Nine - Es ist vorbei und

  • ich wollte mich hier vorstellen und es mir vielleicht dabei auch von der Seele reden.

    Mein Mann starb vor 3 Wochen auf der Intensivstation an Organversagen aufgrund von Alkoholismus.

    Er wurde unter anderem beatmet.

    Da die Ärzte sagten, das die Chance ihn zu stabilisieren sehr gering ist und es selbst dann in wenigen Monaten zum Tod führen würde - mit geistigen bleibenden Beeinträchtigungen usw. entschied ich mich, wie es auch seinem Wunsch entsprochen hätte ihn gehen zu lassen und auch unter anderem die Beatmung abstellen zu lassen (die Ärztin meinte das wäre okay = er bekäme nichts mit und würde einfach in den Tod schlafen und so war es auch) und würde den Tod nicht noch tagelang heraus zögern), natürlich bekam er weiterhin starke Schmerzmittel.

    Ich weiß im Moment nicht so genau was ich fühlen soll, es wechselt zwischen Wut, schnell vorbeihuschender Trauer (vielleicht eine Art Selbstschutz im Moment) und das nehme mir jetzt bitte keiner bös´aber auch eine Erleichterung die ich für ihn, aber auch für mich empfinde, obwohl loslassen nicht einfach war, aber der einzig richtige Weg.

    Zwischendurch fühle ich mich innerlich wahnsinnig leer.

    Diesen Freitag wird er in einem Friedwald bestattet (das war sein Wunsch und auch meiner), ich finde das eine sehr schöne Art der Bestattung und diese Freiheit hätte er sich gewünscht.

    Ich vermisse ihn,


    LG, Nine

  • Guten Morgen Nine,

    mein herzliches Beileid und willkommen hier im Forum.

    Das Schreiben kann helfen, Deine Trauer zu verarbeiten.

    _______________________________________

    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Guten Morgen liebe Nine.

    Beim Lesen deiner Trauernachricht meinte ich, du beschreibst die letzten Tage, Stunden meines Bruders, der an denselben Folgen vor 6 Jahren im künstlichen Koma und dann nach abstellen der Geräte entschlafen ist.
    Mein Beileid zu deinem Verlust und nein, die Erleichterung klingt nicht komisch, das war das erste Gefühl welches ich empfunden habe, nachdem die Todesnachricht mich erreicht hatte.

    Es war die schönste Trauerfeier in einem der schönsten Friedwalde die ich erlebt hatte.

    Ich wünsche dir viel Kraft u liebe Helferlein auf deinem Abschieds-/ u Trauerweg 🌈

    Liebe Grüße, Simsalabim.

  • Liebe Nine,

    mein herzliches Beileid zum Tod deines Mannes. Mein Exmann ist vor fast 8 Jahren auch an den Folgen seiner Alkoholkrankheit gestorben. Wir waren da schon lange getrennt, trotzdem hat es mich sehr traurig gemacht. Dein Gefühlswirrwar ist jetzt ganz normal, auch die Erleichterung. Denn es ist ja tatsächlich so, dass er wohl eher kein lebenswertes Leben mehr hätte haben können.

    Und es ja so auch seinem Wunsch entsprochen hat.

    Möchtest du dich in unserer Selbsthilfegruppe hier austauschen, dein Leben als Mitbetroffene eines Alkoholikers beleuchten und vielleich ein wenig verarbeiten? Wenn du das möchtest bist du herzlich willkommen, sag einfach hier Bescheid und du bekommst den Link für die Freischaltung.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo Ihr Lieben!

    Lieben Dank für Eure freundlichen und anteilnehmenden Worte!

    Hätte er noch für ein paar Monate weitergelebt, hätte er einen Betreuer gebraucht und niemand hätte genau vorhersagen können, wieviel er noch verstanden hätte und er hätte weiterhin intensivmedizinische Hilfe benötigt, also hätte er auf jeden Fall untergebracht werden müssen und das war auch eine große Angst von ihm gewesen (und auch mir) , nicht mehr selbstbestimmt sein zu können .

    Ja, ich würde gerne mein Leben und Handeln hier offen beleuchten, es gibt einiges zu verarbeiten und zu verstehen.


    Lieben Dank!

    Nine

  • Hallo Nine,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe.

    Mein Beileid zu Deinem Verlust!

    Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet.

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Nine!

    Mein Beileid zum Tod deines Mannes. Mein Mann ist auch an seiner Sucht verstorben. Er wurde tot in seinem Haus aufgefunden. Ich habe auch teilweise Erleichterung empfunden er hat seelisch sehr gelitten, war tief depressiv. Sein Leiden hatte ein Ende, er hat vergeblich gegen seine Sucht gekämpft.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Das tut mir sehr leid!

    Aber genau das war es bei meinem Mann auch, eigentlich von Kindheit an depressiv, im Verlauf der Jahre kamen Ängste, Panikattacken hinzu.

    Als wir ein Paar wurden, war er noch nicht alkoholkrank, das hat sich im Laufe vieler Jahre langsam eingeschlichen, er ging zwar ein paarmal zum Therapeuten, nahm auch Psychopharmaka regelmäßig, aber es half nicht.

    Wir kamen beide aus Familien, die uns quasi zur Hälfte adoptiert hatten (mich mein Vater, ihn seine Mutter) und die Beamtin damals im Standesamt war platt, das sie meinte die Konstellation hatten sie noch nie.

    Es war ein bisschen so als hätten sich zwei gebrannte Kinder erkannt...

    Der Ursprung meiner Co Abhängigkeit lag bereits in meiner Kindheit, es gab bei uns zwar keine Alkoholprobleme familiär (bei ihm auch nicht, ausser seiner leiblichen Mutter, die aber heute längst trocken ist seit vielen Jahren), aber trotz erfolgreicher Familie viele Probleme und Defizite die nach aussen hin einfach versteckt blieben, ebenso wie bei ihm.

    Beide hatten und haben wir auch ADHS, ich lernte den Umgang damit in Therapie, ihm fiel es schwerer damit umzugehen.

    LG, Nine

    Einmal editiert, zuletzt von Nine (6. August 2026 um 16:26)

  • Der Ursprung bei mir war das ich eine Mutter hatte die bipolar war (das wusste damals keiner und unserer Meinung, auch meines Bruders narzisstisch war), in der Ehe mit meinem Vater war sie halbwegs geerdet (als dieser verstarb wurde es über die Jahre immer schlimmer und die Rollen vertauschten sich), aber sie benutzte mich für ihre Launen, war oft extrem drüber, erpresste mich emotional damit ich funktionierte wie erwünscht, ich versuchte sie in meiner Verzweifelung extrem zu unterstützen (von Messie über Selbstmordversuche) und sah wie verblendet immer einen Funken sinnloser Hoffnung, vor ihrem Tod distanzierte ich mich und hatte einen Kontaktabruch meinerseits, ich war nervlich und seelisch am Ende, letzteres erklärt vielleicht auch ein bisschen warum ich keine Kraft mehr hatte mich auch von meinem Mann zu distanzieren ...und ja, auch wenn sich das keiner vorstellen kann, ich liebte ihn (er war nie gewalttätig) und hatte auch Angst um ihn.

    Die härteste Lektion war für mich, du kannst niemanden retten der das nicht will.

    Kontrolliert habe ich ihn nie wegen des Alkohols, er versteckte auch nichts und ich wollte in diesem Punkt nicht seine Nanny spielen (tat ich bestimmt in anderen Dingen bereits).

    Ich habe irgendwo mal hier von Kontrollsucht gelesen, nein ich kann nur sagen dieser Punkt stimmt bei mir nicht, an Kontrolle habe ich keine Freude und möchte diese auch nicht übernehmen, sie erdrückt mich und der Rest der selbst auferlegten Verantwortung reichte mir schon.

    LG, Nine

    Einmal editiert, zuletzt von Nine (6. August 2026 um 16:56)

  • Sein Abbau war gerade im letzten halben Jahr extrem und es kam zu Bier und Sekt dann noch Schnaps (wie er sagte gegen Panikattacken...) dazu.

    Wir bekamen eine heftige Erkältung, ich erholte mich nach fast 3 Wochen davon, er brauchte fast 2 Monate dafür, ich denke das war ein Warnzeichen bezüglich seiner Probleme, die er mit Aussagen wie Long Covid und so weiter erklärte.

    Er hörte zu rauchen auf, dies brachte auch eine kurzzeitige Verbesserung seines Zustandes.

    Dann kam die Atemnot wieder teilweise dazu, er konnte nicht gut durchschlafen, schlief aber auf Etappen doch eher viel.

    Er fühlte sich schlapp, seine Ängste und Panikattacken nahmen zu.

    Im letzten halben Jahr schlief er eigentlich nur noch auf der Couch, selten im Bett, er wollte sein Wohnzimmer nicht verlassen, dies war der Ort wo er sich am wohlsten fühlte, er wünschte sich dort mehr Gesellschaft von mir, ich wollte der Situation aber oft aus dem Weg gehen und mit Fernseh gucken kann ich auch halt nicht viel anfangen.

    Die erste Zeit kümmerte ich mich sehr viel um ihn und übernahm sämtliche Aufgaben, wir hatten einige auch gute Gespräche.

    Später übernahm ich zwar immer noch alle Aufgaben, aber distanzierte mich vermehrt und ich begann oft einen Streit bezüglich seiner Probleme , des Schnapskonsums und wurde manchmal auch richtig sauer, dann verteidigte er sich damit das ich mit einem kranken und labilen Mann nicht so umgehen könne (das verfolgt mich bis heute).

    Mir fiel auf, das er manchmal Dinge vergaß, das irritierte mich zwar, aber ich schob es auf seine Depression und diese kann ja auch dazu führen (ich verdrängte massiv).

    Er konnte immer schlechter laufen, wollte aber weder einen Sanka, noch einen Arzt.

    Ich begleitete ihn auf´s Klo, da er bereits einmal hinfiel und bettelte darum das er mehr essen solle.

    Er hielt seinen Pegel, er fiel nicht um weil er zu betrunken war, sondern weil die Kraft seiner Beine nachliess, er trank zwar viel (er vertrug auch viel), aber er konnte sich immer klar ausdrücken und bis die Probleme mit seinen Beinen dazukamen auch immer selbstständig ohne hinzufallen oder zu torkeln laufen.

    Er hatte auch nie Halus, er übergab sich nie.

    In den letzten zwei Wochen seines Lebens verschlechterte sich sein Zustand massiv, Tage davor schwollen seine Beine, Hände und sein Bauch extrem an, zwei Tage zuvor bekam er Gelbsucht, wurde immer vergesslicher, wusste nicht mehr das er seit einem halben im Wohnzimmer schlief und so gut wie nix´aß, er meinte was ich da sage stimme nicht.

    Auch bekam er die Nacht davor glibberigen schwarzen Durchfall, wahrscheinlich geronnenes Blut.

    Er verweigerte immer noch einen Arzt, als er am nächsten Tag richtig gelb war und über Schmerzen klagte rief ich einen Sanka gegen seinen Willen und sie kamen vorbei.

    Er konnte noch den Tag benennen, aber nicht das Jahr auf Frage einer der Sanitäter.

    Sie nahmen ihn mit, ich rief später an und erfuhr über den Ernst der Lage.

    Sie versetzten ihn in ein künstliches Koma, schlossen ihn an allerlei an, inklusive starker Schmerzmedis.

    Der Arzt rief mich mitten in der Nacht an und wir vereinbarten das ich am Vormittag vorbeikomme.

    Nach Gesprächen mit zwei Ärzten beschloss ich, die Intensivmedizin abbrechen zu lassen, damit er sterben konnte und informierte seine Eltern, damit auch die die Chance bekamen sich zu verabschieden.

    Ich bin froh darum, das er nicht mehr realisierte zu sterben und ihm zumindest diese Angst genommen war.

    Für mich war es ein hartes erwachen, emotional eine einzige Achterbahnfahrt.


    LG, Nine

    Einmal editiert, zuletzt von Nine (6. August 2026 um 18:09)

  • Er ist seit heute Mittag um 12.00 Uhr beerdigt, ich war nicht dabei, ich überliess das seiner Familie, mir ist dieses Ritual nicht so wichtig (ich werde das mit einem Freund nachholen) und ich wollte ehrlich gesagt mit seiner Familie dort nicht zusammensein.

    Ich hatte aus diversen Gründen seit Jahren den Kontakt abgebrochen (er von sich aus seit 2 Jahren), es war schwierig genug für mich mit Ihnen am Sterbebett zu sein, seine Mutter hat es da wirklich fertiggebracht, als ich seine Hand hielt mir zu sagen, das mache man nicht jemand sterbendes festzuhalten, sonst könne seine Seele nicht weg...sorry mag sie glauben woran sie will das respektiere ich in soweit, das sie es gerne so machen möchte und daran glaubt, es mir damit regelrecht aufzuwingen finde ich übergriffig, da ich keine weiteren Diskussionen am Sterbebett meines Mannes wollte, ließ ich es.

    Auch die Gespräche am Sterbebett gingen viel darum wie schuldig er doch sei und sie ja für ihr Verhalten insbesondere früher nix können....puh, das eine ist die spätere Sucht, für die hat er sich entschieden, das andere ist aber komplett unabhängig davon.

    Ich hatte es recht schnell bereut, sie dazu geholt zu haben, eigentlich hätte er es nicht gewollt, andererseits kann ich einen sterbenden Menschen auch nicht mehr fragen ob er es anders möchte und ich hatte Mitleid.

    Jeder darf leben wie er möchte, ich respektiere dass mich gewisse Dinge nichts angehen und ich bin auch nicht dafür da, andere zu ändern.

    Ich bin dafür da mich zu ändern und das will ich, ich möchte nicht mehr übergangen und mich benutzt fühlen, so nie wieder.

    Mich aber seit Wochen zu nerven, mich aber nicht einmal zu fragen wie es mir geht, habe ich mir eine Zeit lang gefallen lassen, jetzt ist Schluß.

    Ich werde noch den größten Teil seiner Kinderfotos ihnen zuschicken (einen Teil behalte ich für mich als Erinnerung), auch da ärgerte ich mich, da ein Text kam sie hätte die gerne, ich könne ja eh´nichts damit anfangen...das ist einfach keine Art zu fragen.

    Geantwortet habe ich darauf nicht mehr und werde ich auch nie wieder, ich schick´s einfach und gut ist´s.

    Ich bin froh, das er jetzt unter der Erde liegt und verbunden mit der Natur ist, ich weinte heute für mich allein und das war gut so.

    LG, Nine

    2 Mal editiert, zuletzt von Nine (7. August 2026 um 18:07)

  • Herzliches Beileid.

    Das habe ich auch vor 1,5 Jahren durch, Mutter und Bruder auf einen Schlag verstorben und in einer gemeinsamen Beisetzung beerdigt.

    Jetzt komm erst einmal zur Ruhe, ignoriere alles andere was von den restlichen Angehörigen kommt und trauere, das ist wichtig.

    Später wird sich vieles regeln, da ihr soweit ich das rauslesen kann noch verheiratet wart, bist du sofern kein Testament auftaucht Erbe (mit euren Kindern sofern vorhanden).

    Mutter Vater Geschwister spielen da keine Rolle.

    Die Angehörigen können alle ihre Wünsche auf einen Zettel schreiben und dem Weihnachtsmann schicken, nur für dich zur Orientierung.

    Nimm dir Zeit, trauere und fühl dich gedrückt

  • Kinder hatten wir keine, ganz früher hätte ich mir welche gewünscht, später und heute bin ich froh das wir keine hatten in Anbetracht der Situation.

    Puh, Mutter und Bruder gleichzeitig zu verlieren ist auch wirklich hart, gut wie du es für dich verarbeitet hast!

    Ich bin eigentlich ein Mensch der gerne Frieden mit allen hat, aber um welchen Preis...man kann gerne versuchen miteinander zu reden, wenn aber eine Seite zu keinem Kompromiss bereit ist und vieles auch einfach nicht verstehen will/kann oder möchte macht das keinen Sinn, endlos Diskussionen (die habe ich leider mit meiner Mutter und meinem Mann geführt) und Streitereien machen für mich keinen Sinn, also gehe ich (keine Ahnung warum ich das bei meinem Mann und teilweise bei meiner Mutter nicht konnte, gut sie standen mir näher), gut ich hätte auch keine Kraft mehr gehabt auf mehr Fronten zu kämpfen.

    Hätte sie anders gefragt, hätten sie auch noch ein paar mehr Erinnerungsstücke bekommen, ich bin da eigentlich sehr offen (meine Tante wünschte sich auch ein paar Dinge meiner Mutter/ihrer Schwester und bekam sie auch, sie benahm sich aber auch anders und fragte freundlich).

    Was seine Mutter allerdings tatsächlich nicht wahrnimmt ist ihre Art oder sie nimmt sie wahr und ihr ist es wurscht, das war auch etwas was meinem Mann immer störte und er fühlte sich von klein an weder geliebt, noch gesehen und das kann ich bei ihr sehr gut nachvollziehen (sie schlug ihn mal als Kind weil er ein schlechter Esser war in seinen Grießbreiteller nur soviel dazu).

    Für mich persönlich hatte ich dort immer ein Gefühl von Enge, Kälte und Spießigkeit, da prallten natürlich Welten aufeinander.

    Ich muss aber zugeben, mein Mann war kein leichter Mensch, ich auf eine andere Art sicher auch nicht.

    Im Moment betrauere ich auch, das ich mich dadurch verändert hatte (die guten Veränderungen betrauere ich nicht), dadurch das ich in diesen zwei Beziehungen (also Mutter und Mann) keine Distanz finden konnte, war ich irgendwann in Anteilen auch ein wütender Mensch (die Wut gehört sicher auch dazu) und klar darf man auch mal wütend sein keine Frage, aber es kam natürlich durch die äußeren Umstände zu oft vor und ich war wer der ich so oft nicht sein wollte...

    Als Kind war ich mal in der Wohnung allein mit knapp 5 Jahren (mein Vater holte meine Mutter von der Arbeit ab), es brannte eine Kerze in der Wohnung und ich wollte wissen ob es möglich ist sich mit Tesafilm zu schützen um einen Finger gewickelt und dann kurz damit durch die Flamme zu ziehen....da kamen gottseidank meine Eltern zurück...

    Ich wurde ins Krankenhaus gefahren, verlor einen halben cm meines Fingers und anschließend wieder nach Hause, mein Jammern ging meinen Eltern nach einer halben Stunde auf den Keks und ich wurde deutlich ermahnt jetzt damit aufzuhören...

    Das prägte mich und ich wollte es meist allen Recht machen, koste es was es wolle um nicht verlassen zu werden...

    Meine Mutter tat Dinge wie ich jammerte nach meinem leiblichen Vater mit 4 Jahren und sie war wieder genervt, stellte mich vor unserer Wohnungstür ab und meinte kannst ja gehen und schloss die Tür...

    Na ja, das macht was mit einem, mit wenig Selbstwertgefühl wird es schwierig sich wichtig genug zu sein.

    Ich war deswegen schon in Therapie und werde dies auch erneut tun, gerade durch den Tod meines Mannes wird da vieles wieder aufgewühlt.

    Das hat mich geprägt.

    LG, Nine

    PS: im Moment schreibe ich noch nirgends woanders, da ich nicht die Kraft habe und momentan der Meinung bin das hätte auch nichts gutes (muss selbst noch viel lernen und fühle mich noch nicht ausgereift genug andern Tips zu geben, das wäre grundfalsch meiner Meinung nach), ich lese aber viel und benutze Emojis.

    3 Mal editiert, zuletzt von Nine (8. August 2026 um 16:14)

  • Mach in Deinem Tempo. Alles kann, nichts muss. Danke, dass Du Dich hier in Deinem Faden mitteilst. Das kann Dir, aber auch anderen Menschen helfen.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Heute war mal ein besserer Tag, mein Bruder kam zu Besuch, er half mir ein paar Dinge zu erledigen und wir unterhielten uns doch recht entspannt auch über meinen Mann.

    Was ich ganz vergessen hatte zu sagen, mein Mann sah sich als Alkoholiker, allerdings denke ich war ihm trotzdem das Ausmass nicht bewusst...mir zum Teil oberflächlich betrachtet auch nicht, innerlich denke ich schon = Verdrängung.

    Nachdem ich hier auch schon einiges gelesen habe, denke ich auch manchmal, bitte ! nicht falsch verstehen - das es besser gewesen wäre sein Körper hätte früher/heftiger darauf reagiert (als eindeutiger Warnschuss zumindest für mich, ob es eine Chance für ihn gewesen wäre, weiß ich nicht)), ich habe vieles so nicht in diesem großem Ausmass erlebt (kein Übergeben, keine Inkontinenz, kein Delir bzw. dies erst teilweise auftretend die letzten 2 Wochen,keine Halus, keine Gewalt, kein Trinken bis zur Besinnungslosigkeit usw.).

    Und er ist nur 55 Jahre alt geworden.

    Soll bedeuten, Menschen von aussen ist das weniger aufgefallen und das es zum Tod führt muss eben NICHT bedeuten das es das volle Programm ist (ich glaube jeder versteht was ich meine), das will ich eigentlich hier klar machen als Augenöffner, damit es vielleicht manch anderer in meiner Lebenssituation nicht so verdrängt (damit meine ich beide Seiten/Personen).

    Er hat aber NIE nur eine Entgiftung gemacht leider, manchmal glaube ich, das er es unterbewusst !!! so wollte...zumindest ein Teil von ihm.


    LG, Nine

    2 Mal editiert, zuletzt von Nine (9. August 2026 um 18:06)

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