisch. Beide Eltern starben innerhalb kürzester Zeit im mittleren Alter, zur Schwester herscht kein Kontakt.

    Das ist natürlich teilweise schwer zu verarbeiten, und Probleme gibt es immer um einen herum, und gestorben wird auch immer. Das ist ein Naturgesetz, jeder hat bei der Geburt dem Tode zugestimmt. Das sind keine Gründe um zu Trinken, höchstens später mal passende Ausreden.

    Mein Grund, dass ich mich hier angemeldet habe ist zu verstehen, ob es "normal" ist, dass im Zuge der Therapie der Patient sein gesammtes Leben ändert und sich vorallem auch gegen das stabile Umfeld richtet. Ich kann durchaus verstehen, dass Ihn unser zu Hause triggert, hat er dort doch seine persönliche Hölle erfahren. Kann durchaus auch verstehen, dass er erstmal ausziehen möchte, der neue Job ist gute 2,5 Stunden entfernt von uns.

    Das ist ein normaler Vorgang und nennt sich „geographische Flucht“. Wenn das gesamte Umgeld langsam „Wind“ von seinem Problem bekommt, wird das Umfeld gewechselt, das ist so etwas wie ein Neustart, alles ist auf 0 gesetzt, er ist dann ein Fremder ohne Vorgeschichte.

    Was ich nicht nachvollziehen kann, wie sich innerhalb von einer Woche angeblich Gefühle ändern, man keine Beziehung mehr möchte (aber alle Benefits weiter in anspruch nehmen möchte), sich aber 2-3 mal telefonsich am Tag meldet, von zu Hause spricht, durchaus jetzt schon Pläne für Weihnachten macht, all son Tüddelkram plant, aber Gefühlstechnisch nicht mehr so fühlt. Oder ist das durchaus eine verbreitete Reaktion aufgrund der Therapie, dass man erstmal alles hinterfragt, überfordert ist mit alles Gefühlen?

    Er ist innerlich zerrissen, es wechseln sich normale und suchtbelastete Gedanken ab. Es ist die normale Achterbahnfahrt, hoch runterrechts links. Da ist wenig vorhanden, was wir „Normalos“ als ausgeglichen und konstant nennen würden.

    ps: ich habe selber einen Alkoholiker hier sitzen incl. 5 erfolgreich abgebrochener Entzügen / Therapien, das grenzt schon an Nomadentum. Auch ich habe früher viel nachgedacht und gegrübelt, aber irgendwann habe ich auf „Spock“ umgeschaltet, faszinierend. Ich bin nur noch Beobachter und lass es laufen, irgendwann regelt sich alles.

    Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Ja, die meisten der Angehörigen hier werden es ähnlich erlebt haben.

    Konnte bei euch Vertrauen nach so etwas wieder wachsen oder seid ihr irgendwann an einem Punkt angekommen, an dem es nicht mehr ging?

    Nein, Vertrauen was einmal weg ist ist weg, man kann sich sicherlich viel Mühe geben, aber es würde nie wieder so werden wie vorher.

    Es kommt aber irgendwann der Moment, wo du von Hoffnung und Gefühlen umschaltest auf rational, aber das dauert bei jeden unterschiedlich lange.