Sebi882 - Übermäßiger Alkoholkonsum meiner Partnerin - Werde ich verrückt ?

  • Aber auch jedes ernste Aufhören fängt nun mal mit dem ersten Tag an.

    Der Satz gefällt mir gut. Da steckt so viel drin. Ja, ich sehe das so wie LK, hier hat keiner eine Glaskugel.

    Es wird Dir nicht viel übrig bleiben, als das was Alex geschrieben hat: Abwarten!

    Oder du bleibst halt bei deiner Entscheidung..

    Dein Bauchgefühl diesbezüglich hat ja schon zu dir gesprochen:

    sie hat was getrunken

    Ich wünsche dir viel Kraft und die nötige Weitsicht!

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • Außerdem meinte sie, dass das mit dem Trinken mit unserer Beziehung angefangen hat, weil sie so lange Single war und mit diversen Umständen nicht klargekommen ist.

    Ich will hier nicht unzulässig verallgemeinern und nicht ungerecht sein, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Leute, die ich kenne und die viel trinken, meist früher oder später Gründe aus der Vergangenheit anführen, die sie zum Trinken gebracht haben. Dabei werde ich bei denen aber durchgängig den Eindruck nicht los, dass sie eigentlich trinken, weil sie gerne betrunken sind. Oder vielleicht auch schon, weil sie abhängig sind, kann ich natürlich nicht wissen.

    Meine Idee ist, dass sie, ob abhängig oder nicht, diese Narrative einfach brauchen, um ihr Standing in ihren eigenen Augen und denen des Umfelds zu verbessern. Das ist ja auch verständlich, aber es ändert nichts an der Situation.

  • Dabei werde ich bei denen aber durchgängig den Eindruck nicht los, dass sie eigentlich trinken, weil sie gerne betrunken sind.

    Das sehe ich auch so.

    Meine angeführten Saufgründe sind aber in erster Linie deswegen entstanden, weil Andere unbedingt wissen wollten, warum ich saufe. Die konnten nicht glauben, das Saufen so schön ist, wie ich es lange empfunden habe. Wenn ich allein war, bin ich einfach saufen gegangen, da brauchte ich keine Gründe.

    LG LK

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Hallo Sebi,

    ich habe die Erfahrung gemacht und es hier auch in den fast 18 Jahren, die ich hier im Forum bin, immer wieder gelesen, dass Abhängige eine Trinkpause machen. Wenn sie merken, der Co will abspringen.

    Mein Ex hat das auch so gemacht. Tolle Versprechungen, Erklärungen warum er hatte trinken müssen. Das ging dann mal kürzer mal etwas länger gut, dann fing genau das alte Spiel wieder an. Genau dann, wenn ich dachte, es ist ja doch alles nicht so schlimm und ich hab es mir nur eingebildet.

    Taten zählen. Und zwar in der Form, dass deine Freundin zum Arzt geht, eine Entgiftung macht usw. Alles andere ist, nach meiner Erfahrung, nur Hinhaltetaktik und soll dich wieder zurückholen.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Danke euch allen, das Feedback hier ist Gold wert !


    Ich habe das Erlebnis von heute Morgen ein bisschen sacken lassen und bin jetzt wieder beim Standpunkt von gestern. Hart bleiben !

    Ich gucke jetzt was passiert, meine Grenze habe ich mir ja schon abgesteckt. Bis dahin auf Abstand bleiben.


    Aber es fällt so verdammt schwer, immer hin und her, obwohl man weiß, was das Richtige ist. Mein Kopf sagt das und mein Herz sagt das andere.

    Das ist schrecklich, warum steht man sich selbst so im Weg ?


    Aurora Sie sagt, sie hat einen Therapieplatz, weil sie sich ja am Sonntag selbst wegen Panikattacken ins Krankenhaus geschleppt hat.

    Ich glaube da nicht dran, erstens muss sie erstmal entgiftet werden (oder ?), zwetens sind Panikattacken kein Alkoholismus, drittens kriegt man nicht gleich einen Therapieplatz zugewiesen, ich weiß wie lange das dauert. Oder geht das bei Alkoholkonsum schneller ?

  • Ja, das kann man.

    Ich habe mindestens zehn Jahre lang täglich getrunken.
    Nach vielen Streits mit meiner Frau habe ich mich darauf eingelassen, die halbe Woche nichts zu trinken. Und das habe ich ca. 8 Jahre lang durchgehalten.
    Und dann war ich fertig.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Jetzt schreibt sie mir eine E-Mail (!), dass wir uns ein paar Tage nicht sehen sollten, jedoch jeden Tag ein "Guten Morgen" und "Gute Nacht" wären schön. Mit Herzchen hinter.

    Ich glaube tatsächlich, sie hat wieder getrunken heute. Und ein paar Tage nicht sehen, heißt, dass ich es nicht mitkriege und sie mich an der Leine hält.


    Gruselig.


    Für euch klingt das alles offensichtlich und mein Kopf sagt auch "da hat sich gar nichts geändert". Aber beim Schreiben merke ich, wie unwirklich sich das für mich anhört.

    Wie eine schlechte Netflix-Serie.

  • P.S. Ich bin EKA, bin als Kind mit Alkoholikern aufgewachsen. Da wurde gelogen und vertuscht, daß sich die Balken biegen. Ich war felsenfest davon überzeugt, daß Alk im Spiel ist und mir die schöne heile Welt vorgemacht wird, aber ich wurde gleichzeitig so manipuliert, daß ich wieder an mir selbst gezweifelt habe.
    Ich kenne das was du beschreibst aus dem Elternhaus.

    Du bist erwachsen und kannst das selber beenden.

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Aber beim Schreiben merke ich, wie unwirklich sich das für mich anhört.

    Ja, für Dich. Bei Dir haben sich ja auch gerade erst die Augen für dieses Thema geöffnet.

    Für mich klingt das ganz normal. Die Sucht lässt sie jetzt Lösungen erarbeiten, wie sie saufen kann und Dich gleichzeitig bei Stange halten.

    Sieht zumindest stark danach aus.

    Tja. Abstand ist angesagt. Übrigens

    zwetens sind Panikattacken kein Alkoholismus,

    genau. Schätzungsweise geht es bei der Therapie gar nicht darum. Außerdem ist die Therapie nur begleitend. Ich selbst hatte z. B. gar keine.

    Es muss im Kopf klick gemacht haben. Egal. Bleiben wir bei Dir.

    Dir ist vieles klar geworden und das lass mal sacken. Ggfs. einfach noch mal ein Stück zurück lesen hier. Wurde ja schon viel geschrieben.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Fertig heisst, absolut am Ende. Aber auch am Ende vom Saufen-Wollen.

    Du musst wissen, ich habe an den übrigbleibenden Tagen natürlich das getrunken, was ich sonst in der ganzen Woche getrunken hätte. Und die Abstürze wurden immer schlimmer.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Mal an alle Trockenen und Ex-CO´s und alle auf dem Weg dahin:


    Ihr seid unglaublich stark, geht weiter den guten Weg, den ihr geht und ihr gebt mir und anderen wirklich die nötige Kraft, die zermürbende Situation auszuhalten und ein gutes Ende zu finden !


    Danke ! :whistling:

  • Außerdem meinte sie, dass das mit dem Trinken mit unserer Beziehung angefangen hat, weil sie so lange Single war und mit diversen Umständen nicht klargekommen ist. Aber sie gibt mir keine Schuld.

    Entschuldige, davon glaub ich kein Wort- du ja auch nicht, aber nur um dir da nochmal die Wahrnehmung zu stärken.

    Kann ja sein dass sie aufhören will. Ob sie es auch wirklich tut steht auf einem völlig anderen Blatt. Abwarten, Abstand halten und vor allem mal zu dir kommen. Was kannst du dir gutes tun, das nichts mit ihr zu tun hat? Geh raus, Triff Freunde, schaffe innere Distanz. Sie muss da jetzt selber durch.

  • Hallo Sebi,

    du bist ja schon einen Schritt weiter als viele andere. Daher bleibe bitte dabei. Für dich und dein Seelenheil und vor allem auch für dein Kind.

    Sie will aufhören und im nächsten Augenblick gibt sie dir und der Beziehung die Schuld für ihr trinken? Passt alles nicht so wirklich.

    Und guten Morgen gute Nacht, schreibe ich auch eher in einer Beziehung und die habt ihr nicht mehr. Daher bleibe stark und bei dir und deinem Kind.

    Sollte sie wirklich trocken werden wollen, hilft (wieder) einmal reden nicht. Taten sind das was zählt.

    Liebe Grüße Pingu

  • Hallo Sebi,

    nimm' die Beine in die Hand und lauf!

    Ihr seid erst ein Jahr zusammen, wenn ich es richtig erinnere. Du hast ein Kind. Du kannst dir mit Kind keine Experimente leisten. Du hast noch viel Leben vor dir.

    Zu sagen sie habe wegen der Beziehung angefangen zu trinken zeigt, dass sie null Einsicht in die eigentliche Problematik hat. Sie bagatellisiert.

    Zu sagen: "ich will aufhören" bedeutet erst mal gar nichts. In dem Moment meint sie es vielleicht so. Ist völlig typisch: Morgen hör' ich auf! Daraus wird eine Endlosschleife. Denn sie ist ja süchtig.

    Ernsthafte Schritte sind: Vorstellung und Outing beim Arzt. Terminvereinbarung in einem Suchthilfe-Zentrum. Dort weiteres Vorgehen planen. Und vor allem radikale Ehrlichkeit.

    Du hast genau die richtige Wahrnehmung. Vertrau' dir selbst!

  • Und wie ich gestern gemeint habe, erst mal paar Monate abwarten.
    Man kann es erst hinterher beurteilen.
    Es bringt nichts, auf der Lauer zu liegen, was als nächstes kommt. Damit machst Du nur Dich selbst nervös.
    Erzählen kann man sehr viel. Und wie schon Adenauer sagte "was geht mich mein Geschwätz von gestern an" trotzdem völlig anders handeln.

    Wenn sie jetzt dann aber rumlaviert, rausschiebt, "nur noch dieses Mal", dann nicht ewig warten.

    LG LK

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Wenn Dein Kopf weiß, was das Richtige ist, dann bleib bei dem, was der Kopf Dir sagt und halte Abstand. Egal, was Du dabei fühlst.

    Gefühle ändern sich auch ständig und wenn man seine Entscheidungen von seinen Gefühlen abhängig macht, dann treibt man durchs Leben und fabriziert Dinge, die man nicht wirklich haben will.

    Vielleicht kannst Du die Entscheidungen Deines Kopfes als Anker betrachten. Die Gefühle ziehen irgendwann nach.

    Du bist schon weit gekommen. Bleib dabei. Hast du schon darüber nachgedacht, sie auf allen Kanälen zu blockieren? Fühlt sich vielleicht erstmal völlig absurd an, aber wenn Du keinen Kontakt zu ihr haben kannst, dann hast du erstmal die Chance, zur Ruhe zu kommen.

    Ihr kennt Euch erst ein Jahr. Mach lieber jetzt einen Cut als in Z.B in zehn Jahren. Je später Du Dich daraus befreist, desto schwerer wird es.

  • Ich war gerade nochmal bei ihr, sie wollte mit mir reden, weil sie heute ein Gespräch mit einer Therapeutin hatte. Am Telefon klang sie gar nicht gut.


    Tja, was soll ich sagen ? Sie hat sich endgültig von mir getrennt, sie hat ihren Alkoholkonsum absolut eingesehen, dass das ihr Leben bestimmt und dass sie mir damit unendlich schadet und wehtut. Und um mir weiteres Leiden zu ersparen, sei es vorbei, obwohl sie mich sehr liebt.

    Es war sehr emotional und das Ehrlichste, was sie jemals gesagt hat, glaube ich. Und es klingt endgültig.

    Sie hat sich Adressen für Entgiftungskliniken rausgesucht und will das in den Griff bekommen. Es klang sehr einsichtig.


    Und jetzt ? Man könnte sagen "manche Probleme lösen sich von selbst", aber es tut gerade echt weh. Trennungsschmerz halt.

    Das ist wahrscheinlich der Grund, warum ich noch nicht wirklich loslassen konnte. Aber das ist mir nun abgenommen worden.


    Da muss ich jetzt durch und schon bald wird es mir bestimmt besser gehen.

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