Ich weiß nicht, ob es hilft, aber in meiner Ex-Beziehung habe ich das schließlich so gemacht, dass ich ihr irgendwann sinngemäß erklärt habe:
"Erstens: Du kannst selbstverständlich tun und lassen, was Du willst, das ist Dein gutes Recht. Dieses Recht gilt aber genauso gut für mich. Konkret: Soweit Deine Handlungen mich betreffen, habe ich das Recht, mich bestmöglich zu schützen, ohne Dich einzuschränken.
Zweitens: Du meinst, dass Du kein Problem mit Alkohol hast. Das verstehe ich: Du willst trinken - Du trinkst - kein Problem für Dich. Für mich sind die Folgen Deines Trinkens aber ein Problem. Dass Du in diesem Punkt anderer Meinung bist, ändert an meinem Empfinden gar nichts.
Das bedeutet: Ich werde mich aus allen Situationen zurückziehen, in denen Alkohol eine Rolle spielt. Das wird Dir nicht gefallen - aber das ist eben so, genau wie mir Dein Trinken nicht gefällt - aber das ist eben so.
Ich werde auch keine weiteren Diskussion über das Thema führen, denn sie bringen nichts. Ich werde mich einfach so schützen, wie ich das brauche, selbstverständlich ohne Dich bei Deinem Trinken einzuschränken."
Das bringt natürlich rein praktisch gegen das Trinken überhaupt nichts, aber für mich war es ein Zurückgewinnen meiner Autonomie. Das waren Distanzierungen, die ich auch durchziehen konnte. Ich hatte das Gefühl, die Kontrolle für mich etwas zurückgewonnen zu haben.
Danach ging die Sache aber sowieso schnell auseinander, auch aus anderen Gründen. War bei uns aber auch viel einfacher, da keine Kinder und nur, weiß nicht mehr, knapp zwei Jahre Beziehung.