Sebi882 - Übermäßiger Alkoholkonsum meiner Partnerin - Werde ich verrückt ?

  • Hallo Sebi,

    Wir sind weiterhin getrennt

    Und wieso kommst du dann auf die Idee, in der Damentoilette rumzusuchen? Wegen eines Bauchgefühls? Vor allem, was hat dir das jetzt gebracht?

    Und dann wurde noch im Kollegenkreis alles gut durchgehechelt. Meene Jüte, da wird mir ganz anders beim Lesen.

    Gruß Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Gut dass ihr getrennt seid. Jetzt siehst du sie auch auf der Arbeit nicht mehr.

    Ich vermute mit deiner Suchaktion wolltest du deine letzten Zweifel ausräumen. Vergiss nicht dass deine jetzt Exfreundin krank ist.

    Sie muss jetzt alleine klar kommen und das ist auch gut so, aber bitte beteilige dich nicht an der kollegialen Sensationslust.

    Immerhin hast du sie ja mal geliebt. Abstand halten und du musst bei den jetzt auch für sie Exkollegen ja jetzt nichts mehr sagen. Sie ist jetzt weg.

    Es sei ihr zu wünschen, dass sie einen Weg aus der Sucht findet, aber deine Aufgabe ist jetzt wieder dein Leben zu führen und loszulassen.

  • Im Müll rumwühlen ist auch nicht meine Art, aber als Co macht man auch Dinge, die nicht immer unbedingt rational sind, glaube ich.

    Das war jedenfalls mein letzter „Beweis“ und ich werde mich aus allen Diskussionen raushalten.

    Schlimm finde ich irgendwie, dass alle was wissen und keiner was sagt. Aber so ist es halt ?!


    Ich habe eine kleine Erkenntnis, damit mache ich jetzt einen großen Strich unter die Sache. Auch wenn es wehtut, ich muss loslassen (und sie hoffentlich auch) und wünsche ihr, dass sie einen für sich guten und gesunden Weg findet.

  • Lieber Sebi,

    Ich kann auf der einen Seite Deine Wut und Dein Unverständnis verstehen. Ich lese Deine Text hier so, dass Du wie ein verletztes Tier um Dich schlägst.

    Was Du aber machst ist zu vergessen, dass Alkoholsucht eine Krnakheit ist. Sie trinkt ja nicht, um Dich zu verletzen sondern weil sie wahrscheinlich trinken muss. Das heißt nicht, dass Du das für Dich akzeptieren musst.

    Ich war wirklich seelisch und körperlich verletzt vom meinem Ex Partner. Diese Gewalt hatte etwas mit seinem Charakter zu tun. Trotzdem sehe ich auch, dass er schwer krank ist.

    Wut ist gut um in eine Handlung zu kommen. Aber versuche fair zu bleiben.

    LG Momo

  • Hi Sebi,

    es geht nicht um rational, Du als Mann hast auf einer Frauentoilette nichts zu suchen. Du schreibst über den nächsten Schritt beim persönlichen Absturz Deiner Partnerin. Das ist traurig zu lesen. Den dieses selbstschädigende Verhalten macht Sie nicht weil sie will sondern weil Sie muß. Das ist keine Entschuldigung aber es ist bestimmt kein Grund sich daran zu weiden.

    LG

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

    ------------------------------

    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Den dieses selbstschädigende Verhalten macht Sie nicht weil sie will sondern weil Sie muß. Das ist keine Entschuldigung aber es ist bestimmt kein Grund sich daran zu weiden.

    Auch wenn es stimmt, was hat das mit dem Co-Abhängigen zu tun? Er soll sich doch von seiner Krankheit befreien und muss nicht alles verstehen, was der "arme", saufende Alkoholiker es so oder so tun muss.

    Es geht nicht um den Partner, der säuft . Das hält fest . Die Aufmerksamkeit sollte nur auf den Co-Abhängigen gerichtet sein.

    Im Müll rumwühlen ist auch nicht meine Art, aber als Co macht man auch Dinge, die nicht immer unbedingt rational sind, glaube ich.

    Nur wenn jemand eine Rechtfertigung für sein krankes Verhalten braucht. Wenn er es jedoch weiß, hat das wohl einen anderen Grund, oder nicht?;) Unabhängig ob Frauen- oder Herrentoilette das lenkt nur ab.

    Geht es nicht um das Suchen nach Beweisen? Für dich oder nach außen zu zeigen, du bist nicht schuld an ihrer Krankheit? Oder du hast eben noch nicht mit ihr abgeschlossen, was auch naheliegt?

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Guten Abend ihr Lieben,


    danke erstmal für die Feedbacks.


    Wie ich vermutet habe, lässt sie nicht locker. Schreibt mich täglich an. Den einen Tag halbwegs versöhnlich, den nächsten Tag verwirrend, manipulativ, schwerst beleidigend und unter die Gürtellinie. Immer im Wechsel. Bei Whatsapp habe ich sie schon blockiert, seitdem kommen SMS.

    Ich habe das Gefühl, ich bin auf einem guten Weg, das Ignorieren klappt ganz gut und auf der Arbeit werde ich sie nicht mehr sehen (davor hatte ich ein bisschen Angst, sie weiterhin täglich sehen zu müssen). Trotzdem ist immer noch ein Gefühl von Hoffnung und auch Schuld da. Kommt sie zur Einsicht ? Hört sie nach der Trennung mit dem Trinken auf ? Lag es doch an mir ? Wie weit rutscht sie noch ab ? Mit diesen Gedanken komme ich noch nicht zurecht.

    Ich habe gerade intensiv den Beitrag von MadMax gelesen, der spiegelt viel von unserer "Beziehung" wider und hilft mir für ein besseres Verständnis und Durchhalten.

    Aber ich merke jetzt schon, durch den weniger werdenden Kontakt fühle ich mich etwas freier, beschäftige mich mehr mit mir selbst und vor allen Dingen mit meinem Sohn.

    Mir wird gerade bewusst, wie ich das vernachlässigt habe. Um mein Kind tut es mir am meisten leid, aber ich hole das nach und mache das gut.


    Morgen früh sind wir verabredet für eine Übergabe unserer Sachen. Ich habe gesagt "wenn du was getrunken hast oder eine Fahne vom Vortag, breche ich sofort ab".

    Mal gucken. Ihre Bedingung daraufhin war "du wirst nicht laut und antwortest auf meine Fragen". Ich war nie laut und hatte immer ein offenes Ohr, aber na gut. Immerhin keine wüsten Beschimpfungen.


    Danach werde ich nach langer Zeit mal wieder zum Sport gehen und Freitag habe ich den ganzen Tag meinen Sohn. Darauf freue ich mich und lenkt von Gedankenspiralen ab.

    Ansonsten habe ich gerade Urlaub, Anfang der Woche war ich ein paar Tage an der Ostsee. Das war schön, auch wenn die Gedanken überwiegend bei ihr waren.


    Mir wird aber auch immer mehr bewusst (auch durch viele Gespräche mit Freunden und Eltern), wie schnell und wie sehr man in so einer Abhängigkeit gefangen ist, wenn weiterhin ein Fünkchen Liebe oder Bindung vorhanden ist.

  • Guten Abend Sebi!

    Morgen früh sind wir verabredet für eine Übergabe unserer Sachen.

    Wenn alles klappt, kannst Du danach ihre Handy-Nr. sperren, dann kommen auch keine SMS mehr an.

    Ich drücke Dir die Daumen!

    LG Elly

    ---------------------------------------------------------------------------------------

    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Eine Erkenntnis habe ich, glaube ich, aus dem o.g. Thread:

    Vielleicht sollte man nicht immer nur dem Alkohol die alleinige Schuld geben. Es ist immer noch ein Mensch dahinter. Ich bin z.B. ein ruhiger Typ. Wenn ich mal ein Bier getrunken habe, werde ich noch ruhiger.

    Wenn sie was getrunken hat wird sie beleidigend, manipulativ etc….


    Was meint ihr ? Verstärkt Alkohol den Grundcharakter ?

  • Was meint ihr ? Verstärkt Alkohol den Grundcharakter ?

    Ist das jetzt noch wichtig? Besoffen ist sie unerträglich und sie ist ständig besoffen. Die Schlüsse daraus hast du gezogen. Das zählt.

    Viele Angehörige hier berichten ja, dass die Partner sich unter Alkohol total verändern. Viele werden ja sogar aggressiv. Ich wurde aufgedreht und distanzlos- ja das ist schon auch in mir angelegt.

    Jeder hat ja auch unangenehme Anteile in sich, aber welcher da vom Alkohol rausgekitzelt wird?
    Wie gesagt. Für dich nicht mehr wichtig. Versuche sie nicht zu verstehen, sondern grenze dich gut ab. Ich drück dir heute die Daumen, dass es friedlich abläuft. Und dann: Haken dran.

  • Hallo Sebi,

    bei meinem ersten Mann war es so, dass durch den Alkohol seine Persönlichkeit deutlicher wurde, so richtig zum Vorschein kam. Und was da zum Vorschein kam, fand ich nicht dann irgendwann garnicht mehr gut.

    Ich finde es gut, dass du dich nun abgrenzt. Das ist das beste, du wirst sonst immer wieder mit ihr konfrontiert und das macht das Ganze sehr viel länger und belastender.

    Lieber Gruß Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo Sebi,

    ich bin jetzt erst auf deinen Faden aufmerksam geworden.

    Ich kenne das von mir auch, dass ich auf alle mögliche Weise versuche irgendwie die vermeintliche Kontrolle über die unkontrollierbare Alkoholsucht (meines Mannes) zu bekommen. So habe ich das auch eingeordnet, als du geschrieben hast, du fandest es auch "spannend" den Verlauf zu beobachten.

    Für mich ist das ein Versuch sich dadurch innerlich zu distanzieren, eine Vogelperspektive einzunehmen - um es dadurch eher aushaltbar zu machen und die eigentlichen Emotionen nicht zu spüren. Nämlich die unfassbare Hilflosigkeit und das Entsetzen, die mörderische Wut und gleichzeitig Mitgefühl. Das alles hat mich völlig überfordert. Ich habe mich dann zeitweise in Ironie geflüchtet, in "wissenschaftliche Betrachtung" oder sonstige Gedanken-Fluchten, um dadurch einen zumindest flüchtigen inneren Halt zu finden.

    Das war nie von oben herab, oder entwürdigend gemeint - es ging da um mich selbst und den Versuch irgendwie diesen Wahnsinn auszuhalten und eben nicht verrückt zu werden, wie dein Titel ja auch sagt.

    Flaschen wurden gesucht, um die eigene Wahrnehmung zu stützen und eben auch wieder, weil es mir dieses Gefühl gegeben hat: du kannst mich nicht verar...en. Weil ich durch das Lügen schon ganz kirre war. Und durchdringen wollte durch diese Wand. Diese Realitätsverleugnung. Die Flaschen können nicht weg diskutiert oder verleugnet werden, das sind Fakten, die kann ich anfassen, sehen.

    Mein Verhalten war auf mich selbst gerichtet. Ich betone das, weil ich oft den Eindruck habe, dass alles was Angehörige machen aus der Sicht des Alkoholikern interpretiert wird. Mein Verhalten hat vor allem etwas über mich selbst ausgesagt. Über den Grad meiner eigenen Verunsicherung, meiner Verzweiflung, meiner Hilflosigkeit.

    Es tut weh zu erkennen, dass der einzige Weg wieder Kontrolle über das eigene Leben zu bekommen die Trennung ist.

    Ich wünsche dir viel Kraft und Entschlossenheit,

    Jump! 🏵️

  • Ach, noch was. Wegen der Damentoilette. Das hat mich sehr angerührt.

    Ich finde es in erster Linie erniedrigend für sich selbst sich in die Damentoilette zu schleichen und im Müll zu wühlen.

    Bei mir löst das keine Empörung aus, sondern Mitleid. Es zeigt wie weit du schon im Sumpf drin steckst. Und dass es höchste Zeit ist für den Absprung.

  • Mein Verhalten war auf mich selbst gerichtet. Ich betone das, weil ich oft den Eindruck habe, dass alles was Angehörige machen aus der Sicht des Alkoholikern interpretiert wird. Mein Verhalten hat vor allem etwas über mich selbst ausgesagt. Über den Grad meiner eigenen Verunsicherung, meiner Verzweiflung, meiner Hilflosigkeit.

    So wie Du es beschreibst, so habe ich mich auch gefühlt.

  • So, ich war heute bei ihr und hab ihr ihre Sachen gebracht. Sie wollte noch mit mir reden. Ich war der festen Absicht, nichts zu sagen und hart zu bleiben.


    Was soll ich sagen ? RÜCKFALL !


    Sie war nüchtern, total emotional und hat gesagt, dass sie das Problem erkannt hat und was machen will. Angeblich fängt sie eine Therapie an.

    Sie hat mir einen Teil ihrer Lebensgeschichte erzählt, den ich immer hinterfragt habe. Ob das der Wahrheit entspricht, weiß ich nicht, da sie sehr viel lügt.

    Sie hat eine Stunde am Stück sehr ruhig und sachlich geredet.Zu den Beschimpfungen der letzten Tage meinte sie "das musste einfach mal raus".

    Außerdem meinte sie, dass das mit dem Trinken mit unserer Beziehung angefangen hat, weil sie so lange Single war und mit diversen Umständen nicht klargekommen ist. Aber sie gibt mir keine Schuld.

    Jetzt stelle ich schon wieder alles infrage !

    Zieht sie das jetzt durch ? War das wirklich nur eine Phase ? Meint sie es ernst ? Sind ihr durch den Partner- und Jobverlust die Augen geöffnet worden ?

    Ich denke ja immer noch, dass man aufgrund einer "schlimmen Beziehungsphase" nicht heimlich Wodka aus Flachmännern trinkt und auf der Arbeit um 12 Uhr betrunken ist. Da hat man doch schon einen längeren Weg seiner Trinkerkarriere hinter sich oder ?


    Sind das wirklich typische Methoden, um den CO an sich zu binden ?


    Hilfe, Hilfe !

  • Zieht sie das jetzt durch ?

    Genau das wartest Du jetzt ab. Was sie "meint" ist ja nicht so wichtig.

    Sie hat eine Stunde am Stück sehr ruhig und sachlich geredet.

    Und wenn es fünf gewesen wären. Nur Taten zählen.

    Ich würde auf Abstand bleiben und abwarten. Aber ich bin von der anderen Seite. (Alkoholiker) Darum bin ich auch schon wieder weg. 👋

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Danke Alex.


    Ja, ich muss mich erstmal sortieren und warte ab. Da kommen wahrscheinlich noch andere Meinungen zu ?!


    Sie hat mich gerade angerufen und mein Bauch sagt, sie hat was getrunken. Oh Mann.

    Aber das ist jetzt auch die letzte Frist, die ich mir selber setze.

    Wenn man es sooo ernst meint, wie sie gesagt hat und ein paar Stunden später weitermacht, dann hat es keinen Sinn. Das ist mir gerade wieder sehr bewusst.

  • Ich würde auch sagen, da müsste man jetzt hellsehen können. Das kann aber niemand.

    Ich bin auch von der Trinkerseite und bei mir gibt es eine Partnerin.
    Bei mir hat man/sie irgendwann gemerkt, dass ich es ernst meine. Pi mal Daumen würde ich sagen, nach ca. drei Monaten Trockenheit und nachdem deutlich ersichtlich war, dass ich mich mich dem Thema beschäftige und nach drei Monaten immer noch überzeugt war, dass ich das durchziehe.
    Davor konnte ich auch kaum erwarten, dass sie mir das so ohne Weiteres abnimmt. Ich habe aber auch nicht wegen ihr aufgehört, sondern weil es mir selbst maximal bescheiden ging. Da war die Beziehung schon nicht mehr der entscheidende Grund.

    Was vorher erzählt wird, ist immer schwierig, weil schon zahllose Alkoholiker behauptet haben , dass sie aufhören wollen und ein paar Tage später haben sie doch wieder gesoffen. Aber auch jedes ernste Aufhören fängt nun mal mit dem ersten Tag an.

    Bisschen von außen betrachten, wenn Du das schaffst, würde ich sagen.

    LG LK

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Hallo Sebi,

    Wenn man es sooo ernst meint, wie sie gesagt hat und ein paar Stunden später weitermacht


    wenn sie Alkoholikerin ist, dann muss sie wieder trinken. Das ist die Sucht.
    Entscheidend ist, ob sie Krankheitseinsicht hat und Konsequenzen daraus ableitet.
    Wenn sie sich in einen qualifizierten Entzug begibt, werden ihr alles weitere die Ärzte sagen.
    Sie muss von sich aus diesen Schritt machen.

    -------------------------------------------------------
          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Ich denke ja immer noch, dass man aufgrund einer "schlimmen Beziehungsphase" nicht heimlich Wodka aus Flachmännern trinkt und auf der Arbeit um 12 Uhr betrunken ist. Da hat man doch schon einen längeren Weg seiner Trinkerkarriere hinter sich oder ?

    Ganz genau richtig.

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!